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So, nun bin ich seit zwei Monaten Besitzer einer REPULSE Soundkarte, also denke ich, es ist Zeit, dass jemand einen Bericht über dieses Produkt liefert, das wirklich diese Aufmerksamkeit verdient.
Die REPULSE ist eine Soundkarte von Aliendesign für den Zorro-II-Bus, die in allen Amigas mit Zorro-Steckplätzen verwendet werden kann. Die Karte kann Musik in 16-Bit und auch in 24-Bit-Audio abspielen und aufnehmen. Die REPULSE ist AHI-kompatibel und die Werbung verspricht, dass sie eine TOCATA-Emulation hat. Ein- und Ausgänge sind sowohl analog über Mini- Stereo-Klinkenstecker (wie bei Walkman-Kopfhörern) als auch optisch über TOSlink Faseroptik-Verbinder (wie bei Minidisk-Spielern, DAT-Maschinen, CD- Spielern und hochwertigen Audio-Komponenten) zu beschalten.
Ich bin Musiker mit einem Heimstudio für Musikaufnahmen und MIDI. Ich besitze eine Menge Aufnahmen meiner eigenen Musik und der meiner Freunde, die ich über Jahre gemacht habe. Ich habe auch eine große Sammlung von nicht mehr erhältlicher Musik anderer Künstler auf Vinyl und auf (sich allmählich abbauenden) Audio-Kassetten. Ich wollte in die Lage kommen, meine eigene Musik und die Musik meiner Sammlung zur sicheren Lagerung und zum eigenen Gebrauch auf dauerhafte Compact Disks zu archivieren ('zu brennen'). Ich wollte auch CDs von meiner Musik, die ich in Zukunft schaffen werde, herstellen können. Mein Amiga hat schon einen CD-Brenner, aber ich brauchte noch die Mittel, um hochwertiges 16- und 24-Bit-Audio in meinen Amiga zu bekommen, um es mit Software manipulieren und dann auf Compact Disk brennen zu können (ein 8-Bit-Parallelport-Sampler schafft das einfach nicht!). Die REPULSE erlaubt mir, dies sowohl auf optischem Wege (zur echt verlustlosen Übertragung von einer digitalen Quelle) als auch über den analogen Eingang zu tun. Mein wichtigster Maßstab war die Tonqualität. Mein Hauptziel: Bekomme die Musik von meiner DAT, vom Kassetten-Deck, vom Plattenspieler usw. in meinen Amiga, bearbeite sie mit Software und brenne sie auf CD. Mit der REPULSE kann ich mir den Klang in meinen Amiga holen. SOUNDFX, SAMPLITUDE und MAKECD erledigen den Rest.
Ich verwende auch die ausgezeichnete MIDI-Sequencer-Software "Bars & Pipes" für den Amiga in meinem Heim-Studio. Mit der REPULSE-Karte kann ich hochwertige 16-Bit-Samples, aufgerufen von "Bars & Pipes", in meine Musik einbringen.
In der Zukunft werde ich vielleicht meinen Amiga aufrüsten, so dass ich Vielspur-(Multitrack)-Aufnahmen wie mit ProStation Audio oder Audio Evolution machen kann. Auch dafür muss es einfach eine 16-Bit-Soundkarte sein.
Christoffer Aronzon berichtet, dass die REPULSE auch auf seinem Amiga gut arbeitet. Er beschreibt ihn so:
Die REPULSE-Soundkarte wird in einem kleinen einfachen Pappkarton geliefert. Nach Öffnen des Kartons findet man das Handbuch in Deutsch und Englisch, eine CD mit Software, eine Diskette für diejenigen ohne CD- Laufwerk und die REPULSE-Karte selbst. Es ist eine Leiterkarte ungefähr 3.5 Zoll breit und fünf Zoll lang [etwa 9 cm x 11 cm]. An der Karte hängt ein Flachbandkabel. Am anderen Ende des etwa 8 Zoll [20 cm] langen Kabels ist eine Anschlussplatte mit allen externen Buchsen für Ein- und Ausgänge der Karte ... diese Platte wird an der Rückseite des Amiga montiert, wo die Anschlussplatten der Karten üblicher Weise sitzen. Die externen Ein- und Ausgänge sind:
| 1. Mic IN Analogue | [Mikrofoneingang analog] |
| 2. Line IN Analogue | [Leitungseingang analog] |
| 3. Optical IN TOSLINK | [Optischer Eingang TOSLINK] |
| 4. Optical OUT TOSLINK | [Optischer Ausgang TOSLINK] |
| 5. Line OUT Analogue | [Leitungsausgang analog] |
| 6. Headphones OUT | [Kopfhörerausgang] |
Auch auf der Leiterplatte der REPULSE selbst sind noch Anschlüsse, so dass Audio von internen Amiga-Geräten, wie z.B. vom CD-ROM-Laufwerk oder von einer TV-Karte mit dem Ausgang der REPULSE gemischt werden können. Es gibt noch Anschlüsse für zukünftige Erweiterungen, aber von diesen ist noch nichts bekannt.
