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5. Das Pinsel-Menü Die Abschnitte "3.1.1" ("Voreingestellte und individuelle Pinsel") und "3.1.6" ("Pinsel definieren") dienen der Erläuterung übergreifender Konzepte bezüglich des Pinsels und seiner Verwendung. In diesem Kapitel werden folgende Pinselfunktionen behandelt: Laden, Speichern, Auswahl von Malmodus und Griffposition, Änderung von Farben, sowie Transformation des Pinsels. Bevor die meisten in diesem Kapitel beschriebenen Funktionen genutzt werden können, muß zunächst ein individueller Pinsel erstellt werden, da einige der aufgeführten Menüpunkte automatisch deaktiviert werden, (Abschnitt "1.9.6" "Menüs"), wenn es sich beim aktuellen Pinsel nicht um einen individuell erstellten handelt. 5.1 Pinsel laden Diese Funktion ähnelt der zum Laden eines Bildes (Abschnitt "4.1"), lädt aber das ausgewählt Bild als aktuellen Pinsel. Bei den meisten von Personal Paint unterstützten Dateiformaten wird nicht zwischen Bild- und Pinseldateien unterschieden. Einige Programme speichern evtl. mit der Bilddatei zusätzliche Informationen ab (z. B. Greifpunkt des Pinsels oder Informationen über den Bildschirmmodus), allerdings wird die Portierbarkeit dadurch nicht beeinträchtigt. Jedes Bild kann wahlweise als Bild oder Pinsel geladen werden. Der Bildschirmmodus (Größe, Farben, Interlace-Modus, usw.) wird durch das Laden einer Grafik als Pinsel nicht zwangsläufig verändert. Beim Laden als Bild wird der Bildschirmmodus angepaßt, außerdem wird die Anzahl der Bitplanes auf den höchstmöglichen, vom jeweiligen Amiga-Modell erlaubten Wert begrenzt. Bildschirmformat und Farben bleiben vom Laden eines Pinsels unbeeinflußt, was evtl. dazu führen kann, daß dieser über dem darunterliegenden Bild verzerrt dargestellt wird (z. B. zweimal breiter oder höher als normal, usw.) oder seine Farbpalette "zufällig" erscheint. Wenn der Pinsel über andere Farben verfügt als das aktuelle Bild, kann seine Palette auf die Bildpalette übertragen werden (Abschnitt "8.1.7") oder umgekehrt (Abschnitt "5.9.1"). Der erste Fall funktioniert nur dann, wenn das Bild mindestens die gleiche Anzahl von Farben besitzt wie der Pinsel, andernfalls kann das Format zur Erhöhung der maximalen darstellbaren Farbanzahl auch manuell verändert werden (Abschnitt "4.5.3"). Personal Paint stellt mit der Funktion "Farben mischen" (Abschnitt "8.6") auch noch einen intelligenteren Weg zur Verfügung, Bilder mit unterschiedlichen Farben zu verarbeiten. In vielen Fällen stellt es sich als sehr nützlich heraus, daß ein Pinsel mehr Farben besitzen kann als das aktuelle Bild. So können z. B. Amiga-Modelle mit dem Original- und dem ECS-Chipset keine 256 Farben gleichzeitig darstellen, aber ein 256-Farben-Pinsel kann trotzdem ohne Datenverluste verarbeitet, gespeichert und gedruckt werden. Die Funktion "Abstreifen/Nicht sichtbar" (Abschnitt "5.13.4") wird am besten zum Ausschneiden nicht erwünschter Teile eines sehr großen Pinsels verwendet. Bei der Bildschirmdarstellung werden nur so viele Bitplanes angezeigt, wie der jeweilige Rechner erlaubt. Meist führt das zu einer fehlerhaften Darstellung des Pinsels ("Fehlfarben"), aber Personal Paint verarbeitet intern die ursprünglichen Daten des Pinsels mit bis zu 8 Bitplanes. Wenn die Funktion zum Kopieren der Bildpalette (Abschnitt "5.9.8") auf den Pinsel angewendet wird, werden die Farben des Bildes auch zu denen des Pinsels, andernfalls werden die ursprünglichen Farben des Pinsels in einer getrennten Farbpalette gespeichert (auch wenn er unter Verwendung der aktuellen Bildschirmfarben angezeigt wird). 