Göttingen!
Da letztes Jahr leider das Treffen vom APC&TCP auf ein ungünstiges Wochenende fiel, konnte ich dort leider
nicht erscheinen. Dafür schwor ich mir, dieses Jahr auf jeden Fall anwesend zu sein. Und was soll ich sagen,
es hat sich gelohnt!
Das Treffen fand diesesmal im Studentenwohnheim der Uni Göttingen statt, neben den (leider relativ wenigen)
Mitgliedern des APC&TCP fand sich außerdem die Göttinger Amiga User Group sowie einige Mitglieder des
IRC Kanal #amigafun auf irc.altnet.org dort ein. Aber am besten ich erzähle der Reihe nach aus meiner Sicht
der Dinge.
In der NoCover88 stand endlich etwas zum heißerwarteten Treffen, und was da stand! Es sollte nicht im
bisherigen Umfeld einer Gastwirtschafft stattfinden, stattdessen sollte das Netzwerken im Vordergrund stehen.
Das genialste war allerdings die Ankündigung der 100Mbit standleitung. Daher besorgte ich mir extra für dieses
zwei Netzwerkkarten für meine Amigas, eine Xsurf und eine Fiberline, und konnte es von da an kaum noch
erwarten. Am 4. August, dem ersten Tag des Treffen stand ich also nachts um 3:30 auf und setzte mich in den
vollgepackten Golf um die Fahrt nach Göttingen anzutreten. Wenn ihr schon einmal Nachts Autobahn gefahren
seid, wißt ihr, wie herrlich das ist. Es herrschte kaum Verkehr, die Luft war frisch und ich freute mich mit
jedem Kilometer mehr auf Göttingen. Bis Hamburg fuhr ich die mir bekannte A23, danach ging es auf der A7 bis
nach Göttingen, insgesamt 388 Kilometer. In Göttingen angekommen galt es zunächst die Akademische Burse zu
finden. Ein Tankstellenwart und ein freundlicher Student konnten mir zum Glück weiterhelfen, denn einige der
Anhaltspunkte auf der Wegbeschreibung fehlten (Straßensperre? wo?), und die überall aufgehängten Boingball
Schilder hab ich leider auch völlig übersehen.
Gegen 8:15 stand ich nun endlich vor der akademischen Burse und
mir stellte sich das nächste Problem- wie komm ich da rein? Offizieller Anfang sollte 10:00 sein, das hieße
noch lange warten. Zum Glück bekam ich nach einer Viertelstunde Gesellschafft, ein Opel mit den unverkennbaren
Boingbällen hielt vor mir. Nun durfte ich erstmal Rene Stelljes und Ralf Tönjes kennenlernen. Nachdem wir wohl
eine dreiviertel Stunde uns über alles mögliche unterhalten hatten, war ein Student so freundlich uns die Tür
zu öffnen. Nachdem wir den Hinweisschildern folgend eine schier endlose Strecke quer durch drei Gebäude
zurücklegten, fanden wir uns in einem Kellerraum wieder. Unser erster Gedanke war, wie wir unsere schweren
Rechner so weit schleppen sollten. Unser zweiter Gedanke wandte sich an die 3 oder 4 Leichen auf dem Fußboden,
eingewickelt in Schlafsäcke. Nachdem wir mit ein par Tritten Andre89, Micha und Rüdiger (Ich hoffe ich
verwechsel dich nicht ;-)) geweckt hatten, machten wir uns an den Rechner Transport. Die Abkürzung durchs
Gebüsch schien uns zuerst mehr als unsicher, war im Endeffekt allerdings ein großer Vorteil, da wir nichtmehr
so weit zu laufen hatten. Inzwischen waren auch noch Crack und Highnoon angekommen, und nachdem ich alle meine
Gerätschaften reingeschleppt hatte, begann für mich das nächste Problem: Rechner flicken. Während nach und
nach mehr Leute eintröpfelten mußte ich meinen A3000 komplett auseinandernehmen, da sich die Turbokarte
während des Transports gelöst hatte. Mehr Probleme hatte ich mit dem A1200. die BVision und die PowerPC Karte
hatten sich beinahe komplett gelöst, und bei der Bvision war sogar eine winzige Mutter verlorengegangen.
