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7. Review: DYNAMITE - Bomben legen deluxe! (von Rüdiger Grünewald)

Wie wir alle wissen, war es schon immer ein riesiger Spaß, den Nächsten mit Bomben, Tretminen oder gar nen Flammenwerfer um die Ecke zu bringen.

Leider wacht das Auge des Gesetztes über uns und zeigt uns den "DuDu darfst das nicht"-Finger schon bei der Planung irgenwelcher Bomben-Hinterhalte.

Aber zum Glück hat der Hobby-Bombenleger einen Computer zu hause und somit -Dynamite sei dank- jetzt die Möglichkeit, sich im Cyberspace gegenseitich Bomben unter den Allerwertesten zu schieben. Ohne daß einer der Beteiligten körperlichen Schaden nehmen kann!

DYNAMITE ist ein Clone des beliebten und bekannten Bomberman- Spielprinzips. Bomberman wurde Mitte der 80Žer entwicklelt und mauserte sich nach kurzer Zeit zu einem richtigen Kult-Game, welches einen ähnlichen Suchtfaktor wie Pac-Man, Tetris oder die Spiele der Super Mario-Reihe aufweist. 1989 erschien auch eine offizielle Amiga-Umsetzung, die den Namen "Dynablasters" trug. Als weiterer bekannter Amiga-Bomberman-Clone ist später noch "BlitzBombers" als Shareware-Programm erschienen.

Das Spielprinzip von Dynamite und seinen Artverwanden ist recht simpel: In einen Labyrinth ist es das Ziel, seinen Gegner mit hochexplosiven Bomben ins Jenseits zu befördern. Das Labyrinth besteht aus festen Mauern, die jeder Detonation standhalten und weniger festen, die sich einfach in sich zusammenbrechen, sobald sie einer Explosion ausgesetzt werden. Hinter letzteren verbergen sich gelegentlich Extras. Der Spieler darf mehr Bomben legen oder kann den Wirkungsradius seiner Bombenattacken erhöhen, er kann schneller laufen, sich an einen anderen Ort teleportieren lassen oder seinen Kontrahenten mit einem ferngesteuerten Sprengsatz in die Enge treiben. Auch ein Flammenwerfer zum rösten der Gegner ist im riesigen Dynamite-Waffenschrank enthalten. Natürlich gibt es auch "negative" Extras, eines kehrt beispielsweise die Steuerung um.

Viele ältere Bomberman-Clones haben einen ziemlich biederen Einspielermodus, bei dem langweilig rechnergesteuerte Sprites durchs Labyrinth gescheucht werden müssen. Darauf verzichtet Dynamite voll und ganz und setzt auf das Multiplayer-Erlebnis via Internet. Gerade mit menschlichen Gegnern entwickelt sich Dynamite zu einem hecktichen Geschicklichkeitsspiel, welches dem Spieler auch noch strategisches Denken abverlangt.

Das Dynamite-Download-Archiv läßt sich problemlos auf die gewüscchte Fetplatten-Partition endpacken, bringt aber nicht alle benötigten Programmdaten mit. Aus dem Aminet muß sich der angehende Sprengstoffexperte sich noch die "armarquee.library" und die "indentify.library" besorgen.

Beim erstem Start von Dynamite präsentiert sich das Game erstmal auf dem normalen Workbench-Screen. Bei einer hohen Bildschirmauflösung wirkt die Grafik erstmal "futzelig", erscheint aber im bekannten Bomberman- Outlook.Dank MUI läßt sich Dynamite auf einen kleineren Screenmode bringen. Es darf zwischen verschiedenen Grafik-Sets gewählt werden. Wem die Original-Bomberman-Grafik zu ausgelutscht vorkommt, darf sich auch mit der Simpsons-Familie oder gar als Boing!-bombenlegender Bill McEvan versuchen.

Vorm Spielbeginn ist es Pflicht, sich ins Internet einzuloggen. Nur wer online ist darf bei dem explosive Spielgeschehen mitmischen. Alle aktuellen Dynamite-Server werden automatisch aus dem Netz gefischt. Nun steht dem bombastischen und süchtigmachenden Vergnügen nichts mehr im Wege. Online-Kosten-Gucker sollten jetzt auf der Hut sein!

Als Bonus bringt Dynamite auch noch eine Chat-Option mit. In den kleinen Verschnauffspausen zwischen den Matches darf mit den Mitspielern aus aller Herren Länder geplauscht werden.

Und wenn man noch eine Standleitung ins Internet hat, kann man problemlos seinen Amiga als Dynamite-Server per MUI-Oberfläche ins Netz stellen.

Für Dynamite wird kein Hi-End Amiga benötigt. Es reicht schon ein Rechner mit 68020-Prozessor und AGA, aber um richtig loszubomben sollte mindestens ein 68030 und eine Grafikkarte unter der Amiga-Haube stecken. Es werden 2MB Chip- und 4MB Fastram für das krachende Dynamite-Feeling vorrausgesetzt.

Minuspunkte sind in Dynamite wirklich schwer zu endecken. Naja, der Sound ist ein wenig mager. Aber da Dynamite ein Freeware-Game (kostet nix=riesen Spaß) ist, wird das zu verschmerzen sein.

Vielleicht treffen wir uns ja demnächt zu einem Wettbewerb im Netz...

Rüdiger Grünewald <rudi.g@t-online.de>

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