Die Karte war leicht einzubauen. Ich klappte einfach meinen Amiga auf und schob sie in einen freien Steckplatz. Das Handbuch empfielt, sie so weit wie möglich entfernt von anderen Karten einzusetzen, ich nehme an, um Hochfrequenz-Beeinflussungen zu vermeiden. Meine REPULSE ist nur um einen leeren Steckplatz von einer SUPRARAM Speicherkarte entfernt, aber ich habe noch keine Probleme festgestellt. Die REPULSE-Karte sitzt im Steckplatz an der Stelle, die am Weitesten von der Rückwand des Amiga entfernt ist und das Bandkabel verbindet die Karte mit der Abdeckplatte mit allen ihren Ein- und Ausgängen. Kein Problem, aber wenn das Kabel nur etwas kürzer wäre, würde es nicht reichen.
Das Handbuch geht ziemlich kurz auf die meisten Themen ein, aber es ist gut geschrieben und die Einbaubeschreibung ist einwandfrei.
Ich zog noch einige andere Verbindungen ein:
1) Ein Kabel Mini-Stereo-Klinke auf Links-und-Rechts-Cinch läuft vom Leitungsausgang der REPULSE zum Eingang meines Stereo-Verstärkers, damit ich den REPULSE-Tonausgang über meine Studio-Monitore (Lautsprecher) abhören kann (Kosten etwa $10).
| [Anm.d.Ü.: Preise nur mit "$"-Zeichen sind kanadische Dollar. |
| 1 kan. Dollar ca. 1,40 DM ca. 0,7 Euro] |
2) Ein 6 Fuß [ca. 1,8 m] langes optisches Kabel, gekauft bei Radio Shack (das kostete etwa $30) läuft vom optischen Ausgang meiner DAT-Maschine (Digital Audio Tapedeck) zum optischen Eingang der REPULSE. Damit kann ich den Klang von der Außenwelt in meinen Amiga absolut ohne Qualitätsverlust übertragen.
3) Eine Verbindung (Kosten ungefähr $10) läuft vom analogen Audioausgang eines internen CD-ROM-Laufwerks zum internen Eingang auf der REPULSE-Karte, damit ich Audio-CDs abspielen und diese mit dem Audio-Ausgang der REPULSE mischen kann.
4) Ein Kopfhörer ist in die Kopfhörerbuchse der REPULSE gesteckt.
Die grundsätzlich zum Betrieb der REPULSE-Karte notwendige Software (Library, Preference-Programm & AHI-Treiber) ist auf der CD und der 3,5"- Diskette enthalten, die mit der REPULSE mitgeliefert werden. Die CD enthält noch weitere Bonus-Software, die ich weiter unten beschreiben werde.
Die Einrichtung der kritischen Software von Alien Design wurde mit dem Standardprogramm Installer für Amiga durchgeführt. Das war sehr einfach und das Skript für den Installer ist knapp und professionell. In einem Moment waren die REPULSE-Library, das Preferences-Programm und die AHI-Treiber installiert.
Dann musste ich AHI konfigurieren, um die REPULSE zu verwenden. Im Handbuch der REPULSE gibt so gut wie keine Dokumentation darüber, aber nach intensiver Durchsicht des AHI-Amigaguides habe ich heraus bekommen, wie es geht, und nun bin ich einer, der zum ersten Mal AHI anwendet.