Nachdem ich so eine Mutter nirgends auftreiben konnte, hoffte ich auf mein Glück und baute sie ohne spezielle
sicherung ein. Nach einer Stunde rumhantieren kam es mir wie ein Wunder vor, dass beide Rechner zu meiner
Zufriedenheit anliefen! Als nächstes galt es, sich ins Netzwerk einzuklinken. Mit dem A1200 klappte es
hervorragend, sogar ohne den eigentlich für die Fiberline notwendigen Resetadapter. Nachdem der A3000 jedoch
mehrere Male beim start von Miami ins Nirvana verschwand, dämmerte mir, dass die Xsurf nicht richtig
eingsteckt war. Also wieder aufmachen. Gegen 12 Uhr war ich dann endlich mit Basteln fertig und konnte die
Standleitung ausprobieren. Andre89 war so nett mir mit einem BNC Anschluß für die Fiberline auszuhelfen, Eliot
half mir mit ein par Einstellungen von Genesis. Das Netzwerk war der pure Wahnsinn. Dank der Uni Standleitung
konnte ich an einem Tag mehr runterladen, als zuhause in 2 Wochen.
Aber ich bin ja nicht NUR wegen der Standleitung den weiten Weg nach Göttingen gefahren ;-)
Ich traf in diesen zwei Tagen auch ein par Leute aus dem Apc&tcp, die ich schon von dem Clubtreffen in Vellmar
vor zwei Jahren kannte. Besonders überrascht war ich nur als mich plötzlich jemand mit kurzen Haaren in blauem
Tshirt ansprach- immerhin hatte ich Nagash als langhaarigen Freak mit leichtem Hang zum schwarzen in
Erinnerung ;-)
Wie er leider zurecht bemerkte bildete dieses Treffen jedoch weniger Möglichkeit zum Reden, als die Treffen im
Vellmarer Hof, größtenteils weil wir diesesmal mehr vor den Rechnern hockten. Aber man ist ja flexibel. Nach
einiger Zeit gingen dann auch einige MPG Filmchen umher, teilweise vom LAN-eigenen FTP Server, teilweise auch
Futurama und Simpsons Episoden die jemand auf CD mitgebracht hatte (*hüstel*...). Zu meinem Erstaunen sah ich
Riva auf einem 060er und Picasso 4 sogar relativ flüßig einige Clips abspielen- etwas das ich der verstaubten
68k Reihe gar nicht mehr zugetraut hatte.
Im Laufe des Tages wurden auch einige Spiele gespielt, von HBMonopoly über Quake bis hin zu Payback war alles
vertreten. Leider kam es im allgemeinem Streß (das Netzwerk brach leider häufiger zusammen) nichtmehr zu den
angekündigten Samba und Linux Kursen, ich hoffe ich schaffe es trotzdem irgendwie APUS Linux zu installieren.
Plötzlich tauchte auch noch eine große Schar von Amiga Usern aus dem benachbarten Amiga Treffen in
Hannoversch. Münden auf. Irgendwie fanden sie unseren versifften Partykeller lange nicht so gemütlich wie ihre
Jugendherbe- ein Eindruck den ich ganz und gar nicht teilen kann. Ich fühlte mich in diesem Keller wie
zuhause, Essen am Computer und Pennen auf dem Boden, was will man mehr? ;-)
Eh man sich versah ging der Tag dann auch zur Neige und wir wurden nur noch durch Cola wachgehalten. Die
Stunden nach Mitternacht hab ich nur noch halbwach mitbekommen, bis ich gegen 5:00 Uhr morgens endlich
entschied auch mal schlafen gehen zu müßen. Immerhin hatte ich am Sonntag noch eine Heimfahrt von etwa 4
Stunden vor mir. Es ist erstaunlich wie schnell man einschläft, wenn man müde ist, selbst wenn der Raum
taghell ist und von irgendwoher Technomucke dröhnt. Umso erstaunlicher ist es, das ich nach nur drei Stunden
Schlaf wieder aufgewacht bin und sogar ein bischen weniger müde war. Inzwischen war das Netzwerk wieder mal
ausgefallen und es waren kaum noch leute anwesend / wach. Also ne Dose Cola gegriffen und den neuen Tag
begrüßt! Der Sonntag verlief ähnlich wie der Samstag, nur mit weniger anwesenden Personen (Nagash: Wo warst
du?). Sehr viel mehr weiß ich auch nicht mehr zu berichten. Gegen 18:00 packte ich auch langsam meine Sachen
wieder ein und machte mich abmarschbereit. Eines war uns allen aber beide Tage über klar- 2002 wird es wieder
ein Treffen in Göttingen geben!
Zu dem diesjährigen Treffen gibt es eigentlich nur eins zu sagen: Man muß es einfach erlebt haben! Es war
einfach geil, das können diese par Zeilen gar nicht rüberbringen. Nächstes Mal werd ich mich dafür einsetzen
das es schon am Donnerstag oder Mittwoch beginnt. Stinken tut man auch nach einer Nacht auf dem Fußboden schon
;-)
In diesem Sinne, wir sehen uns. Saint
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