Review: Bruce Lee

  • Genre: Geschicklichkeit
  • Mindestanforderung: Any Amiga, 68020 Prozessor, 4 MB Fastram
  • Hersteller: HellCoder
  • Quelle: Amiga Future CD-Rom Reihe
  • Eine weitere Konvertierung eines C-64 Klassikers auf unseren geliebten Amiga ? Das jedenfalls war meine erste Vermutung, nachdem ich einen kurzen Blick in die Anleitung geworfen hatte und mich dort die Aussage "The Classical C64 Game" schon dazu veranlasste ein kleines Freudenfeuer vor meinem Amiga zu entzünden und unter wilden Gesängen das Spiel zu starten...! Nachdem also mein gesamtes Haus evakuiert worden war und die arg gestressten Leute von der Feuerwehr abgerückt waren, konnte ich mich endlich dem Spiel widmen... ;-)

    Nichts Neues im Osten ?

    Wer allerdings, genau wie ich, eine 1:1 Konvertierung des Brotkasten-Originals erwartet, der wird wohl eine kleine enttäuschung erleben müssen. Zwar geht es bei diesem 2-D Plattformer in erster Linie immer noch darum alle Items im Raum aufzusammeln und sich dabei im "Beat-Em-Up-Für-Arme"-Manier seiner Haut zu erwehren - aber - um es gleich vorwegzunehmen - das alte C-64 Leveldesign ist den wilden Fantasien des Autors gewichen...und mit dem veschwundenen kultigen Levelaufbau ist auch die ganze Atmosphäre vom einst glorreichen "Bruce Lee" flöten gegangen ! Aber der Reihe nach: In der Rolle des (unglaublich gelblichen) Bruce Lee springt und klettert man durch insgesamt 3 unterschiedliche Welten, die wiederrum mehrere Level beinhalten. Während die erste Welt schon ein kleines Deja-Vu Erlebnis ist, und vom Originalspiel bekannt sein sollte, verschlägt es den Helden auch in futuristisch anmutende Szenarien und zurück in eine Art prehistorischen Urwald. Jedes einzelne Level kann nur beendet werden wenn alle Rot-weissen Amiga-Bälle aufgesammelt werden und das anschliessend erscheinende Tor passiert wird. Dies gestaltet sich aber als gar nicht so leicht, da meist mehrere Hindernisse bis dahin überwältigt werden müssen. Teleporter-Systeme sorgen für Verwirrung - Laserstrahlen und andere tödliche Objekte können nur mit der nötigen Portion Geschicklichkeit hinter sich gelassen werden...usw. ! Hinzu kommen natürlich die beiden obligatorischen Gegner (der grüne Sumo-Ringer und der schwarze Shadow Fighter) die einem ständig auf den Fersen sind und mit Schlägen und Tritten versuchen Bruce Lee an seinem Vorhaben zu hindern. Aber Bruce wäre nicht Lee wenn er den beiden nicht mit einen paar gezielten Hieben zeigen könnte, dass ständiges einführen von Onkel Bens` Reis zu überproportionierten Muskeln führen kann...! Da aber im späteren Verlaufe des Spieles sich die Gegner mehr und mehr auf dem Bildschirm häufen (und sich nur in der Farbe unterscheiden - rosa Sumo-Ringer bringen`s !!! ;-)) ist auch mal die Flucht nach Vorne angesagt...

    Konfuzius sagt: Hmpf !

    Und so jumpt und kämpft man sich durch die einzelnen Stages - und schon nach kurzer Zeit stellt man sich die Frage: Warum ? Warum wurde hier das (wirklich excellente) Original-Spiel nicht konvertiert ? Statt dessen gibt es müde Levelaufbauten und absolut unpassende zusätzliche Grafiken und Soundeffekte. Kunterbunte Gegner, Amiga-Bälle, und Soundeffekte die auch durchaus aus einem der "Vox-Erotik-Filme" hätten stammen können, tragen nunmal herzlich wenig dazu bei, dieses Spiel in die Atmosphäre zu tauchen dass das Original so stark von den 08/15 Produkten abgehoben hatte. Da kann auch der Mehrspieler-Modus oder die gelungene Steuerung nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Autor mit seiner Version unsagbar wenig vom C-64er Spirit rüberbringen konnte. Mein Tipp: Greift lieber zu gelungen Konvertierungen wie "Aztec Challenge" oder "Donkey Kong"...und greift zu eurem favorisierten 64er Emulator, wenn ihr Laune habt ein paar Samurais platt zu machen !

  • Bruce Lee:
  • Grafik: Ausreichend
  • Musik/Sound: Mangelhaft
  • Langzeitmotivation: Mangelhaft

  • Rainer "The Machine" Thieke