Der heilige Isidor

In NC-85/Wolf-Info hatte ich berichtet, dass der Papst in diesem Frühjahr den heiligen Isidor von Sevilla zum Schutzpatron des Internets erklärt hat. Da auf meine Meldung hin überhaupt keine Reaktion erschien und auch die Öffentlichkeit wohl so ziemlich darüber hinweggeht, habe ich einen vorbereiteten Artikel nicht nachgelegt. Da aber diese NC sehr dünn auszufallen scheint, sollt ihr doch etwas zu lesen bekommen. Und so platziere ich meinen Artikel halt jetzt.

Der hl. Isidor von Sevilla. der Nationalheilige Spaniens, lebte im 7.Jahrhundert. Er war einer der gelehrtesten Männer seiner Zeit. Seine Geschwister waren der hl. Leander, Erzbischof von Sevilla, Fullgentius, ebenfalls Bischof und die hl. Florentina. Viele Irrlehren verbreiteten sich in dieser Zeit. Es war daher verständlich, dass Leander, der Bischof von Sevilla, seinem kleinen Bruder Isidor, den er zum Studium der Wissenschaften zu sich nach Sevilla hatte kommen lassen, eine gute, strenge Ausbildung ermöglichen wollte. Aber Isidor fiel das Lernen sehr schwer. Bald wurde er dessen überdrüssig und lief einfach kurz entschlossen davon.

Vom langen Laufen ermattet, setzte ersich an den Rand eines Ziehbrunnens. Da sah er zu seinen Füßen einen Stein, der viele Löcher aufwies und am Brunnen sah er eine Walze, welche von einem Seil, das darüber gewunden war, viele Einschnitte hatte. Er sann darüber nach, welches wohl die Ursache dieser Löcher im Stein und die Einschnitte in der Walze sei. Da kam eine Frau um Wasser zu schöpfen. Sie fragte ihn verwundert, was er da mache und woher gekommen sei. Isidor aber fragte dagegen wie die Löcher in den Stein und die Einschnitte in die Walze gekommen seien? Sie erklärte ihm freundlich, dass nach und nach die herabfallenden Wassertropfen die Löcher ausgehöhlt und das Seil durch das Auf- und Abwinden in die Walze die Einschnitte gemacht habe. Der Knabe dachte nach und plötzlich war es ihm, als sagte eine geheime Stimme zu ihm: "Wenn der harte Stein durch die fallenden Wassertropfen ausgehöhlt worden ist und die Walze diese Einschnitte durch das öftere Auf- und Abwinden erhalten hat, um wie viel mehr kann ich mir viele Kenntnisse sammeln, wenn ich an jedem Tag auch nur ein wenig und das gut lerne." Dieser Gedanke gab ihm neuen Mut, und sogleich kehrte er wieder zu seinem Bruder nach Sevilla zurück, wo er nun mit beharrlichem Eifer in der Schule lernte und nach und nach die größten Fortschritte in der Wissenschaft erzielte.

Zum Priester geweiht, bildete sein Wissen die Grundlage für seinen Kampf gegen die Irrlehrer, gegen die er mutig antrat. All sein Können setzte er zum Wohle der katholischen Kirche ein. Nach dem Tode seines Bruders wurde Isidor zu dessen Nachfolger gewählt. Als Bischof förderte er die Wissenschaften und gründete Schulen und Klöster. Das Hauptanliegen des heiligen Bischofs war, seiner Priesterschaft die geistigen Waffen zu verschaffen, damit sie den Angriffen der Irrlehrer gewachsen waren und sich durch ihr Wissen und ihre Bildung hervorhoben. Isidor waren 35 Jahre segensreichen Wirkens als Bischof vergönnt. Er wurde zu Lebzeit und nach seinem Tode durch Wunder ausgezeichnet. Als er den Tod nahen fühlte, ließ er sich von zwei Diakonen gestützt, in die Kirche bringen, wo er an den Stufen des Altars am 4.April 636 sein Leben aushauchte. Sein Leib wurde im Dom von Sevilla neben seinen Geschwistern beigesetzt.

Autor:   Wolf Zimmer E-Mail: wolf@wozim.de Homepage: http://www.wozim.de