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Traumzeit
Eine Wissenshow jagt die andere und so kommen doch recht häufig
Fragen aus der Mythologie vor. Ausgehend von der Frage bei Pilawa nach den
Plejaden entwickelte sich dieser Tage in einer Gesprächsrunde das
Thema "Religion und Philosophie" und dabei fiel plötzlich
das Wort "Traumzeit". Ihr hättet mal die großen runden
Augen aller Beteiligten sehen sollen. Außer dem allgemeinen
Grundbegriff konnte ich es doch nicht mehr im Detail erklären und so
schaute ich in meinen alten Büchern nach.
Und nun hier die genauere Erklärung:
Im Gegensatz zu den meisten Religionen ist der Glaube der australischen
Aborigines nicht der Zukunft zugewandt, dem Leben nach dem Tode, sondern
der Vergangenheit, der Zeit der Schöpfung, auch Traumzeit
genannt. Damals lebten Ahnengeister wie der Känguru-Mann und die
Laubenvogel-Frau auf der Erde. Sie formten die Berge, Felsen,
Wasserlöcher und Bäume, schufen die Menschen und lehrten sie, in
dem Land zu leben. Das ganze Land ist für die Aborigines ein
»Tempel«, in dem jeder Einzelne ein gleichberechtigter Erbe des
religiösen Wissens ist. Die Traumzeit ist nicht nur Vergangenheit,
sondern auch organisch mit den Menschen und Dingen der Jetztzeit verbunden.
Traumzeit-Gemälde: Känguru-Mann.
Die
Hauptpersonen der Mythologie:
Bagadjimbiri Zwillingsbrüder und Schöpfergötter der
Karadjeri.
Bobbi-Bobbi Ahnengott der Binbinga in Schlangengestalt.
Dilga Erdgöttin der Karadjeri.
Manger-kunger-kunja Ahnengott der Aranda in Eidechsengestalt.
Marindi Ahnengott der Dingo.
Minawara Ahnengott der Nambutji in Kängururgestalt; erfand mit
seinem Bruder Multultu den Speer.
Ulanji Ahnengott der Binbinga in Schlangengestalt, steht mit
Beschneidungsriten in Zusammenhang.
Yurlunggur Ahnengott der Murngin in Schlangengestalt
(Regenbogenschlange). Fruchtbarkeitsgeist: männlich und weiblich, Schöpfer
und Zerstörer geht laut Schöpfungsgeschichte aus dem Fluss hervor.
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