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WinXP Das Ende der Evolution heisst XP?Viele von uns kennen nicht nur das Amigasystem. Windows begegnet uns ja wirklich nahezu täglich und überall. Oft genug ertönt irgendwo der immer selbe Windows-Startsound, - glotzt man auf fast immer denselben einheitlich unüberraschenden Desktop. Mal etwas bunt, mal etwas bunter doch jetzt kommt WindowsXP und zeigt, daß alles noch viel bunter geht. Als Händler kommt man verständlicherweise besonders schnell und zwangsläufig an neue Betriebssysteme und vielleicht interessiert sich ja jemand für meinen ersten Eindruck zum neuen Windows. Dadurch, daß eben soviele Anwender, die hier mitlesen auch das Standart-Windows-System recht gut kennen, schon mal gesehen haben oder sich gar täglich damit herumärgern müssen, dachte ich mir - es könne ja nicht schaden, meine ersten Eindrücke des jüngsten Microsoft-Sprosses kundzutun. Geht es nach den Untertanen des Königs Bill Gates, - so wird WindowsXP als endlich erwartete Vollendung der Windowsevolution gehandelt. Erstmalig fließen die Heimanwenderversionen und die wesentlich teureren Businessversionen ineinander und bilden ein einheitliches Stück Software. Kurzer Rückblick zur Windows-32Bit-GeschichteDie Ära des für Ottonormalverbraucher gedachten Windows auf 32Bit-Basis begann mit Windows95. Seinerzeit bereits auffällig durch die ungewöhnliche Versionsbennenung. So gab es die eigentliche Versionnummer nur noch für internre Gebrauchszwecke und für den allgemeinen Rufnamen der Version verwendete man einfach das Jahr der Erstveröffentlichung. Auf die älteren Windiwsversionen gehe ich hier nicht ein, da es sich dabei NICHT um ein Betriebssystem, sondern um einen sogenannten Betriebssystemaufsatz gehandelt hat. Windows wurde bis zur Version 3.11 auf das eigentliche Betriebssystem MS-DOS lediglich aufgesetzt. Mit Windows95 waren die PC-User ersteinmal mehr oder oft weniger zufrieden. Etliche kamen bereits in dieser Zeit nicht mit der eigenartigen grafischen Bedienung zurecht und waren hoffnungslos überfordert. Der Arbeitsmarkt im Bereich Softwaresupport hatte Hochkonjunktur. Umsteigern von der älteren grafischen Benutzeroberfläche Windows3.x wurden Hilfen eingebaut, welche aber meist brach lagen, da sie teilweise undokumentiert blieben. Auch der Kompatiblität wegen blieben etliche DOSund Alt-Windowsbestandteile auch noch in Windows95 enthalten. Es ging weiter und groß umworben wurde der nächste Schritt, der lange auf sich hat warten lassen müssen. Besser, stabiler, schneller und viel einfacher hieß es. Und in der Tat, - auf manchen Rechnern lief das neue, alte System besser und andere Anwender schwörten weiterhin auf ihr stabil laufendes Windows95. Ob sich Windows98 wirklich Update nennen durfte wurde viel diskutiert. Und auch unsere eigenen Diskussionen im Amigamarkt fallen mir hier ein, denn dasselbe Spiel trennte die Geister ja beispielsweise auch beim Versionssprung 3.5 auf 3.9 des AmigaOS. Wieder passierte lange Zeit nichts. Eine neue Windowsversion war geplant, aber die Entwicklung ging zu langsam voran und viele Anwender hatten mit den zahlreichen Fehlern in Windows98 zu kämpfen. Eine stabilere SE wurde noch zwischen gestopft. Das Kürzel SE stand hierbei für SecondEdition, also ein zweiter Aufguss von Windows98, daß ja eigentlich auch nur auf der Originalplattform von Windows95 aufgebaut war. Im professionellen Bereich hingegen versuchte Microsoft mit einem reinrassigen 32Bit-System mit sehr ähnlichen Bedienungsmerkmalen Anwender von etablierten Netzwerkbetriebssystemen abzuwerben. In der Tat lief Windows NT von Anfang an erheblich stabiler. Die Windows9x-Systeme waren ein Mix aus 8Bit, 16Bit und 32Bit-Anteilen. Ein Durcheinander, das zwar ermöglichte, daß selbst Software noch funktionierte, die nach so vielen Jahren niemand mehr einsetzen wollte, aber eben kompatibel zu allem, was bislang auch lief. Das so eine Mischung auch wackelig sein kann, leuchtet dann allerdings auch ein. NT hingegen hätte sich solche Labilitäten gar nicht leisten können. Und es tat es dennoch in gewisser Weise, denn im Vergleich zu Systemen wie UNIX und deren Ableger oder NOVELL und IBMs OS/2 sahen die NT-Systeme recht wacklig aus. So