Das Preferences-Programm der REPULSE ist leicht anzuwenden und ist klar verständlich. Es enthält Balance- und Lautstärke-Regler für alle Ein- und Ausgänge auf der Karte, außerdem die Einstellung für etwas, das als "3D- audio" bezeichnet wird, in der Dokumentation zwar nicht beschrieben ist, aber dem Ton einen etwas räumlicheren Klang zu geben scheint. Es gibt auch viele digitale S/P-DIF-Einstellungen, dabei solche zum Setzen von Kopierschutz-Bits und Vorentzerrung für die digitalen Ausgabe von der Karte usw. Das Preferences-Programm macht einen gutentwickelten Eindruck.
Die CD enthält noch weitere Software zur Verwendung mit REPULSE:
Es ist gut, dass diese Programme enthalten sind, aber ich hatte Probleme bei der Installation dieser Fremd-Software. Vor allem funktioniert die direkte Installation von der CD-ROM in den meisten Fällen nicht. Ich habe den Grund gefunden. Bei den meisten, wenn nicht bei allen, Dateien auf der CD-ROM ist der Schreibschutz gesetzt. Einige Installationsskripts kopieren diese geschützten Dateien auf die Festplatte des Amiga und versuchen dann, diese zu modifizieren und melden Fehler, wenn sie das nicht können. Die Lösung ist es, die zu installierenden Archive auf die Festplatte zu kopieren, das Schutzbit aller Dateien mit dem Befehl PROTECT (im CLI) zu ändern and dann die Installation dieses Programms aus dem geänderten Archiv auf der Festplatte zu versuchen.
Christoffer fügt hinzu: "Bei der gesamten Software auf der CD fehlt das Schreib(W)- und Lösch(D)-Bit, das schließt die Treiber und die gesamte AHI- Software ein. Dadurch kann es später zu Schwierigkeiten bei der Konfiguration von AHI oder den Treibern kommen. ... Ich habe eine E-Mail an Aliendesign über dieses Problem gesandt und sie antworteten, dass die Schutzbits bei der nächsten Lieferung der REPULSE-Treiber-CD gesetzt sein würden. Deshalb wird dieses Problem nur bei den ersten Lieferchargen der CD auftreten."
Ein anderes Problem hatte ich mit der auf der CD enthaltenen Version von SOUNDFX 4.1. Ich konnte es installieren, nach dem ich, wie beschrieben, die Schutzbits der Dateien umgestellt hatte. Im Handbuch steht, es sei eine speziell registrierte Version für REPULSE-User, was, wie ich annehme, bedeutet, dass das Programm das Vorhandensein der REPULSE-Karte erkennt und dass die Shareware-Beschränkungen entfernt sind. Wenn ich das Programm verwende, scheint es die REPULSE-Karte in meinem Amiga zu erkennen, aber es lässt mich nicht meine Projekte abspeichern mit der Bemerkung, das sei in der unregistrierten Version nicht möglich ... also, was soll das? Christoffer sagt, dass er diese Spezialausgabe von SOUNDFX einwandfrei auf seinem Amiga installieren konnte, und er meint, dass das etwas mit der erwähnten Voreinstellung der Schutzbits zu tun haben könnte.
Das hat mich allerdings nicht so sehr betroffen, denn ich bin schon ein nach Zahlung registrierter Benutzer von SOUNDFX ... ich nahm einfach meine registrierte Kopie von SOUNDFX4.1 und die arbeitet gut mit der REPULSE. Ich kann dieses Programm jedem Amiga-Audio-Enthusiasten nur empfehlen...es ist außerordentlich leistungsfähig. Das einzige andere Programm für die Manipulation von Audio-Dateien, das ich kenne und das virtuellen Speicher verwendet (zur Manipulation großer Audio-Dateien auf Amigas mit wenig Speicher), ist Samplitude. Wenn Sie also vor haben, 16-Bit Stereo-Musik von normaler Länge (3 Minuten und mehr) zu bearbeiten und Sie weniger als 50 MBytes an RAM haben, würde ich Ihnen zu einem dieser Programme raten.