5.2 Pinsel speichern Diese Funktion zum Speichern eines Pinsels entspricht genau der Funktion "Bild speichern" zum Speichern eines Bildes. Der Pinsel kann zu einem späteren Zeitpunkt entweder als Pinsel oder Bild wieder geladen werden. Wenn zum Speichern des Bildes das IFF-ILBM-Format gewählt wird, werden zusätzlich Informationen über Greifpunkt des Pinsels und Transparenz mitgespeichert. Dadurch, daß Teile, die kleiner als der Bildschirm sind, als Pinsel und nicht etwa als Bilder abgespeichert werden, läßt sich Speicher auf der Disk sparen. So sollten z. B. auch die "UIColors"-Dateien (Abschnitt "1.14") als Pinsel abgespeichert werden, wenn sie auf einem Laufwerk mit nur geringer Kapazität, wie der Programmdiskette von Personal Paint, abgelegt werden sollen. Bei den "UIColors"-Dateien handelt es sich um Beispiele für einen besonders "kniffligen" Dateityp: Sie sollten zwar als Pinsel abgespeichert werden, wenn es darum geht, Speicher zu sparen, sind aber zur Benutzung von korrektem Bildschirmmodus und den richtigen Farben besser als Bild zu laden. Diese Dateien sind grundsätzlich im IFF-ILBM-Format zu laden, welches bei Bildern auch den passenden Bildschirmmodus enthält. Wenn jedoch das Sparen von Speicherplatz Vorrang hat, können die "UIColors"-Dateien auch als einfache Paletten (Abschnitt "8.1.2") abgespeichert werden. 5.3 Pinsel drucken Mit dieser Funktion wird der aktuelle Pinsel gedruckt, ähnlich wie ein Bild mit der Funktion "Bild drucken" (Abschnitt "4.3"). Bei Amiga-Modellen, die noch nicht über das AA-Chipset verfügen, können Bilder mit mehr Farben (Bitplanes), als vom Betriebssystem unterstützt werden, nur als Pinsel gedruckt werden. Das Laden und Drucken als Bild würde zu einem Qualitätsverlust führen (auch wenn dieser, bedingt durch die leistungsfähigen Optionen von Personal Paint, nur sehr klein ausfallen könnte), da das Bild dem bestmöglichen Amiga-Bildschirmformat angepaßt werden müßte. Zum Drucken des Pinsels wird grundsätzlich das Höhen/Breitenverhältnis der aktuellen Umgebung herangezogen, was zu einer Verzerrung des Pinsels führen kann (genau so, wie er auf dem Bildschirm erscheint - Abschnitt "5.1"), wenn der Pinsel aus einer Umgebung mit anderen Seitenverhältnissen ausgeschnitten wurde. Das Erscheinungsbild eines Pinsels kann häufig durch Auswahl des passenden Bildschirmmodusses vor dem Druckvorgang optimiert werden (Abschnitt "4.5"). So kann ein 320 x 200 Pixel großes GIF-Bild gestaucht erscheinen, wenn aus einer 320 x 256 Pixel großen PAL-Umgebung heraus gedruckt wird. Es führt zu besseren Ergebnissen, es aus einer NTSC-Umgebung gleicher Größe zu drucken. 5.5 Pinsel verarbeiten Mit diesem Befehl werden die Bildverarbeitungsfunktionen von Personal Paint auf den aktuellen Pinsel - ähnlich wie auf das aktuelle Bild (Abschnitt "3.1.4") - angewendet. Sobald ein "Verstreut"-, "Gruppiert"- oder "Floyd-Steinberg"-Filter zur Modifikation des Pinsels eingesetzt worden ist, wird die Farbpalette der aktuellen Umgebung über die Pinselpalette kopiert, da diese Rastertechniken die aktuellen Vorder- und Hintergrundfarben zur Simulation unterschiedlicher Schattierungen verwenden. 5.6 Letzter Pinsel Mit diesem Befehl wird die letzte Veränderung des Pinsels (einschließlich eines Ladevorgangs) rückgängig gemacht und das ursprüngliche Größenverhältnis wiederhergestellt. Wenn eine Operation der gleichen Klasse mehrere Male nacheinander durchgeführt wurde (z. B. Größenveränderung, Drehung, Änderung der Transparenz, usw.), erhält der Pinsel wieder das Größenverhältnis, das er vor der ersten Operation dieses Typs hatte. 