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8. Das Farbe-Menü Bei einem Mal- und Bildverarbeitungsprogramm wie Personal Paint geht ohne Farben verständlicherweise gar nichts, zumindest könnte kein Bild erstellt werden. Bei einer sorgfältigen Auswahl können schon 64 Farben ein Bild wie ein Foto aussehen lassen, ein undeutliches Bild zu neuem Glanz erwecken oder auch den Speicherverbrauch eines Bildes auf einen Bruchteil des Originals schrumpfen lassen, ohne dabei Einzelheiten zu opfern. Mit Hilfe der Unterpunkte im Menü "Farbe" können einzelne Farben ausgewählt und modifiziert werden, aber auch globale Farbveränderungen sind möglich. Außerdem können Farbpaletten geladen, gespeichert und zwischen Objekten ausgetauscht werden. 8.1 Palette Als Palette wird der gesamte, einem bestimmten Bild zugewiesene Farbraum bezeichnet. Dieser ähnelt der bekannten Palette eines Künstlers, die ebenfalls viele verschiedene Farben enthält, die zusammen verwendet werden können. Beim Amiga gilt: Je mehr Farben verwendet werden, desto mehr Systemresourcen (Speicher, Rechenzeit, usw.) sind zum Bearbeiten eines Bildes notwendig. Die Beziehung zwischen Bildgröße, Anzahl der Farben und Speicherverbrauch wird in Abschnitt "1.3.2" näher erläutert. Die maximale Anzahl der in einer digitalen Palette verfügbaren Farben ist immer eine Zweierpotenz (2, 4, 16, 64, 256, usw.) Unterschiedliche Bilder erfordern oft auch verschiedene Farben. Es kann dabei durchaus vorkommen, daß ein Bild bestimmte Farben kaum verwendet, die in einem anderen Bild dagegen verstärkt auftreten. Obwohl Paletten mit einer großen Farbanzahl (z. B. 256 Farben) für die Darstellung der meisten Bilder optimal sind, kann es dennoch Gründe für den Einsatz von Paletten mit weniger Farben geben. Die Verwendung einer aus genau abgestimmten Farben zusammengesetzten Palette spart nicht nur Speicher und Rechenzeit, sondern sorgt auch für ein einheitliches Erscheinungsbild und einen durchgängigen Stil; dies ist besonders dann wichtig, wenn verschiedene Bilder eine einheitliche Atmosphäre erzeugen sollen. 8.1.1 Laden Informationen über die Farbpalette werden grundsätzlich mit einem Bild gespeichert, unabhängig vom verwendeten Format (eine Ausnahme bilden nur Formate mit zwei Farben, die schwarz und weiß verwenden). Paletten lassen sich allerdings auch separat abspeichern: Die resultierende Datei enthält dann nicht ein Bild plus Palette, sondern nur die Palette selbst. Diese Funktion kann Paletten verschiedener Grafikformate (GIF, IFF-ILBM, PCX, usw.) entweder mit oder ohne dazugehöriges Bild identifizieren und laden. Die neue Palette wird dann zu der der aktuellen Umgebung gemacht. Wenn der aktuelle Bildschirmmodus mehr Farben als die angegebene Palette besitzt, werden nur so viele der ersten Farben in der Palette modifiziert, wie in der neuen Palette vorhanden sind. Wie auch bei anderen Funktionen, die zur Modifikation der Palette dienen, kann die Originalpalette durch den Befehl "Alte Werte" (Abschnitt "8.1.6") wiederhergestellt werden. 8.1.2 Speichern Mit diesem Befehl wird die aktuelle Palette in einer IFF-ILBM-Datei gespeichert (dabei werden die BMHD-, CMAP- und CAMG-IFF-Chunks geschrieben). Diese Methode stellt einen standardisierten und effektiven Weg zur Speicherung von Farbinformationen dar, die später mit Personal Paint oder anderen Programmen wieder geladen werden können. Diese Funktion kann auch dazu benutzt werden, die ursprünglichen "UIColors"-Dateien auf der "PPaint_Prefs"-Diskette, welche die Standard-Menüfarben festlegen, zu überschreiben. Dadurch lassen sich ca. 5 kbyte Speicherplatz auf der