gab es auch unter NT eigentlich zuviele Abstürze. WindowsNT hatte es, wie auch alle anderen Windowsversionen seiner einfachen grafischen Benutzerführung und dem perfekten Marketing Microsofts zu verdanken, daß es dennoch immer stärker am Markt eingesetzt wurde. Man schimpfte darüber und kaufte dennoch das nächste Update. Schon in dieser Zeit war der Weg für Windows längst geplant. Die Heimanwenderversionen sollten nach und nach den alten Ballast verlieren und die NT-Systeme sollten multimediafähiger werden, damit irgendwann nur noch eine Version verkauft werden brauchte. Schon bei WindowsMe, dem Nachfolger von Windows98SE zum Jahrtausendwechsel gab es schon die ersten Pläne, eine gemeinsame Version auf der WindowsNT-Plattform herauszubringen. Aber die Kompatiblitätsprobleme zu etlichen Spielen und Anwendersoftware waren noch zu groß. Der Umstieg wäre noch zu abruppt gewesen. Der Plan wurde schnell über Bo(a)rd geworfen und abermals musste die gute alte Windows9x-Plattform für ME herhalten. Die geplante Version, in der Heimanwender und Profianwender gemeinsam bedient werden sollten, wurde als reiner NT-Nachfolger unter Windows2000-Label noch vor der ME-Version veröffentlicht. Dennoch gab es bereits viele Gemeinsamkeiten. Still und heimlich verschwand die MS-DOS-Eingabeaufforderung immer weiter in Unterverzeichnisse im Startmenü. Und die ursprpüngliche DOS-Umgebung wurde nur noch mehr oder weniger emuliert und nicht mehr real zur Verfügung gestellt. An den Kern des Systems kommt der Anwender nicht mehr ohne weiteres heran. Doch eigentlich waren ME und Windows2000 nur ein kleiner Zwischenschritt zum eigentlich entgültigen Windows, - DEM Windows! Buntwäsche WindowsXPSeit Ende Oktober gibt es sie nun, - die Windowsversion, die Heimanwender und große Firmen gleichermaßen zufriedenstellen soll. Das Ende der Evolution zweier Systeme, die in ein Einziges verpackt wurden. Hat man nun einen PC zuhause stehen, der eigentlich auch noch nicht sonderlich zu alt wäre, um WindowsXP zu installieren, stellt sich die Frage - hole ich es mir, oder hole ich es mir nicht? Vorab von mir die Antwort basierend auf meiner Meinung - Ja, aber noch nicht jetzt! WindowsXP ist sehr einfach und größtenteils automatisch zu installieren. Am bequehmsten ist das Ganze, wenn man bereits ein Windows installiertund noch eine freie Festplatte oder Festplattenpartition zur Verfügung hat. Wer genug Platz hat, entscheidet sich gern für die zusätzliche Installation der neuen Version. Ein Bootmenü wird automatisch erstellt, so daß man nach dem Einschalten des Rechners entscheiden kann, ob man mit dem bisherigen System arbeiten möchte, das im Übrigen gänzlich unangetastet zur Verfügung steht, oder aber lieber mit dem neuen XP experimentieren möchte. WindowsXP hat nun einen ganz entscheidenen Vorteil, es läuft um ein Erhebliches stabiler, als alle bisher dagewesenen Windowsversionen. Schon bei der Installation ist das zu spüren. Wenn man so wie ich ein eher äußerst ungewöhnliches PC-System hat, kommt zB. ein WindowsNT und 2000 längst nicht mehr mit jeder exotischen Hardware zurecht. Die Installation von Windows2000 war eine irrsinnige Bastelarbeit, wenn sie nicht in einem Bluescreen enden sollte. WindowsXP hingegen prüft und überspringt Hardwarekomponenten, die ein System lahmlegen, bevor die Installation versagt. XP konnte einwandfrei installiert werden und war damit recht schnell einsatzbereit. Das neue System ist zudem flexibler und vielfältiger dem Anwender anpassbar. Mag man die Bonbonfarben der neuen Oberfläche nicht, so lässt sich natürlich auch die langweiligere klassische Oberfläche konfigurieren, so daß der Anwender nicht zwingend auf eine gewohnte Umgebung verzichten muss. Fast alles hat etwas mehr Automatik bekommen, um dem Anwender die Arbeit zu erleichtern. Es gibt kaum noch Stellen im System, wo nicht zwangsläufig irgendwann ein Assistent aufpoppt, um einem seine Hilfe aufzudrängen. Der Füllstand der Festplatten wird bereits sofort nach dem Start überprüft und ein Assistent möchte sich sofort an die Aufräumarbeiten machen. Menüeinträge verschwinden, welche man bislang nie benötigte, um die Menüstruktur übersichtlicher zu halten. Schon das Startmenü bevormundet den