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Schnelle IDE-Festplatten in Größen ab 20GB sind in den heutigen Tagen, dank aufgeblähter Softwaredistributionen und Betriebssysteme völlig normal und preisgünstig wie nie zu bekommen. Vergleicht man allerdings die Preise einer SCSI-Festplatte mit denen einer in technischer Hinsicht fast identischen IDE-Festplatte, fragt man sich, wie Preisunterschiede von bis zu 200% (und mehr) zustande kommen können. Sicherlich ist Angebot und Nachfrage ein wesentlicher Grund für diese Differenz, doch so hohe Preisunterschiede sind damit kaum noch zu erklären.
Die Firma HighPerTEC (oder Hantz+PARTNER) macht dem merkwürdigen Geschäftsgebaren dieser Festplatten-Hersteller wahrlich einen Strich durch die Rechnung. Sie bieten eine kleine Hardware an, die an den 40 poligen Steckplatz eines IDE-Geräts angesteckt und mit dem 50 poligen Fast-SCSI2- Kabel verbandelt werden kann.
Vorteile:
Meine Beweggründe für den Kauf des IDE-Wandlers war neben den verlockenden Festplattenkapazitäten jenseits der 20GB vor allem auch die Lautstärke meines Rechners. Neben einem 32x CD-ROM waren in meinem Amiga 3 weitere SCSI-Festplatten mit Kapazitäten zwischen 1.9 und 2.7 GB verbaut, die alle zusammen einen nicht unbeträchtlichen Geräuschpegel produzierten. Konzentriertes Arbeiten ist an so einem "pfeifenden, rauschendem Etwas" nicht mehr möglich. Moderne IDE-Festplatten arbeiten im Vergleich zu älteren Generationen sehr leise und sogar hochdrehende Platten mit 7200 U/min sind noch als geräuscharm zu bezeichnen.
Nachteile:
Der Kostenpunkt von rund 100,- EURO muß vor dem Kauf unbedingt einkalkuliert werden. Sollte dem Anwender eine Festplattenkapazität von 4- 10 GB ausreichen, lohnt sich die Anschaffung des Wandlers keinesfalls. Dasselbe gilt für die meisten anderen erhältlichen IDE-Geräte wie Brenner oder Wechselplattenlaufwerke. Der meiner Meinung nach einzige, sinnvolle Grund für den Kauf dieses Wandlers ist der Betrieb einer Festplatten mit einer Kapazität ab 20GB. Kleinere Festplatten sind meist günstiger als "echtes" SCSI-Modell erhältlich.
Lieferumfang:
Im Lieferumfang befindet sich neben der Platine eine kopierte, deutschsprachige Anleitung und ein spezielles Y-Stromkabel. Treiber werden für den Wandler nicht benötigt. Er kann demzufolge auch mit Macintosh-, Linux-, Windows-, Casablanca- und Draco-Systemen verwendet werden. Sogar SCSI-Raid-Systeme, Server und Router sollen sich laut Anleitung sehr gut mit dem Wandlers vertragen.
Voraussetzungen:
Der "HighPerTEC SCSIDE-BR2" ist für 50 polige SCSI-Systeme konzipiert. So kann ein Hostadapter mit Anschluß für SCSI-I, SCSI-II, FAST-SCSI oder UltraSCSI (jeweils 50 polig) verwendet werden. Damit sind Amigas mit UW- SCSI (68 polig) für die Verwendung mit diesem Wandler ausgeschlossen bzw. benötigen für den Betrieb einen zusätzlichen Adapter. Für UW-SCSI- Hostadapter sollte demzufolge gleich der "SCSIDE-BR3" verwendet werden, mit dem auch alle UW-SCSI-IDs (0-15) eingestellt werden können.
Ich betreibe den Wandler an einer Blizzard1240T zusammen mit dem BlizzardIV-SCSI-Kit. Am SCSI-Strang hängt desweiteren ein Teac CD532S CD- ROM, ein Teac CD-R55SK CD-R, eine Quantum FIREBALL TM2110S300X HD und eine (auf SCSI konvertierte) 40GB IDE-Festplatte von Fujitsu namens FUJITSU MPG3409AT mit UDMA100-Spezifikation.
Der Betrieb an anderen Turbokarten mit SCSI-Adapter sollte ebenfalls problemlos möglich sein. Um Festplatten mit aktuellen Kapazitäten betreiben zu können, ist auf dem Amiga eine OS-Version ab 3.5 zu empfehlen. Unter OS3.1 sollte der TD64-Patch oder ein Filesystem ohne 4GB-Handicap installiert werden (z.B. SFS oder PFS).
Die Signal-Umsetzungen von SCSI-Befehlen nach IDE-Befehlen wird vom Wandler nur nach UltraDMA33-Spezifikationen übernommen. Der Einsatz von UltraDMA66-Laufwerken (und höheren Spezifikationen) sollte allerdings auch kein Problem sein. Nur werden eventuelle (Geschwindigkeits-)Vorteile in dem Fall nicht mehr ausgenutzt.
