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Tests und Erfahrungsberichte

1. Kleine Helfer für den Amiga-Alltag (von Christian Aichinger)

Oh man, was für eine Hitze. Mein Ventilator gibt sein Bestes und trotzdem rinnt mir der Schweiß in Strömen von der Stirn. Ich hoffe nur, ich bekomme keine "gewischt" während ich diese Zeilen tippe - Wasser und Computer vertragen sich so schlecht ;). Und mit dieser verschwitzten Einleitung herzlich willkommen zu den kleinen Helfern im August. Diesmal gibt es Testberichte zu StopMenu (Amiga Arena Special Edition) und den DocDatatypes.

Viel Spaß beim Lesen!

StopMenu:

Da hat die Amiga Arena mal wieder ein registriertes Shareware-Programm für "lau" zur Verfügung gestellt. Kurz gesagt: Bei StopMenu handelt es sich um einen Clone des bekannten Windows9x-Startmenüs. StopMenü ist nicht der erste Vertreter dieser Art - gehört meiner Meinung nach aber auf alle Fälle zu den besseren und vorallem bequemer zu konfigurierenden Start-Leisten.

Nachdem das 287kb große Archiv von der Homepage der Amiga Arena geladen und entpackt wurde, kann die Installation mittels Installer-Skript gestartet werden. Während der Installation kann das später verwendete Grafikset gewählt werden. Zur Verfügung stehen Piktogramme im NewIcon- oder GlowIcon- Look. Falls auf dem verwendeten Amiga kein OS3.5/OS3.9-System installiert wurde oder falls ein OS3.1-System verwendet wird auf dem kein NewIcons- System vorhanden ist, werden die zusätzlich benötigten System-Module automatisch auf dem Rechner installiert. Auch sonst läuft die Installation recht reibungslos ab. Zu beachten wäre noch, daß das Keyfile (das übrigens auf "Amiga Arena Visitor" registriert wurde) während der Installation nicht mitkopiert wird. Dieses muß vom Anwender nachträglich aus dem Verzeichnis "key" in das neu angelegte StopMenu-Verzeichnis verschoben werden.

Wurde die Installation erfolgreich beendet, muß der Rechner noch neu gestartet werden. Nachdem die Workbench wieder zur Verfügung steht, kann StopMenu zum ersten Mal begutachtet werden. Oder doch nicht? Doch StopMenu ist installiert! Man muß den Mauszeiger nur an den unteren Bildschirmrand ziehen und die Startleiste wird erscheinen ;).

Die Standard-Startleiste ist so konfiguriert, daß auf nahezu allen Amiga- Rechnern, auf denen die normale Workbench-Installation aufgespielt wurde, sofort erste Gehversuche gemacht werden können.

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Neben dem eigentlichen Start- ("Stop"-) Menü stehen in der Standard- Konfiguration noch vier zusätzliche Startleisten-Menüs zur Verfügung.

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Das wären "Commodities", das einen vollständigen Ersatz für das Commodity- Programm "Exchange" darstellt, "Preferences", mit dem (fast) alle, im Prefs-Ordner der Workbench installierten, Voreinstellerprogramme gestartet werden können und "Screens" bzw. "WBWindows", das zum Verwalten von Bildschirmen und Workbench-Fenstern Verwendung finden kann. Ein nettes Feature ist, daß man mit dem "Screens"-Menü Amiga-Bildschirme auch als IFF- Grafik abspeichern kann.

Ganz auf der linken Seite befindet sich noch eine kleine digitale Uhr. Wird auf die Digitalanzeige geklickt erscheint ein weiteres Programm-Modul: Das "StopMeter". Dieses zeigt das vollständige, aktuelle Datum (Tag, Datum, Uhrzeit) in der Titelleiste und als Balkengrafik die momentane CPU-, Chip- Mem- und Fast-Mem-Auslastung an.

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StopMenu stellt zwei Voreinsteller zur Verfügung: Zum Ersten den Einsteller für das grafische Erscheinungsbild und diverse Programmparameter (StopMenu: Stop/Program/Prefs)

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und zum Zweiten einen Editor für benutzerdefinierbare Menüeinträge (StopMenu: Stop/Program/Menu edit).

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Mit dem Programm-Einsteller können unterschiedliche Grafik-Stile für die diversen Buttons und Menüs sowie die Schriftstile der Bezeichnungen festgelegt werden. StopMenu ist in der Lage, die grafische Aufmachung von Win95 und MagicWB (XEN) darzustellen aber auch einfach- und doppelt- umrandete Benutzerelemente stehen zur Verfügung. Neben einer ganzen Reihe weiterer Programm-Einstellungen können die oben erwähnten zusätzlichen Startleisten-Menüs auch an- oder abgeschaltet sowie an eigene Bedürfnisse angepaßt werden. Vor allem bei gut gefüllten Prefs-Ordnern sollte man sich etwas Zeit mit der Konfiguration der "Ausschlußliste" des Preferences-Menü nehmen, da es sonst zu Darstellungsproblemen kommen kann.

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Diese Ausschlußliste dient dazu, bestimmte Voreinstellerprogramme, die nicht sehr häufig (oder nie) verwendet werden von der Darstellung im Preferences-Menü auszuschließen. Eine vergleichbare Ausschlußliste existiert ebenfalls für das Screens- und das WBWindows-Startleisten-Menü.