Die Repulse hat für mich in den vergangenen zwei Monaten gut gearbeitet. Nur eine kleine Unannehmlichkeit musste ich feststellen. Nach einem Kaltstart meines Amigas wird die REPULSE NIE erkannt. Ich muss NOCH EINEN Warmstart (CTRL-A-A) machen, danach wird die REPULSE vom Amiga angemeldet und durch die Software erkannt. Ich kann mir nicht vorstellen, warum das geschieht, aber es macht den Eindruck eines leicht zu lösenden Problems. Nach diesem und jedem weiteren Reboot arbeitet die REPULSE immer gut. Auf der Webseite von Aliendesign (www.aliendesign-gbr.de) ist ein kleines Programm, welches die REPULSE-Library schon früh in der Startup-Sequence aktivieren soll. Ich habe es installiert, aber es scheint nichts geändert zu haben. Aber ehrlich gesagt, ich habe bis jetzt noch nicht ernsthaft versucht, dieses Problem zu lösen.
Christoffer schlägt vor: "Weitere Informationen über diese Sache können über Aliendesigns REPULSE FAQ abgerufen werden: http://www.aliendesign-gbr.de/repulse/en/text_faq.html Sie wurden erweitert um den Punkt über die Initialisation der Karte nach einem Kaltstart und beschreibt auch die Verwendung des Hilfsprogramms "repulseinit".
Bis jetzt habe ich die REPULSE verwendet, um Audio über AHI, mp3-Spieler, Programme für Tonbearbeitung und Multimedia-Spieler abzuspielen, und ich spielte Audio-CDs in meinem CD-ROM-Laufwerk über die REPULSE. Es klang immer ausgezeichnet, weder Rauschen noch Störgeräusche waren zu hören.
Ich habe auch Musik von einigen DATs und analogen Audio-Kassetten in meinen Amiga mit der REPULSE übertragen, die ich dann auf CD gebrannt habe. Hauptsächlich habe ich die Software "AHIRecord" (wird mit der REPULSE geliefert) dafür verwendet, und auch hier waren die Ergebnisse fantastisch. Die REPULSE tut also genau das, was ich von ihr erwartet habe.
Christoffer und ein weiterer REPULSE-Besitzer, mit denen ich E-Mails austausche, beschreiben eine einfache Methode, um Amigas Paula-Audio mit dem REPULSE-Ausgang zu mischen. Dadurch sollen alle Ausgaben von Amiga- Audio (AHI und Native) über die REPULSE laufen:
(Christoffer) "Ein Tipp dafür ist, den Audioausgang Ihres Amiga über ein Kabel mit 2x Cinch --> 1x Mini-Stereo-Klinkenstecker mit dem Analog-Eingang Ihrer REPULSE zu verbinden. Dann stellen Sie den Mixer so ein, dass das Signal an "Line IN" eine akzeptablen Lautstärke hat, speichern Ihre Einstellungen ab und fügen den Befehl "repulseinit" mit der Option Speicher-resident zu bleiben in Ihrer Startup-Sequence ein. Das erlaubt Ihnen (nachdem der Befehl repulseinit gegeben wurde) alle Ihre beliebten Spiele zu spielen und die Amiga-Audio-Ausgabe auf die REPULSE umzuleiten - sehr nett :)"
Die andere Methode, die mir vorgeschlagen wurde, arbeitet auf die gleiche Weise, jedoch mit einem "internen" Dreh. Anstatt vom Cinch-Ausgang des Amiga zum analogen Eingang "Line IN" der REPULSE (am hinteren Abdeckstreifen der REPULSE) zu gehen, sollte das Kabel an einen der internen Eingänge der REPULSE (d.h. den CD-ROM-Eingang oder den TV-Karten- Eingang direkt auf der REPULSE-Leiterplatte) gelegt werden. Damit stehen alle externen Eingänge der REPULSE immer noch zur Verfügung. Dafür müssten ein internes CD-ROM-Audio-Kabel ($6) und zwei Cinch-Stecker ($5) gekauft werden. Ein Ende des CD-ROM-Audio-Kabels ist abzuschneiden, an die Leiter für den rechten und den linken Kanal ist je ein Cinch-Stecker anzulöten, die Erdung wird mit beiden Steckern verbunden. Sie müssen eine der leeren Abdeckungen an der Rechner-Rückseite entfernen oder ein kleines Loch in die Rückseite des Rechnergehäuses bohren, damit das Kabel von den außen liegenden Buchsen des Amigas zum inneren Stecker der REPULSE geführt werden kann.
