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5. Vorstellung: Quake-Conversions (Battle-Chess, Airquake und QuakeRally)

Was tun, wenn man Lust auf Computerspiele hat, aber nichts wirklich interessantes veröffentlicht wird? Wenn man Schach spielen möchte, daß alte Battle Chess aber viel zu angestaubt ist? Wenn man gerne mal ein spektakuläres 3D-Autorennen zocken will, aber nix geeignetes zur Hand ist, oder es einen mehr zu Actionshootern wie Zeewolf oder Coala zieht, diese aber möglicherweise bereits drei mal durchgespielt hat? Gleich drei Wünsche auf einmal also und die einzige Neuankündigung für diesen Monat ist Aqua? Ach: und Geld hat man auch so gut wie keins? Aussichtslos? - Mittnichten. Man braucht nur Quake. Für dieses Spiel gibt es nämlich sogenannte "Conversions". Das sind Programme, die die Quake-Engine nutzen und sonst nix mit dem Egoshooter gemein haben. Da diese auch mit allen Executables (PPC, GL...) zusammenarbeiten, lohnt sich doch mal einen Blick drauf. Vielleicht schlummert dort ja die eine oder andere Perle und wartet nur darauf entdeckt zu werden. Ich habe alle drei auf der CD zur CU 25.

Fangen wir direkt mit der wohl außergewöhnlichsten Conversion an: Quake- Battle-Chess! Die Installation ist denkbar einfach: man entpackt das .zip File in ein Unterverzeichniss (in diesem Beispiel QBC) im Quake-Ordner. Quake Battle Chess ist ein reines Internetspiel, das heißt man braucht einen zweiten menschlichen Gegner. Einer der beiden startet als Server, der andere als Client:

als Client: -game QBC +map chess ~connect 129.21.106.161 (oder so)
als Server: -game QBC +map chess -listen 16 +teamplay 1 +deathmatch 1

Screenshot

Also starten wir einfach einmal Quake-Battle-Chess und schauen, was uns da erwartet. Es erscheint beim Laden ein (nicht ganz so berauschendes) Hintergrundbild und QBC fährt hoch. Dann habe ich die Wahl zwischen Braun, Rot und der Zuschauerrolle zu entscheiden. Die beiden Kontrahenten stehen sich gegenüber, daß Schachbrett in der Mitte. Dort sind synonym zum klassischen Schach die Figuren (hier natürlich Monster mit schwerer Bewaffnung angeordnet). Die Regeln bleiben die gleichen, die Steuerung ist dieselbe wie bei Quake. Zuerst nimmt man eine Figur, indem man den Blick auf diese richtet und dann RETURN drückt. Sofort schaut man aus der Sicht dieser Figur und geht seine Felder. Dann drückt man wieder RETURN um die Figur abzustellen. Der Computer ist so intelligent zu entscheiden, ob ein Zug legal war oder nicht und erkennt auch Schachmatt (warum also nicht gleich eine Einspieler-Funktion einbauen?). Treffen zwei Spielfiguren aufeinander, erfolgt ein erbitterter Kampf. Hier macht es noch Spaß, seine Bauern zu opfern: Fazit: Eine Funktion für einen Spieler wäre der absolute Hammer gewesen. So leider nur Mittelmaß.

Der Start von Airquake verläuft ähnlich wie beim Battle Chess. Man entpackt die Daten in einen Ordner im Quake-Verzeichniss (zB. Air). Da es hier eine Einspieler-Funktion gibt, lassen wir den Client/Server-Start einmal weg und beginnen direkt damit:

quake -game air

Screenshot

In der Konsole tippt man dann map air1 (bis 3) oder aircity und hat so auch noch verschiedene Level zur Auswahl. Wie alle Flugsimulatoren ist auch Airquake ein bisschen komplizierter, deshalb gibt es hier nur einen kurzen Überblick. Es ist eine Kurzanleitung um das feindliche Radar im 3. Level zu zerstören. Die Musterlösung gibt es als Demo, also braucht man sich dieses nur anzuschauen, wenn es Probleme geben sollte. Aber nun weiter zu unserem QuickStart: In der Konsole startet man mit map air3 den dritten Level. Nun wählt man per Nummerntastatur seine Maschine. Wir nehmen den Stealth Fighter mit der "3". (1:DogFighter; 2:Bomber; 4:A-10 5: X-29 6:Kampfhubschrauber 7:Mobiles SAM Fahrzeug 8:Kampfpanzer 9:gepanzerter Wagen 10:Hovercraft).

