|
|
Aus meinem Fenster mag ich gar nicht sehen, denn was ich da sehe, gefällt mir nicht. Regen, Nebel, kalter Wind, grauer Himmel - kann es sein, daß es schon wieder Herbst wird? War da nicht noch was zwischen Frühling und Herbst? Ich glaube, das muß ich dieses Jahr verpaßt haben ;).
Und damit herzlich Willkommen zur Oktober-Ausgabe der kleinen Helfer! Diesen Monat gibt es Kurzvorstellungen zu den Programmen "TView", "BabelDOC" und "FTPMount".
Viel Spaß beim Lesen!
Der Name ist Programm - um genau zu sein das TV-Programm. Denn genau dafür wurde TView programmiert. Es liefert dem Amiga-User das tagtägliche Sendeprogramm der bekanntesten in Deutschland ausgestrahlten Fernsehsender und ganz nebenbei auch das Ausstrahlungs-Programm fast aller anderen nord-, west- und südeuropäischen Staaten.
Alles was dafür benötigt wird, ist ein Amiga mit Internetanschluß und installiertem MUI. Ach ja, ein TV-Gerät kann auch nicht schaden, obwohl TView diese "Hardware" nicht zwingend voraussetzt ;).
TView verwendet vier verschiedene Internet-Server, die der Software die Daten des Fernsehprogramms zur Verfügung stellen. Da wären Dagenstv.com (für nordeuropäische Staaten wie Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland), Eurotv.com (für fast alle mittel- und südeuropäischen Länder), Aftenposten.no (für Norwegen) und tv2.dk (für Dänemark). Osteuropäische Fernsehsender werden von der Software leider nicht berücksichtigt.
Eine ältere Version von TView kann aus dem Aminet geladen werden. Ich kann aber jedem Interessierten nur empfehlen, sich neben dieser Version auch das Update auf Version 1.3.10 von der Homepage zu besorgen, welches dort fälschlicherweise als V1.3.9 bezeichnet wird.
Die Installation beschränkt sich auf das Entpacken der beiden Archive. Zuerst wird das Archiv mit der Distribution von TView1.3.2 an einen beliebigen Platz auf der Festplatte entpackt. Danach wird genauso mit dem Update-Archiv auf Version 1.3.10 verfahren. Fertig!
Als nächstes kommt die Konfiguration. Diese ist an sich selbsterklärend da die Benutzeroberfläche größtenteils lokalisiert wurde (schwedisch, norwegisch, deutsch, finnisch, französisch, dänisch, englisch) und die meisten Optionen über eine MUI-Bubble-Help verfügen. Falls trotzdem noch etwas unklar sein sollte, kann die englische Amigaguide-Anleitung zu Rate gezogen werden. Je nachdem, welcher Nationalität der Anwender angehört, sollte er sich unter "General" den entsprechenden Fernsehprogramm-Internet- Server auswählen und danach die über diesen Server verschickten Fernsehsender-Programme selektieren. Im Grunde genommen ist die grobe Konfiguration damit schon beendet.
Um das ausgewählte Fernsehprogramm jetzt noch auf den Rechner zu bekommen, muß eine Internetverbindung hergestellt und über das Menü "Tools/Daten vom Server herunterladen" eine Verbindung zum Server hergestellt werden. Wenn alles richtig konfiguriert und eine Verbindung zum Server hergestellt wurde, fängt TView an, das Fernsehprogramm jedes einzelnen der in den Voreinstellungen ausgewählten Sender abzufragen. Falls TView schon nach einem kurzen Augenblick mit der Datenübertragung abbricht, liegt das meistens an überlasteten Servern. Ein zweiter oder dritter Versuch klappt in diesem Fall aber garantiert.
Nachdem die Datenübertragung abgeschlossen wurde, kann TView das Fernsehprogramm in zwei unterschiedlichen Modi darstellen. Im ersten Modi werden alle Sendungen dargestellt, die in der aktuellen Stunde laufen. Zum anderen kann aber auch das komplette Fernsehprogramm eines beliebigen Senders angezeigt werden.
Ein weiteres nettes Feature ist die Alarm-Funktion. So kann TView veranlaßt werden zwischen einer und 20 Minuten vor Sendebeginn ein Alarm-Signal auszugeben oder ein Programm zu starten. Dazu wird nur die entsprechende Sendung mit der Maus selektiert und das Menü "Tools/Wecker" aufgerufen.
