3. Hardwaretest: PCI-Busboard DCE G-REX 4000D (von Andreas C. Schmidt)

1. Getestete Konfiguration

Meine alte Konfiguration:
- A4000 Desktop
- CyberstormPPC 233/060, CyberVisionPPC
- A4091, Ariadne, CV3D Flickerfixer
- Pioneer DVD, Fujitsu MO am A4091
- Quantum Atlas V 18GB an der CSPPC
- OS3.9, CyberGraphX V4, MiamiDx 1.0c

Meine neue Konfiguration:
- A4000 Desktop
- CyberStormPPC 233/060, CyberVisionPPC
- G-REX 4000 Desktop
- Voodoo3-3000, Ariadne, CV3D Flickerfixer
- Pioneer DVD, Fujitsu MO, Quantum Atlas V 18GB an der CSPPC
- OS3.9, CyberGraphX V4, MiamiDx 1.0c


2. Lieferumfang der G-REX

Screenshot:
Screenshot

Der Lieferumfang war vorsichtig ausgedrückt "spartanisch". Genauer gesagt:
Er bestand aus der G-REX4000D, sauber verpackt in eine Antistatik-Hülle und
2 Treiberdisketten mit dem letzten Flash, den CGX V3 Voodoo-Treibern und
einem Ethernettreiber für RTL8029 Karten. Eine Anleitung war nicht dabei.

Ich denke nicht, dass das so bleiben wird. Meines Wissens wurden die ersten
G-REX 4000D ausgeliefert, damit diese PCI-Lösung überhaupt endlich
verfügbar ist. Meine G-REX 4000D hat auch die Seriennummer #2.

Eine Anleitung ist zum Einbau aber nicht unbedingt erforderlich, von einem
kleinen Detail mal abgesehen.


3. Die Installation der Software

Im Endeffekt umfasst die Softwareinstallation drei Schritte:
- das neue Flash-Update
- die neuen 040/060-Bibliotheken
- CGX V3 oder CGX V4 mit Unterstützung für PCI-Grafikkarten

Der erste Schritt lässt sich problemlos bereits lange vor dem Einbau der G-
REX4000D erledigen. Installiert man nur das neuste Flashupdate und behält
die alten 040/060-Bibliotheken bei, so lässt sich das System weiterhin
problemlos mit einer CyberVisionPPC betreiben.

Nennt man die G-REX4000D dann endlich sein eigen, sollte man VOR dem Einbau
der G-REX4000D die neuen 040/060-Bibliotheken und das entsprechende CGX V3
bzw. CGX V4 für PCI-Grafikkarten installieren. CGX V3 wird auf der G-REX-
Install-Disk mitgeliefert, das Update-File für CGX V4 muss man sich selbst
von den entsprechenden Servern (http://www.dcecom.de bzw.
http://www.vgr.com) holen.

Für Besitzer einer CyberVisionPPC empfehle ich noch, den alten CVisionPPC-
Eintrag aus devs/monitors manuell zu entfernen. Hintergrund ist folgender:
Man kann jeden beliebigen ZII/ZIII-CGX-Monitortreiber in devs/monitors
belassen - auch wenn man die entsprechende Grafikkarte nicht hat - ohne
dass es zu Problemen kommt. Im Fall der CVisionPPC (und sicher auch der
BVisionPPC) war das nicht möglich.
Ich habe praktisch das gleiche Setup auf einem A4000 mit CSPPC und einem
A2000 mit Blizzard2060 gehabt. Der A2000 mit CVisionPPC-Treiber hatte das
Problem, dass das System der Meinung war, tatsächlich über diese
Grafikkarte zu verfügen - Programme, die sich ihren Screenmode selbst
suchen, bereiten dann unweigerlich Probleme, wie z.B. ein Einfrieren des
gesamten Systems. Da ich diesem Problem aus dem Weg gehen wollte, habe ich
den CVisionPPC-Treiber per Hand entfernt. Ob das Problem aber auch wirklich
mit einer CSPPC samt G-REX existiert, habe ich nicht explizit überprüft.


4. Die Installation der Hardware

Hat man alle Software installiert, ist es nun natürlich erforderlich, den
Rechner auszuschalten und für den Einbau zu öffnen. Das ist auch der
unangenehmste Teil der ganzen Prozedur, da der Rechner hierzu leider VÖLLIG
zerlegt werden muss! Das ist auch das kleine Detail, von dem ich weiter
oben geschrieben habe.