Nachdem man mit RETURN bestätigt befindet man sich an Bord des Stealth´s. Automatisch wird die Erlaubnis zum Start erbeten (Dies erfolgt mittels eines gesampleten Funkspruches, hiervon gibt es jede Menge im Spiel). Mit der "8" werden die Maschinen hochgefahren. Man fährt auf das Rollfeld und wendet sich nach rechts. Nun muß man die "8" immer wieder schnell hintereinander drücken um zu beschleunigen. Spätestens hier wird klar, daß die Steuerung nicht ganz einfach ist, man auf manche Tastenkombinationen einfach nicht von alleine kommt. Hier gilt es die Anleitung genau zu studieren (natürlich englisch). Man hebt ein bisschen die Nase (des Fliegers! indem man nach "oben" schaut) und am Ende der Startbahn hebt man dann ab! Nun steigt man, bis man die Decke erreicht (es gibt in der Tat eine obere Begrenzung: die Erde ist keine Scheibe, sie ist eine Schachtel). Es kommen ein paar Gegner, die können allerdings ignoriert werden, da man genug Panzerung hat. Wenn man in den oberen Höhenlagen ist, wendet man sich den drei weißen Objekten auf einem Hügel an der Küste zu - das feindliche Radar. Mit der "3" wählen wir nun als Waffe die "Pavewaybomb" (was immer das ist). Wenn man die rechte Maustaste drückt (und gedrückt hält) gibt es eine "Bombensicht". Mit "W" fliegen wir auch bewaffnet gerade auf das Ziel zu. Mit der Maus gilt es nun den roten Kasten (welcher nun erschienen ist) exakt auf das Radar zu zentrieren. Feuer mit der linken Maustaste. Rechte Maustaste lösen, abdrehen, rechte Taste und "W" wieder drücken, mit der "9" sehen ob die Bombe einschlägt, zur Not Vorgang wiederholen. Nachdem nun das Radar in die Luft geflogen ist (oder man keine Munition mehr hat) muß man landen. Mit der "7" reduzieren wir unseren Schub auf ca. 75% und tauchen in tiefere Regionen. Wir kreise über dem Flugzeugträger, bis die Geschwindigkeit zurückgegangen ist und fliegen in einem Winkel von ungefähr 10° an. Kurz bevor wir aufsetzen gilt es durch drücken der "7" schnell hintereinander den Fighter zum stehen zu bringen (sollte man das nicht schaffen, schnell mit der "8" wieder beschleunigen und es nochmals versuchen) Steht man endlich, setzten wir den Schub wieder auf 25% und rollen gemütlich zum Lager, wo die Maschine repariert und aufgeladen wird.

Fazit: das klingt nicht gerade einfach - ist es auch nicht. Und erschwerend kommt hinzu, daß auch die Geschwindigkeit nicht annähernd an die originale heranreicht. Da ich mich überhaupt nicht mit dem ganzen anfreunden konnte: negativ

Last but not least gibt es auch noch ein Autorennen für Quake. Den Start dürfte jetzt keinen mehr überraschen:

quake -game rally +map start

Screenshot

Ähnlich wie bei Quake befinden wir uns am Anfang im Auswahlbildschirm. Es gibt 3 verschiedenen Möglichkeiten (Practice-Üben) und Time Trial (einmal normal und einmal als Nighttime Nightmare). Auswählen tue ich, indem ich in die dafür vorgesehene Box einfahre. Die Steuerung ist eigentlich ganz einfach, bedarf aber etwas Übung. Denn wenn ich die Maus nach links bewege, geht nicht der Wagen nach links, sondern der Blick. Der Wagen folgt dann dem Blick. Wenn man allerdings das ganze zu ruckartig macht, kann es schon mal zu dem einen oder anderen Crash kommen. Ansonsten gibt es nicht viel neues zu lernen. Wenn man sich auf der Übungsstrecke ausgetobt hat, geht es zum Time-Trial. Die Strecken sind identisch, der Unterschied ist, daß die Nightmare-Variante nachts spielt. Als Lichtquelle hat man nur seine Scheinwerfer. Das Ziel ist ziemlich einfach: man muß den Kurs abgefahren haben, bevor der Wagen explodiert oder die Zeit um ist. Dies bedarf zwar einiger Übung macht aber ungeheuer viel Laune. Die Geschwindigkeit ist akzeptabel, will heißen identisch mit dem Original-Quake). Es gibt vier verschiedenen Tracks, nach bestandener Runde jeweils einen neuen. Und sollte man die schaffen (ich noch nicht), verspricht die Anleitung einen ganz speziellen Bonus: Ein Extralevel mit dem Namen "Cult". Es geht darum Duke Nukem zu verhaften! Leider habe ich es nicht geschafft (zeitlich) die Hintergrundstory hierzu zu übersetzten, werde dies aber bald nachholen, sobald ich in diesen Level vorgedrungen bin. Solange müsst ihr mit dem Original-Plot zurechtkommen:

Natürlich läßt sich QuakeRally auch im Internet zocken und hier macht es erst richtig Spass, wenn man mit mehreren Freunden über die Tracks brettert. Es gibt natürlich auch verschiedene Fahrzeuge.

Fazit: QuakeRally ist mein absoluter Favorit. Die Soundeffekte machen echt Spaß, die Grafik ist flott: unbedingt antesten.

Diese (und viele andere) Konversionen sind auf jeden Fall eine Bereicherung. Vor allem, da sie nichts kosten bieten sie für jeden Geschmack etwas. Es ist schon erstaunlich, wie vielseitig einsetzbar die Quake-Engine ist. Natürlich haben sich das auch andere zu Nutzen gemacht und es gibt einen Haufen kommerzieller Konversionen. Eine davon, Malice habe ich bereits getestet, andere werden noch folgen. Denn eins ist schon mal sicher: Obwohl es wenig neue Spiele gibt, wird das "Futter" auf dem Amiga noch lange nicht ausgehen. In diesem Sinne wünsche ich euch angenehme Schachabende bzw. Auto-/Flugrennen.

Jürgen Theiner

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