Interessante Möglichkeiten werden über den ARexx-Port von TView zugänglich. Mithilfe der 18 Arexx-Kommandos lassen sich fast alle Funktionen TViews steuern. Sofern die TV-Daten über den Server "Dagenstv.com" geladen wurden, kann sogar der ShowView-Code einer Sendung abgefragt werden. Wurde das Programm über andere Server geladen, versagt dieser Befehl leider.
| Autor: | Fredrik Söderberg und andere |
| Aminet: | comm/tcp/TView.lha |
| Programmversion: | 1.3.10 |
| Homepage: | http://hem.passagen.se/mcdrill/TView.html |
| Lizenz: | Peaceware (siehe Anleitung) |
Im Internet gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, Texte in eine andere Sprache übersetzen zulassen. Einer davon ist der kostenlose Übersetzungs- Service von AltaVista (zu finden unter http://world.altavista.com).
Das Programm BabelDoc nutzt diesen Internet-Service um einzelne Sätze, kurze Textpassagen oder sogar komplette Textdateien von einer Sprache in eine andere zu übersetzen. Die unterstützten Sprachen sind, wie das folgende Bild zeigt, sehr umfangreich.
Für den Betrieb von BabelDoc wird ein Amiga mit Internet-Anschluß und der KingCON-Handler (Aminet unter "util/shell/KingCON_1.3.lha") benötigt. Die Installation als auch Konfiguration von BabelDoc ist recht einfach bzw. so gut wie gar nicht nötig. Es reicht, wenn BabelDoc an einen beliebigen Platz auf der Festplatte kopiert wird. Nach dem Start öffnet sich das oben abgebildete Fenster mit den zur Verfügung stehenden Übersetzungsmöglichkeiten. Der Anwender muß sich nur noch die gewünschte Übersetzungsart auswählen und gelangt danach zu einem Requester, der die Auswahl der Dateneingabe regelt.
BabelDoc unterstützt dabei folgende Möglichkeiten: Wird der Button "Text" gewählt, öffnet sich ein kleiner Requester in dem entweder ein Satz oder nur einzelne Wörter eingegeben werden können. Wird der Button "Kcon" angeklickt, öffnet BabelDoc eine Kingcon-Konsole, in der ein neuer Text eingegeben werden kann. Die meiner Meinung nach interessanteste Möglichkeit erfolgt über den Button "File", denn damit lassen sich komplette Textdateien beliebiger Größe übersetzen. Nachdem AltaVista mit der Bearbeitung fertig ist, wird die Übersetzung von BabelDoc automatisch auf der Festplatte gespeichert.
Allerdings sollte man von der Übersetzungsqualität keine Wunder erwarten. Hinter dem Übersetzungs-Service von AltaVista stecken auch nur Computer und die sind bekanntlich dumm. Wer aber mit dem folgendem übersetzten Textausschnitt aus der englischen BabelDoc-Anleitung etwas anfangen kann, sollte sich BabelDoc einmal näher ansehen.
»...Was @ # ist $ % BabelDoc?
BabelDoc ist ein Programm, das Ihnen erlaubt, Dokumente oder Textfolgen von einer Sprache zu anderen über Übersetzungsdienste AltaVistas zu übersetzen. Es kann vom Werktisch oder vom CLI ausgestoßen werden. Wenn keine Parameter von CLI gegeben werden, benimmt sich BabelDoc dasselbe, als ob ausgestoßen vom Werktisch. Ther sind 3 Inputmodi und sie sind, wie folgt:...«
Interessant, ein "ausstoßender Werktisch". Was das wohl sein könnte ;)?
| Autor: | Lorence Lombardo |
| Aminet: | comm/tcp/BabelDoc.lha |
| Programmversion: | 1.7 |
| Homepage: | |
| Lizenz: | Freeware |
FTPMount ist ein FTP-Client der etwas anderen Art. Anstatt auf eine eigene Benutzeroberfläche oder die Shell zusetzen, bindet FTPMount ein neues "FTP-Laufwerk" in das AmigaOS ein. So wird ein, vom Anwender konfigurierter, FTP-Server als Unterverzeichnis auf dem neuen Laufwerk "FTPMount" dargestellt.
