4. Softwaretest: YAM-Drucktool »PSMail« (von Gernod Schomberg)

PSMail V1.2 - ein Schön-Drucker für YAM

So beschreibt Alastair M. Robinson sein Programm und das, wie ich finde,
ganz zu Recht! Jeder, der schon einmal eine Nachricht aus YAM ohne PSMail
gedruckt hat, weiß um die Umständlichkeit der Sache. Man muss die Datei
irgend wo hin kopieren, mit einem Editor oder Schreibprogramm müssen
überzählige Zeilen entfernt und die Formatierung angepasst werden, ehe man
das Ganze dem Drucker übergeben kann.

Und das macht PSMail ganz automatisch und bietet ohne jedes Zutun ein
schönes Druckbild.

Folgendes wird auf dem Amiga benötigt:

- GhostScript muss installiert sein. Im Guide zu PSMail wird die
  Version 5.10 empfohlen, wie sie von der Webseite von Turboprint
  HTTP://www.irseesoft.com heruntergeladen werden kann.
- Nicht unbedingt notwendig, aber vorteilhaft ist TurboPrint 7.
- ARexx muss laufen.
- YAM
- Ein Drucker

Die Installation ist einfach. Nach dem Herunterladen aus dem Aminet und
dem Entpacken oder von der Aminet-CD 40 (hier wird automatisch entpackt)
braucht man nur das ganze Verzeichnis nach YAM:Rexx zu verschieben. Es
enthält zwei ARexx-Scripts, zwei AmigaDOS-Scripts, zwei ausführbare
Programme und einen "Prolog" für Postscript. Auch eine sehr ausführliche
Beschreibung im AmigaGuide-Format liegt bei, die aber nur in Englisch
vorliegt. Außerdem ist noch ein Verzeichnis "Goodies" vorhanden, in dem
einige Dateien liegen, die nach Meinung des Autors im Aminet-Archive von
GhostScript fehlen.

Dass das Paket in mehrere Einzelprogramme aufgeteilt ist (abgesehen vom
"Prolog"), hat sicher damit zu tun, dass während der doch recht aufwendigen
PostScript-Bearbeitung die anderen Scripts immer beendigt werden können,
um nicht durch Warteschleifen CPU-Zeit zu verbrauchen.

Dann startet man YAM. Auf der Menü-Seite
"Einstellungen/Konfiguration/ARexx"
sucht man sich einen freien Platz, in den man "REXX/PSMail/GSMail.yam" als
Script einträgt. Der "Name" kann frei gewählt werden, ich habe "Drucken"
geschrieben. Daneben muss als Systemprogramm "ARexx" erscheinen, "Öffne
Konsolenfenster" und "Warte auf Beendigung" dürfen NICHT markiert sein.
Die Einstellungen werden abgespeichert.

Screenshot:
Screenshot

So, wie PSMail nun eingerichtet ist, nimmt das Programm an, dass TurboPrint
und GhostScript mit dem hineinkompilierten Treiber für Turboprint verwendet
werden. Wenn dies nicht der Fall ist, muss die Datei "print.script" in
einen Texteditor geladen und die Zeile nach "CD GhostScript:", die mit "GS"
beginnt, an den vorhandenen Drucker angepasst werden. Hinweise und
Beispiele, wie das zu machen ist, sind in der Datei vorhanden.

Eine Eigenschaft des Programms ist, dass man den Kopf, der am Beginn
gedruckt wird, auswählen und dass man einige Worte in seine eigene Sprache
übersetzen kann. Dazu muss man die Datei "Prolog1.2.ps" in einem Editor
verändern. Eine ausführliche Beschreibung dieser Möglichkeiten stehen am
Anfang der Datei, allerdings auch wieder nur auf Englisch. Ich habe, die
Einstellung des Kopfes gelassen wie sie war und habe nur einige Worte
übersetzt, nämlich "Page" in "Seite", "Rasterizing Page" in "Seite wird
bearbeitet" und "Printing Page" in "Seite wird gedruckt".

Und wenn man nun eine E-Mail ausdrucken will, muss man im Folder nur diese
Nachricht markieren, das YAM-Menü "Skripts" öffnen und auf "Drucken"
klicken. In der Statuszeile von YAM wird angezeigt, was passiert, ein
Textrequester meldet den Status. Der Drucker schreibt eine oder mehrere
ausgezeichnet formatierte DIN-A4-Seite(n) mit dem Inhalt der E-Mail. Im
Bild habe ich, wie markiert, einen leeren Teil des Blattes weggelassen, um
die Textdarstellung ein wenig größer zu machen, dass man das gute Aussehen
wenigstens erahnen kann.

Screenshot:
Screenshot


Mein Eindruck:

PSMail ist sehr empfehlenswert!

Wenn man GhostScript und YAM installiert hat, ist die Verwendung von
PSMail eigentlich ein Muss! Denn selbst wenn man nur hier und da eine
E-Mail druckt, braucht man zum Bearbeiten und Formatieren mindestens so
viel Zeit, wie auch ein langsamerer Rechner mit dem Laden von GhostScript
zubringt.

Wer allerdings nur ganz selten den Inhalt einer E-Mail gedruckt haben
möchte und an PostScript weiter nicht interessiert ist, muss sich
überlegen, ob er GhostScript einrichtet, es sind immerhin mehrere Megabytes
an Daten herunterzuladen.

Gernod Schomberg <g.schomberg@t-online.de>