Gamma Ray: No World Order


(51:58 / Metal-Is Records)

Da ist es endlich: Auf das neue Gamma Ray Album habe ich mich persönlich in diesem Jahr am meisten gefreut, wenngleich ich zugeben muss, dass ich nach den Vorabinfo`s, die den Grundtenor enthielten, Gamma Ray würden sich in Richtung Judas Priest entwicklen, ein wenig skeptisch war. Na ja, diese Skepsis war spätestens nach dem zweiten Durchlauf von "No World Order" verflogen, denn Gamma Ray haben - wie eigentlich jedesmal in der Karriere - eine Platte abgeliefert, die langjährigen Fans der Band gefallen dürfte. Dabei ist "No World Order" insgesamt eine ganze Ecke rauher und aggressiver geworden und enthält mit dem famosen, von Tempowechseln geprägten und eingängigen "The Heart Of The Unicorn" tatsächlich eine Nummer, die sich auf Judas Priest`s "Painkiller" ebenfalls gut gemacht hätte. Auch das straighte "Solid" (welches eigentlich für Iron Savior geschrieben wurde) gehört in diese Kategorie, weiß aber ebenfalls zu gefallen. Die bekannten Trademarks der Band sind aber natürlich nicht verloren gegangen und Fans des alten Helloween Materials bzw. früherem Gamma Ray Stoff werden mit den beiden nicht minder eingängigen "Heaven Or Hell" ("I Want Out - Part II" ??) und "Follow Me" vollauf entschädigt. Hinzu kommen mit dem Opener "Deathrone Tyranny" (dem ein Intro der Marke Rhapsody vorrangeht), dem superben (beinahe) Titeltrack "New World Order" und "Eagle" drei weitere Highlight`s, die sich natlos in die nicht gerade kurze Liste von geilen Songs in der Karriere von Gamma Ray einreihen. Lediglich die abschließende Ballade "Lake Of Tears" sowie die Midtemponummer "Fire Below" reißen mich nicht ganz so vom Hocker, wären bei anderen Bands - das sollte man fairerweise erwähnen - aber absolute Highlights gewesen. Gamma Ray haben nämlich schlicht und ergreifend das Problem, dass man die Band - ob man nun will oder nicht - mit ihren bisherigen (Knüller) Alben vergleicht und gerade das letzte Album "Powerplant" war ja wahrlich nicht von Pappe und einen entsprechenden Nachfolger zu stricken, der ebenfalls diesem Niveau entspricht, ist gar nicht so einfach und eine Steigerrung war schon gar nicht möglich. Somit muss man rein objektiv sagen, dass "No World Order" ein wenig im Vergleich zu "Powerplant" abfällt und vom Niveau her mit dem `97er Output "Somewhere Out In Space" zu vergleichen ist. Trotzdem: Diese Platte gehört für jeden Metaller, der nur etwas auf sich hält, zum absoluten Pflichtprogramm in diesem Jahr und ich bin zuversichtlich, dass "No World Order" auch in der Jahresabrechnung ganz oben mitmischen wird. Gamma Ray Fans werden - das sei der Vollständigkeit halber nochmal erwähnt - garantiert nicht enttäuscht sein!

Fazit: 9 von 10 Punkten

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