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Der Zwischenruf (von Ralf Driesner)

Kaffee und Glasreiniger

Morgens ist die Welt noch in Ordnung. Das hab ich mal irgendwo gelesen. Meistens ist es ja auch so. Und wenn die Sonne schon morgens so richtig schön scheint, sollte es sogar fast nicht auffallen wenn mal wieder die Kondensmilch für den Kaffee ausgegangen ist. Nur die ungeputzten Fensterscheiben ärgern mich ein bisschen; weil die ja den "ungetrübten" Genuss des Sonnenscheins ein wenig dämpfen. Der Entschluss ist gefasst: die Fenster werden mal wieder geputzt.

Eine Situation, wie sie uns täglich begegnet. Etwas stört, also wird es beseitigt. Jedenfalls solange uns nicht jemand anderes Knüppel zwischen die Beine wirft (und zum Beispiel den Glasreiniger versteckt!?).

Jedoch stören mich in letzter Zeit auffallend viele Sachen. Egal in welcher Richtung. Der notwendige Wandel in technischer wie gesellschaftlicher Hinsicht hakt an allen Ecken und Enden.

Ob das nun darauf zurückzuführen ist, dass kürzlich Dennis Tito einen kleinen Ausflug zur ISS gemacht hat oder ich einmal zu oft den Film "Mission to Mars" gesehen habe lasse ich mal als Fragezeichen bestehen.

Die Unruhe in mir wächst. Verpasse ich oder der Rest der Menschheit etwas? Die Technikwandel vollzieht sich (theoretisch) recht schnell. Aber der Einsatz der Mittel krankt.

Dabei wurden durch das Ende des kalten Krieges so große Hoffnungen geschürt. Ein großer Knoten schien gelöst zu sein. Die Möglichkeit, sich jetzt endlich um die wirklich wichtigen Probleme der Menschheit zu kümmern, schien endlich da zu sein. Dem politischen Wandel folgte der gesellschaftliche und der technische.

Aber trotzdem bin ich unzufrieden. Nicht nur das in einigen Regionen der Erde wieder Kriege auszubrechen drohen bzw. wüten, die Umweltverschmutzung munter weitergeht und der Hunger und das Leid ganzer Völker das Gewissen der Menschheit beschatten. Auch ist der Ton im eigenen Land wieder anders geworden. Hat sich zuerst das Volk bejammert und hat seine Schelte von der Politik und der Wirtschaft bekommen, so jammert jetzt die Politik und die Wirtschaft und versteht so gar nicht, wieso die jeweilige Message nicht ankommt.

Die Presse verrät mir, dass dies ein globales Phänomen ist. Und scheinbar kennt niemand den Ausweg aus diesem Dilemma.

Mein persönlicher Rat an die ganze Menschheit: Wir haben eine gigantische dreckige Fensterscheibe vor unserer Nase. Es wird Zeit, dass wir die mal richtig sauber machen. Vielleicht sehen wir dann alle einen wunderschönen Sonnenaufgang und ärgern uns dann nicht mal mehr darüber, dass wir wieder vergessen haben Kondensmilch einzukaufen.

Wer jetzt fragt, wie das alles zum Amiga passt .... keine Ahnung.

Vielleicht fällt mir bis zum nächsten Zwischenruf was ein. Vorschläge nehme ich gerne entgegen!!

Lebt lang und erfolgreich

Euer

Ralf Driesner <global-dries@gmx.de>

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