5. Kurztest: Notizzettel-Tool »Quicknote 1.4a« (von Denis Nikolic)

Die gelben Post-It-Zettelchen, die jeden Arbeitsplatz verunstalten ;-),
dürften wohl jedem bekannt sein. Auch in elektronischer Form gibt es sie
seit langem, und auch Quicknote gehört zu dieser Sorte.

Quicknote läuft ab OS 2.0 oder höher. Die Installation per Installer ist
problemlos und schnell erledigt, die AmigaGuide-Dokumentation lässt keine
Fragen offen. Sie ist allerdings nur in Englisch verfügbar.

Einige Einstellungen von Quicknote können in den Tooltypes vorgenommen
werden. Neben der Wahl der Text- und Hintergrundfarbe können auch die
Fensterrahmen beeinflusst werden, wobei ein gelber Hintergrund ohne
Fensterrahmen einem realen Post-It sicher am nächsten kommt. Auch der Pfad
und Dateiname der zukünftigen Notizen kann hier festgelegt werden. Und
schließlich lassen sich auch die Einstellungen unter einem beliebigen Namen
speichern. Dadurch können mehrere Quicknotes mit unterschiedlichen
Einstellungen realisiert werden.

Nachdem Quicknote gestartet wurde, sind weitere Einstellungen über das Menü
erreichbar. So können hier die Schrift und die Größe (jedoch ohne Attribute
wie fett oder kursiv) gewählt werden, die dann beim nächsten Start des
Programms benutzt werden. Auch kann festgelegt werden, ob der Cursor beim
Start am Anfang oder am Ende der Notiz positioniert werden soll. Die
Fensterposition und Größe des elektronischen Post-It merkt sich das
Programm selbständig. Änderungen derselben sind natürlich auch dann
möglich, wenn keine Fensterrahmen sichtbar sind.

Quicknote unterstützt vorbildlich das Clipboard und ermöglicht so den
Datenaustausch mit anderen Programmen. Zu beachten ist aber, dass den
Notizen jeweils nur ca. 10 KByte Text hinzugefügt werden können. Wird das
Programm beendet und erneut gestartet, stehen zu der vorhandenen Notiz
zusätzliche 10 KByte zur Verfügung. Eine automatische Anpassung oder
zumindest eine Einstellmöglichkeit des Buffers wäre hier für Vielschreiber
sicher interessant.

Über die Menüs kann die Notiz entweder unter dem in den Tooltypes
festgelegten Namen oder per Dateiauswahl unter einem frei wählbaren Namen
gespeichert werden. Quicknote speichert jedoch selbständig spätestens beim
Beenden des Programms alle Änderungen. Wer Quicknote ständig laufen lässt
oder dem Programm wichtige Notizen anvertraut, wird die Autosave-Funktion
schätzen, wobei mehrere vorgegebene Zeitintervalle von einer Minute bis
einer Stunde eingestellt werden können.

Trotz der vielen Möglichkeiten gibt es immer noch einige
Verbesserungsmöglichkeiten. So kann das Programm trotz Shortcuts nicht per
Tastatur beendet werden, wenn der Text bearbeitet wird. Man muss zuerst den
Textbereich mit der Maus deaktivieren, damit der Shortcut funktioniert.
Eine vollständige Tastaturbedienung wäre hier toll. Eine Druckfunktion ist
leider (noch) nicht vorhanden. Schade ist auch, dass keine Textdateien
geladen werden können, es bleibt hierfür somit nur das Clipboard für den
Import. Auch ein (optionaler) vertikaler Scrollbalken könnte nicht schaden.
Und schließlich scheint die Autosave-Funktion einen kleinen
Schönheitsfehler zu haben. Wenn man nämlich zufällig gerade dann im Text
scrollt, wenn automatisch gespeichert wird, ist der Cursorfokus plötzlich
weg.


Testurteil:

Quicknote ist dank der vielen Einstellmöglichkeiten ein praktisches Tool,
das sehr stabil und ohne Probleme läuft. Einige der oben erwähnten
Verbesserungsvorschläge stehen bereits in der Todo-Liste des Autors, was
das Programm um so interessanter machen wird.
Post-It-Liebhaber dürfen also auch bei der elektronischen Variante getrost
zugreifen, vor allem, da sie Freeware ist.


Alternativen:

Erstaunlicherweise gibt es gar nicht so viele Post-It-Programme wie ich
anfangs erwartet habe. Wer jedoch auf eine Druckfunktion und einen
vertikalen Scrollbalken nicht verzichten kann, wird beim MUI-Programm
"µNote" fündig. Hier sind allerdings so gut wie keine Einstellungen
möglich. Die schon etwas älteren Programme BlocNotes und StickIt2 sind als
Commodities realisiert worden und besitzen einen ARexx-Port. Weiterhin
können bei beiden Programmen mehrere Fenster geöffnet werden, und sie haben
zusätzlich ein Exchange-ähnliches Fenster zur Verwaltung aller Notizen. Bei
StickIt2 wurde sogar der SourceCode (in C) beigefügt.

Wer auf Post-It-Zetteln lieber herumkritzelt statt schreibt, kann sich (das
recht einfache) Write-It mal ansehen.

Link zu Quicknote: http://www.OnyxSoft.nu

Denis Nikolic <d-nis@ping.at>