Christoffer schlägt noch folgendes für die Benutzung der REPULSE vor:
"Ein weiterer Tipp, um die Karte so gut wie möglich klingen zu lassen, ist der, immer die nicht benutzten Eingänge abzuschalten, das gilt besonders für den Mikrofon-Eingang. Denn sie tragen alle zum gesamten Störpegel der Karte bei, wenn sie aktiv sind."
Ich möchte hinzu fügen, dass analoge Eingänge nicht zur Störung des optischen Eingangs beitragen, da sie nicht damit gemischt werden.
So, jetzt geht es um die Dollars. Amiga-Hardware ist niemals so billig wie die für PC oder MAC, nicht wahr? Und wenn man daran denkt, dass zu der Zeit, als die REPULSE auf den Markt kam, keine Konkurrenzprodukte vorhanden waren, konnte ich keine Preisvergleiche anstellen und musste mich mit dem verlangten Preis abfinden. Ich bestellte die REPULSE bei Software Hut in den USA (www.softhut.com). Der Preis war $299.00 US plus Versandkosten. Außerdem musste ich den Einfuhrzoll nach Kanada und die kanadische G.S.T. (Steuer) bezahlen. Die Gesamtkosten, einschließlich der lächerlichen Steuern, Zollgebühren und Versand, kam in die Nähe von sechshundert Kanadischen Dollar, mit allem Drum und Dran. Ganz schön teuer für eine Soundkarte, was? Nun, ja und nein. Bedenken Sie folgendes:
Frage: Warum nicht eine Amiga-Erweiterung für PC-Karten kaufen, wie z.B. die Mediator, und damit Zugang zur weiten Welt der PC-kompatiblen Soundkarten zu haben, anstatt eine Nur-Amiga-Soundkarte?
Antwort: Es bestehen doch Zweifel, ob dieser Weg technisch machbar ist (ich befragte Entwickler bei Aliendesign darüber). Ich wollte sicher gehen, dass die Hardware, die ich kaufte, die Aufgabe erledigen könne, für die ich sie vorgesehen hatte, also kaufte ich eine Hardware, die für den Amiga entwickelt worden war. Außerdem bedeutet die Mediator zusätzliche Kosten, und sie arbeitet nicht einmal für Anwender mit einem A2000. Wo sind die Treiber für Audiokarten via Mediator? Und außerdem beachten Sie mein Kommentar über diese "erschwinglichen" Audiokarten weiter unten.
Frage: PC-Soundkarten kosten nur etwa $40!! Die REPULSE erscheint im Vergleich dazu wirklich teuer!
Antwort: Die meisten normalen PC-Soundkarten sind für Videospiele entworfen. Sie bieten MPEG-Dekodierung und es sind fantasievolle 3D- Eigenschaften eingebaut, aber für einfache professionelle Klangverarbeitungszwecke sind ihre Leistungen oft recht schwach. Wenn Sie das nicht glauben, starten Sie einfach eine Suche bei YAHOO oder USENET mit dem Begriff "SOUNDBLASTER NOISE PROBLEM" und zählen Sie, wie viele Treffer Sie bekommen. Diese Störgeräusche und Verzerrungen werden von den Spielern gewöhnlich gar nicht bemerkt, aber sie sind für jemanden, der Klangverarbeitung im professionellen Rahmen ausführt, nicht tragbar. Ein weiterer Punkt ist, dass viele dieser Soundkarten keinen optischen Anschluss haben, und wenn doch, dann meistens nur einen optischen Ausgang. Das genügt nicht für meine Zwecke. Es gibt da draußen eine Webseite, die aufzeigen soll, wie selbst die optischen Eingänge der höherwertigen Soundblaster-Karten unerwünschte Störgeräusche einbringen.
Ich glaube, dass auch die Leute in der Windows-PC-Welt, die ihren Computer für professionelle Klangbearbeitung benutzen, etwa $300 oder mehr für eine gute Soundkarte ausgeben (ich rede nicht von einer Marke, die man bei Computer City oder einem ähnlichen Einzelhändler findet). Schließlich bieten nur sehr wenige Karten unter $300 für einen beliebigen Computer die 24-Bit-Ton-Kompatibilität, die sehr schnell zum Standard in professionellen Audio-Kreisen wird.