Die Installation erfolgt mittels des Amiga-Installers und demzufolge recht schnell und unproblematisch. Alle benötigten Assigns, Handler- und DOSDriver-Dateien werden automatisch in die richtigen System-Verzeichnisse kopiert. Einige Beispiel-Konfigurationen und die englische Amigaguide- Anleitung werden in ein Verzeichnis "FTPMountDir" kopiert, dessen Ort der Anwender selbst bestimmen kann. Tip am Rande: Wenn der Installer nachfragt, ob das FTPMount-Laufwerk schon beim Neustart angemeldet werden soll, ist es besser, die Frage mit "Nein" zu beantworten. Dafür gibt es, zumindest für Genesis-Besitzer, eine elegantere Möglichkeit, auf die ich am Ende des Textes eingehen möchte.
Nachdem die Installation bewältigt wurde, muß FTPMount noch konfiguriert werden. Die Konfiguration ist zwar etwas unorthodox, trotzdem nicht sehr kompliziert: Im FTPMountDir-Verzeichnis befindet sich ein Verzeichnis genannt "Hosts". In diesem Verzeichnis befinden sich weitere Unterverzeichnisse mit den Pseudo-Namen diverser FTP-Server (z.B. "localhost" für "lokalen FTP- Zugriff" oder "aminet" für einen Aminet-FTP-Server). Die spezifische Konfiguration geschieht über die Tooltypes dieser FTP-Server-Verzeichnisse. Um Zugriff auf einen bestimmten FTP-Server zu erlangen, muß einfach mit der Workbench-Funktion "neue Schublade anlegen" ein neues Verzeichnis erstellt werden. In den Tooltype-Einstellungen dieses neuen Verzeichnisses gibt man dann nur noch ein neues Tooltype "HOST=FTP-Adresse" ein. Um z.B. anonymen Zugriff auf den Server von Haage & Partner zu bekommen, gibt man dort "HOST=ftp.haage-partner.com" ein. Um einen autorisierten Zugriff auf z. B. den FTP-Server der eigenen Homepage zu erlangen, unterstützt FTPMount weitere Tooltypes wie z.B. "USER" für die Benutzer-Kennung oder "PASSWORD" bzw. "PASSWORDCRYPT" für ein (verschlüsseltes) Passwort.
Wird nun eine Verbindung zum Internet hergestellt, kann in einer Shell das FTPMount-Laufwerk ("mount ftp:") angemeldet werden. Eine eleganter Möglichkeit ist, den TCP/IP-Stack wie Genesis (zu Miami kann ich nichts sagen) dazu zu veranlassen, nach der Erstellung der Internet-Verbindung, das FTP-Laufwerk automatisch anzumelden. Genesis bietet dazu in den "Schnittstellen-Einstellungen" unter dem Reiter "Ereignisse/Online" die Möglichkeit, Shell-Kommandos auszuführen.
Dort gibt man einfach 2 neue Befehle ein: Einmal "mount ftp:" um "FTP:" anzumelden und "cd ftp:" um das FTP-Laufwerk auf der Workbench sichtbar zu machen. Falls die Internet-Verbindung getrennt und danach wieder hergestellt werden sollte, gibt es dabei keine Probleme. Fehlerausgaben, daß "FTP:" schon angemeldet wurde, werden von Genesis verschwiegen.
Um Daten "auf den" oder "von dem" Server zu kopieren kann sich der Anwender jedes herkömmlichen Weges des AmigaOS-Dateimanagements bedienen. Sowohl der Weg über Workbench als auch Shell ist problemlos möglich. Datei-Manager wie Dopus oder ClassAction können auf das FTP-Laufwerk ebenfalls problemlos zugreifen.
Ein weiteres nützliches Feature ist das Commodity "FTPMount Status", daß automatisch vom FTP-Handler während der Anmeldung eingebunden wird. Dieses Commodity dient zur Überwachung der Datenübertragung. In einer Liste werden alle mit verschiedenen FTP-Servern hergestellte Verbindungen angezeigt.
Wird auf einen dieser Einträge geklickt wird ein weiteres Fenster geöffnet, in dem der momentane Zustand der Datenübertragung dargestellt wird. Bei zu langsamen Übertragungen kann diese auch abgebrochen werden.
| Autor: | Martin R. Elsner, Thies Wellpott, Evan Scott |
| Aminet: | comm/tcp/ftpmount.lha |
| Programmversion: | 1.3 |
| Homepage: | http://www.martin-elsner.de |
| Lizenz: | Freeware |
So, das war's mal wieder. Vorschläge, Kritik, Wünsche und Mails sind mir immer willkommen.
Christian Aichinger <christian@aakt.de>