"The Headless Children" markiert für W.A.S.P. eine Art Wendepunkt: Hatte man bis dato versucht, die Öffentlichkeit mit S/M Image sowie Horror Lyrics samt entsprechender Live Umsetzung zu schocken (was auch gelungen ist), so ist davon auf dem aus meiner Sicht stärksten W.A.S.P. Album "The Headless Children" nicht`s mehr übrig geblieben.
Stattdessen setzt man auf tiefsinnige und kritische Lyrics und setzt diese auch musikalisch geschickt um. Schon der gut siebenminütige Opener "The Heretic (The Lost Child)" zeigte die damals neue Marschrichtung der Schockrocker sehr eindrucksvoll auf und kann auch musikalisch volkommen überzeugen. Insgesamt setzt die Band auf gradlinigen Metal mit klaren Bombast Anleihen und mixt aus diesen Elementen einen beachtlichen Longplayer, der ausnahmslos mit Highlight`s durchsetzt ist, egal ob man nun den stampfenden Titeltrack, die klassischen Metal Hymnen "The Neutron Bomber" und "Rebels In The F.D.G." oder gar die Ballade "Forever Free" nimmt. Auch das etwas ausufernde, mit einem Keyboardsolo langsam beginnende und danach stetig ansteigende "Thunderhead" ist ein Killer im wahrsten Sinne des Wortes geworden und beweist den Werdegang der Band mehr als eindrucksvoll. Als besonderes Highlight kann die Coverversion des "The Who" Klassiker`s (!) "Real Me" angesehen werden, den die Band unmittelbar nach dem Opener auf gelungene Art und Weise covert. Erwähnenswert ist noch, daß W.A.S.P. Mastermind Blackie Lawless auf diesem Longplayer noch musikalische Unterstützung von Ken Hensley (ex-Uriah Heep; Keyboards) und Frankie Banali (Quiet Riot; Drums) erhält, die mit ihm und seiner Band die Scheibe einzimmerten und ihren Teil zu dem Erfolg von "The Headless Children" beisteuerten. "The Headless Children" ist eine durch und durch gelungene Metal Scheibe geworden, die ihresgleichen sucht und für mich die bis heute beste W.A.S.P. Platte ist und diesen Status wohl auch niemals verlieren wird. Metal Fan`s, die sich aufgrund der schwachen Alben Mitte der `90er oder der gewöhnungsbedürftigen Lyric`s samt Bühnenshow bisher nicht mit W.A.S.P auseinandersetzen wollten, sei dieses Highlight, das in jede gut sortierte Metal Sammlung gehört, insbesondere an`s Herz gelegt. Wetten, daß ihr "The Headless Children" nicht mehr hergeben wollt?
Fazit: 10 von 10 Punkten


