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2. Kommentar zur jüngsten Kurskorrektur AMIGAs (von Gernod Schomberg)

Im AMIGA aktuell 0401 schrieb Carsten Schröder in seinem Schlusswort: "AMIGA nimmt einmal mehr einen Kurswechsel vor" und erläuterte seine Meinung eingehend. Ich empfand genau so und gab ihm vollkommen recht.

Ich habe einen Rechner A4000T, unbeschleunigt und ohne Grafikkarte, weil für mich vor allem die Videobearbeitung wichtig war, die damals mit keinem anderen Gerät in ähnlicher Qualität möglich war. Da hätte die Grafikkarte höchstens gestört. Leider ist eine Speicheraufrüstung nur bis 16 MBytes möglich, aber es gibt nur sehr selten Situationen, wo das nicht ausreicht. Ein PPC-Board hatte ich nicht gekauft, weil der PowerUP/WarpUP-Streit mir nicht geheuer war. Einen PC modernerer Bauart habe ich nicht!

Nach der Ankündigung vor einem Jahr, mit dem AmigaDE ein System zu schaffen, das auf den, man muss es leider sagen, Standardrechnern von heute, nämlich x86-PCs, lauffähig ist, und dass ein Rechner dieser Art als neuer Amiga von anderen Firmen entwickelt würde, hoffte ich, dieses Jahr meinen A4000T aufs Altenteil versetzen zu können. Man mag Windows mögen oder nicht, Tatsache ist, dass die meisten Programme heute für dieses System entwickelt werden und man hätte mit so einem Rechner, den man mit einem beliebigen System starten kann, Zugang auch zu den Programmen, die es eben für Amiga in der Art oder Qualität (noch) nicht gibt! Und, wie Carsten schreibt, man hätte sehr einfach die Benutzer des anderen Systems von der Einfachheit und Schönheit des AmigaOS überzeugen können.

Und nun kommt die Mitteilung von Bill McEwen, dass ein Betriebssystem für eine neue Computerplattform auf PPC-Basis entwickelt wird! Das neue Betriebssystem läuft nicht auf meinem Rechner, liefe sicher auch nicht, wenn ich eine Beschleunigerplatine eingebaut hätte, also bräuchte ich einen der neuen Rechner! Gut, das Geld habe ich gespart, weil ich weder PPC- noch Grafik-Board habe. Aber der Neue könnte eben nur AmigaOS4.0 und benötigt die passenden Programme. Wenn schon für den jetzigen Amiga nur noch Liebhaber des Systems schreiben, davon aber mit Sicherheit nicht leben können, wieviele Programme kann man dann für die neue Plattform erwarten? Es bleibt die Emulation zum alten AmigaOS übrig, aber wie die laufen wird, ist abzuwarten. Und neue Programme gibt es da erst recht nicht.

Zwar wurde die erste Mitteilung inzwischen etwas relativiert, die Entwicklung auch für das AmigaDE ginge mit voller Kraft weiter, aber die Möglichkeiten von AMIGA sind doch recht beschränkt. Ich hatte meinen ersten Amiga 1989, da war ich 64 Jahre jung. Ich fürchte, jetzt geht es AMIGA wie mir, uns beiden läuft die Zeit davon! Ich hoffe mit AMIGA Inc., dass wir einen universellen Rechner mit AmigaDE noch zu unser beider Lebzeiten zu Gesicht bekommen werden!

Gernod Schomberg <G.Schomberg@t-online.de>

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