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4. Softwaretest: System-Patch »FBlit 3.78« (von Sebastian Rosa)

Jeder Benutzer eines Amiga weiß wahrscheinlich, dass eine der unangenehmsten Misslichkeiten der Amiga-Architektur, wie sie von Commodore zusammengestellt wurde, der Chip-RAM ist. Früher oder später wird es dem Anwender passieren, dass die zwei MBytes dieses Speichers viel zu wenig sind. Praktisch alles, was auf dem Amiga betrieben wird, verwendet diese Art von Speicher, ohne Rücksicht darauf, wieviel Fast-RAM vorhanden ist. Grafikkarten können alle Daten für grafische Elemente in den Speicher legen, den sie an Bord haben. Dadurch wird die Verwendung von Chip-RAM eingeschränkt und bietet die Möglichkeit, diesen Speicher anderen Zwecken zuzuführen. Aber was sollen all die Benutzer des AGA-Chipsatzes machen, die auch gern mehr Chip-RAM zur Verfügung hätten? Die Lösung ist recht einfach: FBlit installieren!

FBlit ist ein System-Patch. Sein Hauptzweck ist es, den Verbrauch von Chip- RAM bei allen Systemfunktionen zu verringern. Anstatt sie im Chip-RAM auszuführen, werden sie zum Abarbeiten in den Fast-RAM ausgelagert. Das benötigt natürlich etwas Fast-RAM.

Aber FBlit hat noch einige weitere nützliche Funktionen, deren Hauptzweck es ist, unser System etwas zu beschleunigen. Die Wichtigste ist der Tausch aller Prozeduren, die für Bob-Bilder zuständig sind. Dadurch kann man NewIcons im RTG-Modus verwenden und erlaubt sicheres Scrollen.

ANFORDERUNGEN

FBlit kann von jedem verwendet werden, der keine Grafikkarte hat. All die glücklichen Grafikkarten-Besitzer dürfen FBlit nicht einsetzen! Für den erfolgreichen Einsatz von FBlit brauchen wir auch OS3.0 oder besser, eine CPU 020 und einiges an Fast-RAM. Um die FBlit-Prefs aufzurufen, wird MUI 3.8 benötigt. Sonst braucht FBlit nichts weiter. So, nun wollen wir diese Hilfe installieren.

INSTALLATION

Zuerst kopieren wir FBlit an einen beliebigen Ort auf unserer Festplatte. Ich persönlich würde C: dafür vorschlagen, das Preference-Programm passt gut nach Prefs:. Ich weiß nicht warum, aber das Preference-Programm hat kein Icon. Es ist jedoch nichts dagegen einzuwenden, eines hinzuzufügen. Wir müssen nur daran denken, dass es ein Projekt-Icon sein muss, und im Feld "Default Tool" brauchen wir den Namen des erforderlichen Programms, und das ist "FBlitGUI". Und wir sollten nicht vergessen, ein weiteres Tooltype einzufügen: ACTION=USE.

Wir wollen das Programm starten. Es hat keinen Wert, es aus der Shell oder vom Icon aus laufen zu lassen, wenn das System bereits hochgefahren ist. Wenn wir solche Patches wie MCP, NewIcons oder andere benutzen, setzt sich FBlit einfach darüber hinweg. Die beste Lösung (und wahrscheinlich auch die vernünftigste) ist es, folgende Zeile in die Startup-Sequence zu schreiben:

      C:FBlit

Es ist sehr wichtig, dass FBlit als erstes läuft, bevor alle anderen vom System verwendeten Patches starten, jedoch nach der Einrichtung von ENV:. Stellen Sie auch sicher, dass Sie nach SetPatch einen Befehl wie PatchControl oder ähnlich stehen haben. Das ist sehr wichtig! Grundsätzlich sollten Sie nach der ersten Einrichtung von FBlit das Programm zur Konfiguration laufen lassen und dann, ohne sonst etwas zu ändern, die Voreinstellungen speichern. Nun brauchen Sie nur noch Ihren Computer neu zu booten und können sich über 1,9 MBytes an Chip-RAM freuen!