5.7 Pinsel löschen Mit dieser Funktion wird der aktuelle Pinsel gelöscht und der dazugehörige Speicherplatz wieder freigegeben. Da dieser Vorgang mit der Funktion "Letzter Pinsel" nicht rückgängig gemacht werden kann, muß er nach einer Sicherheitsabfrage bestätigt werden. 5.8 Malmodus Individuelle Pinsel können in verschiedenen Malmodi verwendet werden, wobei jeder einzelne Modus beim Einfügen des Pinsels mit der Maus unterschiedliche Ergebnisse erzielt. Jeder Einstellung ist dabei ein anders Symbol in der Titelleiste zugeordnet. Beim Gebrauch der rechten Maustaste zum Malen wird - wenn nicht anders festgelegt - der gesamte Pinsel in der Hintergrundfarbe ausgefüllt. 5.8.1 Matte In diesem Modus malen Pinsel mit ihren eigenen Farben, dabei werden als transparent definierte Bereiche nicht mit in das Zielbild kopiert. Standardmäßig wird diesen Bereichen beim Ausschneiden des Pinsels die Hintergrundfarbe zugeordnet. Weitere Informationen, wie als transparent zu behandelnde Bereiche definiert werden können, sind in den Abschnitten "5.9.5", "5.9.7" und "9.14.3" zu finden. 5.8.2 Farbe In diesem Modus wird der gesamte Pinsel (ohne die transparenten Teile) in der aktuellen Vorder- oder Hintergrundfarbe eingefügt (abhängig davon, welche Maustaste gedrückt wird). 5.8.3 Ersetzen Wie auch beim Matte-Modus, wird hier mit den individuellen Farben des Pinsels gemalt, allerdings werden Transparenzinformationen des Pinsels ignoriert. 5.8.4 HBrite Beim Malen im "HalfBrite"-Bildschirmmodus (Abschnitt "4.5") können 32 Farben frei eingestellt werden, bei den anderen 32 handelt es sich um dunklere Schattierungen der ersten 32. Es erweist sich hier als nützlich, schnell zwischen den beiden möglichen Zuständen eines Pixels wechseln zu können. Dieser Modus ist dem "Farbe"-Modus recht ähnlich, da alle nicht-transparenten Pixel des Pinsels gleich behandelt werden. Wenn die linke Maustaste zum Malen verwendet wird, werden alle Pixel des Bildes unter dem Pinsel in ihre Gegenstücke der dunkleren HBrite-Farbe verwandelt, wohingegen das Malen mit der rechten Maustaste den helleren Ton jedes Farbpaares aktiviert. 5.9 Farbe Alle Unterpunkte dieses Menüs dienen dazu, die Farb- und Transparenzwerte des aktuellen Pinsels zu modifizieren. 5.9.1 Neu verteilen Wenn ein Pinsel aus einer Umgebung mit einer anderen Farbpalette geladen oder importiert wird, kann es unter Umständen nötig werden, daß der Originalpinsel so weit wie möglich erhalten wird, ohne die Farben des aktuellen Bildes zu beeinflussen. Während die Funktion "Farbe mischen" (Abschnitt "8.6") sämtliche Farben aller vorhandenen Bilder vergleicht, verändert, kombiniert und mischt, wirkt sich diese Funktion nur auf den aktuellen Pinsel aus. "Neu verteilen" wählt für den aktuellen Pinsel diejenigen Farben aus, die denen des Originalpinsels am nächsten kommen. Vorausgesetzt, daß die entsprechenden Optionen aktiv sind (Abschnitt "9.8"), werden auf den Pinsel auch Rasterung und Fehlerverteilung angewendet. Nach einer Neuverteilung der Farben besitzt der Pinsel die gleiche Anzahl von Farben wie der aktuelle Bildschirm. 5.9.2 Invers Dieser Befehl verändert die Farben des Pinsels, indem jeder Farbposition in der Palette das Komplement des dieser Position zugeordneten Binärwertes zugeordnet wird. Dies kann z. B. für Programmierer sinnvoll sein, die den Effekt des Hervorhebens bei der Amiga-Benutzeroberfläche "Intuition" (der bei Symbolen, Piktogrammen, usw. auftritt) beobachten wollen. 