Im Test


Kamelot: Karma (55:55 / Noise Records)

Wenn es um Bands geht, die bisher absolut unterbewertet ihr dasein fristen, dann müsste man alsbald auch auf die Amerikaner Kamelot stoßen. Obwohl die Band seit 
Beginn ihrer Karriere ausschließlich excellente Scheiben vorgelegt hat - der bisherige Höhepunkt dürfte ohne Frage das letztjährige Werk "The Fourth Judgement" 
gewesen sein - war die Beachtung der Band bisher bei weitem nicht so groß wie bei ähnlich gearteten Act`s der Marke HammerFall oder Gamma Ray. Trotzdem veröffentlichen 
Kamelot nach wie vor regelmäßig neue Platten und auch das neue Langeisen "Karma" dürfte sich in die Liste erstklassiger Kamelot Alben mühelos einreihen. Erneut präsentieren 
Kamelot eine ausgewogene Mischung von flotten Ohrwürmern ("Forever", "Wings Of Despair", "Across The Highlands"), getrageneren Stücken ("The Spell", "The Light I Shine On You") 
und leicht progressiv angehauchten Nummern ("Karma"). Dazu gibt`s mit "Don`t You Cry" zwar nur eine durchschnittliche Ballade, aber dafür entschädigt uns die Band mit dem 
abschließenden, in drei Teile gesplitteten geschichtlichen Epos "Elizabeth", der von der Band wirklich gut umgesetzt wurde und zu begeistern weiß. Etwas erstaunlich ist lediglich 
die Tatsache, daß die Band immer mehr die europäische Schine - sprich: insbesondere Fans des melodischen Speed Metal`s aus Germany sollten sich von Kamelot angesprochen 
fühlen - fährt, wenngleich die Band eigentlich aus den USA kommt. Einen nicht unwesentlichen Anteil daran dürfte auch das Wolfsburger Produzenten Erfolgs Duo Sascha Paeth / Miro 
(beide Heavens Gate) gehabt haben, die der astreinen und druckvollen Produktion mal wieder ihren unverkennlichen Stempel aufgedrückt haben. Was soll man also noch große Worte 
verlieren? Wer Kamelot bisher mochte, wird auch von "Karma" unter Garantie nicht enttäuscht sein - wer der Band bisher keine Beachtung geschenkt hat und auf melodischen Power / Speed 
Metal steht, der sollte jetzt schleunigst in den nächsten Plattenladen rennen, und sich das neue Album zulegen. Ansonsten droht im nächsten Leben ein 
schlechtes "Karma"....

Fazit: 9 von 10 Punkten  




Gallows Pole: Exorcism (51:10 / Shark Records)

Wer heutzutage das Wort True Metal in den Mund nimmt, läuft Gefahr gesteinigt zu werden - zumindest aber wird man als Band dann automatisch in den Topf der unzähligen 
Helloween, Blind Guardian & Gamma Ray Clones geworfen. Auch Gallows Pole spielen True Metal, orientieren sich dabei aber glücklicherweise nicht an Helloween & Co., sondern 
an derren britischen Vorläufern aus der NWOBHM. Im Klartext heißt das: Man mische Saxon, Tygers Of Pan Tang, Samson und gebe noch einen ordentlichen Schuss Iron Maiden 
aus derren Anfangstagen hinzu und fertig ist der neue Gallows Pole Rundling. Okay, ganz so plakativ geht die Combo natürlich nicht vor und man merkt deutlich das "Exorcism" 
ziemlich um Eigenständigkeit bemüht ist. Nichtdestotrotz hätte sich der groovende Opener "Enemy Maker" auch gut auf einer Saxon Platte gemacht und das speedigere 
"Turn Of The Fortune" könnte auch ohne Probleme auf der ersten Iron Maiden Platte stehen, wohingegen bei der mitreißenden Hymen "Outta Here"  Samson & Tygers Of Pan Tang 
offensichtlich Pate gestanden haben. 
Die Band aber nur als Imitation der NWOBHM abzustempeln ist auch nicht fair, denn eine billige Imitation hätte so eine Bombennummer wie "The Man That Was Used Up" - für 
meinen Geschmack das beste Stück auf der Scheibe - garantiert nicht hinbekommen. Einen kleinen Durchänger hat sich die Band lediglich im letzten Drittel der CD mit dem 
belanglosen "Freedom To Fly" sowie "Waiting For Godot" geleistet, was aber den ansonsten positiven Eindruck nur unwesentlich trüben konnte. Erwähnenswert ist ansonsten 
noch die Coverversion des Floyd Klassikers "Astronomy Domine", die sich perfekt in den 10 Tracker einbindet und nicht zuletzt auch mitverantwortlich für den hohen 
Abwechselungsgrad auf diesem Album ist. Somit ist Gallows Pole mit "Excorcism" ein erfreuliches Langeisen gelungen, den eigentlich jeder Lunatic der NWOBHM zumindest 
mal antesten sollte. Eine frische, unbekümmerte und vor allem abwechselungsreiche Angelegenheit, die man nicht links liegen lassen sollte. Well Done!

