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Mailboxen für Anfänger - Ein Artikel von Stephan Sommer

Boxen für Anfänger

Mit der CCS-Base haben wir eine Mailbox, die auch für den Anfänger leicht zu überschauen ist und ein breit gefächertes Angebot aufweist - und das alles kostenlos!

Eins vorweg: Es läßt sich im Zusammenhang mit den DFÜ nicht vermeiden, von Terminals, Downloads, Connects, Protokollen und anderen zunächst verwirrenden Dingen zu sprechen. Dennoch ist es eigentlich ganz einfach, zumindest nicht komplizierter als ein durchschnittlicher Videorekorder.

Benötigt werden ein Computer mit Modem und an Software nur ein Terminal-Programm. Dabei ist es völlig egal, um welches Computersystem es sich handelt. Zu jedem Betriebssystem gibt es auch Terminalprogramme, von diesen gibt es aber Hunderte. Daher werde ich mich hier auf Felix 2.5 für DOS stützen, was aber nicht bedeutet, daß die Benutzer anderer Systeme hier zu lesen aufhören müssen, da ich nicht speziell auf Felix eingehen werde. Felix ist Freeware, Du kannst es von dieser Site aus dem Download-Bereit herunterladen.

Beim ersten Start begrüßt uns Felix mit einem kleinen einleitenden Text, nach Tastendruck erscheint das Felix-Modem-Menü. Sollte Dein Modem nicht in der Auswahl stehen, nimm einfach Universal Hayes-Modem, das paßt fast immer, anschließend Übernehmen auswählen. Nach Auswahl des COM-Ports, im Zweifelsfall am besten an der Rückseite des PCs nachsehen, an welcher Buchse das Modem eingesteckt ist, wird nach der Baudrate gefragt. Es empfiehlt sich, die Baudrate einzustellen, die über der maximalen Geschwindigkeit des Modems liegt. Wenn das Modem also 14.400 bps kann, dann 19.200; bei einem 28.800er 38.400 usw. Alle weiteren Optionen können einfach mit Return übernommen werden. Wenn Du Felix das erste mal beendest, wird das Programm fragen, ob es sich die aktuellen Einstellungen merken soll, diese Prozedur braucht also nicht bei jedem Programmstart durchlaufen werden. Felix ist bereits für den üblichen Mailboxverkehr korrekt eingestellt.

Mit welchem Terminalprogramm Du auch immer arbeitest, mit einem einfachen Text kannst Du überprüfen, ob Deine Schnittstellenparameter korrekt sind, indem Du einfach AT gefolgt von einem Return eingibst. Spätestens nach dem dritten Versuch sollte sich das Modem auf die Geschwindigkeit Deiner Schnittstelle eingestellt haben, und mit OK antworten.

Ein Modem besitzt eine gewisse Eigenintelligenz, das bedeutet, es nimmt Befehle entgegen und führt diese aus. AT ist bereits ein solcher Befehl, aber es gibt noch drei weitere, die Du kennen solltest.
ATZ setzt die Einstellungen des Modems in den Einschaltzustand zurück, auch dieser Befehl wird mit einem OK quittiert. Es schadet nichts, diesen Befehl einzugeben, bevor man sich in eine Mailbox einloggt.
Um nun eine Verbindung, z.B. zu einer Mailbox, aufzubauen, gibt es die Befehle ATDP für Impulswahl und ATDT für Tonwahl. Da die Telekom noch nicht alle Vermittlungsstellen digital umgestellt hat, werden wir im folgenden ATDP verwenden.
Wer eine Nebenstellenanlage benutzt, d.h. am Telefon eine Null vorwählen muß, um ein Freizeichen zu erhalten, muß unmittelbar vor ATDP einmal ATX3 [Return] eingeben, da sonst das Modem nach dem Abheben auf ein Freizeichen wartet. Alle die, die keine Nebenstellenanlage haben, können nun einfach ATDP gefolgt von der Telefonnummer ohne Leerzeichen, Striche und Klammern eingeben. Die Nummer der CCS-Base ist (0 88 01) 24 53, der Wählbefehl lautet demnach ATDP088012453, wer das Modem an einer Nebenstellenanlage hängen hat, muß ATDP0, wählen, im Fall der CCS-Base also ATDP0,088012453.