5.9.3 Hintergrund zu Vordergrund Diese Funktion ersetzt alle Pixel des Pinsels in der Hintergrundfarbe durch solche in der Vordergrundfarbe. Sie stellt einen selektiven Weg zur Veränderung ganz bestimmter Farben des Pinsels dar. Auch wenn nicht mit Pinseln, sondern mit ganzen Bildern gearbeitet wird, können auf einen bestimmten Bereich begrenzte Ergebnisse erzielt werden: Dazu ist die Farbe, die nicht verändert werden soll, zu maskieren (Abschnitt "8.2.3") und dann ein gefülltes Rechteck (Abschnitt "3.1.2.6") über den gewünschten Bereich zu legen. 5.9.4 Hintergrund mit Vordergrund vertauschen Dieser Befehl vertauscht die Pixel des Pinsels in der Hintergrundfarbe mit denen in der Vordergrundfarbe und umgekehrt. Die Funktion könnte z. B. dazu dienen, Workbench-Piktogramme, die für Betriebssystemfunktionen der Version 1.x entwickelt wurden, den Farbpaletten neuerer Versionen anzupassen. Dazu sollten die Vorder- und Hintergrundfarbe der zweiten und dritten Farbe in der Palette zugeordnet werden. 5.9.5 Neue Transparenz Jeder Pinsel kann über transparente Bereiche verfügen, die beim Einfügen in ein Bild den unter ihnen liegenden Bereich nicht verändern. Der transparente Bereich wird durch eine zusätzliche Bitplane definiert, die entweder einer bestimmten Farbe zugeordnet ist (z. B. der Hintergrundfarbe) oder eine individuelle erstellte Form haben kann. Diese Bitplane wird zusammen mit dem Pinsel im IFF-ILBM-Dateiformat abgespeichert. Standardmäßig wird durch diesen Befehl der transparente Bereich neu festgelegt, d. h. er gleicht den Teilen des Bildes, die die Hintergrundfarbe besitzen. Durch entsprechende Auswahl der Option "Hintergrund-Transparenz" (Abschnitt "9.14.3") können zwei verschiedene Einstellungen getroffen werden: Beim Erstellen eines Pinsels kann seine Transparenz entweder der Hintergrundfarbe entsprechen oder der des einfarbigen Bereiches um den Pinsel herum. Die Option "Neue Transparenz" ermöglicht es, einen zu einem früheren Zeitpunkt erstellten Pinsel mit der neuen Transparenz zu versehen. 5.9.6 Füll-Transparenz Hierbei wird die Position des "Greifpunktes" eines Pinsels (wie dieser gewählt werden kann, ist in Abschnitt "5.15" beschrieben) als Ausgangspunkt für eine "Fläche füllen" Operation verwendet, die den ausgewählten Bereich (d. h. eine Gruppe von Pixeln mit der gleichen Farbe) transparent werden läßt. Der Pinsel selbst wird nicht modifiziert, sondern nur diejenige Bitmap, die für die Transparenz sorgt. Im umgekehrten Fall wird der ausgewählte Bereich wieder sichtbar, wenn er schon transparent war. 5.9.7 Nächste Transparenz Wie oben erläutert, besitzt jeder Pinsel eine Bitplane, die Transparenz oder Sichtbarkeit bestimmter Bereiche festlegt. Personal Paint erlaubt das Erstellen und Benutzen von bis zu neun Pinseln zur gleichen Zeit. Wenn diese die gleiche Größe besitzen, kann die Transparenzbitplane eines Pinsels auch für die anderen verwendet werden. Dieser Befehl kopiert die Transparenzbitplane des folgenden Pinsels auf den aktuellen Pinsel. Wenn nötig, durchsucht Personal Paint dabei alle Pinsel und beginnt nach dem letzten wieder am Anfang. Es ist möglich, durch das Malen und Erstellen eines zweifarbigen Pinsels passender Größe eine Transparenzbitplane für einen anderen Pinsel zu erzeugen. Damit wird eine höhere Genauigkeit erzielt als mit den normalen Hintergrund- und Füll-Transparenzmodi erreicht werden kann. 5.9.8 Bildpalette kopieren Wenn ein Pinsel aus einer Umgebung mit