Virgo: Virgo


(49:44 / Steamhammer)

Bei Virgo handelt es sich nicht etwa um eine neue Band aus dem Melodic Metal Sektor, sondern um ein Projekt von ex-Angra Sänger Andre Matos (der inzwischen die Angra Nachfolgeband Shaman aus der Taufe gehoben hat) und Heavens Gate Gitarrist / Producer Sascha Paeth, der schon Acts wie Kamelot, Rhapsody oder eben Angra erfolgreich produziert hat. Das die beiden zusammen hervorragend harmonieren, hat nicht zuletzt das 93er Debutalbum von Angra gezeigt, welches ohne einen der beiden Köpfe wohl nicht in dieser Form entstanden wäre. Das Andre Matos ebenso wie Sascha Paeth schon immer einen breitgefächerten Musikgeschmack hatten, dürfte ebenso hinlänglich bekannt sein (man betrachte nur die Alben von Angra bzw. die letzten Outputs von Heavens Gate) und insofern ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Virgo Scheibe zu keinem Zeitpunkt wie eine Mischung aus Angra und Heavens Gate wirkt. Stattdessen verpackt das kongeniale Duo auf der Platte Einflüsse aus unterschiedlichen Bereichen wie Klassik, Soul, Pop und Folklore, vergessen bei all den Einflüssen aber niemals, diesen als Grundlage soliden Rock mitzugeben. Sicherlich, mit Heavy Metal hat das ganz auf Virgo sicherlich gar nichts zu tun und wer Speed Kracher erwartet wird ebenso enttäuscht werden. Etwas toleranter sollte man schon sein, um dieser stellenweise etwas Queen lastigen Platte (wobei man das göttliche Niveau dieser Combo erwartunsggemäß nicht erreicht) etwas abzugewinnen, aber sollte dies der Fall sein wird man eingängige Songs wie etwa "Take Me Home", "To Be" oder dem mit Abstand flottesten und somit Metal kompatibelsten "Burning Out" nicht mehr missen wollen. Das Album lebt aber selbstverständlich nicht von den vielen verschiedenen Einflüssen, sondern natürlich auch insbesondere von der göttlichen Stimme von Andre Matos, der auf dieser Scheibe eindrucksvoll beweist, dass er als reinrassiger Metal Shouter eigentlich unterfordert ist - so gut er in diesem Bereich auch sein mag, was er zuletzt ja auch auf der Avantasia Platte bewiesen hat. Alles in allem ein ambitioniertes Album, welches aufgeschlossene Angra Fans nicht links liegen lassen sollten, wobei man vorsichtshalber einen Testdurchlauf waagen sollte, ob man mit der Mischung auch wirklich klar kommt.

Fazit: 8 von 10 Punkten

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