2 Xi-Paint - Die GeschichteDamit Sie sich ein Bild über die Entstehung dieses Malprogrammes machen können, soll an dieser Stelle kurz die Geschichte von - Paint erzählt werden. Begonnen hat alles damit, daß ein hervorragender Amiga-Entwickler einen Framebuffer mit dem Namen VD2001 auf den Markt brachte. Diese Erweiterung war in der Lage, Videobilder in Echtzeit zu digitalisieren und mit 24 Bit darzustellen. Doch die beste Hardware nützt nichts, wenn die zugehörige Software fehlt. Aus diesem Grund beschlossen die Autoren des heutigen Xi-Paint, ein Malprogramm für die VD2001-Erweiterung zu programmieren. Um einen Bezug zum Produktnamen herzustellen, wurden die ersten beiden Buchstaben übernommen - somit war VD-Paint geboren. Anfänglich war diese Software lediglich per Kommandozeile zu bedienen, von interaktivem Zeichnen mit der Maus war man noch weit entfernt. Doch mit der Zeit wurde das Programm laufend weiterentwickelt, sodaß schließlich auch ein grafisches Benutzerinterface mit Mausunterstützung implementiert wurde. In der Zwischenzeit gab es neue Entwicklungen am Amiga-Markt und eine zum damaligen Zeitpunkt unschlagbar günstige 24-Bit-Grafikkarte schickte sich an, diesen Markt zu erobern. Doch auch hier suchte man verzweifelt nach einem Malprogramm, denn eine Grafikkarte ohne Software läßt sich nur schwer verkaufen. Sehr schnell stellte sich heraus, daß Retina und VD-Paint durchaus ein interessantes Gespann sein könnten. Aus diesem Grund einigte man sich über eine entsprechende Umsetzung und Anpassung an die Grafikkarte. Das Ergebnis, immer noch unter dem Namen VD-Paint, wurde der Retina kostenlos beigelegt. Rein äußerlich hatte dieses VD-Paint nur wenig mit dem heutigen Xi-Paint zu tun. Ähnlich wie bei DPaint gab es lediglich eine Arbeits- und eine Reserveseite. Ein Arbeiten bei offenen Requestern war nicht möglich und die Zeichenfläche nahm immer den ganzen Bildschirm ein. Von den Fähigkeiten her konnte allerdings VD-Paint bereits viele Optionen bieten, die auch in Xi-Paint zu finden sind. Deshalb war es wenig verwunderlich, daß die Anzahl der zufriedenen Anwender immer größer wurde. Sehr schnell wurde auch der Wunsch nach Anpassungen an andere Grafikkarten laut. Bei diesen lag VD-Paint allerdings nicht bei, sondern wurde extra verkauft. Im Herbst 1992 wagten die Autoren schließlich einen Sprung in unbekannte Gewässer. VD-Paint wurde für den HAM-Modus des Amiga umgesetzt! Das bedeutete, daß jeder Amiga-Besitzer, auch ohne Grafikkarte, 24-Bit-Bilder erstellen und bearbeiten konnte, denn intern arbeitete diese Version weiterhin mit 16,7 Millionen Farben. Da dieses hardwareunabhängige Programm von einer anderen Firma vertrieben wurde, wurde auch der Name geändert - neben VD-Paint gab es plötzlich TruePaint, das mit gleichem Funktionsumfang, gleicher Bedieneroberfläche, aber Unterstützung des HAM-Modus aufwarten konnte. Entgegen den Erwartungen blieb der große Erfolg aus. Die Gründe hierfür sind sicher vielschichtig und nur schwierig vollständig zu erfassen. Mit Sicherheit spielte es eine Rolle, daß nur wenige Amiga-Anwender den großen Nutzen erkannten, in 24-Bit arbeiten zu können, auch wenn das Ergebnis nur in HAM sichtbar ist. Doch anstatt sich enttäuscht zurückzulehnen nahmen die Autoren einen neuen Anlauf. Schon lange hatten sie den Plan gefaßt, ein völlig neues VD-Paint zu schreiben, das alles bisherige in den Schatten stellen sollte. Fenstertechnik, eine völlig neue Oberfläche, beliebig viele Projekte gleichzeitig, neue Funktionen und noch mehr Gestaltungsmöglichkeiten sollten diese neue Version auszeichnen. Um die endgültige Trennung zu der bisherigen Entwicklung zu ziehen, wurde der Name noch einmal geändert: Aus VD-Paint wurde Xi-Paint. Die erste Präsentation auf der Messe in Köln im Herbst 1993 ließ viele Besucher staunen. Angespornt durch das große Interesse wurde ein Erscheinungstermin Anfang 1994 geplant. Doch während der Arbeit tauchten immer neue Ideen auf, Änderungen wurden vorgenommen und Anregungen verwirklicht. Wen wundert es da, daß die endgültige Version erst im Sommer 1994 vorlag? Doch was auch dem einstmals tastaturorientierten VD-Paint geworden ist, kann sich, ohne Übertreibung, sehen lassen. Xi-Paint stellt heute mit Sicherheit, auch Plattformübergreifend, eines der besten und leistungsfähigsten 24-Bit Malprogramme dar, die am Markt erhältlich sind. Trotzdem wird Xi-Paint auch heute noch laufend weiterentwickelt. Wenn Sie deshalb eine Idee oder Anregung haben, so äußern Sie diese einfach in Form eines Wunsches oder einer konstruktiven Kritik. Natürlich freuen sich die Autoren auch über jede Art des Lobes über ihr Programm. An dieser Stelle noch eine Bitte an alle Anwender. Wie Sie selbst sehen, steckt sehr viel Arbeit und Zeit in diesem Programm. Wird dieses raubkopiert, so bringen Sie die Autoren um ihren wohlverdienten Lohn. Darüber hinaus ist das Kopieren und Weitergeben des Programmes gesetzlich verboten und strafbar. Unterstützen Sie die Weiterentwicklung von Xi-Paint, indem Sie dieses Programm nicht unrechtmäßig weitergeben und halten Sie auch Ihre Freunde und Bekannten an, entsprechend ehrlich zu sein. Denn nur auf diese Weise kann ein Fortbestehen von guten Programmen wie Xi-Paint und somit auch ein Fortbestehen des Amiga gesichert werden. In diesem Sinne - Viel Spaß bei der Arbeit mit Xi-Paint
wünschen Ihnen P.S.: Weiters steht die XiPaint-BBS für Online-User zur Verfügung, und für Diskussionen bin ich im FIDO-Netz erreichbar.
Ich möchte all denjenigen danken, die sich die Arbeit angetan haben, mir das Handbuch korrektur zu lesen und das Programm in allen Phasen der Entstehung ausgiebig zu testen. Besonderer Dank gilt:
|