Iron Fire: On The Edge


(47:10 / Sanctuary Records)

Für mich gehörten Iron Fire im vergangenen Jahr mit ihrem True Metal Debutalbum "Thunderstorm" mit zu den 10 besten Newcomern überhaupt in der Metal Szene. Fast ein Jahr später legt die Band um Songwriter und Sänger Martin Steene mit "On The Edge" den Nachfolger nach, der aber das hohe Niveau des Vorgängers leider nicht immer halten kann. Aber der Reihe nach: Iron Fire hatten sich offenbar vorgenommen, die Klischees, die auf dem Debutalbum an allen Ecken und Enden zu finden waren, teilweise über Bord zu werfen und eine eigene Identität zu finden. Das ist ihnen sicherlich auch gelungen, zumal man "On The Edge" nicht unterstellen kann, ein simples "Helloween Coveralbum" zu sein. Zwar hört man den Einfluss von Helloween hier und da noch heraus, aber so offensichtlich wie beim Debutalbum ist es nicht mehr der Fall. Auf dem Weg zur eigenen Identität hapert es allerdings ein wenig an der musikalischen Qualität: So sind speedige Nummern wie etwa der Opener "The End Of It All", der Titeltrack oder auch das Ohrwurmhafte "Into The Abyss" zwar überzeugend, aber das restliche Material ist einfach zu belanglos ausgefallen, was insbesondere für unterdurchschnittliche Tracks wie "Wanted Man" und "Miracle" gilt. Hier und da sind zwar noch einige gute Ansätze zu finden - wie zum Beispiel bei "Here And Alive" - , aber das ist eigentlich zu wenig für ein wirklich gutes Album. Ob es nun an den Wechseln im Line-Up gelegen hat oder dies der erste Versuch ist, weg vom Image des Helloween Clones zu kommen, kann ich nicht beurteilen. Insgesamt muss man leider festhalten, daß "On The Edge" - trotz des aggressiveren und düsteren Songwritings - ein Album ist, daß nicht wirklich überzeugen kann wie es noch der Vorgänger vermochte und folgerichtig in der Masse der Veröffentlichungen etwas untergehen dürfte. Wie gesagt: Richtig schlecht ist "On The Edge" nicht, die Produktion von Altmeister Tommy Hansen knallt auch ordentlich, aber es fehlt dem Album leider an zündenden Ideen. Aber vielleicht wird ja der nächste Longplayer wieder besser, den grundsätzlich ist die Idee, True Metal zu spielen, der nicht an allen Ecken und Enden nach Helloween zu "Keeper" Zeiten klingt, ja allemal begrüßenswert.

Fazit: 6.5 von 10 Punkten

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