Fazit: 8 von 10 Punkten 
      
       
       

Lions Share: Entrance (46:10 / Massacre)

Mangelndes Engagement kann man den Jungs von Lions Share wirklich nicht vorwerfen, legen sie mit "Entrance" nun den immerhin schon vierten Longplayer vor. 
Die Änderrungen im Line-up - die einschneidenste dürfte wohl der Einstieg von Sänger Tony Niva sein, der den aus familären Gründen ausgestiegenen Andy Engberg 
ersetzt und leider auch nicht ganz an das stimmliche Niveua seines Vorgängers herankommt  - sind zwar nicht wegzudiskutieren, aber am Stil der Mannen hat sich gottlob 
nichts geändert. Noch immer dominiert der ordentlich zimmernde Melodic Metal nordischer Prägung. Will sagen: Malmsteen Keyboarder Mats Olausson, der auf dieser 
Scheibe als vorübergehender Ersatzmann zu hören ist, hält sich arg im Hintergrund und macht somit Platz für amtlich wummernde Drums nebst fetten Gitarren. 
Songtechnisch geht`s natürlich auch recht amtlich auf der 10 Tracks (plus das obligatorische Intro) umfassenden Scheibe rund, wobei insbesondere die Mega Hymne "Believe" 
hervorhebenswert ist. Aber auch der druckvolle Opener "Shotgun Messiah", die Ballade "Through The Clouds" sowie der Rauskicker "Free Your Mind" wissen zu gefallen. 
Was mir aber ein wenig fehlt, sind die spektakulären Momente respektive Songs auf dieser Scheibe, denn ausser den oben erwähnten gutklassigen Songs ragt auf dieser Platte 
eigentlich nichts weiter heraus. Klar, ihr Handwerk verstehen die Jungs und die eine oder andere gute Idee lässt sich auch bei den anderen Songs ausmachen, aber insgesamt 
fehlt "Entrance" einfach das gewisse Etwas und der berühmte "Aha" Effekt will sich auch nach dem x-ten Durchlauf einfach nicht einstellen. Nicht das ihr mich jetzt falsch 
versteht: Die Songs sind sicherlich nicht schlecht, aber ähnliches Material bekommt man noch von zahlreichen anderen Bands kredenzt, wobei mir die etwas "softeren" Narnia 
aus diesem Genre persönlich eher zusagen. So können Fans vom gradlienigem Melodic Metal schwedischer Prägung hier sicherlich mal ein Ohr riskieren, aber als Pflichtkauf 
würde ich "Entrance" mitnichten bezeichnen. Nett, aber nicht wirklich spektakulär!

Fazit: 6 von 10 Punkten

 
 
 
Lost Horizon: Awakening The World (46:35 / Music For Nations)