Diskette sparen (dies kann bei Disketten bereits entscheidend sein), da die "UIColors"-Originaldateien zur leichteren Bearbeitung noch ein gemaltes Menü und Dialogfenster enthalten. Davon abgesehen, sollte von den Originaldateien zur Verwendung in späteren Projekten stets eine Kopie vorhanden sein. 8.1.3 Ändern In diesem Dialogfenster läßt sich jede Farbe der aktuellen Palette so genau einstellen, wie es der eingestellte Bildschirmmodus erlaubt. Außerdem werden Funktionen zum Kopieren, Vertauschen und Anordnen von Farben sowie zur Erstellung neuer Farbräume bereitgestellt. Beim Herumexperimentieren mit Farben kann es durchaus vorkommen, daß plötzlich der gesamte Bildschirm unsichtbar wird, weil alle dargestellten Objekte die gleiche Farbe besitzen. In diesem Fall lassen sich durch einen Druck auf die <Help>-Taste wieder die Originalfarben von Personal Paint für den aktuellen Bildschirmmodus aufrufen. Die von Personal Paint für die Darstellung der Benutzeroberfläche verwendeten Farben hängen nicht zuletzt auch von der aktuellen Palette ab, ihre Auswahl wird abhängig von Lesbarkeit, Kontrast und "3-D Effekt" vorgenommen. Die Farben außerhalb des Dialogfensters werden aktualisiert, sobald die Maus aus dem Dialogfenster für die Palettenauswahl bewegt wird. 8.1.3.1 Auswählen einer Farbe Der horizontal verlaufende Balken im oberen Bereich des Fensters enthält die Anordnung der in der Palette verfügbaren Farben. Über der aktuellen Farbe (beim Aufruf des Dialogfensters ist dies die Vordergrundfarbe) wird ein nach unten gerichtetes Pfeilsymbol dargestellt. Wenn die Palette mehr Farben enthält, als in dem Balken angezeigt werden können, läßt sich die Anzeige mit Hilfe der beiden Rollpfeile rechts neben dem Balken verschieben, damit auch die anderen Farben sichtbar werden. Wird über einem der Pfeile die linke Maustaste gedrückt gehalten, führt dies zum fortlaufenden Verschieben des Balkens. In den "HalBrite"-Videomodi (64 Farben) können nur die ersten 32 Farben der Palette frei gewählt werden, da die zweiten 32 automatisch durch Halbierung der Helligkeitswerte der ersten 32 berechnet werden. Aus diesem Grund lassen sich im Dialogfenster auch nur die ersten 32 Farben edieren. Die aktuelle Farbe läßt sich durch einen Druck auf die linke Maustaste auswählen. Dies gilt jedoch nicht nur für das Dialogfenster selbst, vielmehr kann die Farbe auch im dargestellten Bild oder dem Haupt-Palettenfenster angewählt werden. Die Cursortasten <Links> und <Rechts> verschieben die aktuelle Farbe in der Palette jeweils um eine Position nach hinten, bzw. nach vorn. Rechts unter dem Balken mit den in der aktuellen Palette verfügbaren Farben befindet sich ein rechteckiges Feld, in dem die aktuelle Farbe und deren Positionsnummer innerhalb der Palette angezeigt werden (wobei die Nummern bei einer Palette mit 16 Farben im Bereich von 0 bis 15 liegen können). Es wird häufig vergessen, daß die Maus zur Auswahl einer beliebigen Farbe auch über die Grenzen des Dialogfensters hinwegbewegt werden kann. Dabei ist zu beachten, daß auch die unter der Werkzeugleiste befindliche Hauptpalette zur Verfügung steht. 