Reisebericht
Tach auch,
nach einer drei Monatigen Pause will auch ich mal wieder
was zum besten geben. Ich war beruflich im Ausland
unterwegs, aber fangen wir mal von ganz vorne an.
Es war einmal der 29.Januar 2001 wo die Fregatte "Bayern"
der Deutschen Marine als Führungsschiff des diesjährigen
DESEX (DEStroyer EXercise) Verbandes in See stechen sollte.
In dem Verband waren folgende Einheiten:
- Fregatte "Bayern"
- Fregatte "Köln"
- Fregatte "Niedersachsen"
- Zerstörer "Mölders"
- Versorger "Freiburg"
- Versorger "Spessart"
An Bord der Köln und Niedersachsen waren auch noch
Hubschrauber mit an Bord.
Ziel unserer Reise sollte die Karibik und die USA sein.
Wir liefen also am 29.01.2001 um 10:00 Uhr morgens aus.
In der Nordsee trafen wir uns zunächst mit einem weiterem
Verband der Französischen Marine, da wir zusammen den
Atlantik überqueren wollten. Nachdem wir den Engländischen
Kanal und die Straße von Dover durchkreuzt hatten fing
es schon langsam an zu Stürmen. In der Biscaya sollte der
Sturm noch zunehmen und die Wellen wuchsen auf bis 8 Meter
höhe an. Unser Schiff fing ganz schön an zu schaukeln. Auf
der Höhe Lissabons haben wir die Küste verlassen und wollten
nun den Atlantik überqueren. Der Sturm begleitete uns fast
eine ganze Woche. Das kann einen ganz schön nerven, wenn
man eine Woche lang wie im Vollsuff durch's Schiff rennt.
Aber auch das Mittagessen, Trinken, Duschen oder Schlafen
wird zu einer Tortur. Aber nach einer Woche war alles
vorbei und wir fuhren dem Sonnenuntergang entgegen. Nach
17 Tagen erreichten wir dann voller Sehnsucht unseren ersten
Auslandshafen - Willemstad auf Curacao.
Leider haben wir hier nur 4 Tage verbracht. Die Temperaturen
waren natürlich traumhaft: 35° Luft- und 26° Wassertemperatur.
Nachdem wir im Hafen Willemstads festgemacht hatten kamen
die üblichen Arbeiten wie Seeklar zurück machen, Müll von Bord
und Proviantübernahme. Ich muß gestehen, daß ich mich da
raus gehalten habe um unsere Satelittenschüssel aufzubauen.
Leider musste ich feststellen, daß wir keinen Satelliten bekommen
konnten und somit auch kein Fernsehempfang möglich war.
Aber das hat eigentlich fast niemanden gestört.
Nach dem langersehmnten Dienstausscheiden ist erstmal die
ganze Besatzung von Bord gestürmt (außer die Wache natürlich)
um mit der Heimat zu telefonieren und die Stadt zu erkunden.
Es war nicht gerade viel los aber nach mehr als 2 Wochen auf
See ist der feste Boden unter den Füssen doch eine ganz
wilkommende Abwechslung. Also runter von Bord und so viel
Zeit wie möglich an Land verbringen.
Nun mögen sich vielleicht einige von Euch die Frage stellen
was man da so macht. Ich kann darauf nur antworten :
Shoppen gehen, Essen gehen, in Kneipen oder Discos gehen
und einige haben wohl auch das ein oder andere Rotlichtvirtel
unsicher gemacht. Ein ganz normales Marineleben also - nichts
schlimmes ;)
Am 18.Februar sind wir wieder ausgelaufen und haben Kurs auf
die Barcardi Insel Puerto Rico genommen. Dort war unser Ziel
zunächst der größte Marine Stützpunkt der Welt : Roosvelt Roads
Bevor wir am Mittwoch, dem 21.02.2001 in RoRo eingelaufen sind
standen natürlich noch einige Manöver auf See an. Da wäre
zum Beispiel das Versorgungsmanöver in See ein sogenanntes
"RAS-Manöver" mit dem Versorger Spessart oder Freiburg oder
"Kraftstoffversorgung auf See". Die standard Manöver wie
"Mann über Bord" oder "Feuer im Schiff" wurden natürlich auch
nicht Vernachlässigt. Diese ganzen Übungen werden gemacht,
damit die Besatzung auch in Angespannten Situationen die
richtigen Handgriffe kennt und sich die verschiedenen Manöver
normalisieren und nichts besonderes mehr darstellen.
Nach einlaufen in RoRo hatten wir erstmal 5 Tage lang
Wochenendroutine. Also keinen Tagesdienst. Jeden 3.Tag hat
man zwar Wache, aber die anderen 2 Tage hat man frei.
Leider war das Wetter hier nicht ganz so gut wie erwartet.
Es war warm, aber wir hatten immer mal einen Regenschauer.
Um den Stützpunkt zu verlassen musste man schon
ca. 20 Minuten mit dem Auto fahren um an die Wache zu kommen.
Aber dazu gab es eigentlich keinen Grund. In der Base gibt
es alles vom Einkaufszentrum bis hin zum Internet-Cafe.
Sogar einen McDoof haben wir gefunden. Naja, wenn man bedenkt
wie die Amerikaner dort aussahen darf das beliebte Schnell-
Restaurant auch nicht fehlen. Die Burger sehen dort übrigens
wirklich aus wie auf dem Bild - und sind zudem noch heiß, weil
sie erst zubereitet werden wenn sie bestellt wurden.
Es gab auch verschiedene Strände in RoRo aber die waren nicht
so wie wir uns Strände so vorstellen. Sie waren klein und
bestanden gröstenteils aus Rasen bzw. Gras. Nur ein kleiner
Streifen direkt am Wasser war aus Sand. Auf dem Rasen standen
Tische und an jedem Tisch ein Grill. Es war also ohne weiteres
möglich einfach mal kurz den Grill anzuheizen und gemütlich
am Strand zu Grillen.
Das Highlight in diesen 5 Tagen Hafenaufenthalt war sicherlich
unser Sportfest. Dort haben alle Einheiten von uns mitgemacht
und es waren somit fast 1000 Beteiligte dabei. Es wurden
verschiedene Disziplinen aufgebaut, unter anderem waren
Beach-Volleyball und Tauziehen dabei. Natürlich wurden die
ganzen Aktionen mit Musik begleitet und leider auch von dem
ein oder anderem Regenschauer. Aber das machte uns nichts aus.
Am 25.02. hatten wir um 18:00 Uhr unsere Vollzähligkeitsmusterung
und Dienstbeginn. Dann kam das normale Auslaufprocedre auf uns
zu. Also Seeklar machen, die Systeme hochfahren Radaranlagen
einschalten Maschinen anlassen usw. Dann warteten alle auf das
auslaufen. Diesmal erwarteten uns nur 3 Tage Seefahrt. Dann
sollten wir schon in San Juan, der Hauptstadt Puerto Ricos
einlaufen.
Es folgt noch ein zweiter Teil meines Reiseberichtes. Ich
hoffe ich langweile Euch nicht. Es fehlen noch 3 Häfen und
der Höhepunkt unseres DESEX. Das Manöver JTFEX mit dem
Flugzeugträger USS Enterprise der USA. Mehr dazu in der
nächsen Ausgabe der Fireball.
... to be continued
... Highnoon