Was hatten denn die Herrschaften von Lost Horizon intus, als sie sich die Pseudonyme ausgedacht haben? Cosmic Antagonist, Transcendental Protagonist, Preternatural Transmogrifier 
(absolutes Highlight) und Etherial Mangnanimus lassen auf einen Alkoholpegel jenseits der 3.0 Promille schließen. Glücklicherweise lässt sich von diesen dämlichen Pseudonymen kein 
Rückschluss auf die Mukke des schwedischen Quartettets schließen, denn die zimmert ziemlich heavy und fett rein. Okay, auch Lost Horizon erfinden den melodischen Power Metal nicht 
neu und erinnern phasenweise an alte Blind Guardian, Running Wild oder auch alte Helloween, präsentieren aber insgesamt eine recht eigenwillige Mischung, die man so schnell nicht 
vergisst. Vergessen darf man in dieser Aufzählung auch nicht die Herren von HammerFall, denn das Lost Horizon zu einem gewissen Grade nach ihren Landsmännern klingen, hat ausnahmsweise 
auch mal eine sinnige Begründung: Lost Horizon sind die Nachfolgecombo von Highlander, bei denen die Herrschaften Joacim Cans, Stefan Elmgren 
und Patrick Räfling vor ihrem grandiosen Erfolg mit HammerFall gezockt haben. Also durchaus mal eine sinnvolle Ausrede, den Einfluss von HammerFall zu erklären. Aber Lost Horizon 
leben nicht nur davon, irgendwann mal etwas mit einigen HammerFall Members zu tun gehabt zu haben, sondern kochen ihre eigene Suppe: Mit dem wirklich schnellen treibenden Opener 
"Heart Of Storm", der phasenweise Erinerrungen an alte Blind Guardian wach werden lässt, der Midtemponummer "Perfect Warrior" sowie dem abschließendem überlangem Epos 
"The Kingdom Of My Will" hat man gleich mehrere True Metal Granaten allererster Güte am Start, die - genau wie das restliche Material - frisch, heavy und unbekümmert wirken und 
die glattgebügelten True Metal Geschosse anderer Kapellen im Vergleich wie 08 / 15 Pop Nummern aussehen lassen. Ich bin mir ziemlich sicher, daß sich Lost Horizon mit diesem 
Debutalbum viele Fans erspielen können und sollte die Band in der Lage sein, den frischen Spirit auch auf dem nächsten Langeisen einzufangen, könnte aus Lost 
Horizon eine ganz große Band werden. Die Anlagen dazu sind auf jeden Fall vorhanden (nur sollte man sich dann bitte andere Pseuodonyme besorgen). 

Fazit: 9 von 10 Punkten  



Steel Prophet: Book Of The Dead (40:52 / Nuclear Blast)

Ach - das ist einfach nur herrlich! Wenn es eine Band gibt, von der man immer die absolute Höchstleistung erwarten darf, dann sind es mit Sicherheit Steel Prophet. Schon zu Zeiten 
von den etwas progressiveren Werken "The Goddess Principle" oder "Into The Void" aus den Anfangstagen war es immer ein Genuss, die neue Langrille der Stahlpropheten in den Händen 
zu halten und daran hat sich gottlob auch im Jahre 2001 nix geändert. Klar, großartige Veränderrungen am Sound sucht man vergebens, aber wer erwartet das von einer Band, die in den 
letzten zwei Jahren mit "Messiah" und "Dark Hallucinations" zwei superbe Longplayer hervorgebracht hat? So geben die Jungs schon beim Opener "When Six Was Nine" - einem Ohrwurm vor 
dem Herrn - ordentlich Gas und können das Niveau auf der 11 Tracks (plus Outro) umfassenden Scheibe auch im weiteren Verlauf mühelos halten. Mit "Escaped" ballern uns die Jungs sogar 
eine absolut 100% Iron Maiden kompatibele Hymne vor den Latz und lassen Erinerrungen an die seligen `80er Jahre 
aufkommen. Nicht vergessen werden darf an dieser Stelle natürlich die göttliche Halbballade "Burning Into Blackness", die Speednummer "Phobia" sowie der Smasher "Anger Seething". 
Und wer ein langjähriger Fan dieser Kult Band ist und das Album "The Godess Principle" im heimischen Schrank stehen hat (ja, das mit dem kultigen s / w Cover!), der wird sich über 
den neu eingespielten Track "Ruby Dreams (Faith And Hope)" freuen und vor Freude gar nicht mehr wissen, wo er gerade ist. Gibt`s also noch etwas zu bemängeln? Okay, vielleicht ist 
die Produktion etwas zu schwach auf der Brust, aber ansonsten gibt es wirklich gar nichts, was man an dem fünften Longplayer von Steel Prophet auszusetzen hat. Wie auch, wenn eine 
Band die besten Momente von Iron Maiden und alten Fates Warning zu einem schmackhaften Power Metal Cocktail mit Progressive Elementen zusammenfasst. Insgesamt also eine wahre 
Hammerscheibe vor dem Herrn, die genauso in jeden Plattenschrank gehört, wie auch schon die alten Sachen von Steel Prophet. Keine Frage: Um diese Scheibe kommt man als Metal Fan 
einfach nicht drum herum!

