Seit dem `99er Werk "Excalibur" hat sich im Hause Grave Digger einiges getan: Der langjährige Klampfer Uwe Lullis ist nicht mehr mit von der Partie und wurde inzwischen von ex-Rage Gitarist Manni Schmidt ersetzt. Soweit, so gut. Dieser Wechsel hat aber auch ganz leichte Spuren im Grave Digger Soundgewand hinterlassen, sind die Songs von der neuen Scheibe doch allesamt etwas düsterer ausgefallen und eine große Nummer an Songs fällt zudem etwas schleppender aus - es wird also nicht permanent auf`s Gaspedal getreten, was ja ohnehin schon genügend Newcomer machen. Zudem klingt der Gitarrensound im direkten Vergleich zu den Vorgängern etwas rauher und ungeschliffener. Last but not least hat man sich im Hause Grave Digger dazu entschlossen nach nunmehr drei Konzeptalben in Folge ("Tunes Of War", "Knights Of The Cross" und "Excalibur") sich mal wieder textlich freie Hand zu lassen, wobei man auf "The Grave Digger" häufiger Ideen von Edgar Allan Poe aufnahm und lyrisch verarbeitete. Musikalisch gesehen bietet "The Grave Digger" zahlreiche Highlight`s, wobei vor allem der Opener "Son Of Evil", die neue Bandhymne "The Grave Digger" sowie das schleppende "Raven" qualitativ heraus stechen. Aber auch das düstere "The House" sowie die abschließende Ballade "Silence" wissen zu begeistern und zeigen nicht zuletzte Sänger Chris Boltendahl in absoluter Höchstform und mit einer der besten Gesangsleistungen des "Reapers" überhaupt. Keine Frage: Fans der Grabschaufler müssen diese Platte, die in der limitierten Digipack Version übrigens mit dem Bonustrack "Black Cat" (nett, aber nicht spektakulär) daherkommt, unbedingt abgreifen und werden an diesem Output sicherlich jede Menge Spass haben. Mit Highlight`s aus der Bandgeschichte wie "Tunes Of War" kann "The Grave Digger" zwar nicht mithalten, steht aber qualitativ sicherlich auf einer Stufe mit dem gutklassigen Vorgänger "Excalibur" und hat sich die 8.5 Punkte redlich verdient.
Fazit: 8.5 von 10 Punkten


