Erst Anfang des Jahres veröffentlichte Edguy Vordenker Tobias Sammet mit Avantasia eines der stärksten Melodic Power Metal Metal Alben der letzten 5 Jahre und nur knapp 9 Monate später legt er mit seiner Stammband Edguy mal eben ein neues Studioalbum vor, welches qualitativ (natürlich?) auf einem ähnlich hohen Niveau angesiedelt ist wie Avantasia. Hervorzuheben ist vor allem die Tatsache, dass "Mandrake" absolut nicht eindimensional, sondern erstaunlich abwechselungsreich klingt, was bei geschätzten 90 % der Konkurrenz nicht der Fall ist. Schon der vielschichtige, mit gut sieben Minuten überlange Opener "Tears Of A Mandrake" zeigt das ganz eindeutig und wächst mit jedem Durchgang, zumal man bei Edguy eher auf den typischen Speed Kracher am Anfang gerechnet hätte. Diese gibt es dann aber natürlich mit "Golden Dawn", dem harten "Nailed To The Wheel" (erinnert ein wenig an "No More Foolin`" vom `98er Kracher "Vain Glory Opera") und "Fallen Angels" im weiteren Verlauf der Platte und ich lege meine Hand dafür ins Feuer, dass Edguy Fans diese Track schon beim ersten Durchlauf in ihr Herz schließen werden. Hervorzuheben ist ansonsten noch das überlange, für Edguy Verhältnisse fast schon düstere "The Pharaoh", welches wohl mit zu den Highlights in der bisherigen Bandgeschichte gehören dürfte. Abgerundet wird das ganze noch von weiteren Ohrwürmern wie dem fast schon poppig anmutetenden "Painting On The Wall" und "Jerusalem", die ebenfalls qualitativ auf einem absolut hohen Niveau stehen. Lediglich mit der Ballade "Wash Away The Poison" konnte ich mich bisher nicht so recht anfreunden, haben Edguy in der Vergangenheit mit "Scarlet Rose" doch gezeigt, dass sie auch in diesem Bereich einiges mehr auf dem Kasten haben. Abgesehen von diesem kleinen Schönheitsfehler ist "Mandrake" ein absolut bärenstarkes Album geworden, welches sich weder hinter "Avantasia" noch hinter Klassikern wie "Keeper Of The Seven Keys" aus dem Haus e Helloween verstecken braucht. Keine Frage: "Mandrake" ist für jeden Fan vom melodischem Power Metal ein absoluter Pflichtkauf und dürfte Edguy endgültig in der Champions League dieses Genres neben Acts wie Gamma Ray, Stratovarius oder Helloween etabliert haben. Edguy gehört definitiv die Zukunft!
Fazit: 9.5 von 10 Punkten