anderen Farben importiert oder geladen wird, behält er auch dann seine Originalpalette, wenn er in den Farben der aktuellen Umgebung dargestellt werden muß. Dieser Befehl löscht die interne Palette des Pinsels und paßt sie derjenigen der aktuellen Umgebung an. Diese Operation wird automatisch durchgeführt, wenn der Pinsel das erste Mal in das Bild eingefügt wird. 5.10 Clipboard Das Amiga-Betriebssystem stellt eine Standardvorrichtung zum Austausch von Daten (hauptsächlich von Grafiken und Texten) zwischen Programmen zur Verfügung, die als "Clipboard" (Klemmbrett) bezeichnet wird. Der Inhalt des Clipboards wird in der Fachsprache auch public, d. h. öffentlich, genannt, da die Clipboard-Daten von jedem Programm gelesen oder geschrieben werden können. Die Unterstützung des Clipboards ermöglicht es z. B., ein Workbenchpiktogramm in das Fenster des Programms "IconEdit" zu ziehen, es über das Clipboard an Personal Paint zu übergeben, es dort zu modifizieren, wieder in IconEdit zu laden und dann als neues Piktogramm zu speichern. Wenn es Personal Paint nicht gelingt, das Clipboard Device des Amiga zu öffnen (Datei "clipboard.device" in der Schublade "devs"), werden die mit dem Clipboard zusammenhängenden Funktionen außer Kraft gesetzt. Unter bestimmten Umständen können nachlässig programmierte Anwendungen das Clipboard blockieren. Dies ist z. B. bei Texteditoren der Fall, die als Inhalt des Clipboards grundsätzlich Text annehmen oder bei Software, die das Clipboard nicht vollständig ausliest und daher die Resourcen nicht für den Gebrauch durch ein anderes Programm wieder freigibt. Die Funktion Clipboard löschen dient dazu, solche Probleme - falls bekannt - zu vermeiden. 5.10.1 Pinsel lesen Dieser Befehl durchsucht das Clipboard auf Grafikdaten. Wenn ein Bild erkannt wird, wird es zum aktuellen Pinsel gemacht, die ursprünglichen Grafikdaten verbleiben aber im Clipboard. 5.10.2 Pinsel schreiben Diese Funktion schreibt eine Kopie des aktuellen Pinsels in das Clipboard, die dann von anderen Programmen benutzt werden kann (auch von Personal Paint). Alle vorher im Clipboard vorhandenen Daten werden durch das neue Bild ersetzt. 5.10.3 Löschen Dieser Befehl löscht die im Clipboard enthaltenen Daten, unabhängig von deren Typ (Grafik, Text, usw.) Dies erweist sich besonders dann als nützlich, wenn der Speicher zur Neige geht und sich noch ein sehr großer Pinsel im Clipboard befindet, der nicht mehr benötigt wird. 5.11 Größe Die in den folgenden Unterabschnitten beschriebenen Funktionen dienen dazu, die Größe des aktuellen Pinsels zu verändern. Es kann sich dabei um einen Standardpinsel des Programms oder auch um einen individuellen (benutzerdefinierten) Pinsel handeln, der dann auf die neue Größe gestreckt wird. Wie sich die "Mit Größe ändern"-Funktion auf die Größenveränderung eines Pinsels auswirkt, ist Abschnitt "9.13.3" zu entnehmen. 5.11.1 Frei wählbar Diese Funktion streckt den Pinsel auf eine mit der Maus bestimmte Größe. Bei Anwahl dieses Befehls verwandelt sich der Mauszeiger in ein Strecksymbol und zeigt damit an, daß der Pinsel-Streckmodus aktiviert ist. Sobald die linke Maustaste gedrückt wird, wird die linke obere Ecke des Pinsels fixiert und die rechte untere Ecke folgt der Bewegung der Maus, wobei Form und Größe des Pinsels verändert werden können. Die neue Größe wird bestimmt, indem zunächst die linke Maustaste gedrückt, dann die Maus bewegt und schließlich die Taste wieder losgelassen wird. Wenn gleichzeitig <Shift> gedrückt wird, kann die Größenveränderung des Pinsels mit der Maus nur unter Beibehaltung seiner ursprünglichen Größenverhältnisse erfolgen. Daraus folgt, daß das Bild in feinen Abstufungen vergrößert, aber nicht verzerrt werden (also unproportional horizontal oder vertikal gestreckt) werden kann. 5.11.2 Kleiner Mit Hilfe dieses Befehls wird der Pinsel um den kleinstmöglichen Schritt verkleinert, wobei das korrekte Seitenverhältnis (d. h. die x/y Proportionen) beibehalten wird. 5.11.3 Größer Gegenteil von "Kleiner", wird hier der Pinsel leicht vergrößert. 