Der Zwischenruf (von Ralf Driesner)
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Noch'n Toast, noch'n Ei, noch'n Kaffee und 'n Brei

Die "Gebrüder Blattschuss", gewissermaßen Vorreiter und Pioniere moderner
(abwechslungsreicher) Ernährungsphysiologie hatten bereits vor vielen
Jahren die ausgeklügelste Lösung für ein nagendes Problem: Mutter arbeitet
aus Sicht der genannten Brüder zuviel. Um sich selbst nicht der ständigen
Kasteiung aussetzen zu müssen (die Mutter so schwer arbeiten zu sehen; Anm.
für begriffsstutzige Leser) ließen sie Muttern die Tür zur Küche schließen.
Oder war's doch die Sorge um die Wölfin, die ja nur ihre Jungen behütet?
Nun ja; aus den Augen aus dem Sinn....und das Frühstück ist dann schneller
drin.

Oben genannte Familienbande ist der "Primat modern-geprägter Interaktion".
Wer den Satz jetzt nicht verstanden hat: keine Panik. Ich hab auch nur
Realschulabschluss gemacht.

Versuchen wir's also mit folgender Parabel:

Eine Firma, nennen wir sie X, bastelt an einem neuen Betriebssystem,
welches so revolutionär ist, dass selbst Fidel Castro erbleicht. Eine
zweite Firma, Y, ist von dieser Entwicklung angetan und kündigt an,
Software auch für dieses neue Betriebssystem zu entwickeln. Als Belohnung
für Y's Treue genehmigt X die behutsame Weiterentwicklung eines bestehenden
Systems, um sowohl X als auch Y ein wenig Zwischenverpflegung
(Verkaufserlös) zu ermöglichen. Man hat ja schließlich Verantwortung für
die (noch) motivierten Mitarbeiter und den Betriebskater.

An einem diesigen Morgen nun stellt der Chef von Y (nach einem sehr daneben
gegangenen Aufstehen und dem Auffinden der vom Betriebskater zerfetzten
Pantoffeln) ad hoc fest, dass Firma X daran Schuld sein muss, dass sowohl
Wecker als auch Betriebskatze in konspirativer Absicht vorhatten, Y den Tag
zu versauen.

Klarer Fall von Paranoia stellt der geneigte Leser fest. Wecker klingeln
immer unangenehm und Kater (besonders unkastrierte) zerlegen in einem
Wutanfall nach verpatztem Rendezvous gern Hausschuhe.

Sei es drum. Dieses Szenario spiegelt (jedenfalls nach Kenntnisstand des
Zwischenrufers) nicht das Entstehungsdrama um die Amiga-Emulatorlösung
wider. Welche Beweggründe Haage & Partner hat, ausgerechnet jetzt diese
Lösungen zu veröffentlichen, darüber vermag ich nur zu spekulieren. In
nicht enden wollenden Diskussionen jedoch kochen die Emotionen der Anwender
hoch.

Im letzten Zwischenruf empfahl ich abzuwarten und Tee zu trinken. Für
diejenigen, die sich das aus ernährungsphysiologischen Gründen nicht antun
wollen, habe ich diesen Monat einen weiteren Tip: Macht doch Eure Türen
einfach mal für einen Monat dicht. Genießt Euer Frühstück. Und nach dieser
Zeit wissen wir (hoffentlich) alle, ob es sich lohnt, 150 Euro für eine CD
und (ggf.) einige Tausender für einen PC auszugeben.

In jedem Fall umhüllt uns alle momentan eine gewisse Nebelschwade, wenn es
um die Zukunft eines wirklich(!!) neuen Amigas geht.

Lebt lang und erfolgreich

Euer

Ralf Driesner <global-dries@gmx.de>


P.S.: Die Ereignisse des 11. Septembers 2001 in New York haben mich
geschockt und erfüllen mich mit tiefer Trauer. Ich möchte im Namen der
gesamten AMIGA-aktuell-Redaktion den Angehörigen der Opfer mein Beileid
aussprechen und sagen "Kopf hoch!! Wir werden das alle gemeinsam
durchstehen".