Lange wurde die neue Savatage Langrille angekündigt, häufig wurde das Releasedatum nach hinten verschoben und jetzt, wo fast niemand mehr daran glaubte, ist das neue Studioalbum der Heavy Metal Legende endlich erschienen und die Erwartungen an selbiges waren natürlich gigantisch. Diesen Erwartungen kann "Poets And Madmen" freilich nicht erfüllen, denn dazu ist die Scheibe für Savatage Verhältnisse einfach zu durchschnittlich ausgefallen. Nicht, daß Ihr mich jetzt falsch versteht: "Poets And Madmen" ist eine ohne Frage gutklassige Scheibe geworden, die ganz klar über dem bisher schwächsten Savatage Album "Fight For The Rock" anzusiedeln ist. Allerdings macht dem Album zum einen zu schaffen, daß Jon Olivia - nach dem Ausstieg von Sänger Zak Stevens - an den Vocal`s bei weitem nicht mehr so kraftvoll rüberkommt wie etwa auf "Hall Of The Mountain King", Gutter Ballett" oder auch "Streets" und zum anderen, daß die Produktion zu sehr nach dem Savatage Ableger "Trans Siberian Orchestra" klingt und jedwede Power im Keim erstickt. Somit ist der gut gemeinte Vorsatz, wieder "back to the roots" zu gehen zwar lobenswert, kommt aber in der Praxis kaum rüber. Insgesamt klingt das ganze eher wie ein Zwitter aus alten Tagen und dem bombastischen Material der letzten beiden Studioalben "Dead Winter Dead" und "The Wake Of Magellan", ohne allerdings qualitativ an eine der Epochen heranzureichen. So sind lediglich das düstere "Comissar", das gute 10 minütige mitreißende und vielen Wechseln unterliegende "Morphine Child" (wo man am ehesten die Mischung aus alten und neuen Tagen heraushört) sowie das von einem Savatage typischen Piano Intro eingeleitete "Surrender" auf dieser Platte hervorhebenswert. Mit "I Seek Power", "Drive" oder aber auch dem Opener "Stay With Me Awhile" sind aber auch drei unterdurchschnittliche Tracks zu finden, die ich einer Band wie Savatage bisher eigentlich nicht zugetraut hätte. Da kann selbst die gut durchdachte und wie üblich auf einem hohen Niveau stehende Story über einen wahnsinnigen Reporter, die übrigens ziemlich lesenswert ist, aus der Feder von Paul O`Neil nicht mehr viel herausreißen. Alles in allem also eine eher zwiespältige Angelegenheit, die mich zumindest nicht vom Hocker gehauen hat und eher mit Vorsicht zu genießen ist. Allerdings sollte auch nicht vergessen werden, daß mit Zak Stevens und Al Pitrelli zwei Members die Band im Laufe der Songwriting Sessions verlassen haben und die Involvierung in TSO auch nicht gerade zu einem stressfreien Songwriting beigetragen hat. Und da mitlerweile ohnehin zwei neue Mitglieder in der Band sind, kann man "Poets And Madmen" wohl eher als Übergangsalbum betrachten. Nett, aber nicht spektakulär!
Fazit: 7 von 10 Punkten


