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Abschließend

Über die beeindruckende Zuverlässigkeit AMIGAs (von Carsten Schröder)

In einem Punkt kann man sich in letzter Zeit auf AMIGA wirklich verlassen: Auf jeder einigermaßen wichtigen Messe macht das Unternehmen neue Ankündigungen, mit denen zuvor niemand gerechnet hat, ohne die bisherigen Versprechungen auch nur ansatzweise in die Tat umzusetzen. Aber vielleicht ist genau Letzteres der Grund für die immer wieder neuen Bekanntmachungen: Mit irgendwelchen positiv klingenden News müssen wir versuchen, die Anwender bei Laune zu halten, scheint man sich in Snoqualmie zu sagen.

Verlassen können wir uns aber weiterhin auch auf AMIGAs Kommunikations- und Informationspolitik: Denn wer befürchtet hatte, dass sich diese ändern könnte, kann beruhigt aufatmen. Auch in Zukunft werden wir wohl das Vergnügen haben, nach einer Ankündigung (die natürlich zunächst mal mündlich und via Internet-Chat, aber ohne schriftliche Presseerklärung erfolgt) zunächst einmal zu rätseln, wie diese überhaupt zu verstehen ist. Und für dieses Gehirntraining müssen wir nicht einmal etwas an AMIGA zahlen.

Ihr merkt sicher bereits, allmählich kann ich die Geschehnisse nur noch mit Humor (oder ist es sogar schon Sarkasmus?) ertragen. Das jüngste Beispiel ist wieder einmal bezeichnend: Als ich am letzten Samstagmorgen ins Internet schaute, da konnte ich User-Statements wie "x86-Version des AmigaOS in Entwicklung" und "AmigaOS wird für x86-Rechner portiert" lesen. Aha, dachte ich da spontan, AMIGA ist zur Vernunft gekommen und hat eingesehen, dass die in St. Louis bekannt gegebenen Entscheidungen ein Fehler waren. Denn bekanntermaßen halte ich die Unterstützung der x86-Prozessorreihen aufgrund deren Marktdominanz für absolut erforderlich, damit eine Betriebssystemneuentwicklung einer kleinen Firma überhaupt Chancen hat, sich am Markt zu etablieren.

Nun ja, wenigstens dauerte es (anders als bei den Ankündigungen in St. Louis vor einigen Monaten) diesmal nur ein paar Stunden, bis jedermann klar war, dass es sich bei dem angekündigten »Amithlon« um nichts anderes als einen stark optimierten (dafür aber nicht zu jeder Software kompatiblen) Amiga-Emulator handelt, und nicht um eine native Portierung von AmigaOS 4.0 bis 4.5 für x86-Rechner - aber genau das wäre meiner Einschätzung nach notwendig, um diesem Projekt wenigstens eine kleine potenzielle Chance einzuräumen, einige Marktanteile zu gewinnen.

Zumindest ein wenig Anlass zur Hoffnung geben (mir) die jüngsten Neuigkeiten aber doch: AMIGA hat mit Amithlon einen Schritt in Richtung x86 gemacht - vielleicht werden weitere folgen. Eines jedenfalls ist sicher: Die nächste Amiga-Messe kommt bestimmt...

Damit bis zum nächsten Monat,

euer

Carsten Schröder

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