<< Inhalt >> Testberichte

3. Softwaretest: PowerMac-Emulator »iFusion« (von Jochen Abitz)

iFusion - Der Powermac auf dem PowerAmiga

Lange hat es gedauert, doch jetzt wird er endlich ausgeliefert. Auf drängen der Kunden, denn fertig ist der Emulator noch nicht.

Doch bevor ich anfange Aufzuzählen, was noch gemacht werden muß, schauen wir uns doch erst einmal an wie es ausgeliefert wird.

Man erhält eine schicke DVD-Hülle mit einer CD. Nicht mehr und nicht weniger. Daß auf der CD nicht gerade einmal 1 MB enthalten ist, sollte uns nicht stören.

Also installieren, mit Hilfe des Installers. Sekunden später ist das Paket dann auf der Platte und erwartet von uns gestartet zu werden. Doch halt: Erst muß konfiguriert werden. Das kann mit Hilfe eines Installers passieren, welches Schritt für Schritt Dinge abfragt (auf Englisch. Sowieso ist alles auf Englisch - Anwender sollten also auch diese Sprache verstehen können), oder man konfiguriert alles per Texteditor. Meine Konfiguration sieht folgendermaßen aus:

;---------------------------------------------------
;       iFUSION NewWorld Emulation Declarations
;---------------------------------------------------

;Paths to externally loaded drivers

FirmWare:               drivers/OFDrvr

Video:                  drivers/VideoDrvr

Devices:                drivers/BlockDrvr

;---------------------------------------------------
;       Hardware Configuration
;---------------------------------------------------

CPUID:    8            ;Processor Version=G3

RAM:      48

NVRAM:    NVRAM

ROM:    ROM/rom_91

;---------------------------------------------------
;       Amiga Device Configuration
;---------------------------------------------------

Device:    Macintosh:    -rw    -direct

Device:    CD0:     -cd

Device:    DH1:    -rw    -direct

DisableSCSIDrvr:    yes

SCSIDEV:    0    scsi.device/1    -hw

;--------------------------------------------------
;       Video Display Configuration
;--------------------------------------------------

DisplaySize:    1024/768/75

Depth:    15

VideoRefreshRate:    30

VideoDirectModes:    yes

VideoRefreshModes:    no

VideoAmigaModes:    no

CacheVidMem:    yes

GammaCorrection:    1.0 1.0 1.0

;--------------------------------------------------
;       Input Configuration
;--------------------------------------------------

MouseRes:    400

HardwareMouse:    no

KeyboardType:    5

;--------------------------------------------------
;       Audio Configuration
;--------------------------------------------------

StartupSnd:    startup-snd

PlayStartupSnd:   yes

DisableSnd:    no

_

Es dürfte also nicht all zu schwer fallen, dieses Script auf seine Bedürfnisse abzuändern.

Als nächsten Schritt braucht man die MacOS-CD (8.6 - 9.1 werden unterstützt). Darauf ist im Systemordner das File "Mac OS Rom" welches einfach in den "Rom"-Ordner in Fusion kopiert und umbenannt wird. Bei mir heisst das Rom-File also "rom_91".

Dann noch folgende Env-Einstellungen vornehmen:

Dann noch die beiden Librarys für WarpOS von der iFusion-CD in Libs: kopieren.

Im Configscript ist das erste eingetragene Device auch das Boot-Device. Also für die Installation das CD-Laufwerk an erster Stelle setzen und dann die Festplattenpartition (welche vorher AmigaDOS-Formatiert sein muß). Doppelklick auf Run_iFusion und die Emulation startet.

Der Mac bootet von der CD und nach einiger Zeit können wir den Installer vom MacOS beginnen. Wenn vorher keine Mac-Platte formatiert war, fragt das System noch, ob die Platte formatiert werden soll. Einige Mausklicks weiter und der Installationsvorgang läuft.

Bei mir und bei anderen war folgendes während der Installation aufgetreten: Der Bildschirm wurde Schwarz. Die Installation ging ganz normal weiter, wie man am arbeitenden CD-Laufwerk sehen konnte, aber es war halt nichts zu sehen. Vielleicht geht der Mac in eine Art "Ruhemodus". Auf jeden fall sollte man keine Taste drücken, sondern ganz normal weiter machen lassen, bis einige Zeit nichts zu hören ist. Wenn das der Fall sein sollte - Return drücken. Ausschalten des Macs wird durch die Tastenkombination L- Amiga + Shift + Esc erzwungen. Nach erfolgreicher Installation muß das Konfig-File wieder geändert werden. Das Boot-Device ist ja nun nicht mehr das CD-Rom-Laufwerk, sondern die Partition. Also diese nach ganz oben gestellt, abspeichern und neues Starten des Macs.

Ist dieser Hochgefahren, kann man erst mal seine Einstellungen tätigen und die Bildschirmauflösung auf ein erträgliches Maß einstellen. Standardmäßig ist er nämlich auf 640x480x256 eingestellt.

Unter dem Apfelmenü/Kontrollfelder/Erweiterungen Ein/Aus kann man auch gleich nichtbenötigte Systemerweiterungen und Kontrollfelder ausschalten, welche noch nicht benötigt werden und damit nur Speicher verschwenden. Da können zum Beispiel Netzwerk-, Firewire, CD-Rom-, Grafiktreiber usw. erst einmal ausgeschaltet werden.

Neustart - Und der Mac müsste schon weniger Speicher verbrauchen.

Kompatibilität:

Die Emulation ist unglaublich Kompatibel. Ich habe noch kein Programm gefunden, was nicht läuft. Getestet habe ich Photoshop 5.5, Bryce 3, ITunes, IMovie (Firewire müsste man jetzt am Amiga haben ;), Norton Utilities 6, Tech Tools Pro 3, Corel Draw, Freehand 9, Actua Soccer, Myth, also quer durch die Bank. Alles läuft.

Geschwindigkeit:

Die Emulation hat folgende Pferdefüße, welche die Performace nach unten drücken:

Die Reine Berechnungsgeschwindigkeit ist überraschend hoch, wenn man bedenkt was für eine Hardware das PowerUP-Board von Phase 5 ist. (Kein 2nd- Level-Cache). Sie erreicht annähernd 604e-Geschwindigkeit. (Siehe Screenshot im Vergleich mit 8100 601).

Screenshot

Folgende Features sind noch nicht fertiggestellt:

Da die Blittersoft die Amiga-Lizenz von iFusion gekauft haben und Blittersoft die Entwicklung voranschreiten lassen will, wird man sehen, daß diese Funktionen wohl schon bald integriert werden. Auch eine AmigaDE (AmigaOS4?)-Version soll entwickelt werden.

Das bleibt auch zu hoffen, denn die Hardware, die jetzt das obere Ende des Amigas darstellt (604e) ist für diese Betriebssysteme eigentlich schon hoffnungslos veraltet. Auf einem neuen G3/G4-Amigaboard wird man wohl eher seine Freude an dieser Emulation haben.

Jochen Abitz <jockel-amiga@gmx.de>

Nachtrag (eingefügt von Christian Aichinger):

iFusion wurde von Jochen Abitz auf folgendem Amiga-System getestet:

Amiga 4000 mit CyberStormPPC 604e/200, 68060/50, CyberVisionPPC, 100 MB Ram, 6 GB IDE-, 4,5 GB UW, 21" Monitor, Serielle 4D Maus, IDE-CDRom 32- fach, 32fach SCSI CDRom Teac, CDRW Philips CDD 3600, OS 3.9, 100 MB Zip SCSI.

<< >>