Wer auf Melodic Metal steht, der wird unter Garantie auch schonmal den Namen Narnia vernommen haben, die bisher mit "The Awakening" (1998) und "Long Live The King" (1999) zwei qualitativ erstklassige Alben vorgelegt haben, bisher aber nicht den erhofften Durchbruch geschafft haben. Mit "Desert Land" steht uns nun der dritte Streich der Band, die bisher nicht ganz treffend in die "White Metal" Schublade gepackt wurde, in`s Haus. Schon nach dem ersten Testdurchlauf wird ganz klar, daß Narnia härtetechnisch einen ganzen Zacken zugelegt haben und damit ein kleines Manko der Vorgänger, die sich mit der Kritik konfrontiert sahen, zu "soft" zu sein, ausgebügelt haben. So ist der Opener "Inner Sanctum" der neuen Scheibe unter Garantie eines der härtesten Stücke, das die Band bisher abgeliefert hat, auch wenn natürlich nach wie vor Melodic Metal auf der Tagesordnung von Narnia steht. Aber auch die restlichen Stücke klingen - auch bedingt durch die gelungene Produktion und dem fetten Gitarrensound - wesentlich metallischer, sind dabei aber genauso eingängig und mitreißend wie ein Großteil der Songs der beiden Vorgänger. Als Paradebeispiel seien an dieser Stelle der Ohrwurm "The Witch And The Lion" sowie die beiden Midtemponummern "Falling From The Throne" und "Angels Are Crying" genannt, bei denen dem geneigten Hörer nicht selten Stratovarius, Dio oder teilweise auch Axel Rudi Pell als grobe Vergleiche einfallen. Im Mittelpunkt von Narnia steht aber neben dem prägendem und eigenständigem Gesang von Christian Liljegren vor allem die geniale und technisch anspruchvolle Gittarenarbeit von Carl Johann Grimmark im Mittelpunkt, der sich einige furiose Duelle mit Keyboarder Martin Claesson liefert. Dabei arbeiten Narnia aber immer Song-dienlich und stopfen die Kompositionen nicht mit alzu viel Gefrickel voll, so daß die Songs immer nachvollziehbar bleiben - lediglich beim Instrumental "Light At The End Of The Tunnel" dürfen sich Gitarrist und Keyboarder ordentlich austoben und liefern eine Nummer ab, die technisch auf einem absolut hohem Niveau angesiedelt ist und nicht wenige mit offenem Mund darstehen lassen wird. Summa summarum ergibt das ganze also ein starkes Album mit vielen Facetten, welches auch nach dem x-ten Durchlauf nicht langweilig wird und im Lager der Melodic Metal Fraktion bestimmt viele Anhänger finden wird - und das volkommen zu Recht!
Fazit: 8.5 von 10 Punkten