Frage: Wenn man CDs mit seiner Musik brennen will, warum kauft man sich nicht einfach einen selbständigen Stereo-CD-Brenner?
Antwort: Nun, diese kosten gerade so viel oder mehr wie die REPULSE plus einem CD-RW-Laufwerk. Und sie erlauben es nicht, die Audio-Dateien vorher zu bearbeiten oder anzupassen, wie ich es mit dem Computer kann. Außerdem verwenden die CD-Recorder für Normal-Verbraucher spezielle Nur-Audio-CDs, die drei Mal so viel kosten wie normale beschreibbare CDs und viel schwerer zu bekommen sind. Ich denke, ich könnte einen professionellen CD-R-Recorder von TASCAM oder so bekommen, aber die kosten hier in Kanada $900 oder noch mehr und auch diese haben nur begrenzte Bearbeitungsfähigkeiten.
Frage: Ok! Aber was ist mit einem Minidisc-Recorder?
Ich mag das Minidisc-Format sehr, aber ich will die weite Kompatibilität und die unkomprimierten Klang-Eigenschaften der CD zum Aufbewahren meiner Master-Aufnahmen nicht vermissen. Vielleicht besorge ich mir später eine MD-Maschine zum portablen Einsatz.
So, ja, es war teuer. Aber $299 US für ein Stück Studioausrüstung ist wirklich ein ganz durchschnittlicher Preis. Das bedeutet also, für jede oder jeden, der seinen/ihren Amiga für professionelle Audio-Bearbeitung einsetzt, ist es ein angemessener Preis. Und, als ich mir diese erste CD mit meiner eigenen Musik anhörte, die ich von einer alten analogen Kassette überspielt hatte, tat es mir überhaupt nicht mehr leid. Der Preis ist es vollständig Wert für die Zufriedenheit, die es mir gibt (bezüglich der Stabilität und Langlebigkeit der CDs als Archivierungsmedium).
Ich möchte noch erwähnen, das die REPULSE von Aliendesign für 200 Euro angeboten wird (was ungefähr 200 - 250 US-Dollars sind). Einige europäische Eigentümer der REPULSE konnten sie zu diesem Preis kaufen.
Ich möchte über die REPULSE noch einige Dinge sagen.
Erstens: Als die REPULSE damals herauskam, wurden von KDH-Datatechnik in Deutschland einige ungute Worte veröffentlicht über angeblich unzureichende Qualitätskontrollen durch Aliendesign. Aus irgend einem Grunde bekam KDH nicht ihre erste Bestellung der REPULSE-Karten und geriet darüber mit Aliendesign in Disput (sie bieten nun ersatzweise die Flipper an). Bei einer Suche im Internet konnte ich keine sicheren Hinweise für irgendwelche Probleme mit der Qualitätskontrolle bei Aliendesign finden, wenn es solche überhaupt geben sollte. Es scheinen keine schlechten Karten in die Öffentlichkeit gelangt zu sein. Tatsächlich haben aber mehrere europäische Eigentümer der REPULSE Mitteilungen auf die KDH-Webseite gestellt, wie zufrieden sie mit ihrer REPULSE-Karte sind.
Anhang: Die REPULSE FAQ auf der Aliendesign-Webseite sprechen dieses Gerücht an. Es scheint, dass der Hersteller der REPULSE-Karten zuerst Fertigungsserien an Aliendesign lieferte, bei welchen eine höhere Rate an fehlerhaften Karten war als erwartet (eine gewisse Fehlerrate ist bei der Leiterplattenherstellung immer zu erwarten). Aliendesign prüft jede REPULSE in einem echten Amiga, so dass keine fehlerhaften Karten an die Kundschaft ausgeliefert werden. Nur perfekt funktionierende REPULSE kommen zur Lieferung. Diese erhöhte Fehlerrate bei der ersten Serie machte es für Aliendesign unmöglich, alle Händler-Aufträge zu erfüllen. Über diesen Lieferengpass wurde auf der Weseite von KDH berichtet und die Meldung wurde von einigen falsch interpretiert als Hinweis, die REPULSE sei unzuverlässig. Ich denke, meine Erfahrung und die anderer Benutzer der REPULSE zeigen, dass die REPULSE ein voll vertrauenswürdiges Produkt ist.
