Interview: The Bronx Casket Co.

Den Namen dieser Combo haben sicher bereits einige gehört.... allerdings, wie ich so festgestellt habe, noch viel zuwenig. Hinter The Bronx Casket Co. verbergen sich D.D. Verni, eigentlich Mitglied von Overkill, Jack Frost, Charlie Caly, Tim Mallore und Sänger Spy. Mit einer coolen Mischung aus leichten proggigen Anleihen, ein wenig Doom und viel handfesten Metal mit Wiedererkennungswert dürften sich die Jungs mit dem zweiten Album "Sweet Home Transylvania" doch eine gute Portion neuer Fans erspielen. Wobei allerdings gleich der erste Song "Jesus Doesn´t Live Here Anymore" durch den Titel und dem Songausklang mit der US-Hymne "Amazing Grace" angesichts der Anschläge in New York und den sich daraus ergebenden Entwicklungen schon arg zynisch anmutet - auch wenn hier logischerweise kein Kalkül dahinter stecken kann. Bekanntlich werden Songs dann doch einige Zeit vor der Veröffentlichung einer CD geschrieben.....

Unser Sound ist für mich selbst ein wenig schwer zu beschreiben, beginnt ein gutgelaunter D.D. Verni (guit) das Gespräch. Es ist kein Thrash und kein Power Metal, insofern also anders als Overkill, haha. Ich finde, gerade die Atmosphäre macht unsere Mucke interessant. Mit "Jesus Doesn´t..." oder auch dem Albumtitel wollten wir sicher die Metal- und Rockszene ein wenig aufs Korn nehmen, indem wir eben ähnliche Titel, wie sie bereits existieren, verwurschtelt haben (z.b. "Jenny Doesn´t Live Here Anymore", "Sweet Home Alabama",..). Hinter The Bronx Casket steckt schon seit jeher eine Menge Zynismus. Wir sind immer ironisch, sarkatisch und eben zynisch. Daß allerdings ein Song so heftig wie die Faust aufs Auge paßt, hätte ich mir aber auch nicht gedacht. Allerdings muß ich schon zugeben, daß ich Amerika, obwohl es meine Heimat ist, auch mit einem zwinkernden Auge betrachte - wie auch den Rest der Welt. Niemand hätte je gedacht, daß ein solches Gebäude wie das World Trade Center je einstürzen könnte. Und nun ist es eben passiert. Was ich an der momentanen Situation total gut finde, daß es seitdem keine Schwarzen, Juden oder sonstwas mehr in Amerika gibt. Wir sind alle in erster Linie Amerikaner.

Hoffentlich erzähltr das auch jemand dem Khu-Klux-Clan.

89 Prozent der Bürger stehen hinter dem Präsidenten. So etwas habe ich noch nie erlebt. Es ist überwältigend, wie stark das Vertrauen der Menschen in die Landesführung ist, schwärmt D.D.

Dennoch, wie sagte der Nah-Ost-Spezialist Peter Scholl-Latour: Noch nie hat ein so dummer Mensch wie Bush junior an der Spitze von Amerika gestanden.' Meinungen sind da, damit über was streiten kann. Tatsache ist aber, daß man nur hoffen kann, daß die bisher gezeigte Besonnenheit nicht doch noch in einem sinnlosen Tobsuchtsanfall endet. Denn der wird eh nur die falschen treffen.

Ich finde es enorm wichtig, die Bekämpfung des Terrors in Angriff zu nehmen. Es wäre eine verdammt wichtige Sache, das unter Kontrolle zu bekommen. Ich jedenfalls wünsche mir für meine Kinder eine Welt ohne Terroristen. Es ist sicher witzig, daß die Menschen immer dann anfangen zusammenzuhalten, wenn die Kacke am Dampfen ist - dann sind alle auf einmal ein Team.

Dieses Verhalten kann man nun als Unehrlichkeit auslegen, wenn man mißtrauisch ist. Geht´s hart auf hart, fängt auch jeder auf einmal an zu beten. Nur wenn´s einem gut geht, dann vergißt man den nächsten gerne mal.

Ich finde dennoch, daß dieser Zusammenhalt eine ehrliche Sache ist. Wenn in Zeiten ohne größere Krisen wegen jedem Käse diskutiert wird, ist das doch okay, solange es einem weiter bringt. Religionsfreiheit ist eine wichtige Sache, aber wenn sie so ausartet, ist das nicht mehr lustig.

Wobei auch nirgends im Q`uran steht, man solle Selbstmordattentate begehen und würde dann von weigewandeten Jungfrauen im Himmel XY erwartet. Aber solchen Blödsinn lassen sich arme, von der Regierung unten gehaltene Menschen anscheinend gern erzählen. Und daran ändert leider auch der starke Nationalstolz der Amerikaner nichts, den auch D.D. komplett genial findet. Sicher ist bewundernswert, wenn sich ein Land nach einem solchen Schlag nicht unterkriegen läßt. Doch sollte man sich mal fragen, wie um alles in der Welt ein derart gewaltiger Haß und so wenig Liebe zum eigenen Leben entstehen kann. Was diese Attentate ganz bestimmt aber auch nicht im Ansatz rechtfertigt.

Zurück zur Hauptseite