"Der Bergungs-Modus"Der Bergungs-Modus ist der voreingestellte Modus, wenn das DiskSalv "Eingabefenster" zum ersten Mal erscheint. Dieser Modus sollte im Grunde genommen als letzte Zuflucht betrachtet werden. Im Bergungs-Modus wird die Diskette nach jedem Objekt durchsucht, das überhaupt gefunden werden kann. Diese Objekte müssen für die Suchfunktion als verfügbar kenntlich sein, aber nicht unbedingt von einem Amiga Dateisystem verstanden werden. DiskSalv benutzt eine Reihe von Pattern-Matching Routinen, die auf Fuzzy-Logic beruhen, um zu bestimmen ob ein gegebener Diskettenblock irgendetwas enthält, das wert ist wiedergewonnen zu werden. Wenn die Diskette durchsucht wurde, wechselt das Programm vom Suchfenster in das "Ausgabefenster" . In diesem Fenster kann der Benutzer die Objekte, die wiederhergestellt werden sollen, auswählen. Sie werden nicht direkt auf dem Laufwerk verändert, sondern werden in Wirklichkeit in ein anderes Volume kopiert. Diese Operation wird "Wiederherstellen-durch-Kopieren" genannt. Ein paar Dinge sind am Bergungs-Modus hervorzuheben. Da DiskSalv alles finden kann, was auf der Diskette ist, wird es oft ungewollte oder nicht komplette Dateien finden. Normalerweise ist das kein Problem, aber jede Datei, die durchsucht wurde, benötigt eine kleine Menge an Speicher und natürlich erfordet jede Datei, die zur Wiedergewinnung ausgewählt wurde, Platz auf dem Ausgabedevice. Man kann den Muster Editor benutzen um "Pattern" zu definieren, die eine Suche auf mehrere Durchläufe aufteilen oder Dateien, die sonst gesichert würden, vom Backup ausschließen. Durch "<<Löschen" wiedergewonnene Dateien werden normalerweise vollständig restauriert. Eine beschädigte Datei, möglicherweise aufgrund eines Laufwerkscrashes entstanden, kann vielleicht nur teilweise wiederhergestellt werden. Dies trifft auch auf gelöschte Dateien zu, bei denen Teile ihres Inhalts inzwischen überschrieben wurden. DiskSalv macht keinen Versuch zu entscheiden, ob eine solche Datei sinvoll ist oder nicht. Es wird aber AmigaDOS Anmerkungen (AmigaDOS file notes) zu jeder Datei erzeugen, die in irgendeiner Weise beschädigt scheint. Dateien, die schwer beschädigt sind, können selten komplett wiedergewonnen werden, aber Dateien mit einem nur leichten Schaden können oft fast vollständig wiederhergestellt werden.Das ursprüngliche Dateisystem des Amiga (OFS) stellt im Gegensatz zum FastFileSystem redundante Daten über den Inhalt einer Datei bereit. Deshalb kann gewöhnlich von einem OFS-formatierten Laufwerk mehr zurückgewonnen werden als von anderen. Dies rührt in erster Linie von den zusätzlichen Informationen her, die mit jedem OFS Datenblock gespeichert werden. FFS Datenblöcke speichern nur Daten. Deshalb ist FFS schneller und speichert 6,7 % mehr Daten pro Block in Partitionen mit 512 Bytes pro Block. Für zusätzliche Sicherheit ist es also vernünftig, eine OFS Partition zu benutzen. Die Effektivität des OFS steigt mit zunehmender Blockgröße, welche ab AmigaDOS 2.x und darüber für jedes Laufwerk einstellbar ist (durch Anpassen der Anzahl der Bytes pro Sektor), oder - unter AmigaDOS 3.1 und darüber - auf Partitionsebene (durch Anpassen der Anzahl der Sektoren pro Block). Anders als eine Datei oder ein Link muß ein Verzeichnis nicht mehr unbedingt existieren, um seine Daten im Bergungs-Modus wiedergewinnenn zu können. Die Existenz eines Verzeichnisses kann erkannt werden, wenn etwas aus dem ursprünglichen Inhalt gefunden wird. DiskSalv benutzt diesen Mechanismus während des Such-Prozesses. Wenn eine Datei entdeckt wird, wird sie in einem Verzeichnis plaziert. Wenn dieses Verzeichnis bisher noch nicht gefunden wurde, legt DiskSalv dafür ein vorläufiges Verzeichnis im DiskSalv_ExtrasVerzeichnis auf dem Ausgabelaufwerk an. Wenn die Suche abgeschlossen wurde, wird jedes Objekt mit fehlendem Verzeichnis in seinem vorläufigen Verzeichnis gefunden werden. Deshalb kann DiskSalv einen ganzen Disketteninhalt in seiner ursprünglicher Struktur zurückgewinnen, sogar wenn jedes Verzeichnis auf der Diskette irgendwie entfernt wurde. Der Bergungs-Modus ist der toleranteste DiskSalv Modus, wenn es um schwer beschädigte Laufwerke geht. Es ist nicht erforderlich, daß die Bitmap der Diskette, der Rootblock oder viel von irgendetwas sonst noch intakt ist. DiskSalv wird versuchen für eine nicht korrekte Partition eine Definition auf einer Datei für Datei Basis anzufertigen. Wenn eine Partition aber zu stark zerstört ist, werden nicht alle Dateien gefunden werden. Benutzer von DiskSalv 1.x werden den Bergungs-Modus als einzigen dieser älteren Version von DiskSalv wiedererkennen. Während das Ziel dasselbe ist, arbeitet die moderne Version von Bergung wesentlich besser als die originale in DiskSalv 1. Der Bergungs-Modus von DiskSalv 2 verwendet die moderne, leistungsfähigere Ausführung. |