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Was wir brauchen, ist ein Zeichen (von Carsten Schröder)
Mitte/Ende September wird in Köln eine Amiga-Messe abgehalten werden, faktisch handelt es sich jedoch leider nur um einen (kleinen) Amiga-Bereich auf einer (großen) Macintosh-Veranstaltung. Wenige Tage später ist bekannt geworden, dass die Amiga Plus, das einzige deutschsprachige Amiga-Print-Magazin, das bislang noch über den Zeitschriftenhandel vertrieben wurde, in Kürze nur noch per Abonnement erhältlich sein wird.
Diese Ereignisse zeigen uns leider auf drastische Weise, dass der Amiga-Markt mittlerweile dort angekommen ist, wo der Atari schon länger sein trauriges Dasein fristet - am Rande der absoluten Bedeutungslosigkeit.
In der Hoffnung auf einen Amiga-Nachfolger konnten wir früher mit dem wichtigen strategischen Vorteil einer relativ großen Zahl an Anwendern, Entwicklern und Händlern aufwarten - dies hätte die Verbreitung eines neuen Amiga wesentlich fördern können. Doch mittlerweile ist davon praktisch nichts mehr übrig:
Was ich damit deutlich machen will: Der Vorteil, den AMIGA früher gegenüber seinen Konkurrenten, wie etwa Be und QNX, hatte, eine existente Infrastruktur nämlich, ist mittlerweile so gut wie nicht mehr gegeben. Damit liegt es nun allein in der Hand des Unternehmens, einen Amiga-Nachfolger am Markt zu etablieren und die dafür notwendigen Strukturen, zum Beispiel auf dem Gebiet der Distribution, aufzubauen.
Leider ist die derzeitige Amiga-Führung nicht völlig schuldlos an der Misere. Gewiss, der Niedergang des Amiga ist ganz überwiegend vor dem Jahr 2000 erfolgt - er hat sich jedoch in den letzten anderthalb Jahren eher noch beschleunigt. Dies dürfte vor allem in der immer noch nicht klaren Strategie und der leider ohne Übertreibung vollkommen inakzeptablen Informationspolitik AMIGAs seine Ursache finden. Und darin liegt auch der Schlüssel für eine mögliche Besserung der Lage in der Zukunft. Auf der kommenden Kölner Messe muss AMIGA ein Zeichen setzen:
Die Öffentlichkeitsarbeit muss vollkommen umgekrempelt werden. Das Unternehmen muss klipp und klar sagen, welche Strategie es verfolgt und wann welche AmigaDE-Versionen mit welchen Features und für welche Betriebssysteme auf den Markt kommen werden. Es muss sichtbar werden, dass die Entwicklung von Desktop-Versionen des AmigaDE Fortschritte macht und es sich bei der Software um mehr als nur eine Multimedia-Erweiterung für Betriebssysteme handelt.
An diesen Worten ist das Unternehmen dann zu messen. Sollte AMIGAs Kurs weiterhin keine klare Linie aufweisen oder aber in Köln bekanntgegebene Ankündigungen bzw. Zeitpläne nicht eingehalten werden, dann hat das Unternehmen - leider zurecht - jeden Kredit verspielt - ganz davon abgesehen, dass der Amiga in diesem Fall wohl endgültig nicht mehr zu retten ist.
Damit bis zum nächsten Monat,
euer
Carsten Schröder