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Noch'n Toast, noch'n Ei, noch'n Kaffee und 'n Brei
Die "Gebrüder Blattschuss", gewissermaßen Vorreiter und Pioniere moderner (abwechslungsreicher) Ernährungsphysiologie hatten bereits vor vielen Jahren die ausgeklügelste Lösung für ein nagendes Problem: Mutter arbeitet aus Sicht der genannten Brüder zuviel. Um sich selbst nicht der ständigen Kasteiung aussetzen zu müssen (die Mutter so schwer arbeiten zu sehen; Anm. für begriffsstutzige Leser) ließen sie Muttern die Tür zur Küche schließen. Oder war's doch die Sorge um die Wölfin, die ja nur ihre Jungen behütet? Nun ja; aus den Augen aus dem Sinn....und das Frühstück ist dann schneller drin.
Oben genannte Familienbande ist der "Primat modern-geprägter Interaktion". Wer den Satz jetzt nicht verstanden hat: keine Panik. Ich hab auch nur Realschulabschluss gemacht.
Versuchen wir's also mit folgender Parabel:
Eine Firma, nennen wir sie X, bastelt an einem neuen Betriebssystem, welches so revolutionär ist, dass selbst Fidel Castro erbleicht. Eine zweite Firma, Y, ist von dieser Entwicklung angetan und kündigt an, Software auch für dieses neue Betriebssystem zu entwickeln. Als Belohnung für Y's Treue genehmigt X die behutsame Weiterentwicklung eines bestehenden Systems, um sowohl X als auch Y ein wenig Zwischenverpflegung (Verkaufserlös) zu ermöglichen. Man hat ja schließlich Verantwortung für die (noch) motivierten Mitarbeiter und den Betriebskater.
An einem diesigen Morgen nun stellt der Chef von Y (nach einem sehr daneben gegangenen Aufstehen und dem Auffinden der vom Betriebskater zerfetzten Pantoffeln) ad hoc fest, dass Firma X daran Schuld sein muss, dass sowohl Wecker als auch Betriebskatze in konspirativer Absicht vorhatten, Y den Tag zu versauen.
Klarer Fall von Paranoia stellt der geneigte Leser fest. Wecker klingeln immer unangenehm und Kater (besonders unkastrierte) zerlegen in einem Wutanfall nach verpatztem Rendezvous gern Hausschuhe.
Sei es drum. Dieses Szenario spiegelt (jedenfalls nach Kenntnisstand des Zwischenrufers) nicht das Entstehungsdrama um die Amiga-Emulatorlösung wider. Welche Beweggründe Haage & Partner hat, ausgerechnet jetzt diese Lösungen zu veröffentlichen, darüber vermag ich nur zu spekulieren. In nicht enden wollenden Diskussionen jedoch kochen die Emotionen der Anwender hoch.
Im letzten Zwischenruf empfahl ich abzuwarten und Tee zu trinken. Für diejenigen, die sich das aus ernährungsphysiologischen Gründen nicht antun wollen, habe ich diesen Monat einen weiteren Tip: Macht doch Eure Türen einfach mal für einen Monat dicht. Genießt Euer Frühstück. Und nach dieser Zeit wissen wir (hoffentlich) alle, ob es sich lohnt, 150 Euro für eine CD und (ggf.) einige Tausender für einen PC auszugeben.
In jedem Fall umhüllt uns alle momentan eine gewisse Nebelschwade, wenn es um die Zukunft eines wirklich(!!) neuen Amigas geht.
Lebt lang und erfolgreich
Euer
Ralf Driesner <global-dries@gmx.de>
P.S.: Die Ereignisse des 11. Septembers 2001 in New York haben mich geschockt und erfüllen mich mit tiefer Trauer. Ich möchte im Namen der gesamten AMIGA-aktuell-Redaktion den Angehörigen der Opfer mein Beileid aussprechen und sagen "Kopf hoch!! Wir werden das alle gemeinsam durchstehen".