8.1.3.2 RGB- und FSH-Farbmodelle Die aktuelle Farbe kann unter Einsatz der Schieberegler (-Knöpfe) unter dem Farbbalken modifiziert werden. Zur Festlegung einer Farbe lassen sich zwei verschiedene Farbmodelle (oder Koordinatensysteme) verwenden: RGB (Rot, Grün, Blau) und HSB (Hue (= Farbton), Saturation (= Sättigung), Brightness (= Helligkeit)). Im Deutschen hat sich für die Bezeichnung des des HSB-Modells auch die Bezeichnung "FSH-Modell" (= Farbton, Sättigung, Helligkeit) etabliert. Die zwei Gruppen von Schiebereglern stellen zwei verschiedene Zugriffsarten auf den gleichen Farbraum dar, dabei kann jede Gruppe unabhängig von der anderen eingesetzt werden. Daraus folgt, daß auch durch Arbeit mit nur einer Reglergruppe auf alle verfügbaren Farben zugegriffen werden kann. Beim RGB-Modell wird eine Farbe als Kombination dreier Primärfarben definiert: Rot, Grün und Blau. Die Intensität jeder dieser drei Farben wird durch einen Wert zwischen Null und dem Maximalwert festgelegt, wobei dieses Maximum sowohl vom Bildschirmmodus als auch vom verwendeten Amiga-Modell abhängt. In den meisten Modi von Original-Amiga-Chipsatz und ECS-Chipsatz können Rot, Grün und Blau jeweils 16 verschiedene Intensitätswerte besitzen, was dazu führt, daß eine Farbe aus einem Farbraum von 4096 möglichen gewählt werden kann (16 hoch 3). Einige Bildschirmmodi des ECS-Chipsatzes, der A2024-Modus und andere Modi besitzen eine geringere Anzahl an Intensitätsstufen (z. B. vier), es kann daher dann nur aus z. B. 64 Farben oder Graustufen gewählt werden. Bei Amigas mit AA- (Advanced Architecture-) Chipsatz verfügen die meisten Bildschirmmodi über die Möglichkeit, jeder Primärfarbe bis zu 256 Intensitätsstufen zuzuordnen. 256 hoch 3 ergibt 16.777.216 verschiedene Kombinationsmöglichkeiten (daher kommen also die berühmten "16 Mio. Farben"). In Abschnitt "1.14" wird erklärt, warum deshalb "UIColors"-Dateien mit verschiedenen Auflösungen benutzt werden. Theoretisch gilt: Wenn die drei Primärfarben den gleichen Intensitätswert besitzen, ist das Ergebnis ein "reines" Grau im Bereich von Weiß bis Schwarz. Im HSB- oder FSH-Modell (wird engl. auch als HSV-Modell bezeichnet, wobei dann das "V" für "Value" (=Wert) steht) wird eine Farbe als Position innerhalb eines Farbrades plus einem Helligkeitswert definiert. Bei diesem Farbrad handelt es sich um eine Art runden Regenbogen (Besitzer der Betriebssystemversion 3.0 wissen, was gemeint ist). Im Randbereich des Kreises erscheinen alle 120 Grad (d. h. jeweils im Abstand eines Drittels des Kreisumfangs) "reine" Farben (Rot, Grün und Blau), wobei angenommen wird, daß Rot den Anfang und das Ende des Kreises darstellt. Positionswerte zwischen den reinen Farben stehen für Mischtöne. Im Randbereich des Farbrades sind die Farben kontrastreich sichtbar, zur Mitte hin verlaufen sie immer weiter Richtung grau. Der Mittelpunkt des Farbrades enthält immer einen Grauton, dessen Helligkeit im Bereich zwischen Weiß und Schwarz liegt. Der "Farbton"-Parameter legt die Winkelposition einer Farbe im Farbrad fest: 0 (oder 360) = Rot, 60 = Gelb, 120 = Grün, 180 = Cyan, 240 = Blau, 300 = Magenta, usw. "Sättigung" beschreibt den Abstand einer bestimmten Farbe von der Mitte des Farbrades im Bereich von 0 (Grau) bis 100 (reine Farbe). "Helligkeit" steht für die gesamte Lichtintensität (im Gegensatz zur Farbintensität einzelner Farben, die durch den Sättigungswert bestimmt wird). Ein Helligkeitswert von 0 bedeutet grundsätzlich Schwarz. 100 steht für die maximal mögliche Helligkeit bei einer bestimmten Farb-/Sättigungs-Kombination. 8.1.3.3 Farbe kopieren Zum Kopieren einer schon vorhandenen Farbe an einen anderen Platz innerhalb der Palette ist zunächst die erste Farbe (diejenige, die kopiert werden soll) auszuwählen und dann das "Farbe kopieren"-Symbol anzuklicken, bevor die Zielfarbe (diejenige, die überschrieben werden soll) angeklickt wird. 8.1.3.4 Farben vertauschen Diese Funktion ähnelt der vorherigen, allerdings wird hier die Zielfarbe nicht überschrieben, sondern mit der ersten Farbe vertauscht. 