Nun wird, je nach Modem, mehr oder weniger laut ein Pfeife und Kreischen erklingen. Das ist ganz normal, das angewählte Modem und das Deine handeln einige Modalitäten aus. Nach wenigen Sekunden erscheint dann eine Meldung wie CONNECT gefolgt von der Übertragungsgeschwindigkeit in bps (bits per second). Erklingt dagegen ein Besetztzeichen, wirst Du die Meldung "No Carrier" erhalten, allerdings kannst Du den Wahlbefehl jederzeit wiederholen. Eine Ausnahme bilden hier Modems mit Wahlsperre, die die Telekom bis vor kurzem vorgeschrieben hat, hier müssen oft 30 Sekunden zwischen den Wählversuchen vergehen, bevor das Modem einen solchen Befehl ein zweites Mal ausführt. Die meisten Terminalprogramme kannst Du übrigens automatisch wählen lassen, so daß Du Dir die Eingabe dieser kryptischen Befehle sparen kannst.

Das Modem hast sich beruhigt und Du solltest nun die Meldung "Press ESC twice" quittieren, indem Du zweimal die ESC-Taste drückst. Wenn Du statt dessen lange genug wartest, geht es automatisch weiter.

Nun wirst Du aufgefordert, Deinen Namen einzugeben. Da Du zum ersten Mal in der CCS-Base bist, werden nun einige Dinge abgefragt. Bei technischen Fragen kannst Du die Vorgaben durch Druck auf Return übernehmen, die CCS-Base wird dann die gängigen Einstellungen verwenden. Da der Sysop, das ist der Betreiber der Mailbox, wissen will, mit wem er es zu tun hat, werden nun einige Deiner Personalien abgefragt. Das tut er nicht etwa aus Neugierde, sondern weil er wissen muß, wer das ist, der da Informationen in die Box stellt, schließlich könnte jeder verbotenes Material in die Box schicken. Keine Sorge, in Mailboxen tummelt sich nicht das organisierte Verbrechen, zumindest sind mir bisher keine derartigen Aktivitäten aufgefallen.

Ist das alles erledigt, dann solltest Du Dich im Hautmenü der CCS-Base wiederfinden. Hier hast Du nun Zugang zu verschiedenen Untermenüs, z.B. kannst Du Informationen zum CCS abfragen, bei Unterhaltung findest Du Online-Spiele und andere Dinge, die Spaß machen.


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An dieser Stelle möchte ich besonders auf den Filebereich eingehen, der allein ist es schon wert, die CCS-Base regelmäßig zu besuchen. Jedesmal, wenn Du Dich in Zukunft einloggen willst, bekommst Du die Möglichkeit, Dir alle neuen Dateien anzeigen zu lassen. Wenn Du eine Datei auf Deinen Rechner laden willst, brauchst Du diese nur zu markieren, dasselbe gilt übrigens auch für die Dateisuchfunktionen. Wenn Du die markierten Dateien dann holen willst, brauchst Du nur im Filebereich den Menüpunkt Download aufrufen und ein Übertragungsprotokoll auswählen. Die CCS-Base kennt eine Vielzahl solcher Protokolle, eins, das immer paßt und sehr anwenderfreundlich ist, ist das ZModem. Wird eine ZModem-Übertragung gestartet, dann brauchst Du Dich um nichts mehr kümmern, die Datei landet automatisch auf Deinem Computer. Wenn der Download unterbrochen wird, z.B. bei einer schlechten Telefonleitung, kannst Du ihn, auch wenn die Verbindung zur Mailbox vollkommen abgebrochen ist und Du Dich neu einloggen mußt, einfach fortsetzen.

Nur Mut, Mailboxen sind eine interessante Sache. Die CCS-Base macht es mit ihrer klaren Menüführung dem Anfänger leicht und Robert Sterff gibt bei Problemen gerne Hilfestellung, beispielsweise im Chat:


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Stephan Sommer

BBS Vorstellungsarchiv:

Ausgabe 01: Die CCS-BASE BBS in Seeshaupt
Ausgabe 02: Vorstellung vom 8Bit-Net
Ausgabe 03: Boxen für Anfänger
Ausgabe 04: vielleicht Deine Mailbox?

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