Mit dem Menu-Editor können (wie der Name schon sagt) neue Menü-Einträge im Stop-Menü festgelegt werden. Bei neuen Menüeinträgen unterscheidet StopMenu zwischen CLI- und Workbench-Programmen als auch zwischen Skripten, programminternen Kommandos und grafischen Elementen wie ausgelassenen Menüpositionen ("Leerstellen") oder einem Abgrenzungsstrich. Untermenüs (und weitere Menüs in den Untermenüs) können mit der Typ-Definition "Menu" festgelegt werden. Jedem Menüeintrag läßt sich zusätzlich ein frei wählbares Piktogramm zuordnen. Dies geschieht mit einem komfortablen Selektor. Leider funktionierte dieser Programmpunkt auf meinem OS3.9-System fehlerhaft, so daß von einer Vorschau des zu verwendeten Piktogramms nichts zu sehen war. Auf einem OS3.1-System mit installiertem NewIcons-System gab es dagegen keine Probleme.

Ein weiterer offensichtlicher Fehler ist die Darstellung der Amiga-Menüs der Voreinsteller-Programme. Auf dem verwendeten OS3.9-System (040/CGFX) als auch auf dem OS3.1-System (030/AGA) wurden Menüpunkte in schwarzer Farbe auf schwarzem Untergrund gezeichnet, was wiederum nicht sehr sinnvoll, da nicht lesbar ist. Dies ist zwar kein großes Manko, da alle Menüeinträge auch als Buttons in dem jeweiligen Einstellerprogramm wiederzufinden sind aber den Gesamteindruck StopMenus trübt dieser Umstand doch etwas. Unter Umständen läßt sich dieser Fehler auch mit einem Patchprogramm wie z.B. MagicMenu beheben. Allerdings habe ich das nicht ausprobiert.

Zu den Systemvoraussetzungen schweigt sich die englischsprachige Anleitung im Amigaguide-Format aus. Meiner Meinung nach sollte StopMenu allerdings auf allen Amigas mit OS3.1 und 2MB RAM einwandfrei funktionieren. Damit die Piktogramme nicht zu farblos aussehen, wäre eine Workbench mit min. 32 Farben oder besser 256 und mehr Farben angebracht.


Autor: Damir Arh und Tomasz Wójcik 
Download: http://www.online-club.de/~ARENA/ 
Programmversion: 1.9 
Homepage: http://damir.gajba.net 
Lizenz: Amiga Arena Freigabe 
  

DocDataTypes:

Mit den vielen, unterschiedlichen Textformaten, die die verschiedensten Wintel- und Mac-Textverarbeitungs-Programme auf die Menschheit loslassen, kann der Amiga-Anwender meistens nicht mehr machen, als sie zu löschen. Eine Lösung, wenn auch nur eine Bescheidene, stellen die DocDataTypes von Amarpreet Singh Munde, dem Autor der DocDataTypes, dar.

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Diese Sammlung, bestehend aus 9 verschiedenen Datatype-Erweiterungen, ermöglichen es MultiView als auch jeglichen anderen Textprogrammen, die über Datatype-Support verfügen, zumindest die reinen Textdaten aus diesen Dateien zu entnehmen. Die DocDataTypes unterstützen dazu mehr als 20 Dateiformate in unterschiedlichsten Inkarnationen als auch Versionsnummern. Es lassen sich neben den wohl bekanntesten wie Word (DosWord V4-V5.5, WinWord V1-2000, MacWord V4-98), WordPerfect (V4-V9, Amiga WordPerfect V4) und AmiPro (1-3) auch exotische Dateien wie XyWrite, QL Quill und Palm db TEXt DOC anzeigen bzw. in reine ASCII-Texte konvertieren. Leider bleiben dabei aber auch Grafiken, Schrift- u. Absatz-Spezifikationen als auch Tabellen oder andere Layout-Objekte auf der Strecke. Wer auf solchen "Schnickschnack" verzichten kann, sollte sich die DocDataTypes mal ansehen.

Die Installation erfolgt bequem mittels Installer-Skript und ist sehr schnell (vorausgesetzt der Benutzer-Level ist auf "Anfänger" eingestellt) erledigt. Nach einem Neustart können alle oben erwähnten Dateitypen problemlos mit MultiView angezeigt werden. Wem die DocDataTypes nicht zusagen sollten, kann sie mit dem selben Installerskript auch wieder entfernen lassen.

Die unregistrierte Version der DocDatatypes stellt nur die erste Seite eines Dokuments dar. Für das Austesten reicht dieser Umstand aber völlig. Ich habe nur den Word-Datatype ausprobiert und Multiview konnte den Text problemlos (mit den oben erwähnten Einschränkungen) darstellen.

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Über die Systemvoraussetzungen schweigt sich die englischsprachige Dokumentation im Amigaguide-Format aus. OS3.0 wird wegen dem Datatype- System zwingend benötigt und ein paar KB freien Speicher sollte auf dem Rechner ebenfalls vorhanden sein.

Etwas schlucken mußte ich, als ich die Registriergebühr sah: 20 Pfund Sterling? Ich bin mir nicht sicher, aber das müßten umgerechnet mehr als 30,- Euro sein. Für eine Shareware ist das kein geringer Preis.


Autor: Amarpreet Singh Munde 
Aminet:  
Programmversion: 40.20 
Homepage: http://go.to/docdatatypes 
Lizenz: Shareware (20 Pfund) 
  

So, das war's für diesen Monat. Nächsten Monat gibt's hoffentlich wieder ein paar mehr Reviews, nur diesmal hatte ich leider nicht sehr viel Zeit zum Ausprobieren und Schreiben. Vorschläge, Kritik, Lob und was euch sonst noch einfällt sind mir immer willkommen.

Bis zum nächsten Mal

Christian Aichinger <christian@aakt.de>

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