Tests und Erfahrungsberichte
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1. Kleine Helfer für den Amiga-Alltag (von Christian Aichinger)

Es ist schon wieder November, das Jahr ist fast vorbei und bald(?) sollen
neue Amiga-Rechner (oder so was in der Art...) vorgestellt werden. Bis es
aber soweit ist, könnt ihr euch mit den Kleinen Helfern und AMIGA aktuell
die Zeit vertreiben :). Und damit herzlich Willkommen zu den Kleinen
Helfern im November. Diesen Monat gibt's Reviews zu den Programmen:
TitleShadow, openwin, PicShow und MDial. Viel Spaß beim Lesen!


TitleShadow:

Einer geht noch... äh, nicht Schnaps - ich meine Patch ;). Denn zu dieser
Kategorie kann man das kleine Freeware-Programm TitleShadow zählen. Wer
sich schon immer über die langweilige Gestaltung von Amiga-Fenstertiteln
aufgeregt hat, sollte sich dieses Programm mal näher ansehen. TitelShadow
ermöglicht es dem Benutzer den Text-Stil und die Farben von
Fensterbeschriftungen aufzupeppen.

Screenshot:
Screenshot

Recht interessant ist das Programm aber auch bei der Verwendung des
Patchprogramms Birdie (ein weiterer "Systemverschönerer"), da es doch hin
und wieder vorkommen kann, daß unter Verwendung bestimmter Texturen von den
Fenstertiteln nicht mehr viel zu erkennen ist.

Die Installation wird mit dem Amiga-Installer durchgeführt und ist
dementsprechend schnell und unkompliziert. Nach der Installation befindet
sich ein neues Einstellerprogramm in der Prefs-Schublade, mit dessen Hilfe
die Konfiguration sehr komfortabel vorgenommen werden kann. So darf sich
der Anwender zwischen den Darstellungsmodi "None", "Normal", "Outline" und
"Funky" für selektierte und deselektierte Fenster entscheiden, als auch
weitere öffentlichen Bildschirme (Public-Screens) von TitleShadow zwecks
Verschönerung ein- oder ausschließen. Weiterhin lassen sich Umrandungsfarbe
und Füllfarbe des Textes mittels eines Farbselektors auswählen.

Screenshot:
Screenshot

Die Programmoberfläche ist zwar nicht lokalisiert, dafür liegen dem Archiv
Amigaguide-Anleitungen in Deutsch, Englisch und Schwedisch bei. Die
Systemanforderungen halten sich in Grenzen: Ein Amiga mit OS 2.0 sollte
laut Anleitung für den Betrieb von TitleShadow ausreichen. Ich würde
zusätzlich einen Workbench-Screen in High- oder Truecolor vorschlagen, da
es sonst zu teilweise fehlerhafter Farbselektion kommen kann.

Autor: Peter Gordon
Aminet: util/boot/TitleShadow.lha
Programmversion: 1.0B
Homepage:
Lizenz: Freeware


openwin:

openwin ist mal wieder so ein kleines Shell-Programm, daß man, wenn man es
sucht, nicht finden kann und es dann selbst schreiben muß :). openwin
öffnet das Workbench-Fenster eines frei wählbaren Verzeichnisses - nicht
mehr und nicht weniger. Das hört sich erst mal nicht sehr spektakulär an,
ist aber zum Beispiel recht praktisch, wenn man einen etwas älteren
Programmstarter wie ToolManager verwendet oder in einem Dateimanager öfters
ein bestimmtes Workbench-Fenster via Knopfdruck öffnen möchte oder muß.

Screenshot:
Screenshot

Die Anwendung ist denkbar einfach. In einer Shell wird openwin einfach mit
einem Verzeichnis-Pfad als Argument aufgerufen. Wie von Geisterhand öffnet
sich kurz danach das entsprechende Fenster auf der Workbench und beginnt,
alle Piktogramme zu laden. Wird kein Verzeichnis angegeben, wird das
Workbench-Fenster des aktuellen Verzeichnisses geöffnet. Jetzt werden
sicherlich einige sagen, daß die Workbench ab Version 3.5 das auch mit
Hilfe eines kleinen ARexx-Skripts machen könnte. Das Schöne an openwin ist
aber, daß ARexx (bzw. Rexxmast) nicht benötigt wird und dadurch auch auf
Systemen läuft, die nur über sehr wenig Speicher verfügen.

openwin wird am besten in das C-Verzeichnis der Workbench kopiert. Eine
kleine englische Anleitung liegt dem Archiv bei und beschreibt die
Handhabung ausführlich genug. openwin benötigt eine Workbench-Version ab
3.5.

Autor: Nikolaos Damilakis
Aminet: util/cli/openwin.lha
Programmversion: 1.0
Homepage:
Lizenz: frei kopierbar


MDial:

Das perfekte Programm für Mondsüchtige und angehende Werwölfe mit
Sehbehinderung bzw. ungeeigneten Wetterbedingungen zwecks Mondbeobachtung
stellt das Programm MDial dar. MDial steht für Moon-Dial was wiederum
übersetzt soviel wie Mondscheibe oder Mondskala bedeutet. Und genau darum
geht es. MDial öffnet auf der Workbench ein kleines Fenster in dem die
derzeitige Mondphase dargestellt wird.