Es hilft nicht, nur die ZorroII/ZorroIII-Karten, das ZIII-Daughterboard und
eine evtl. vorhandene CVisionPPC zu entfernen! Wer das versucht und die G-
REX4000D in den Rechner einbaut, wird unweigerlich feststellen, dass ein
Spalt am Connector der G-REX zur CSPPC bleibt. Dieser befindet sich auf
Seite der RAM-Module. Die einzige Abhilfe wäre hier, wenn man beim Einbau
der G-REX von unten gegen die CSPPC/MKIII drücken könnte - nur leider kommt
man da auf gar keinen Fall hin. Es hilft also leider nichts: Wer schnelle
PCI-Hardware nutzen können will, muss folglich leiden. ;-)

Ich empfehle daher, die CSPPC auszubauen, die CSPPC und die G-REX außerhalb
des Rechners zusammenzustecken und die gesamte Kombination dann in einem
Stück in den A4000 einzubauen. Wer dies schafft, ohne seine
Laufwerksschiene auszubauen, verdient meine Hochachtung. Mir war das
"Gefriemel" nach Kurzem zu blöd und ich habe die Laufwerksschiene auch noch
ausgebaut - wozu man natürlich die Frontblende des A4000D abnehmen muss...

Hat man seinen A4000 dann wieder in einem halbwegs funktionsfähigen Zustand
(sprich: ist die Kombination G-REX/CSPPC eingebaut), sollte man einen
ersten kleinen Funktionstest erledigen. Den würde ich ohne PCI/Zorro-Karten
ausführen. Vor dem Test ist es vorteilhaft zu überprüfen, dass sowohl G-REX
als auch CSPPC/MKIII sauber in den Fassungen sitzen und nirgends ein Spalt
zu sehen ist.

Sollte man weder 15KHz-Monitor noch einen Scandoubler haben, muss man wohl
oder übel auch die neue PCI-Grafikkarte einbauen. Man starte den A4000,
drücke die ESC-Taste und hoffe, dass das Menü der CSPPC/MKIII erscheint.
Wenn das Menü erscheint, kommt der Rechner über die ersten
Initialisierungsphasen hinaus, und es sollten keine großen Probleme
auftreten. Hat man bereits eine PCI-Grafikkarte im System, kann man deren
Vorhandensein im PCI-Submenü überprüfen.

Vor einem Systemstart baut man jetzt am besten die restliche Hardware ein
und überprüft mittels des PCI-Submenüs der CSPPC und des Early-Startup-
Menüs des AmigaOS, ob alle Karten vom System erkannt werden. Ist das der
Fall, steht einem ersten Booten des neuen Systems eigentlich nichts mehr im
Weg.


5. Konfiguration

Die nun notwendigen Konfigurationen sind wohl auf jedem System
unterschiedlich, und deshalb will ich auch nicht allzuviel darüber
schreiben, abgesehen von ein paar Worten zu CGXmode.

Wer behauptet, dieses Programm sei schwer zu bedienen, hat sich vermutlich
noch nie ernsthaft damit beschäftigt: Wenn man einen neuen Screenmode
erstellen will, gibt es ein Gadget "Neu". Dann kann man aus der Liste am
oberen Ende des Fensters grundsätzliche Parameter des neuen Screenmodes
auswählen, also Auflösung und Wiederholfrequenz.
Wenn man damit fertig ist, wählt man "Testen" an und stellt ganz einfach
mittels der Cursortasten die gewünschte Position und mittels SHIFT und den
Cursortasten die gewünschte Breite und Höhe des neuen Screenmodes ein.
Einfacher geht es wohl kaum noch!

Hat man mit CGXmode seine Screenmodes eingestellt (für diverse Spiele bzw.
deren Intros 320x240 und evtl. 320x200 nicht vergessen!), kann man seinen
neuen Workbench-Screenmode wählen und zur Tat schreiten.


6. Performance-Test-Ergebnisse

Ich habe bereits einiges an Tests gemacht, werde aber im Lauf der Zeit noch
weitere Tests machen. Daher an dieser Stelle nur einen Verweis auf meine
Seite im Web, unter der immer die aktuellen Testergebnisse zu finden sind:

http://www.andreas-c-schmidt.de/performance.html

Dort werde ich auch ab Ende November/Anfang Dezember ein paar Tips zu
Problemen geben, die mit dem einen oder anderen 3D-Spiel auftreten
können.