Anwender, was sich wie schon erwähnt aber schnell und einfach ändern lässt. Die Systemprogramme sind eine Sammlung der Vorgängerversionen WindowsMe und 2000 und decken alle Standartbedürfnisse zunächst einmal ab. Auch an die Videobearbeitung wurde wieder gedacht. Noch viel einfacher ist der Umgang mit DVD-ROMLaufwerken und CD-Brennern geworden. Ein CDRW-Brenner wird wie ein gewöhnliches Laufwerk eingebunden. Dateien lassen sich dadurch simpel und ohne zusätzliche Software per Windows-Explorer auf CD bringen. Videofilme auf DVD können im Mediaplayer angesehen werden. Vermisst habe ich immer noch die integrierte Unterstützung meiner TV-Karte, um auch bereits standartmäßig in Windows fernsehen zu dürfen und den Videotext zu nutzen. Fast schon ein Kinderspiel ist das Einrichten eines Netzwerkes. Ein Assistent nimmt viele lästige Arbeiten und Einstellungen ab. Wer sich mit Grundbegriffen eines Netzwerkes vertraut fühlt, hat recht schnell ein funktionierendes Heimnetzwerk aufgebaut, ob nun nur zwei PCs per Crossover-Verbindung, oder ein LAN über HUB oder Switch. Kein Windows ohne ProblemeNun, warum empfehle ich, noch zu warten? Ich fand besonders erschreckend, was WindowsXP noch NICHT alles an Treibersoftware für meine eingebauten Hardwarekomponenten mitbrachte. Während mein Tintenstrahldrucker Canon BJC7000 völlig problemlos sofort eingerichtet wurde, fehlte in WindowsXP der Treiber zu meinem Laserdrucker HP Laserjet 3150. HP arbeitet sehr eng mit Microsoft zusammen und ich hätte vor der Windowsveröffentlichung Geld verwettet, daß komplett alle aktuellen HP-Druckertreiber integriert sein würden. Auch mein CD-Wechsler von der ebenfalls nicht namenlosen Marke TEAC wird nicht korrekt unterstützt. Hier wird der Wechsler nur als einzelnes CDLaufwerk angesprochen. Alles nicht so schlimm, man könnte sich ja den aktuellen XP-Treiber direkt von den Downloadseiten der Hersteller herunterladen, aber hier musste ich leider feststellen, daß fast alle Hersteller noch am programmieren neuer Treiber sind. Selbst für meine Soundkarte Soundblaster Live! 5.1 gibt es noch keine XP-Treiber. Somit sind zusätzliche Funktionen dieser Karte nicht nutzbar. Auf den Laserdrucker muß ich ersteinmal verzichten oder mit anderen LaserjetTreibern herum experimentieren. Einige Laufwerke sind ebenfalls nicht nutzbar, da ein zusätzlicher ATA-Controller noch nicht unterstützt wird. Auch auf mein zwar äußerst empfehlenswertes, aber nicht von XP unterstütztes COMone-USB-Modem werde ich vorerst unter XP wohl verzichten müssen. Sicherlich werde ich noch etwas herumtüfteln und das ein oder andere zum laufen bringen, aber dem normalen Anwender ist soetwas sicherlich noch nicht zumutbar. Auch zu Software, vor allem Spiele, aber auch etlichen Anwendungen ist WindowsXP nicht mehr kompatibel - es muss überall ein Update her. Das kostet viel Zeit, Geld und sicherlich auch Nerven. Meine klare Empfehlung alsoEinfach WARTEN und Tee trinken. Es dauert noch einige Zeit, bis alle Hersteller von Hard- und Software WindowsXP unterstützen und der gesamte Softwaremarkt sich darauf eingeschossen hat. Bis dahin ist mit etlichen Problemen zu rechnen, da viel Software erneuert werden muss, aber noch gar nicht existiert. Wer ein stabil laufendes Windows bereits hat, kann sich mehr Zeit lassen, wer aber eher mit seinem jetzigen System zu kämpfen hat, für den kommt höchstens eine zusätzliche Installation in Frage. Immer auf Nummer sicher geht man, wenn man sich alle Hardwarekomponenten des eigenen PC-Systems zur Brust nimmt und für alle Einzelteile erst die aktuellen XP-Treiber besorgt und erst bei Vollzähligkeit zu WindowsXP greift. Dann aber hat man endlich ein stabil funktionierendes und gut bedienbares Windows-System. Ich hoffe nun wirklich, daß wir schon bald erste Erfahrungen über ein neues AmigaOS oder einen neuen Amiga erleben werden, denn soviel ist ganz sicher - der Markt muss Alternativen anzubieten haben. Immer wieder über den Tellerrand zu schauen hat noch nie geschadet. Wenn Fragen zu WindowsXP sind, kann ich Diese in einem weiteren Bericht gern beantworten. Higgins
Hier die Testrechner-Konfiguration:
(Angaben nur zum Verständnis, was WindowsXP bei seiner Installation alles berücksichtigen musste) |