8.1.3.5 Farben sortieren Diese Symbole sortieren Farben im Bereich zwischen der aktuellen Farbe und derjenigen, die nach dem Aktivieren der Sortiersymbole angeklickt wird. Farben können auf zwei verschiedene Arten sortiert werden: Von der hellsten des ausgewählten Bereiches zur dunkelsten und umgekehrt. Durch Gedrückthalten der <Shift>-, <Alt>- oder <Ctrl>-Taste kann zwischen drei unterschiedlichen Sortierverfahren umgeschaltet werden, die eine Sortierung entweder nach Farbton, -sättigung oder -helligkeit bewirken. Letztgenannte Option eignet sich besonders für die Verarbeitung von im PCX-Format vorliegenden Bildern, die aus technischen Gründen weniger Speicherplatz benötigen, wenn ihre Palette absteigend nach der Häufigkeit der vorhandenen Farben angeordnet ist. 8.1.3.6 Bereich erstellen Diese beiden Symbole führen zum Erzeugen neuer Farben im Bereich zwischen der aktuellen Farbe und derjenigen, die nach dem Aktivieren der Symbole angeklickt wird. Das erste (linke) Symbol führt zur Auswahl von Mittelwerten nach dem RGB-Modell, wohingegen das zweite die Abstände nach dem HSV-System berechnet. 8.1.3.7 Undo Das Undo-Symbol macht die letzte Veränderung der Palette in diesem Dialogfenter rückgängig, die Anwahl von "Alles wiederherstellen" ruft wieder die Standardeinstellung auf. 8.1.3.8 Kein Fenster Durch die Anwahl dieses Symbols wird das Dialogfenster ausgeblendet (nur solange die linke Maustaste gedrückt bleibt) und die normalerweise durch das Fenster verdeckten Bildbereiche werden sichtbar. Wird bei gedrückter linker Maustaste zusätzlich die rechte gedrückt, führt dies zum "Rotieren" der Farben. Beide Optionen ermöglichen eine Vorschau möglicher Effekte durch Veränderung von Farben, ohne dazu das Dialogfenter verlassen zu müssen. 8.1.4 Palette einstellen Mit dieser Funktion lassen sich die Farben des aktuellen Bildes global modifizieren. Die Funktion eignet sich besonders zur erstmaligen Bearbeitung gescannter Bilder oder zur Druckvorbereitung (Farben, die von Scannern oder Druckern erzeugt werden, können von der Bildschirmanzeige abweichen und bedürfen daher häufig manueller Korrekturen). Mit Hilfe der sechs Schieberegler können verschiedene Farbkomponenten entfernt, verdoppelt oder zwischen diesen beiden Extremwerten eingestellt werden, wobei sich der entsprechende Effekt auf alle Farben der Palette auswirkt. Zur Modifikation einer einzelnen Farbe muß das Dialogfenster der Funktion "Palette Ändern" (Abschnitt "8.1.3") benutzt werden. In den "HalfBrite"-Bildschirmmodi (Abschnitt "8.1.3.1") werden die ersten 32 Farben direkt verändert, die zweiten 32 ergeben sich aus deren dunkleren Varianten. Von oben nach unten gesehen, können mit den Schiebereglern die folgenden Faktoren beeinflußt werden: Farbe, Helligkeit, Kontrast, Rot, Grün, Blau. Das Einstellen der Farben entspricht der Modifikation des Sättigungswertes im HSB-Modell (Abschnitt "8.1.3.2"). Mit dem Kontrastregler läßt sich der Abstand der RGB-Werte von den Medianwerten verringern oder vergrößern. Das Symbol mit der Aufschrift "Erhalten" bringt nach einer Veränderung alle Schieberegler wieder in die Mittelstellung zurück. Dadurch können größere Veränderungen als eine Verdoppelung eines Wertes vorgenommen werden, auch die Bestimmung der Reihenfolge von Veränderungen ist möglich (standardmäßig beeinflussen die Einstellungen alle Farben in der Reihenfolge der Schieberegler von oben nach unten). Ein Druck auf die <Help>-Taste macht alle Korrekturen rückgängig und setzt die Schieberegler wieder auf 0%. 