Einbau:
Beim Einbau sind einige wenige Dinge sind zu beachten. Zum einen muß das verwendete IDE-Gerät unbedingt als Master (oder als "Standalone") gejumpert werden. Es kann weiterhin auch nur ein IDE-Gerät pro Wandler verwendet werden. Ein "Master-Slave-Konstrukt" funktioniert demzufolge nicht. Sonstige SCSI-Einstellungen wie Terminierung und Zuweisung der SCSI-ID werden direkt an der Wandlerplatine mit Hilfe mehrerer Jumper getätigt. Sollte sich das System merkwürdig verhalten (Gerät wird nicht erkannt, Fehlermeldungen des Filesystems oder des SCSI-Treibers) kann ein Jumper namens "Termination-Power" gesetzt oder abgezogen werden (ausprobieren hilft ;)). Normalerweise gehören die Probleme dann der Vergangenheit an. Ein weiterer Jumperstecker ist für eine aus dem Tower führende LED gedacht, die die Laufwerksaktivität darstellen kann. Diese LED wird leider nicht mitgeliefert - sollte aber problemlos im Elektronikfachhandel erstanden werden können. Nachdem alle Jumper entsprechend gesetzt und die Platine an dem IDE-Gerät angesteckt wurde, wird noch das mitgelieferte Y-Stromkabel mit Platine und Festplatte verbunden und mit einem Stromkabel des Netzteils verkabelt. Die kopierte, deutschsprachige Anleitung beschreibt die Installation und die Funktion der einzelnen Jumper recht ausführlich.
Da die Platine etwas breiter als eine 3.5"-Festplatte ist, kann es unter Umständen zu Platzproblemen beim Einbau der Festplatte in ein 3.5"- Laufwerksschacht kommen. Bei meinem RBM-Towerhawk-ex paßte die Platine gerade noch so, daß ich ein dünnen Streifen Pappe zwischen dem Rand der Platine und der metallenen Zwischenwand im Tower als Isolation einfügen konnte. Falls ein anderes Towersystem verwendet wird, sollte vorher unbedingt der Händler wegen etwaiger Platzprobleme gefragt werden.
Erfahrungen:
Schlechte Erfahrungen habe ich mit dem Wandler selbst bis jetzt noch nicht machen können. Die Steckverbindungen zwischen SCSI- bzw. Strom-Kabel und IDE-Gerät sind sauber verarbeitet, so daß es keinerlei Kontaktprobleme (Wackelkontakte) gibt. Mit einer 40GB-Festplatte von IBM und dem SmartFileSystem V1.84 sah es da schon anderes aus. Zumindest das Problem mit dem Filesystem konnte durch das Update auf V1.192 behoben werden. Es kam unter dem älteren Release öfters dazu, daß der Rechner nach einem Neustart keine Partitionen auf der Festplatte fand. Ich bin mir nicht sicher, woran das lag. Jedenfalls gibt es seit dem Update keine Probleme mehr auf meiner Konfiguration. Das Fastfile-System von OS3.5+ verwende ich überhaupt nicht, so daß ich zu der Zusammenarbeit nichts weiter schreiben kann. Jedoch vermute ich, daß dieses Filesystem ebenfalls den problemlosen Betrieb ermöglicht.
Das Problem mit der IBM-Platte war ebenfalls definitiv nicht auf den Wandler zurückzuführen. Nach der Einrichtung der Platte lief diese ca. 4 Stunden ohne Unterbrechung. Nachdem ich meinen Amiga aus- und nach einer Weile wieder einschaltete, gab die Platte nur noch merkwürdige Geräusche von sich und sonst passierte nichts weiter. Auch ein Versuch die Platte an einem IBM-PC (Compaq PII 400 MHz, 64 MB RAM, Windows NT4) zum laufen zu bewegen schlug fehl. Nach Rücksprache mit dem PC-Händler der mir die Platte verkaufte, erklärte mir dieser, daß es schon einige Käufer gegeben hätte, die dieses Festplatten-Modell wegen eines Defekts zurückgebracht haben. Prima, daß hätte mir der Händler auch vorher sagen können :(. Egal, jedenfalls läuft hier seitdem die oben erwähnte 40GB-Fujitsu-Platte, die zwar nicht ganz so flink unterwegs ist (hat nur 5400 U/min) dafür aber 25,- EURO billiger war und für meine Bedürfnisse eine ausreichende Performance bietet.
Geschwindigkeit:
Die Geschwindigkeit der Datenübertragung hängt größtenteils von der verwendeten Festplatte ab und wird von dem Wandler kaum beeinflußt. Meine Fujitsu gehört nicht gerade zu den Flitzern unter den aktuellen Platten (9ms Zugriffszeit, 512 KB Cache, 5400 U/min), liefert für meine Bedürfnisse aber eine ausreichende Geschwindigkeit und ist relativ kostengünstig zu bekommen. Hier sind ein paar Werte, die mit DiskSpeed erstellt wurden:
MKSoft DiskSpeed 4.2 Copyright (c) 1989-92 MKSoft Development ------------------------------------------------------------ CPU: 68040 AmigaOS Version: 40.68 Normal Video DMA Device: TCD: Buffers: 80 Comments: DiskSpeed 4.2 CPU Speed Rating: 4933 Testing directory manipulation speed. File Create: 188 files/sec | CPU Available: 0% File Open: 443 files/sec | CPU Available: 0% Directory Scan: 1308 files/sec | CPU Available: 0% File Delete: 333 files/sec | CPU Available: 0% Seek/Read: 812 seeks/sec | CPU Available: 1% Testing with a 512 byte, MEMF_FAST, LONG-aligned buffer. Create file: 242977 bytes/sec | CPU Available: 3% Write to file: 495362 bytes/sec | CPU Available: 4% Read from file: 649856 bytes/sec | CPU Available: 1% Testing with a 4096 byte, MEMF_FAST, LONG-aligned buffer. 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Bezugsquelle:
Kaufen kann man die Wandler-Platine bei diversen Amiga-Händlern wie z.B. KDH (http://www.kdh-datentechnik.com) und Shop'n'Fun (http://www.shopnfun.de).
Weitere Quellen:
Homepage von Hantz+PARTNER / HighPerTEC: http://www.hantz.de bzw. http://www.highpertec.com/
Das SmartFileSystem (SFS) in Version 1.192 (Beta) kann hier bezogen werden: http://home.wtal.de/js/
Christian Aichinger <christian@aakt.de>