Oldie Review: Custard`s Kingdoms Of Your Life


(44:06 / Point Music)

Ende der `80er Jahre nur zum Spass als Trash Kapelle gestartet, korrigierte die aus dem Ruhrpott kommende Band ihren Sound in den `90er Jahren hin zum melodischen Power Metal. Nach diversen gelungenen EP`s und Demos ergatterte die Band eine Plattenvertrag und 1997 erschien dann der erste Longplayer der Band mit dem Titel "Kingdoms Of Your Life", der für mich weitaus mehr als ein Geheimtipp ist. Im Gegensatz zu vielen Retortencombos, die heutzutage die Szene unsicher machen und mit haufenweise Müll überfluten, setzten Custard schon damals weder auf Eunuchen Gesang noch auf Kinderlied Melodien, die mit Metal eigentlich nix mehr zu tun haben. Stattdessen geht die Band mit unglaublicher Spielfreude, Power, kernigen Riff`s und teilweise leicht trashigen Passagen zu Werke und es ist ein wahres Vergnügen, sich den knapp 45 minütigen Longplayer immer und immer wieder anzuhören, ganz egal ob man nun zu typischen Speed Nummern wie dem Opener "Imprisoned" oder dem nachfolgenden "Promised Land" abgeht oder seinen Schädel lieber zu wundervollen Mini-Epen wie dem Titeltrack oder dem furiosen "Failed Mission" rotieren lässt. Die arg schnulzige Ballade "Fading Memories" hätten sich die Jungs zwar klemmen können, aber ansonsten gibt es an der Scheibe absolut gar nix auszusetzen. Mit "Barricades" und "The Sea" gibt es zusätzlich sogar zum Abschluss der CD zwei weitere Ohrwürmer vor dem Herrn, die die Klasse dieser Band nochmals nachhaltig dokumentieren. Wem der aktuelle melodische Power Metal auf den Keks geht, diesem Genre ansonsten aber nicht abgeneigt ist, der sollte unbedingt diese energiegeladene Platte antesten, die inzwischen zwar neu aufgelegt und mit der EP "God Of Storm" zusammengelegt wurde, aber deswegen nicht gerade einfacher zu bekommen ist. Wer die Platte also irgendwo rumliegen sieht, sollte diese - ebenso wie den gelungenen Nachfolger "For My King" - sofort mitnehmen!

Fazit: 10 von 10 Punkten

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