8.1.5 Standard Mit diesem Befehl werden alle Farben wieder der Standardpalette von Personal Paint angepaßt. Dabei handelt es sich entweder um die programminterne Palette oder um eine, die durch eine der "Startup"-Dateien aufgerufen wird (siehe Abschnitte "9.1" und Anhang "C"). Standardmäßig ist dieser Funktion der Tastaturkurzbefehl <Help> zugeordnet. 8.1.6 Alte Werte Mit dieser Funktion werden die letzten Veränderungen der Palette rückgängig gemacht und die vorher benutzten Farben wiederhergestellt. Auch dieser Vorgang läßt sich durch zw einmaliges Aufrufen wieder rückgängig machen. 8.1.7 Von Pinsel Diese Funktion kopiert die Farben des aktuellen individuellen Pinsels (dessen Nummer in der Titelleiste angezeigt wird) in die Palette der aktuellen Umgebung. Wenn der Pinsel über weniger Farben als die Palette verfügt (oder umgekehrt), werden nur die ersten Farben kopiert. 8.1.8 Von Schrift Farbige Schriften (sog. "Color-Fonts") werden üblicherweise unter Verwendung einer Palette erstellt, die ihrem Erscheinungsbild am besten gerecht wird. In einem solchen Fall würde der Einsatz der Schrift mit einer anderen Palette zu einem wenig zufriedenstellenden Ergebnis führen. Nach dem Laden der gewünschten Schrift kann deren Palette mit dieser Funktion zur Palette der aktuellen Umgebung gemacht werden. Wenn der Farbraum der geladenen Schrift für die geplante Arbeit zu begrenzt ist, reicht es aus, die Anzahl der Farben zu erhöhen (Abschnitt "4.5.3") und die ersten Farben (d. h. die Farben der Schrift) unverändert zu lassen. 8.1.9 Von Bildschirm Diese Funktion kopiert die Farben des ausgewählten Bildschirms in die aktuelle Umgebung, allerdings wird dabei der Bildschirm selbst nicht kopiert. Die Auswahl des Bildschirms, dessen Farben für das Erzeugen der neuen Palette dienen sollen, erfolgt wie bei der Funktion Bildschirm laden (Abschnitt "4.4"). 8.2 Maske Die Arbeitsweise einer digitalen Schablone (oder Maske) ist der bei der Verwendung eines ausgeschnitten Blattes Papier oder einer Metallfolie sehr ähnlich. Sobald eine Maske definiert oder geladen wird, wird auch eine neue Bitmap zusätzlich zu den schon vorhandenen Bild-Bitplanes erzeugt. Das Konzept ähnelt dem zur Erzeugung einer Transparenz-Bitplane, wie es in Abschnitt "5.9.5" beschrieben wird. Die Masken-Bitmap enthält Informationen darüber, welche Teile des Bildes von Maloperationen nicht beeinflußt werden sollen. Wo in der Bitmap Einsen vorhanden sind, werden die darunterliegenden Bereiche vor Veränderungen geschützt; wo Nullen stehen, funktionieren alle Maloperationen wie gewohnt. Eine Maske kann auf zweierlei Arten definiert werden: Entweder durch selektives Ausgrenzen aller Bereiche mit einer bestimmten Farbe (Farbmaskierung) oder durch Erstellen eines zweifarbigen Bildes, welches dann farbmaskiert und als Maske geladen wird. Selbst wenn die Maske ursprünglich durch Farbmaskierung definiert wurde, wird sie sofort in eine Bitmap umgewandelt. Das bedeutet, daß Personal Paint bestimmte Pixel nicht aufgrund ihrer Farbe vor Veränderungen schützt, sondern sondern weil sich in der dazugehörigen Maskenbitplane eine Eins befindet. Auf der Ebene des Dateiformates kann die Ähnlichkeit mit der oben beschriebenen Bitplane für die Pinseltransparenz zu einer verwirrenden Gleichheit führen. Der Grund: Die Spezifikationen des IFF-Formates benutzen für die Transparenz eines Pinsels (wenn diese nicht algorithmisch definiert werden kann) und die Maskeninformation eines Bildes die gleiche Bitplane. Wenn eine Grafik mit solch einer zusätzlichen Bitplane als Pinsel geladen wird, würde diese Bitplane als Transparenzbitplane interpretiert, während ein Laden der Grafik als Bild die Daten zusätzlich als Schablone dazuladen würde (die Schablone würde aktiviert). 