5.11.4 Halbieren Mit dieser Funktion wird die Größe des Pinsels halbiert. Da sowohl Breite als auch Höhe um 50% verringert werden, verringert sich die Pinseloberfläche auf ca. 25% des Originalpinsels. Diese Funktion (wie alle, die die Abmessungen eines Bildes verringern) führt zu einem Verlust von Daten. Da sich ja die Größe der Punkte, aus denen das Bild zusammengesetzt wird, nicht ändert, muß sich zwangsläufig deren Anzahl verringern. Bei dieser Funktion verringert sich die Anzahl der Punkte, aus denen der Pinsel besteht, etwa auf ein Viertel. Selbst für einen Menschen ist hier nur schwer zu entscheiden, welche Punkte dem Reduzierungsvorgang zum Opfer fallen sollen. Wenn die "Mit Größe ändern"-Option (Abschnitt "9.13.3") aktiviert ist, werden auch diejenigen Pixel bei der Berechnung der Zielpixel berücksichtigt, die verloren gehen. So kann z. B. eine Gruppe von zwei roten und zwei gelben Pixeln zu einem einzigen orangen Pixel werden. An Grenzen zwischen stark kontrastierenden Farben wird dieser Effekt auch als "Kantenglättung" oder "Anti-Aliasing" bezeichnet. 5.11.5 Halbe Breite Dieser Befehl stellt eine Unterfunktion von "Halbieren" dar. Es wird nur die Breite um 50% verringert, die Höhe bleibt unverändert. 5.11.6 Halbe Höhe Diese Funktion "staucht" den Pinsel. Die Breite bleibt unverändert, die Höhe wird halbiert. 5.11.7 Verdoppeln Diese Funktion verdoppelt sowohl die horizontalen als auch die vertikalen Ausmaße des Pinsels. Der sich daraus ergebende Pinsel besitzt, verglichen mit dem Original, die vierfache Punktanzahl. 5.11.8 Doppelte Breite Dieser Befehl ist eine Unterfunktion von "Verdoppeln", der Pinsel wird lediglich in seiner horizontalen Ausdehnung verdoppelt. Die Höhe bleibt unverändert. 5.11.9 Doppelte Höhe Dieser Befehl ist eine Unterfunktion von "Verdoppeln", der Pinsel wird lediglich in seiner vertikalen Ausdehnung verdoppelt. Die Breite bleibt unverändert. 5.12 Drehen Mit dieser Funktion läßt sich der Pinsel auf verschiedene Art und Weise rotieren. 5.12.1 Beliebig Dieser Befehl fixiert bei einem Druck auf die linke Maustaste die linke obere Ecke des Pinsels und ermöglicht es, diesen durch Umherbewegen der Maus zu drehen. Wegen der höheren Geschwindigkeit wird bei der Festlegung des Drehwinkels nur der Umriß des Pinsels dargestellt. 5.12.2 90 Grad Diese Funktion dreht den Pinsel jeweils um 90 Grad im Uhrzeigersinn, wobei die horizontale und vertikale Ausdehnung des Pinsels vertauscht werden. Handelt es sich um einen quadratischen Pinsel (d. h. wenn er genau so breit wie hoch ist), verändert sich das Seitenverhältnis nicht. Der Greifpunkt folgt grundsätzlich der Drehung des Pinsels. Wenn die Funktion viermal hintereinander auf den gleichen Pinsel angewendet wird, ist das Ergebnis wieder mit dem Ausgangspinsel identisch. 5.12.3 Horizontal kippen Die gleiche Spiegelungsfunktion, die schon in Abschnitt "4.7" beschrieben wird und den Inhalt des gesamten Bildes modifiziert, existiert auch für Pinsel. Dieser Befehl verwandelt die Grafik, welche den Pinsel bildet, in sein eigenes "Spiegelbild". Die Punktzeilen von links nach rechts, aus denen sich das Originalbild zusammensetzte, werden in umgekehrter Reihenfolge angeordnet (d. h. von rechts nach links). 