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2. Workshop: Virtual Network Computing - Teil 2 (von Uwe Pannecke)

Der Herr der Fernbedienung - Teil 2

Der VNC-Server für Amiga von Denis Spach

1. Vom Client zum Server

War im VNC [1]-Beitrag der letzten AMIGA-aktuell-Ausgabe der Amiga lediglich Client in der Fernsteuerung fremder Rechner, soll er diesmal als Server fungieren und seine Software dem Intranet, und wenn es denn sein soll, auch dem weltweiten Zugriff durch mit ihm verbundene Rechner öffnen.

2. Systemvoraussetzungen

Ihr benötigt für Euren Amiga neben Workbench 3.0 die RTG-Software Picasso96 in der Version 2. Cybergraphics arbeitet nicht mit dem VNC-Server zusammen. Als Herz muss im Amigas eine MC68040 oder MC68060-CPU mit funktionierender MMU schlagen. Natürlich wird wiederum eine Netzwerkverbindung über einen TCP/IP-Stack mit Kommunikationspartnern, also weiteren Rechner(n) vorausgesetzt.

Und zu guter Letzt müssen sich die fernzusteuernden Amiga-Programme RTG- kompatibel einsetzen lassen, d.h. die Wahl eines Screenmodes über Requester unterstützen oder zumindest über Screenmode-Utilities wie NewMode zwangsweise in der Bildschirmausgabe umgeleitet werden können.

3. Installation

Ist das Archiv "avnc-beta6b.lha" von der Web-Seite [2] heruntergeladen und entpackt als Verzeichnis "Avnc-beta6b" an beliebiger Stelle auf der Festplatte gelandet, kopiert Ihr aus dem Unterverzeichnis "/libs" die Datei "p96fb.card" in die Schublade "Libs:Picasso96" der System-Partition. Im Verzeichnis "Avnc-beta6b:Monitors/" hat der Programmautor drei Monitortreiber für jeweils 8, 16 und 32 Bit Farbtiefe abgelegt.

Screenshot

Kopiert eine Framebuffer-Datei Eurer Wahl (wobei Denis Spach 16 Bit Farbtiefe empfiehlt) nach "Sys:Devs/Monitors/" und lasst Euch die Tooltypes des jeweiligen Icons anzeigen. Innerhalb der Icon-Merkmale findet Ihr die Angabe FBWIDTH und FBHEIGHT. Tragt dort die gewünschte Auflösung ein.

Je höher die Auflösung, desto mehr Daten müssen aber auch über die Netzwerkverbindung geschaufelt werden. Als akzeptabler Kompromiss haben sich 800 x 600 Pixel erwiesen.

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4. Konfiguration

4.1 Netzwerk

Konfiguriert Euren TCP/IP-Satck so, daß er Verbindungen über den Portbereich von 5900 bis 5999 akzeptiert. Miami scheint dies offensichtlich bereits in der Standard-Einstellung zu akzeptieren. Der von "Avnc" verwendete Port wird in den Tooltypes des Programm-Icons festgelegt. Vorgegeben ist der Port 5904. Da in meinem Netzwerk die VNC-Clienten von Windows und Linux am Port 5900 horchen, wurde der Wert entsprechend auf "Port=5900" geändert.

4.2 Server-Passwort

Neben dem Port spielt eine zweite Einstellung eine wichtige Rolle: Die Wahl eines für die Authorisierung der Verbindung zu verwendendes Passwort. Dieses wird ebenfalls in de Tooltypes des Programmicons festgelegt. Dabei werden vom Programm zwei Tooltype-Einträge benutzt. Ihr gebt das Passwort in unverschlüsselter Form hinter "PASSWORD=", etwa mit z.B. "PASSWORD=ami2vnc" ein.

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Mit dem ersten Programmstart legt Avnc selbiges Passwort dann in verschlüsselter Form hinter dem Eintrag "EPASSWORD=" ab.

5. Einsatz des Servers

Ist der Amiga neu gestartet, wurde gleichzeitig über "Sys:Devs/Monitors/" der passende Framebuffer-treiber aktiviert. Startet den TCP/IP-Stack und anschließend über einen Doppelklick "Avnc". Damit ist der VNC-Server einsatzbereit.

Soll ein Programm ferngesteuert in einem Fenster des Netzwerkpartners angezeigt und von diesem bedient werden, so wählt im Screenmode-Requester des jeweiligen Amiga-Programmes den "P96fb"-Eintrag mit der zuvor festgelegten Auflösung.

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Habt Ihr das Programm gestartet, aktiviert Ihr auf dem Netzwerkpartner den zuvor bereits mit dem VNC-Server üblicherweise gemeinsam installierten (siehe AMIGA aktuell 05/2001) VNC-Client. Dabei wird als Parameter die IP- Adresse oder der Domainname angegeben. Unter Linux sorgt beispielsweise die Shell-Eingabe "vncviewer 192.168.0.2" für die Kontaktaufnahme.

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Natürlich wird der Client nun nach dem vereinbarten Passwort fragen. Habt Ihr das in den Avnc-Tooltypes festgelegte Kennwort eingegeben, wird sich ein Fenster mit der Bildschirmausgabe des gestarteten Amiga-Programms öffnen. Und ab sofort könnt Ihr dieses Programm vom Remote-Rechner fernsteuern.

Das ganze funktioniert natürlich auch mit der Workbench, so daß die komplette Kontrolle über den Amiga erreicht werden kann.

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6. Fazit

Virtual Network Computing ist eine faszinierende Möglichkeit, vernetzte Rechner zu bedienen. Die exportierte Benutzeroberfläche ermöglicht eine spielerisch einfache Fernsteuerung der Programme oder gleich des gesamten VNC-Servers.

Auch wenn der Amiga-VNC-Server von Denis Spach als Beta-Version bezeichnet wird, kann man Avnc, so denn eine vollwertige 040 oder 060-CPU im Amiga steckt, durchaus schon sinnvoll einsetzen. Viele interessante Anwendungsfälle sind so realisierbar.

[1] http://www.uk.research.att.com/vnc/index.html
[2] http://dspach.free.fr/amiga/avnc/index.html

Uwe Pannecke <Uwe.Pannecke@t-online.de>

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