EINSTELLUNGEN

Die vorgegebenen Standardeinstellungen des Hilfsprogramms sollten eigentlich für jeden gut sein. Ich kann nicht empfehlen, viel herumzuprobieren, denn das kann doch schwerwiegende Fehler hervorrufen. Trotzdem ist damit nicht gesagt, dass man nicht doch einige Vorteile erreichen kann. Jedenfalls kann man bei aktivem FBlit die Preferences von NewIcons starten und den RTG-Modus aktivieren. Der Unterschied sollte sofort zu erkennen sein! Das Gleiche können OS3.5-Benutzer machen, sie benötigen aber ein spezielles Hilfsprogramm namens WBCtrl (Aminet: util/wb). Als nächstes kommen die Einstellungen von MCP. Da nun FBlit läuft, können wir die Option QuickDraw aus- und die Option QuickLayers einschalten. Beachten Sie, dass wir die ganze Zeit große Mengen an Chip-RAM haben. Nichts hindert uns, den Workbench-Screen in höherer Auflösung mit mehr Farben zu öffnen und einige hübsche Bilder als Hintergrund für die Workbench oder die Fenster einzurichten. Eine kleine Anmerkung: Trotzdem kann der Chip-RAM auf 0 zurückgehen. Das passiert, weil geöffnete Schirme immer noch Chip-RAM verwenden. So können zum Beispiel drei oder vier geöffnete Schirme in HiRes Laced mit 256 Farben den Chip-RAM auf 0 bringen. Nichts ist perfekt, aber es ist immer noch gut genug. Sagen wir, die Workbench öffnet mit 640x512x256 mit Hintergrundbild und Fenstern + CED + Dopus + Hippoplayer, der einige Lieder abspielt, und da sind immer noch 1,6 MBytes an Chip übrig!

Alles, was hier bisher geschrieben steht, kann von jedem nachvollzogen werden. Es ist sicher! Nun wollen wir uns ein paar nicht so sichere Dinge anschauen. Gleich am Anfang möchte ich darauf hinweisen, dass Sie das auf Ihre eigene Verantwortung tun. Weder ich noch sonst jemand außer Ihnen selbst ist Schuld an Verlusten, Gefährdungen oder Fehlfunktionen, die Sie erleben könnten.

Screenshot

FBlitGUI - die Preference-Hilfe hat eine nette grafische Benutzer- Schnittstelle mit Hilfe von MUI. Es gibt eine Menge nützlicher Optionen, die leicht einzustellen sind. Wir finden hier noch zwei Möglichkeiten, um NewIcons im RTG-Modus und ColourIcons unter OS3.5 zu verwenden. Wer glaubt, FBlit arbeitet etwas langsam, sollte versuchen, die Optionen FBlitTemplate und FBlitPattern auf "Process All Chip Data" zu setzen. Es gibt noch mehr Möglichkeiten, die aber vor allem für Entwickler von Nutzen sind. Alle Einzelheiten darüber sind in der gut geschriebenen Dokumentation im AmigaGuide-Format zu finden.

TASKS LIST

Screenshot

Task List ist eine besondere Option, die ich gesondert beschreiben will. Sie ist im FBlitGUI auf der Seite FAllocBitMap zu finden. Mit ihr können wir festlegen, welche Programme gezwungen werden sollen, Fast-RAM an Stelle von Chip-RAM zu verwenden. Programme, die wir dazu veranlassen wollen, sollten in die Include List eingetragen werden. Diese Liste ist recht lang, und wir können einige neue Positionen hinzufügen.

Wie geht das? Recht einfach! Zuerst starten wir das Programm, das wir dazu bringen wollen, Fast-RAM zu verwenden. Danach stellen wir die Option "TaskLogging" im FBlitGUI ein. FBlit sollte nun das neue Programm erkennen und seinen Namen in die Liste hineinschreiben.

Selbst wenn das möglich ist, sollten Sie nicht versuchen, den Namen des Programms von Hand einzugeben! Es soll auch erwähnt werden, dass nicht jede Anwendung im Fast-RAM arbeiten kann. Einige sollten sogar in die Exclude List gesetzt werden - in die Liste der Programme, welche auf keinen Fall zur Arbeit im Fast-RAM gezwungen werden sollten.

ZUSAMMENFASSUNG

Ich glaube, dass FBlit ein recht gutes Stück Software ist. Ich kann mir mein System gar nicht mehr ohne es vorstellen, es versorgt mich mit einer Menge an wertvollem Chip-RAM. Und dazu kann ich einige Programme zwingen, anstatt Chip-RAM Fast-RAM zu verwenden. Der größte Nachteil dieses Werkzeuges ist, dass es ein System-Patch ist. Wir alle wissen über Patches gut Bescheid. Bei manchen von uns arbeiten sie, bei anderen tun sie es nicht. Außerdem können Probleme entstehen, wenn Hilfsprogramme gleicher Art zur gleichen Zeit laufen, aber für FBlit ist das die Ausnahme. Ich selbst habe keine störenden Probleme gefunden, die von FBlit verursacht worden waren. Wenn also Ihr Workbench-Schirm in 64 Farben mit einem grauen Marmorhintergrund geöffnet wird und die Menge Ihres Chip-RAMs unter 1 MByte fällt, sollten Sie nicht zögern, FBlit zu installieren. Ich kann das nur empfehlen!

Die neueste Version von FBlit kann unter http://www.tpec.u-net.com gefunden werden. FBlit ist Freeware.

Sebastian Rosa <sebastian.rosa@wp.pl>

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