8.2.1 Maske laden Dieser Befehl lädt die in einer Bilddatei oder einer Maske enthaltenen Daten. Beim IFF-ILBM Format werden beim Abspeichern eines Bildes mit aktiver Maske die Maskendaten grundsätzlich mitgespeichert. Die Größe der Maske sollte mit der des Bildes identisch sein. Wenn die Maske größer ist, wird sie abgeschnitten; ist sie kleiner, werden bestimmte Teile des Bildes (die in der Maskendatei fehlenden unteren und rechten Streifen) nicht geschützt. 8.2.2 Maske speichern Die Masken-Bitplane, die zuletzt in der aktuellen Ungebung verwendet wurde, wird in einer normalen IFF-ILBM-Maskendatei gespeichert. Dabei werden folgende IFF-Chunks geschrieben: BMHD, CAMG und BODY. 8.2.3 Maske ändern Dieses Fenster ermöglicht die Erstellung einer Maske, indem die zu schützenden Bereiche bestimmten Farben zugeordnet werden. Nachfolgende Maloperationen können Pixel, die im Fenster mit einem Häkchen gekennzeichnet sind, dann nicht mehr beeinflussen. Die Maskenbitplane selbst wird durch Malbefehle, die z. B. einen neuen Bereich innerhalb des ehemals durch die Maske geschützten Bereiches erstellen, nicht aktualisiert. Dazu ist die Funktion "Neu erstellen" (Abschnitt "8.2.4") zu verwenden. Der Schutzstatus einer Farbe kann entweder durch das Anklicken eines Farbkästchens oder durch die Auswahl der Farbe direkt im Bild mit der linken oder rechten Maustaste (um die entsprechende Farbe zu wählen, bzw. nicht zu wählen) bestimmt werden. Die geschützten Farben sind mit einem Häkchen gekennzeichnet. Indem der Mauszeiger mit gedrückter Maustaste über die Farbfelder im Maske-Dialogfenster bewegt wird, lassen sich mehrere Farben in einem einzigen Arbeitsgang selektieren oder deselektieren. Dies erleichert besonders den Umgang mit größeren Paletten. Das Symbol mit der Aufschrift "Löschen" entfernt alle Häkchen (eine solche Maske ist gleichbedeutend mit keiner Maske). "Umstellen" invertiert den "An/Aus"-Status der Farben. "Zeigen" blendet das Fenster aus bei über dem Symbol gedrückt gehaltener linker Maustaste aus und zeigt maskierte Bereiche in Schwarz, andere in Weiß. Bei der Definition eines individuellen Pinsels (Abschnitt "3.1.6") werden nur diejenigen Pixel berücksichtigt, die nicht maskiert sind. Eine Maske kann auch erstellt werden, indem sie zunächst als zweifarbiges Bild gemalt wird; eine der beiden Farben kann dann in diesem Fenster maskiert werden. In Abschnitt "3.1.4" wird ein Fall beschrieben, bei dem eine Maske dazu benutzt wird, bestimmte, farbige Bereiche eines Bildschirms vor dem Überschreiben durch Bildbearbeitungsfunktionen zu schützen. Die beiden Umgebungen des Programms verfügen über verschiedene Maskenbitplanes. 8.2.4 Maske neu erstellen Normalerweise wird eine als Farbmaske definierte Maske unter Verwendung des "Maske ändern"-Fensters erzeugt. Bereiche einer bestimmten Farbe können mit den Funktionen in diesem Fenster maskiert werden, aber sie werden nicht erweitert, wenn neue Farben in das Bild eingefügt werden. Dieser Befehl führt zu einer Neuerstellung der Maske, nachdem einem Bild weitere Farben hinzugefügt worden sind. 8.2.5 Maske invertieren Diese Funktion vertauscht maskierte und unmaskierte Bereiche. Wenn die Maske als Farbmaske definiert wurde, wirkt sich dieser Befehl ähnlich aus wie die Funktion "Invertieren" im "Maske ändern"-Dialogfenster. Wenn die Maske jedoch gemalt wurde (und daher von nicht abhängig von bestimmten Farben des Bildes ist), kann ohne Löschen der Maske nur diese Funktion angewendet werden. 