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3. Amiga 1000 Phoenix, Legende oder Wahrheit? - Teil 1 (von Werner Brennecke)

Einleiten möchte ich das Ganze in Gedenken an den kürzlich verstorbenen Douglas Adams mit einer meiner Lieblingspassagen aus dem Buch "Per Anhalter durch die Galaxis". Viele seiner Figuren und Namen sind in Amiga Hard- und Software eingeflossen, z.B. in die Zaphod Service Task der Commodore AT-Brückenkarte oder in den Amiga 1000 Sidecar.

"Streß und nervöse Spannungen sind jetzt in allen Gegenden der Galaxis ernsthafte soziale Probleme, und damit diese Situation nicht noch weiter verschärft wird, sollen die folgenden Tatsachen schon im voraus verraten werden."

Ja, es gab wirklich ein Phönix-Board für den Amiga 1000, dies war ein komplettes Tauschboard, das als Ersatz für die orginal eingebaute Hauptplatine gedacht war. Lediglich Netzteil, Gehäuse, Tastatur und Maus wurden übernommen. Der Umbau machte den A1000 dem A3000 sehr ähnlich. Nur der 68000er Prozessor blieb.

Nun zum ausführlichen Teil:

Um die Idee zu verstehen, die hinter dem Phönixboard steckt, müssen wir die Zeit für Amiga-User, die später eingestiegen sind, mal ein paar Jahre zurück drehen.

1985: Die meisten Homecomputer-User arbeiten mit dem Commodore C64/C128, Schneider CPC, Atari usw. (Die Reihenfolge soll keine Wertung sein). Ein PC kostete damals so viel wie ein Mittelklassewagen.

In diesem Jahr erschien der Amiga 1000 mit erstaunlichen Fähigkeiten auf der Bildfläche : 68000er Prozessor mit 7,14 MHz, 256 KByte RAM, 4096 Farben, Multitasking, BASIC-Interpreter usw. Jedem Amiga-User sind wahrscheinlich die Daten des OCS bekannt.

Alleine der Preis war der Wermutstropfen bei seiner Einführung, gut 7000 DM sollte er kosten.

Erst seit Vobis 1986 den Amiga 1000 in sein Programm übernahm, fiel der Preis auf knapp unter 4000 DM. Als gegen Ende 1987 Vobis (und wahrscheinlich auch andere Händler) den Preis auf 1698 DM senkte, war ein akzeptabler Preis für die breite Masse erreicht und der A1000 startete seinen endgültigen Siegeszug. Dies war auch der Zeitpunkt, als ich meinen C128 veräußerte, um das System zu wechseln :-)

Nach einigen Softwaregenerationen merkte man aber schnell, dass 512 kByte Chipmem sehr schnell aufgebraucht sind. So war es z.B. in Deluxe Paint zwar möglich ein 16 farbiges Bild mit 640 x 512 Punkten zu bearbeiten, der Speicher reichte jedoch dann überhaupt nicht mehr für große Pinsel oder die Undo-Funktion. Festplatten wurden auch mit der Zeit erschwinglich, nur hatte man keine Möglichkeit, diese irgendwo anzuschliessen. Nicht mal ein internes Slotsystem für einen Controller oder RAM-Erweiterung war vorhanden.

Als A1000-Besitzer merkte man dann sehr schnell, das Erweiterungen, die an den externen Zorro-I-Connector angeschlossen wurden, sehr teuer waren.

Dies war wahrscheinlich die Marktlücke, die Phönix Microelectronics damals sah und deswegen das Phönix Board 1991 vorstellte. Die technischen Daten waren absolut "up to date" und kein anderer Amiga bot meiner Meinung nach dieses Preis/Leistungsverhältniss.

Besondere Features waren:

Nach Infos des Vorbesitzers meines A1000 Phönix (an dieser Stelle vielen Dank an Patrick Werner für das geduldige Beantworten meiner Fragen) kostete das Board nackt 950.- DM. Der Rechner musste eingeschickt werden zum Umbau, das Original-Board wurde in Zahlung genommen. ECS Denise musste noch für DM 65.- dazu gekauft werden, Kleinmaterial kam nochmals auf DM 60.-.

Auf diesem Weg entstand ein akzeptabler Rechner zu einem für damalige Verhältnisse vernünftigen Preis und man konnte das A1000-Gehäuse, das ja damals schon Kultststatus hatte, weiter nutzen. (Die Idee, die Tastatur unter dem Rechner verstauen zu können, war einmalig genial)

So viel zum Teil 1. Bis zur nächsten Ausgabe habe ich die Möglichkeit, eine digitale Kamera zu nutzen und ein paar Livebilder mit Erklärung zu liefern.

Ich verbleibe bis dahin,

Euer Werner Brennecke <wb@pag.mayn.de>

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