7. Last-Minute-Probleme

Es kam wie es kommen musste:

Kurz vor Einsendeschluss dieses Artikels habe ich doch noch eine 10MBit-
RTL8029-Ethernetkarte von Edimax bekommen. Der Einbau und das Erkennen der
Karte verliefen wie erwartet problemlos. Der Betrieb hingegen stellte mich
vor große Probleme. Evtl. liegt es an meiner Netz-Konfiguration, deshalb
hier ein paar Worte dazu: Ich verwende einen Mix aus MiamiDx (normales
TCP/IP) und ENVOY (für File- und Printersharing). Damit das funktioniert
und die beiden Stacks nicht um die Netzwerkpakete konkurrieren, habe ich
unter ENVOY eine andere Paket-Kennung (2047 statt 2048) eingestellt. In
meinem Hausnetz mit einer Ariadne I und einem A2000 (der als Fileserver,
Printerserver und Internet-Gateway dient) hatte ich seit MiamiDx und ENVOY
V3 keine netzbedingten Probleme mehr.

Das Einstellen der erforderlichen Parameter für die RTL8029 war kein
Problem, im Betrieb kam es aber nach kürzesten Betriebszeiten zu einem
vollständigen Einfrieren des A4000 mit RTL8029. Der Server-A2000 war nicht
betroffen und hatte keine Probleme.

Ob dieses Problem von meiner (zugegebenermaßen sehr individuellen)
Konfiguration abhängt, kann ich leider nicht sagen, da meine Systemstruktur
momentan vom Funktionieren von ENVOY abhängt und ich einiges an Arbeit
investieren müsste, um feststellen zu können, ob die Probleme evtl. mit den
unterschiedlich markierten Paketen zusammenhängen, oder ob es ein
generelles Problem des RTL8029-Treibers ist.

Nach dieser Pleite verwende ich momentan wieder meine alte Ariadne.
Der Autor des RTL8029-Treibers (Frank Mariak) ist bereits informiert. Laut
G-REX-Mailingliste können andere User dieses Problem teilweise bestätigen.
Es liegen aber auch Aussagen vor, dass der Treiber problemlos funktioniere.


8. Fazit

Ursprünglich wollte ich schreiben, dass ich vollauf zufrieden bin, was nach
den Ethernet-Problemen nicht mehr der Fall ist. Ich denke, dass die
RTL8029- Karte selbst kein Problem hat, kann dies aber leider erst in den
kommenden Tagen testen. Die Ergebnisse werden auch auf meiner Performance-
Test-Seite veröffentlicht.

Mit den 3D-Spielen gibt es ebenfalls ein paar Probleme (besonders im
Hinblick auf WipeOut 2097 ist das sehr schade), aber im täglichen Einsatz
habe ich sonst keine Nachteile bemerkt. Es ist alles ein wenig schneller
geworden, und wenn die Ethernet-Treiber ausgereifter bzw. im Fall des
100MBit-Treibers endlich verfügbar sind, hat man auch die Möglichkeit, ein
schnelles lokales Netzwerk nutzen zu können.

In Sachen Soundkarten kann ich leider noch keinen Test liefern, da ich
meine Terratec PCI128i erst einbauen kann, wenn ich meine alte Ariadne I
aus dem System entferne. Das passiert aber erst, wenn ich funktionsfähige
Ethernet-Treiber bekomme bzw. (falls das Problem wider Erwarten doch von
meiner RTL8029 verursacht werden sollte) wenn ich die Ethernetkarte
ausgetauscht habe.

Problematisch ist der Einsatz von LinuxPPC. Soweit ich weiß, existieren
weder Treiber für den UW-SCSI-Controller der CSPPC noch können momentan die
PCI-Karten auf der G-REX genutzt werden. Wer LinuxPPC also unbedingt
braucht, der muss im Moment auf diese Kombination verzichten, außer er
nutzt AGA und den originalen IDE-Bus des A4000 oder hat entsprechende
unterstützte ZII/ZIII-Karten in seiner G-REX in Betrieb, was aber sehr
schnell zu Platzproblemen führen dürfte. Ich musste meinen A4091, den ich
früher wegen LinuxPPC im Einsatz hatte, aus meinem A4000D entfernen.


9. Quellen

Treiber, etc:
http://www.vgr.com
http://www.dcecom.de

Bezugsquelle G-REX 4000D:
http://www.future-visions.de

Noch ein Wort zur Bezugsquelle: Ich bin selbst Teilhaber von Future-
Visions. Leider sind unsere Webseiten momentan alles andere als uptodate.
Falls jemand Amiga-Produkte über uns beziehen will, dann können die
aktuellen Preise am besten per E-Mail (support-computer@future-visions.de)
erfragt werden.

Andreas Schmidt <privat@andreas-c-schmidt.de>