5.12.4 Vertikal kippen Wie "Horizontal kippen" modifiziert auch diese Funktion die grafische Darstellung des Pinsels. Bei jeder Aktivierung dieses Befehls wird der Pinsel "auf den Kopf gestellt". Das Ergebnis dieser Funktion kann durch ihr erneutes Anwenden auf den Pinsel rückgängig gemacht werden. Dies gilt im übrigen auch für "Horizontal kippen". 5.12.5 Verzerren Dieser Befehl führt zu ähnlichen Ergebnissen wie eine Kombination aus Streckung und Rotation, er kann dazu benutzt werden, den Pinsel um ein bestimmtes Maß zu verzerren. Wie auch in den oben beschriebenen Modi, kann die rechte untere Ecke bei gedrückter Maustaste frei bewegt werden. Wird die Maus horizontal bewegt, bleibt die Oberseite des Pinsels fixiert, während bei einer Vertikalbewegung der Maus die linke Seite festgehalten wird. Eine kombinierte Mausbewegung führt zu Ergebnissen zwischen den beiden Extremwerten. Dieser Vorgang kann am ehesten mit dem Verzerren einer dünnen Gummifolie verglichen werden. Wie auch bei einigen anderen Bildverarbeitungswerkzeugen, kann hier eine Erklärung die praktische Erfahrung kaum ersetzen. Das gleichzeitige Drücken der <Shift>-Taste begrenzt die Mausbewegung auf die Ebene, in die die Maus zuerst gezogen wurde. 5.13 Abstreifen Die Unterpunkte dieses Menüs dienen dazu, den zum Speichern eines Pinsels erforderlichen Speicher zu untersuchen und zu optimieren. 5.13.1 Information Dieses Dialogfenster dient zur Darstellung von Informationen über die Größe und die Anzahl der Bitplanes des aktuellen Pinsels. Außerdem werden die minimale Größe und die Mindestanzahl von Bitplanes angezeigt, mit denen der gleiche Pinsel ohne Datenverlust abgespeichert werden kann. Mit Hilfe dieser Informationen kann geprüft werden, ob bestimmte Bitplanes nicht benötigt werden (wenn z. B. ein Pinsel nur einige der ersten Farben des Bildes enthält) und ob externe, transparente Bereiche vorhanden sind, die gelöscht werden können. Werden mehr Bitplanes benutzt, als notwendig sind oder wenn Randzonen dieser Bitplanes zur Speicherung von Transparenzdaten verwendet werden, kann mit Hilfe der anderen Funktionen dieses Menüs Speicher eingespart werden. 5.13.2 Kanten Dieser Befehl schneidet alle Kanten am Rand des Pinsels ab, die ausschließlich transparente Pixel enthalten. 5.13.3 Bitplanes Diese Funktion entfernt die letzte unbenutzte Bitplane des aktuellen Pinsels. So wird z. B. die letzte Bitplane gelöscht, wenn die zweite Hälfte der Farben in der Pinselpalette nicht verwendet wird. Die daraus resultierende Pinselpalette verliert dann im Verhältnis zu den unbenutzten Farben einen Teil der Informationen. 5.13.4 Nicht sichtbar Dieser Befehl entfernt alle nicht sichtbaren Teile des Pinsels (d. h. Teile, die z. B. durch die Titelleiste oder die Werkzeugleiste verdeckt sind, die außerhalb des sichtbaren Bildschirmbereichs oder außerhalb des Vergrößerungsfensters liegen). Wenn z. B. nur der zentrale Teil eines Pinsels mit 256 Farben, der größer ist als der Bildschirm, gedruckt werden soll, wird der Griff des Pinsels zunächst in der Pinselmitte plaziert (Abschnitt "5.15.4"). Dann wird der Pinsel in die Ecke des Bildschirms bewegt, bevor dieser Befehl über sein Tastaturkürzel zu aktivieren ist. Der verbleibende Teil des Pinsels kann dann in die gegenüberliegende Ecke des Bildschirms verlagert werden, wo die anderen Ecken abgeschnitten würden. Schließlich könnte das in der Mitte verbleibende Rechteck gedruckt werden. Da zur Bewegung der Maus und zur Auswahl der auszuschneidenden Teile eine ständige visuelle Kontrolle notwendig ist, sollte dieser Befehl nur durch das ihm zugeordnete Tastaturkürzel aufgerufen werden. Wenn der Mauszeiger zur Ausführung des Menübefehls verwendet wird, kann dies zu unvorhersehbaren Ergebnissen führen. 