Neben dem neuen Album "Dragonchaser" (Review in dieser Ausgabe), gibt`s mit "Early Works" noch eine weitere Silberscheibe von At Vance. Wobei das auch nicht ganz richtig ist, denn das unter dem Namen "At Vance / Centers" vertriebene Album besteht im wesentlichen aus Olaf Lenk (Gitarre) und Oliver Hardmann (Vocals) (beide At Vance) und ist "lediglich" Material von dem früheren Projekt "Centers", von dem ausschließlich in Japan CD`s erschienen sind und aus dem später At Vance hervorgehen sollte. Bei "Early Works" handelt es sich um eine Compilation von Centers, damit diese nun auch endlich den Fans in Europa zugänglich sind. Insgesamt 15 Tracks sind auf "Early Works" verewigt, wobei schon beim ersten Durchlauf klar wird, daß das Hauptaugenmerk bei Centers mehr auf den ruhigen und technisch anspruchvollen Songs liegt, wohingegen bei At Vance auch schon mal das Gaspedal ordentlich durchgetreten wird. Das soll jetzt nicht heißen, daß "Early Works" langweilig wäre - ganz im Gegenteil: Die CD offeriert eine Vielzahl toller Kompositionen, von denen insbesondere "Falling One By One", "Fortuneteller" und "Winter" hervorhebenswert sind. Mein persönlicher Favorit ist allerdings das mit vielen Tempowechseln versehen "Burning My Heart", bei dem Sänger Oliver Hardmann zur Höchstform aufläuft - nicht selten wird man hier an das spätere Material von At Vance erinnert, wenngleich auch bei diesem gut sechs minütigem Song der technische Aspekt sehr viel mehr im Vordergrund steht, als bei At Vance. Auch die restlichen, gemäßigteren Stücke können dank der filigranen Gitarrenarbeit von Olaf Lenk begeistern und sind sicherlich nicht nur Fans von At Vance zu empfehlen, wenngleich die melodischen Power Metal Oberhämmer, mit denen man sich als At Vance zahlreiche Fans (mich eingeschlossen) erspielen konnte, auf "Early Works" absolute Mangelware sind. Macht aber auch nichts, da die Compilation auch so noch unterhaltsam genug ist und für die europäischen Fans eine tolle Sache ist, den Backkatalog ohne teure Japan Importe - zumindest halbvollständig - zu komplettieren. Bleibt also unter dem Strich eine gut gemachte Compilation, die in erster Linie für die At Vance Fans gedacht ist und ihren Sinn in dieser Hinsicht auch gut erfüllt.
Fazit: 8.5 von 10 Punkten