8.2.6 Maske Ein/Aus Dieser Befehl schaltet die Maske ein oder aus. Wenn die Maske zum ersten Mal eingeschaltet wird, erscheint das "Maske ändern"-Dialogfenster. Selbst wenn die Maske ausgeschaltet wird, bleibt ihre Bitmap erhalten. Ein in der Titelleiste angezeigtes Symbol zeigt an, daß die Maske aktiv ist. 8.2.7 Maske freigeben Diese Funktion schaltet die Maske aus und löscht die dazugehörige Bitplane. Nach der Ausführung dieses Befehls muß zur Maskierung eines Bereiches eine Maske neu definiert oder eine vorhandene geladen werden. 8.3 Neu verteilen Es kommt hin und wieder vor, daß Farben eines Bildes unbeabsichtigt verändert werden. Dies kann z. B. der Fall sein, wenn Schrift- oder Pinselfarben das aktuelle Bild beeinflussen, wenn Farben manuell verändert werden oder auch, wenn die Position von Farben in der Palette umgestellt wird. Nach einer solchen Operation passen die vorhandenen Farben oft nicht zum angezeigten Bild. Dieser Befehl benutzt die aktuellen Farben, um das Erscheinungsbild des aktuellen Bildes so weit wie möglich der Ausgangspalette anzugleichen (die natürlich weiterhin mit der Funktion Standard wieder aufgerufen werden kann). Wenn die gleiche Farbe sowohl in der Ausgangs- als auch in der neuen Palette vorkommt, werden durch diesen Befehl lediglich alle Hinweise auf die Position der Farbe in der Palette aktualisiert. Wenn einige der alten Farben in der aktuellen Palette nicht vorhanden sind, wählt Personal Paint entweder eine ähnliche Farbe aus oder versucht, die verlangte Zielfarbe durch Mechanismen wie Rasterung, das Floyd-Steinberg-Verfahren oder intelligente Mischtechniken zu erzeugen, die in den dazugehörigen Programmoptionen (Abschnitt "9.8") näher erläutert werden. 8.4 Hintergrund zu Vordergrund Mit diesem Befehl werden alle Pixel in der Hintergrundfarbe mit der Vordergrundfarbe versehen. Er ähnelt dem Befehl gleichen Namens, der auf Pinsel angewendet werden kann (Abschnitt "5.9.3"). 8.5 Hintergrund mit Vordergrund vertauschen Ähnlich wie bei der vorherigen Funktion, werden auch hier die Farben der Vorder- und Hintergrundpixel vertauscht. 8.6 Mischen In vielen Fällen soll aus verschiedenen Bildern oder Bildteilen ein einziges Bild geschaffen werden. Dies ist z. B. der Fall, wenn ein gescanntes Foto über einen digitalen Hintergrund gelegt wird, wenn ein Pinsel aus einer anderen Umgebung in die aktuelle eingefügt wird oder wenn mehr als ein verkleinertes Bild auf der gleichen Seite angezeigt werden soll. Bei all' diesen Fällen stellt sich das gleiche Problem: Wenn die zu mischenden Elemente über unterschiedliche Paletten verfügen, erhält der Großteil der Pixel beim Zusammenstellen des Bildes die falsche Farbe. Mit Hilfe dieser Funktion lassen sich die Farbpaletten aller gerade benutzten Pinsel und Bilder selektiv, d. h. Farbe für Farbe, mischen. Das Ergebnis ist eine einzige Palette für alle ausgewählten Elemente, die so viele Farben besitzt, wie die aktuelle Umgebung. Die Farben werden sorgfältig ausgewählt, aber es kann sein, daß nicht genügend Farben zur Verfügung stehen, um jeden individuellen Pixel aller Bilder und Pinsel wiederzugeben. Aus diesem Grunde werden bei der Palettenangleichung der Einzelelemente Mechanismen wie Rasterung, das Floyd-Steinberg-Verfahren oder andere Fehlerverteilungsalgorithmen angewendet, wie in den relativen Programmeinstellungen angegeben (Abschnitt "9.8"). Die verschiedenen Verfahren zur Farbenreduzierung werden in Abschnitt "9.7" beschrieben. Damit soviele der Originalfarben erhalten werden wie möglich, sollte evtl. die Farbanzahl des aktuellen Bildes erhöht werden (Abschnitt "4.5.3"). Wenn alle zusammenzufügenden Bildelemente völlig verschiedene Farben besitzen, sollte die resultierende Palette soviele