5.14 Konturen Diese Funktionen erzeugen verschiedene Umrisse um die nicht-transparente Begrenzung des Pinsels, wobei die Farbe des Vordergrundes verwendet wird. Zum Erzielen dreidimensionaler Effekte wird angenommen, daß sich die gedachte Lichtquelle in der linken oberen Ecke des Pinsels befindet und einen Schatten nach rechts unten wirft. 5.14.1 Einfach Dieser Befehl zieht einen einfachen Rahmen in der Vordergrundfarbe um den Pinsel. Um die Kanten wird kein Umriß gezogen. 5.14.2 Eckig Dieser Effekt ähnelt dem vorhergenden, erzeugt aber schärfer definierte Kanten. 5.14.3 Schatten Diese Funktion ähnelt der zum Erzeugen eines einfachen Rahmens, versieht aber die untere und rechte Seite des Pinsels mit einem doppelt so dicken Rahmen. 5.14.4 3-D Dieser Effekt versieht die obere und die linke Seite des Pinsels mit einem Rand in der aktuellen Hintergrundfarbe, für die Umrahmung der unteren und rechten Seite wird entsprechend die Vordergrundfarbe benutzt. Wenn eine Kombination aus hellen und dunklen Farben gewählt wird, erscheint das resultierende Objekt optisch hervorgehoben. Im Gegensatz dazu erscheint der Pinsel "eingedrückt", wenn die Hintergrundfarbe dunkel und die Vordergrundfarbe hell gewählt wird. 5.15 Greifpunkt Als Greifpunkt wird derjenige Punkt der Pinselfläche bezeichnet, dem der Mauszeiger zugeordnet ist. Er kann frei bestimmt werden und sich sogar außerhalb des Pinsels befinden, was besonders bei sehr großen Pinseln sinnvoll sein kann. Die Position des Greifpunktes wird bei Verwendung des IFF-ILBM-Formates automatisch mit den Pinseldaten abgespeichert. Einige Funktionen führen automatisch zur Positionierung des Mauszeigers an einer bestimmten Stelle des Pinsels (z. B. Drehen, Größenveränderung, usw.) 5.15.1 Frei wählbar Diese Option ermöglicht die freie Bestimmung des Greifpunktes. Dazu wird der Mauszeiger mit gedrückter linker Maustaste über die gewünschte Position auf dem Pinsel bewegt (der Pinsel wird dabei fixiert) und die Taste dann wieder losgelassen. Dieser Befehl kann auch zur Auswahl der durch die Funktion "Füll-Transparenz" (Abschnitt "5.9.6") beeinflußten Bereiche zum Ausfüllen bestimmter Bereiche verwendet werden. 5.15.2 Links oben Mit dieser Option wird der Greifpunkt in der linken oberen Pinselecke plaziert. Diese Position ist die einzige, die durch die Funktion zur Größenveränderung eines Pinsels unbeeinflußt bleibt. 5.15.3 Rechts oben Diese Option verbindet den Pinselgriff mit der rechten oberen Ecke des Rechtecks, welches den Pinsel enthält. 5.15.4 Mitte Der Greifpunkt wird in der Mitte des Pinsels plaziert. Wenn die Mitte genau zwischen zwei Punkten liegt, wird der untere zweier Punkte in der gleichen Spalte oder der rechte von zwei nebeneinanderliegenden Punkte gewählt. Dies ist die von Personal Paint benutzte Standardposition für den Pinselgriff. 5.15.5 Links unten Mit dieser Option wird der Greifpunkt in der linken unteren Ecke des Pinsels plaziert. 5.15.6 Rechts unten Diese Option verbindet den Greifpunkt mit der rechten unteren Pinselecke. |
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