Wie schon auf der Tour zum letzten Gamma Ray Album "Powerplant" fand auch der Startschuss zur neuen "No Order World Tour" in der Bochumer Zeche statt. Sicherlich nicht das schlechteste, sind die Bands zu diesem frühen Zeitpunkt noch absolut toppfit und Ermüdungserscheinungen gibt es auch noch keine. Gut gefüllt war die Zeche an diesem Donnerstag Abend ebenfalls, womit man also insgesamt von guten Bedingungen für einen tollen Abend sprechen konnte.
Den Opener Vanishing Point habe ich zwar leider verpasst, aber rechtzeitig zu den finnischen Senkrechtstartern von Sonata Arctica war ich in der Zeche und die sympathische Band zeigte sich wie schon in Wacken von ihrer besten Seite. Die Setlist bestand erwartungsgemäß überwiegend aus Material des aktuellen Albums "Silence" ("Weballergy", "Black Sheep", "Wolf And Raven", "False News Travel Fast"), aber mit dem Überhammer "Kingdom Of A Heart" und "My Land" kamen auch zwei Nummern vom Debutalbum zum Zuge, die prima in die Setlist passten und beim Publikum dementsprechend gut ankamen. Lediglich der Sound war etwas bescheiden (vom Keyboard war fast nix zu hören), was der insgesamt guten Stimmung aber keinen Abbruch antun konnte. Sonata Arctica haben defintiv eine große Zukunft vor sich und wenn die Karriere der Jungs weiterhin so rasant verläuft, dürfen wir die Combo nach dem nächsten Album vielleicht schon auf Headlinertour begrüßen...
Und nach einer erfreulich kurzen Umbaupause war es dann soweit: Gamma Ray betraten die Bretter und eröffneten ihren Set mit dem Intro "Induction" sowie "Deathrone Tyranny" vom aktuellen Longplayer. Erwartunsggemäß kochte die Stimmung, wobei sich wahrscheinlich nicht wenige verwundert die Augen gerieben haben dürften, wer denn an diesem Abend der Bassist bei Gamma Ray ist: Da der etatmäßige Gamma Ray Bassist Dirk Schlächter immer noch im Krankenha us verweilt, ist kurzerhand Kai Hansens alter Helloween Bandkumpel Markus Grosskopf eingesprungen und machte seine Arbeit an diesem Abend auch wirklich ganz hervorragend - zumindest ich hätte damit eigentlich nicht gerechnet (bleibt nur zu hoffen, dass Herr Hansen nicht auf die Idee kommt, im Gegenzug auch bei Helloween an der Gitarrenfront auszuhelfen). Unterstützt wurden Gamma Ray an den Keyboards zudem von Vanishing Front Tastenmann. Nachdem Gamma Ray also mit dem Opener schonmal routinemäßig gestartet sind, ließen sie mit "New World Order" und "Follow Me" zwei weitere neue Stücke folgen, die von den Fans dankbar aufgenommen wurden. Im Anschluss daran ging es dann kreuz und quer durch die Gamma History und mit "Man On A Mission", "Rebellion In Dreamland", "Land Of The Free", "Valley Of The Kings", "Somewhere Out In Space" und "Short As Hell" wurden zumindest alle Gamma Ray Alben seit 1995 in die Setlist mit aufgenommen, auch wenn ich persönlich noch gerne die eine oder andere Powerplant Nummer gehört hätte. Na ja, dafür gab es mit dem Midtempokracher "Fire Below" und dem starken "Eagle" noch zwei weitere Tracks vom neuen Album zu hören, auch wenn ich mir nicht erklären kann, warum das supereingängige und für Live Konzerte geradezu geschaffene "Heaven Or Hell" nicht in der Setlist auftauchte. Ebenso verwunderte mich ein wenig, dass - ausser einer geilen Lightshow und eines transparenten, mit verschiedenen Farben durchleuchteten Gamma Ray Logo - auf Special Effects wie Pyros komplett verzichtet wurde. Na ja, man kann eben nicht alles haben und die Band machte das locker durch absolute Spielfreude und lustigen Ansagen ("Was ist stachelig und kann nicht fliegen? Genau ein Igel / "Eagle") trotzdem wieder wett, zumal Gamma Ray bodenständig und sympthisch rüberkam wie eh und je. Da verzeit man auch schonmal kleine Pannen wie das vertauschen des nächsten Songs ("So, jetzt kommt "Valley Of The Kings"....ups, nee, erst "Rebellion In Dreamland"). Als krönenden Abschluss des Gigs gab es dann sogar noch eine supergeile Version von "Heading For Tomorrow" und natürlich den Helloween Smasher "Ride The Sky", wobei wohl niemand gedacht hätte, dass Kai Hansen und Markus Grosskopf diesen Klassiker nochmal zusammen runterzocken würden. Insgesamt war es also ein ohne Frage geiler Gig einer bärenstarken Band, die eigentlich überall wo sie auftritt abräumt. Nicht anders war es an diesem Abend und wer nicht da war, hat sicherlich einen der stärksten Club Gigs in diesem Jahr verpasst.
Setlist Gamma Ray (Reihenfolge nicht ganz korrekt...)
1. Induction
2. Deathrone Tyranny
3. New World Order
4. Follow Me
5. Short As Hell
6. Land Of The Free
7. Rebellion in Dreamland
8. Valley Of The Kings
9. Fire Below
10. Man On A Mission
11. Eagle
12. Somewhere Out In Space
13. Heading For Tomorrow
14. Ride The Sky