Screenshot:
Screenshot

Die Installation beschränkt sich auf die Wahl des Verzeichnisses für MDial,
wohin es danach auch kopiert werden sollte. Ein Aufruf aus der WBStartup-
Schublade ist ebenfalls kein Problem. Die kurze englische Anleitung
beschreibt alle Optionen und die Installation recht ausführlich.

Über Menüs lassen sich verschiedenste Einstellungen treffen. So kann für
die dargestellte Mondscheibe eine frei wählbare Textur verwendet werden,
die entweder einen Scan der von der Erde sichtbaren Mondscheibe oder aber
auch etwas fantasievollere Motive wie den "Mann im Mond" oder ein "Smilie"
darstellt.
Anstatt einer Grafik kann MDial aber auch einen ganz normalen weißen Kreis
zwecks sinnbildlicher Darstellung des Mondes verwenden, was aber etwas
langweilig aussieht.

Falls eine eigene Textur verwendet werden soll, ist zu beachten, daß die
Anzahl der Farben nicht mehr als 16 beträgt und daß die Grafik im IFF-ILBM-
Format vorliegt. Andere Grafikformate kann MDial nicht verwenden.

Ganz wichtig wäre noch die Einstellung der Zeitzone, die ebenfalls über
einen Menüpunkt geregelt werden kann. In Deutschland sollte dort +1
eingetragen werden.

Screenshot:
Screenshot

Für den Betrieb von MDial wird ein Amiga mit OS3+ benötigt. Auf meinem
alten A500 mit Kick2.0/WB2.1 wollte MDial jedenfalls nicht mehr laufen. Auf
einem A1200 mit OS3.1 bzw. OS3.9 gab es dagegen keine Probleme.

Autor: keine Ahnung, seine E-Mail-Adr. ist tim@silverscope.abelgratis.co.uk
Aminet: misc/sci/MDial.lha
Programmversion: 1.65
Homepage:
Lizenz: Freeware


PicShow:

So und jetzt noch zu einem Programm von meinem "Kollegen" Thomas Rapp :).
PicShow ist, wie der Name schon sagt, ein Anzeiger für Grafiken, der für
die Dekodierung allerdings ausschließlich Datatypes verwendet.

Screenshot:
Screenshot

Zusätzlich verfügt PicShow über einige Features, die andere Anzeiger nicht
bieten. Zum Einen wäre da der ARexx-Port, der so einen Bildanzeiger sehr
geeignet für die Einbindung in ARexx-Scripts macht, ferner eine eingebaute
Slideshow-Funktion, umfangreiche Hotkey-Unterstützung und das vielleicht
Beste: eine sehr einfache Benutzerführung. So kann man mit PicShow ein
beliebiges Verzeichnis mittels Filerequester auswählen und danach über ein
Popup-Menü, das mit der rechten Maustaste aktiviert wird, jede Grafik-
Datei, die sich in diesem Verzeichnis befinden sollte, auswählen und
anzeigen lassen. Mit den Cursor-Tasten kann der Anwender zwischen den
Grafiken hin- und herblättern und mit F1 ein neues Verzeichnis auswählen.

Slideshows lassen sich mit PicShow ebenfalls ohne weiteres zusammenstellen.
So kann man über die Piktogramm-Tooltypes oder Shell-Argumente eine
beliebige Zeit angeben, in der eine Grafik angezeigt werden soll. Ist die
Zeit abgelaufen, wird die nächste Grafik, die sich in dem Verzeichnis
befindet, geladen und dargestellt. Fast wie selbstverständlich unterstützt
PicShow auch das "Shift+Klick-Verfahren" und kann zudem als Default-Tool-
Eintrag im Piktogramm einer Grafikdatei verwendet werden.

Standardmäßig stellt PicShow die Grafiken immer auf dem Workbench-
Bildschirm dar. So sollten dementsprechend auch genug Farben für die
farbgetreue Darstellung der Grafiken zur Verfügung stehen. Ist dies nicht
der Fall, werden die Farben einer Grafik durch das Datatype-System
reduziert. Ergo sollte entweder ein Workbench-Bildschirm in High-Color-
oder True-Color-Auflösung oder ein eigener PicShow-Bildschirm verwendet
werden. Übergroße Grafiken - also Grafiken, die eine höhere Auflösung
besitzen als der verwendete Bildschirm - können mit der linken Maustaste im
PicShow-Fenster verschoben werden.

Die Installation beschränkt sich auf das Kopieren PicShows in ein
beliebiges Verzeichnis. Eine kurze englische Textdatei beschreibt alle
Funktionen und die Installation recht ausführlich.

Autor: Thomas Rapp
Aminet: gfx/show/PicShow.lha
Programmversion: 1.4
Homepage:
Lizenz: frei kopierbar


So, das war's für diesen Monat. Wer Vorschläge hat, interessante Programme
kennt oder einfach seine Meinung los werden möchte, schickt mir eine Mail.

Christian Aichinger <christian@aakt.de>