Kann sich noch jemand an die melodische Progressive Metal Band Glenmore erinnern, die für meinen Geschmack mit "For The Sake Of Truth" seinerzeit ein bärenstarkes Album abgeliefert haben? Mit Drummer Dany Löble und Sänger Jürgen Volk sind jetzt zwei Members von Glenmore wieder mit einer neuen Truppe namens Rawhead Rexx am Start und werden dabei von Bassist Face (ex-Erotic Jesus) sowie Gitarrist Rüdiger Fleck (ex-Letter-X) unterstützt. Alles in allem schonmal technisch gesehen gute Vorraussetzungen für Rawhead Rexx, die zur allgemeinen Verwunderrung aber nicht auf verspielten Melodic Metal in Glenmore Tradition setzen, sondern dem geneigten Hörer straighten Power Metal mit deutlicher US Schlagseite vor den Latz knallen, der insbesondere von der ausergewöhnlichen Stimme von Jürgen Volk lebt, der nicht nur Schreie in bester Halford Manie auf Lager hat, sondern auch Halballaden wie "Blood On My Hands" gefühlvoll veredeln kann. Mal abgesehen von dieser Halbballade, setzen Rawhead Rexx ansonsten auf schnörkellosen Metal und lassen es mit dem speedigen Opener "Town Of Skulls" auch gleich zu Beginn ganz schön krachen, um im weiteren Verlauf krachende Stampfer wie die excellente Bandhymne "Rawhead Rexx" oder das treibende "Opposing Force" folgen zu lassen. Nicht vergessen darf man das eingängige " Mr.Hyde" sowie den abschließenden Rausschmeißer "The Scream", der mit zu den stärksten Kompositionen auf diesem beileibe nicht schwachem Debutalbum zu zählen ist. Dabei präsentiert sich die Combo im Laufe der knappen Stunde immer abwechselungsreich und alles andere als eindimensional, zumal die Jungs mit dem überlangen "Sons Of Mayhem" noch eine weitere Soundperle an Bord haben, die ein klein wenig Erinerrungen an Dio wach werden lässt. Lediglich die beiden Bonus Tracks, die der Erstauflage samt Computerspiel beiliegen, konnten mich nicht so vom Hocker hauen, was durch die astreine und druckvolle Produktion von Charly Bauernfeind allemal wieder ausgeglichen wird. Zudem hätte man sich für meinen Geschmack das dämliche Coverartwork klemmen können, aber das ist sicherlich Geschmackssache. Wer auf klassischen Heavy Metal ohne Spielereien steht, der sollte dieses starke Debut unbedingt antesten. Von Rawhead Rexx wird man in Zukunft sicherlich noch hören!
Fazit: 8 von 10 Punkten


