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Wirtschaftspublizist Wolfhart Berg
Der Euro kommt Deutschland gerade recht - als Rettungsanker,
Auffangbecken, Hoffnungsschimmer. Denn hohe Inflationsraten, traurige
Arbeitslosenzahlen und düsteres BIP-Wachstum lassen die Deutschland AG
2001 als Schlusslicht in der EU-Staatenfamilie schlecht aussehen. Die
einstige Wirtschaftswunder Lokomotive steht nicht mehr unter Dampf. Da
hilft auch keine Gold-Deckung. Da kann nur der Euro neue Schubkraft geben.
Die D-Mark-Scheine waren in den letzten drei Jahren sowieso nur noch
Papiertiger eines festgezurrten Eurokurses. Erarbeitet wird die Härte
einer Währung, ob sie nun DM oder Euro heißt, nur durch harte
Arbeit, kreative Ideen und Patentrezepte, EU-Länder wie Holland,
Irland oder Spanien helfen uns da auf die Sprünge. Der neue
Währungsraum bringt außerdem kostensparendeVorteile: kein
Devisenumtausch mehr, billigere Auslandsreisen; Kalkulationssicherheit
für Export-Betriebe; durch die Preistransparenz können
Verbraucher die Konkurrenz preiswert vergleichen! Das neue Euroland der 300
Millionen Europäer wird durch das neue Geld (ohne
Währungsreform!) eine unüberhörbare Stimme bei G7 und
Internationalem Währungsfonds. Der Euro wird stärker, weil
attraktiver: Argentinien nimmt ihn in den Währungskorb, die Schweiz
will ihn in jedem Urlaubsort als Zahlungsmittel akzeptieren, Osteuropa und
Türkei handeln ihn jetzt schon als Zweitwährung. Und dem Dollar
wird er ebenbürtiger Partner. Nach der Katastrophe von New York
senkten Greenspan und Duisenberg den Leitzins im Parallelschwung. Der Euro
wird erwachsen.
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Wirtschaftspublizist Paul C.Martin
Jede Währung ist so gut wie das, womit sie gedeckt ist: Die D-Mark
war durch beste Sicherheiten gedeckt. 70% davon: Pfandbriefe und
Bankschuldverschreibungen. Dafür hafteten Grund und Boden und die
stocksoliden deutschen Banken. 25% waren Staatsanleihen, der Rest
Handelswechsel, dafür standen Weltfirmen wie Siemens oder BMW gerade.
Im Euro-System ist die Bundesbank nur eine von vielen Notenbanken, die Geld
ausgeben dürfen. Andere können Geld gegen Schulden von Staaten
ausgeben, die viel höher verschuldet sind als Deutschland. Diese
Deckung ist nichts wert.
Außerdem dürfen diese Notenbanken Euros gegen Papiere
rausrücken, die Banken im Staatsbesitz fabrizieren. Das hat zur Folge,
dass sich Staaten in Geldnot bei ihren Notenbanken direkt "bedienen"
können. Sogar gegen Aktien dürfen Euros ausgegeben werden! Wie
die stürzen, weiß man. Entsprechend schwach wird der Euro sein,
dem wir nicht mehr ansehen, ob er von der guten Bundesbank oder von einer
Hallodri-Notenbank kommt. Und noch etwas stört mich am Euro: Er kann
von den Regierungen mehrheitlich für "nicht konvertierbar"
erklärt werden, die EZB muss dazu nur angehört werden, hat aber
keine Macht, es zu verhindern. "Nicht konvertierbar" heißt: Euros
können nicht in Dollar, Yen oder Franken transferiert werden wie heute
die DM. Europa kann sich von der Welt abkoppeln. Eine solche
"Binnenwährung" hatten wir schon mal zwischen Weltwirtschaftskrise und
Währungsreform. Der große Liberale Ludwig Erhard warf sie dann
auf den Müll der Geschichte.
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