Das Package hörte sich ziemlich interessant an und da der Abschluss der Tour mal wieder in der Bochumer Zeche stattfand, habe ich es mir nicht nehmen lassen, mir die drei Bands auch Live anzugucken.
Den Anfang machten die True Metaller von Powergod. Das Trio wuchs Live zu einem Quintett an und spielte ihre Songs zwar mit viel Engagement runter, aber den meisten Anwesenden in der fast ausverkauften Zeche war es wohl ziemlich gleichgültig, was die Powergötter auf der Bühne so trieben. Okay, mag vielleicht daran gelegen haben das das Songmaterial der beiden "Evilution" Scheiben nicht unbedingt sensationell gut war. Songs wie "Back To Attack", "Children Of Lost Horizon" oder "Temple Of The Forbidden Eye" sind zwar ganz nett zu konsumieren, aber es gibt auch bei weitem stärkere Act`s. Zudem hätten sich Powergod das stumpfsinnige "No Brain, No Pain" schenken können, das - genauso wie "Anybody Home" - mit beeindruckenden lyrischen Ergüssen glänzen kann (Vorsicht: Ironie!). Wie gesagt, der Publikumszuspruch hielt sich arg in Grenzen und nicht wenige waren froh, als nach einer halben Stunde (und einer Warlock Coverversion) wieder Schluss war.
Als nächstes enterte Rob Rock die Bühne, der vielen Fans schon eher zugänglich war als Powergod. Kein Wunder, sang Rob Rock doch immerhin die Axel Rudi Pell Scheibe "Nasty Reputation" ein. Zwar wollte der Funke auch bei Rob Rock nicht so wirklich überspringen, aber die anwesenden Metaller waren doch sichtlich begeisterter als noch bei Powergod. Und das volkommen zurecht, ist doch Rob Rock`s aktuelle Soloplatte "Rage Of Creation" ein bärenstarkes Album geworden, das mit Songs wie "The Sun Will Rise Again", "Streets Of Madness" oder auch "Forever" auch Live eine absolut gute Figur macht. Zudem schmetterte uns Rob Rock noch einige Songs aus seiner Vergangenheit (u.a M.A.R.S.) um die Ohren und gestaltete die halbe Stunde äußerst unterhaltsam und vor allem kurzweilig. Schade nur, daß er keinen Song von der neuen Warrior Scheibe "Code Of Life" zum besten gab...
Tja, und dann war es auch soweit: Axel Rudi Pell und seine All Star Truppe bestehend aus Meisterdrummer Mike Terrana (u.a. Rage, Squealer), Keyboarder Ferdy Doernberg (Rough Silk Mastermind), Bassist Volder Krawczak Sänger Johnny Gioeli und dem Meister höchstpersönlich enternten unter Einsatz von Pyros die Bühne und legten mit "Tear Down The Walls" auch mehr als amtlich los. Insbesondere Sänger Johnny Gioeli war wie in Exstase, zappelte permanent rum und schlug dabei seinen eigenen Mikroständer mehrfach zu Boden. Was danach folgte war logischerweise eine Best Of aus dem bisherigen Schaffen von Axel Rudi Pell, bei der zwar zahlreiche Highlight`s wie "Fool, Fool", "Casbah", "The Masquerade Ball", "Carousel", "Oceans Of Time", "Warrior", "The Clown Is Dead" oder "Call Her Princess" verbraten wurden, aber erwartunsggemäß auch einige Stücke fehlten. Na ja, was will man auch machen, wenn man so viele erstklassige Songs am Start hat und zudem auch noch ein wenig frickeln will. Denn natürlich durften die zahlreichen Solopassagen auch nicht fehlen, wobei Axel Rudi Pell mal wieder zeigte, was für ein erstklassiger Musiker er ist. So spielte er u.a. "Stairway To Heaven" und "July Morning" in seinen Soli an und auch der Rest der Band hatte genug Zeit um zu zeigen, was sie auf dem Kasten haben. Insbesondere Drummer Mike Terrana sorgte mit seinem gut 10 minütigem Drumsolo für absolut kochende Stimmung und ich fragte mich einmal mehr, ob dieser Mann von dieser Welt ist. Als stimmungstechnisches Highlight geht aber ganz locker die "Coverversion" der "Vogelhochzeit" durch (Fiderallalala....), die mit Doublebass deutlich lebendiger rüberkommt, als das Original. Tja, und die obligatorische Deep Purple Huldigung in Form von "Black Night" durfte an diesem Abend natürlich auch nicht fehlen. Ein geiler Gig, der viel Spaß bot und Axel Rudi Pell mal wieder in Höchstform zeigte. So lieben ihn alle!!
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