Strom ohne Dose,
- wie Akkus länger leben

Was ist das? - Man begegnet Ihnen wirklich nahezu überall und dennoch denkt man nur bewusst drüber nach, wenn es eigentlich schon zu spät ist. - Jawoll, selbst im tiefsten Urwald versorgen uns die kleinen Energiespender mit dem nötigen Strom ohne dass wir nach einer Steckdose suchen müssen. Die Rede ist selbstverständllich von den kleinen äußerst wichtigen Akkus.

Im Alltag verschönern sie uns vor allen Dingen in Handys, Walk- & Discmans, Digitalkameras, sogar in Bohrmaschinen, Staubsaugern und nahezu allem, was zwar mobil genutzt werden möchte, aber eben nicht ohne den nötigen Strom funktioniert. Erst ein Akku haucht den etlichen Geräten draussen überhaupt erst Leben ein. Meistens werden diese Geräte ohne ihren Akku vollig funktionslos und somit dürften Akkus zu den wichtigsten Komponenten überhaupt im mobilen Alltag zählen. Und dennoch schenken viele Menschen dieser Komponente viel zu wenig Beachtung.

Akku-Typen - NiCd, NiMH, Li-Ion,...

Akkus garantieren Mobilität und Unabhängigkeit und sind unter anderem in Handys, Laptops, Digitalkameras, Camcordern, Walkys und PDAs im Einsatz. Wer sich ein Gerät mit Akku kaufen möchte, sollte sich den verwendeten Akkutypen genauer ansehen - es gibt nämlich qualitative aber natürlich auch preisliche Unterschiede. Vier verschiedene Typen teilen sich zur Zeit hauptsächlich den Markt.

Nickel-Cadmium abgekürzt mit "NiCd", Nickel-Metallhydroxid abgekürzt mit "NiMH", die schon wesentlich besseren Lithium-Ionen-Akkus "Li-Ion" und die Lithium-Polymer-Akkus "Li-Polymer". Schenken wir den Akus heute doch mal ihre gerechtfertigte Bedeutung und unsere Aufmerksamkeit und zerlegen sie virtuell in ihre Vor- und Nachteile im Einzelnen....

Nickel-Cadmium

Der Nickel-Cadmiumakku gehört zur älteste Akku-Generation - abgesehen vom Bleiakku, der aber zum Glück längst nicht mehr verwendet wird.

Seine Stärken sind hauptsächlich eine hohe Spannungsabgabe. Dieser Akku ist gegen Überladen nicht anfällig. Zudem ist er weit verbreitet, wird oft eingesetzt und liefert bei niedrigen Temperaturen mehr Energie als das NiMH-System. Sein Hauptvorteil ist aber sein äußerst günstiger Preis, weshalb er wohl auch so weit verbreitet ist. Der Nickel-Cadmiumakku hat den berühmten "Memory-Effekt". Die Speicherkapazität des Akkus kann an Leistung und damit an Lebensdauer also stetig verlieren, wenn er vor der vollständigen Entladung wieder aufgeladen wird. Das Problem taucht auf, weil sich der Akku den Energiestand vor dem Aufladen "merkt" und daran die Dauer des Ladevorgangs bemisst. Der Akku hat eine niedrige Energiedichte und ist alles andere als ein Leichtgewicht, ja sogar der schwerste Akku-Typ und zudem giftig und daher schlecht zu entsorgen. Sicherlich wird dieser Akkutyp bald nach und nach vom Markt verschwinden, da die Nachteile überwiegen.

Nickel-Meatallhydroxid, der Akku-Typ der zweiter Generation

Nickel-Meatallhydroxidakkus haben eine höhere Energiedichte als NiCd-Akkus. Im Vergleich ist eine Speicherung der doppelten Energiemenge möglich. Auch eine längere Lebenserwartung und ein häufigeres Aufladen ist möglich. Zudem sind diese Akkus umweltfreundlicher, da auf das hochgiftige Cadmium verzichtet wird. Auch sind diese Akkus leichter als NiCd-Akkus, was die Einsatzmöglichkeiten erweitert. Natürlich gibt es aber auch hier Schwächen. Dieser Akku hat ein empfindliches Reagieren auf Überladen. Der "Lazy-Battery-Effekt" tritt auf, der dem Memory-Effekt vergleichbar ist. Der Leistungsverlust tritt aber nicht so plötzlich, eher verlangsamt auf. Leider hat dieser Akku zudem eine höhere Selbstentladung als ein NiCd-Akku und ist deutlich teurer als NiCd-Akkus.