Fazit: 10 von 10 Punkten  



W.A.S.P.: Unholy Terror (47:15 / Metal-is)

W.A.S.P. sind eine Band, die man als Metal Head einfach kennen muss: Sei es nun aus den ungestümen Anfangstagen mit dem Image der Schockrocker oder den Anfang der `90er folgenden 
tiefgründigeren Alben "Headless Children" und "The Crimson Idol". Nun liegt endlich das neue Album "Unholy Terror" vor, welches die Rückbesinnung auf alte Tugenden, die schon auf dem 
letzten Werk "Helldorado" andeutungsweise zu hören war, weiterführt und den aus meiner Sicht eher misslungenen Ausflug in Industrial Gefilde mit "Kill, Fuck, Die" glücklicherweise 
wieder vergessen macht. Musikalisch orientieren sich W.A.S.P. endlich wieder an ihren Frühwerken und streuen noch eine Prise "Headless Children" hinzu, was eine ziemlich geile Mischung 
ergibt. Schon der Uptempo Opener "Let It Roar" und die typischen W.A.S.P. Nackenbrecher "Whoy Slayed Baby Jane" (bei dem sich Bruce Dickinson / Halford Weggefährte Roy Z. an der Klampfe 
die Ehre gibt) und "Loco-Motive Man" lassen erst gar keinen Zweifel an der Klasse dieses Silberlings aufkommen. Auch das klar 
an Black Sabbath angelehnte "Euphoria" weiß zu gefallen und präsentiert die Band in absoluter Topform. Aber auch die lyrische Seite von "Unholy Terror" weiß zu gefallen: Wie man realtiv 
schnell schon am Albumtitel - und spätestens am Coverartwork - erkennt, beschäftigt sich "Unholy Terror" kritisch mit verschiedenen Religionen, ohne dabei aber in plumpe Blasphemie zu 
verfallen. Wer sich ein Meisterwerk wie "The Crimson Idol" anhört, wird schon wissen, was langwierig ausgedachte Lyrics bewegen können. Von diesem Standpunkt aus betrachtet, ist noch der 
Smasher "Charisma" hervorhebenswert, der sich mit der nagtiven Seite von Charisma beschäftigt und dabei auch einige Persönlichkeiten aufführt, die als Negativbeispiele in die Geschichte 
eingegangen sind. Bleibt unter dem Strich ein superbens W.A.S.P. Album übrig, das endlich wieder komplett musikalisch überzeugen kann und zudem auch lyrisch zu gefallen weiß. Also: Was 
will man mehr von Blackie und seinen Kumpanen? Klare Kaufempfehlung!

Fazit: 10 von 10 Punkten  



Zonata: Reality (45:00 / Century Media)

Mal ganz ehrlich: Wer konnte die zahlreichen Helloween Clones in den letzten Wochen & Monaten noch zählen, geschweige denn auseinanderhalten? Und das es langsam, aber sicher eine 
Übersättigung des Marktes in diesem Bereich gibt, steht wohl ebenfalls ausser Frage. Nun legt die schwedische Formation Zonata, die sich ebenfalls dem Sound der alten Helloween 
verschrieben haben, ihr zweites Album "Reality" vor. Immerhin sind Zonata schonmal nicht mehr ganz unbekannt, haben sie den Plattenvertrag für das passable Debutalbum "Tunes Of Steel" 
(1999) doch immerhin durch die Unerhört Aktion vom Rock Hard ergattern können. Allerdings werden sich am neuen Album mal wieder die Geister scheiden: Die einen werden der Band 
vorwerfen, so zu klingen, wie zig andere Bands aus diesem Bereich auch, der anderen Gruppe ist es schlicht und ergreifend egal, solange die Mukke überzeugen kann. Sicherlich klingt 
Sänger Johannes Nyberg verdammt nach Michael Kiske, sicherlich erinnern Songs wie "Reality", mein persönlicher Favorit "Illusion Of Madness" oder "Evil Mind" nicht selten an 
Gamma Ray, Helloween oder teilweise auch Iron Maiden, aber nichtsdestotrotz kann man der Band einen gewissen Qualitätsstandard attestieren, der nicht unterschritten wird. 
Klar, einen Originalitätspreis wird die Combo mit "Reality" nicht gewinnen, aber Zonata sind sichtlich um eine eigene Identität bemüht und haben mit "Life?" auch eine wirklich 
nette Ballade mit an Bord, die neben all den Speed Krachern wirklich überzeugen kann. Wer also immer noch nicht genug vom melodischen Power Metal hat und das Debutalbum schon 
mochte, der wird auch das in meinen Augen gute Zweitwerk, welches übrigens mit einem wirklich gut gemachten Coverartwork von Derek Riggs (u.a. Iron Maiden, Gamma Ray etc.) 
daherkommt, ebenso in sein Herz schließen. Wer allerdings der Meinung ist, genug vom melodischem Power Metal zu haben, der sollte auch tunlichts von "Reality" die Finger 
lassen - denn neues oder gar innovatives sucht man hier absolut vergebens!

Fazit: 7.5 von 10 Punkten