Farben besitzen wie alle Einzelpaletten zusammen. Personal Paint verfügt über sehr leistungsfähige Algorithmen zur Quantisierung, Mischung und Reduktion von Farben, so daß es häufig kaum möglich ist, Unterschiede zwischen den Originalbildern und dem fertigen Ergebnis zu sehen, selbst wenn starke Reduzierung von Farben unvermeidlich ist. Ein Beispiel: Wenn ein Bild mit einer 16-Farben-Palette, von der nur acht Farben benutzt werden, mit einem Pinsel mit Acht-Farben-Palette gemischt wird, gehen keine Farben verloren. Sowohl das Bild als auch der resultierende Pinsel besitzen dann eine Palette mit 16 Farben. Nach dem Mischen der ausgewählten Elemente können diese wie gewünscht eingefügt werden. 8.7 Farbenreduzierung Diese Funktion erlaubt die Verringerung der Farbanzahl des aktuellen Bildes. Mit Hilfe des Schiebereglers in diesem Fenster kann die gewünschte Anzahl von Farben in einem Bereich zwischen zwei und dem Maximalwert festgelegt werden. Wenn nur zwei Farben benutzt werden, ist eine weitere Reduktion natürlich kaum sinnvoll. Beim Bewegen des Schiebereglers wird die Bilddarstellung fortlaufend aktualisiert, um die Veränderungen anzuzeigen. Gleichzeitig informiert das "Verlorene Pixel"-Feld relativ (in Prozent) und absolut darüber, wie viele Farben verlorengegangen sind. Bei qualitativer Farbenreduzierung (Abschnitt "9.7.1") werden zunächst Farben eliminiert, die innerhalb der Palette durch einen ähnlichen Farbton repräsentiert werden. Ist quantitative Reduktion aktiviert (Abschnitt "9.7.2"), so werden zunächst weniger verwendete Farben unterdrückt. Wenn eine oder mehrere Farben in der Palette mehrmals vorhanden sind, kann die Anzahl von Farben durch einfache Neuverteilung reduziert werden, ohne daß dabei visuelle Informationen verloren gehen. Der Vorgang der Farbenreduzierung ist sehr rechenintensiv. Je höher die Anzahl der Farben des Zielbildes, desto länger dauert dessen Berechnung. So dauert es bei Amiga-Modellen mit 68000-CPU häufig einige Zeit, bis nach der Bewegung des Schiebereglers Ergebnisse sichtbar werden. Dies gilt besonders, wenn die Anzahl der Farben des Zielbildes höher ist als 32. In den "HalfBrite"-Modi (Abschnitt "8.1.3.1") rechnet Personal Paint intern immer mit getrennten Blöcken von hellen und dunklen Farben in der Palette. Eine HBrite-Palette besitzt immer eine gerade Anzahl von Farben, wobei die Gruppe der dunklen Farben immer 32 Bytes vom Anfang entfernt beginnt. Dieser Befehl reduziert nicht explizit die Anzahl der Farbeinträge einer Palette, sondern er verringert lediglich die für das Bild verwendeten Farben und faßt diese in Gruppen zusammen. Die gewünschte Anzahl von Farben in einer Palette kann in den Dialogfenstern für das Bild- und Bildschirmformat festgelegt werden, wie auch in Abschnitt "4.5.2" beschrieben. 8.8 Statistik In diesem Fenster werden Statistiken über die für das aktuelle Bild verwendeten Farben angezeigt. Dabei wird ermittelt, wie viele Pixel jeder Farbe innerhalb des Bildes vorkommen, das Ergebnis wird in Form eines sog. "Histogramms" dargestellt. Wenn mehr Farben vorhanden sind, als im Fenster gleichzeitig dargestellt werden können, kann das Histogramm mit zwei Rollpfeilen in die gewünschte Richtung verschoben werden. Durch Anklicken des entsprechende Farbbalkens mit der Maus werden zusätzliche Informationen zu einer bestimmten Farbe (Position innerhalb der Palette, Anzahl der Pixel in dieser Farbe, beanspruchte Oberfläche in Prozent) angezeigt. Beim ersten Aufrufen dieses Fensters beziehen sich die Daten auf die aktuelle Vordergrundfarbe. |
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