Der Mercedes unter den Akkus dank Lithium-Ionentechnik

Neben der Polymer-Technologie gehören Lithium-Ionenakkus zur neusten und besten Akku-Generation. Sie kommen vor allem in Spitzenprodukten zum Einsatz, wie höherwertigen Handys, PDAs und anderen "Energiefressern". Dieser Akkutyp bietet viele gute Vorteile. Neben der hohen Energiedichte haben die Akkus nur wenig Verlust an Ladung. Sehr viele Lade- und Entladezyklen sind möglich. Lithium-Ionenakkus haben die längste Lebensdauer und keinen Memory-Effekt. Lithium-Ionen-Akkus können bei jedem Ladestand voll aufgeladen werden, ohne an Leistung zu verlieren und sind zudem äußerst schnell wieder aufgeladen. Sie bieten zudem doppelt so hohe Speicherkapazität als NiMH-Akkus, haben einen Überladeschutz und sind angenehm bis sehr leicht.

Der Neue - Lithium-Polymer

Eine Neuentwicklung sind die Lithium-Polymerakkus. Dieser Akkutyp kommt im Kunststoffgehäuse daher, was ihn extrem flexibel einsetzbar macht und sehr leicht macht. Die Leistung ist mit der Lithium-Ionen-Technologie vergleichbar. Der Akku wird aufgrund der kleinen Ausmaße vor allem in Kleinstgeräten wie Handys und Organizer verwendet, welche ja ebenfalls ständig kleiner werden.

Dieser Akkutyp ist in beliebigen Formen gestaltbar, - sehr flache Konstruktionen sind möglich. Dadurch ist er platzsparend und auf die Größe und Konstruktion der jeweiligen Geräte abstimmbar. Der Akku kann sich komplett in jede Gehäuseform integrieren. Zudem ist er sehr leicht und klein. Manche Lithium-Polymer-Akkus sind nur wenige Millimeter groß! Er hat eine sehr hohe Energiedichte und das Laden ist jederzeit möglich. Es tritt kein Memory-Effekt auf und der Überladeschutz ist der Lithium-Ionen-Technik ähnlich.

Auch hier gibt es prinzipiell keine Nachteile.

Die Zukunft ist noch jung

Auch beim Akkumarkt steckt die Entwicklung eigentlich immer noch in den Kinderschuhen. In ein paar Jahren sollen Mini-Brennstoffzellen auf dem Markt kommen, die mit einem Wasser- und Sauerstoffgemisch arbeiten und als Weiterentwicklung der vorgestellten Akku-Typen gedacht sind. Dadurch werden wieder neue Einsatzmöglichkeiten erschlossen, was widerum viel leistungsfähigere, mobile Geräte mit sich bringen wird. Völlig neue Einsatzmöglichkeiten, die heute noch schwer vorstellbar sind, können dann erschlossen werden. Eine energiegeladene, mobile Zukunft wartet auf uns.

Und so holt man mehr heraus

Hier noch einige kleine Tipps zum Umgang mit Akkus. Vermeidet Hitze oder starke Sonneneinstrahlung und Kälte - vor allem Minusgrade. Beides schadet jedem Akku, - egal wie teuer und gut er war.

Nutzt Nickel-Akkus möglichst regelmäßig, da sich diese sonst entladen. Ein häufiges Aufladen verringert die Lebensdauer eines jeden Akkus beträchtlich. Zumindest Lithium-Ionenakkus sind hier deutlich robuster.

Eine Faustregel findet bei Nickel-Akkus klare Bedeutung - immer vollständig laden und entladen, da sonst der berüchtigte Memory-Effekt eintritt. So habt Ihr wesentlich länger etwas von Euren Akkus, spart Geld und schont die Umwelt. Überlegt Euch vor dem Kauf eines mobilen Gerätes, was Ihr damit vorhabt und wie stark das neue Gerät beansprucht werden soll und informiert Euch, welcher Akkutyp darin zum Einsatz kommt. Das günstigste Gerät kann ganz schnell teuer werden, wenn ständig der Akku darin ausgetauscht werden muss. Wenn man sich an wenige Grundregeln hält, hat man erheblich länger etwas von seinem Akku und somit mehr Freude an den kleinen elektrischen Helfern im mobilen Alltag.

Euer
HIGGINS
Cord Hagen