Zweitens: Eine Mitteilung an Aliendesign: Ich wünsche mir wirklich, Sie würden mehr Amiga-Benutzer über dieses großartige Produkt informieren, das Sie anbieten. Es füllt wirklich eine große Lücke. Ich bin überrascht, so gut wie keine Öffentlichkeitsarbeit für die REPULSE zu sehen! Ich bin sicher, viele Amiga-Betreiber wissen nicht einmal, dass sie existiert, also bitte macht mehr Reklame!
Es scheint, dass nicht mehr viele Amiga-Audiokarten in Produktion sind. Die einzige andere Option für Amiga-Anwender sind gebrauchte Audiokarten (sehr schwer zu finden), oder die Delfina Flipper, die im August 2001 herauskommt. Nun, die Flipper scheint ein gutes Erzeugnis zu sein. Sie ist eine verbesserte Version eines älteren Produkts. Aber wie schneidet sie gegenüber der REPULSE ab? Es sieht aus, dass sie für etwa den gleichen Betrag verkauft werden wird. Wird es eine ZorroII- oder ZorroIII-Karte sein? Wenn sie eine ZorroIII-Karte ist, dann haben die Benutzer von A4000, 3000 und 1200 den Vorteil der Z3-Architektur, aber Benutzer des A2000 können sie nicht verwenden. Die REPULSE kann mit allen Amigas verwendet werden. Soweit ich erkennen konnte, hat die Delfina keine 24-Bit- Fähigkeiten, auch hat sie keine optischen Ein- oder Ausgänge, welche ein Muss für Leute sind, die professionelle Audio-Bearbeitung machen. Die Flipper wird einen DSP (Digitial Signal Processor) haben, der hilfreich ist, um Spezialeffekte bei Musiken für Spiele zu erzeugen, um MP3-Dateien zu dekodieren oder für Surround-Klänge. Der DSP der Flipper kann auch gut sein, um Echtzeit-Effekte in Multitrack-Audio über ProStation Audio oder Audio Evolution einzufügen. Aber für das Mischen und die Fertigung von Master-Dateien im professionellen Audio-Betrieb ist der DSP nicht so wichtig wie die Qualität, die von den optischen Anschlüssen und der 24-Bit- Verarbeitung der REPULSE geboten wird. Außerdem erwähnt Aliendesign in den REPULSE FAQ, dass ein DSP und MP3-Dekoder Möglichkeiten für zukünftige Erweiterungsmodule darstellen, so dass auch die REPULSE-Besitzer eines Tages das Beste aus beiden Welten haben können. Die Flipper scheint ein gutes Produkt für den allgemeinen Audio-Betrieb zu sein, aber auf Grund der spezifischen Daten, die mir bekannt wurden, werden Leute, die an der professionellen Audio-Arbeit interessiert sind (wie Besitzer von Heim- Musikstudios oder Musikfreunde), die REPULSE nützlicher finden wegen ihrer einmaligen Eigenschaften, die ich ausführlich erwähnt habe. Spaßig ist, dass die Flipper viel besser beworben wird als die REPULSE. Ich habe überhaupt noch keine REPULSE-Werbung gesehen.
Nun hoffe ich, dass alle Ihre Fragen über die REPULSE beantwortet sind. Ein großartiges Produkt, das den Klang in ausgezeichneter Qualität in Ihren Amiga hinein und auch wieder heraus bringt. Die Leistung Ihres Amiga und das zur Verfügung stehende RAM bestimmt, wie schnell Sie die Klänge bearbeiten können, sobald sie auf Ihrer Festplatte sind. Ich kann dieses Produkt nur empfehlen.
| Hardware: | 5 von 5 (keine Klagen, viele Eigenschaften) |
| Software: | 3 von 5 (Bonus-Software muss in Ordnung gebracht werden) |
| Dokumentation: | 3 von 5 (gut, aber könnte etwas eingehender sein) |
Brent Santin <woodenflutes@yahoo.ca>