zurück zum Start weiter

Das Projekt-Menü

Kapitel 4

4. Das Projekt-Menü

In diesem Kapitel werden die über das "Projekt"-Menü zu erreichenden Funktionen von Personal Paint beschrieben. Das Menü enthält alle Befehle zum Laden, Manipulieren und Speichern von Bildern und zusätzlich Befehle zur Definition von Bild- und Bildschirmgröße, zum Anzeigen der verfügbaren und der verbrauchten Speichermenge und zum Verlassen des Programmes.

4.1 Bild Laden

Mit dieser Funktion wird das im Dateiauswahlfenster ausgewählte Bild geladen. Dabei wird ggf. der Bildschirmmodus geändert.

Nähere Informationen zum Dateiauswahlfenster siehe Abschnitt "3.4". Evtl. auftretende Fehlermeldungen siehe Anhang "A". Probleme mit Datenträgern und deren Lösung siehe Abschnitt "11.2".

Beim Laden eines Bildes überprüft Personal Paint automatisch das Dateiformat (IFF, PNG, PCX, usw.) und führt die entsprechende Konvertierung durch. Dabei erfordern unterschiedliche Bildgrößen und -auflösungen evtl. ein anderes als das aktuelle Bildschirmformat. So sollte ein Bild der Auflösung 640 mal 480 Punkte eher auf einem Bildschirm mit der Auflösung HiRes-Interlace dargestellt werden als auf einem normalen LoRes-Bildschirm ohne Interlace. Evtl. stellt das verwendete Amiga-Modell auch noch vorteilhaftere Bildschirmauflösungen zur Verfügung. Die von Amiga-Programmen erzeugten Bilder im IFF-Format enthalten üblicherweise genaue Informationen über den zur Darstellung des Bildes erforderlichen Bildschirmmodus. Leider enthalten andere Bildformate diese Informationen nicht, so daß Personal Paint hier den Bildschirmmodus aufgrund der Bildgröße bestimmen muß.

Spezielle Farquantisierungs- und reduzierungsalgorithmen auf dem neuesten Stand der Entwicklung werden dazu verwendet, das Laden von 24-Bit-Bildern zu ermöglichen und diese in 256 Farben umzuwandeln. Die Qualität des Ergebnisses läßt den Unterschied zu 24-Bit oft kaum erkennen. Die Farbreduzierung verläuft grundsätzlich qualitativ (siehe Abschnitt "9.7"). Die 24-Bit-Prozeduren berücksichtigen auch die aktuell eingestellte Option für die Farbneuberechnung (siehe Abschnitt "9.8").

24/48-Bit PNG, IFF24, PCX24, JPEG, Photo CD, HAM und HAM8 werden vom Programm grundsätzlich als 24-Bit-Bilder verarbeitet. Außerdem kann Personal Paint auch die ab Version 3 der Amiga-Systemsoftware unterstützten DataType-Lademodule verarbeiten.

Sobald Personal Paint einen Unterschied zwischen dem aktuellen und einem vorteilhafteren Bildschirmmodus feststellt, wird das Auswahlfenster zur Bestimmung des Bildschirmformates aufgerufen. In der Voreinstellung ist zunächst immer das erste Symbol aktiviert. Wenn die Option "Weiter" ausgewählt wird, ohne den Zustand der beiden "Format"-Symbole zu ändern, wird der Ladevorgang fortgesetzt und ein Bildschirm wird im neuen Bildschirmmodus geöffnet. Durch Aktivierung des zweiten Symbols werden aktuelles Bildschirmformat, Farbanzahl und Bildgröße beibehalten. Das Bild wird nur teilweise geladen, falls es die Breiten- oder Größenwerte des aktuellen Bildformates überschreitet. Individuelle Kombinationen von Bildund Bildschirmformaten werden folgendermaßen erzeugt: Zunächst Bild und Bildformat auswählen (Abschnitt "4.5"), dann das Bild ohne das empfohlene neue Format laden. Nun ist es mit der Option "Strecken" möglich, das Bild an das neue, aktuelle Bildformat anzugleichen (mehr zu dieser Funktion in den Abschnitten "4.5" und "9.13.3"). Mit der Funktion "Abbruch" kann der Ladevorgang abgebrochen werden, wobei das vorher angezeigte Bild erhalten bleibt.

Amiga-Betriebssysteme der Version 2.0 und höher erlauben die Auswahl der zu verwendenden Bildschirmmodi. Die gewünschten Anzeigemodule sollten aktiviert werden, indem das dazugehörige Workbench-Piktogramm in das Systemverzeichnis "Wbstartup" (Version 2.0) oder "Devs/Monitors" (Version 2.1 und 3.x) kopiert wird. Andernfalls könnten Personal Paint diese Modi nicht benutzen. Anderseits sollten Bildschirmmodi, die nicht von der Anzeigehardware unterstützt werden, auch nicht aktiviert werden. Mehr zum Thema Bildschirmmodi und Videoausgabegeräte in Abschnitt "11.4".

Bei aktivierter "Preview"-Option im Dialogfenster für das Bildformat können 24-Bit Bilder in ihrem ursprünglichen Modus angezeigt und betrachtet werden. Während das entsprechende 24-Bit- bzw. HAM-Bild dargestellt wird, fährt Personal Paint im Hintergrund mit der Farbquantisierung und -neuberechnung fort. Währenddessen kann mit einem Druck auf die Leertaste oder die rechte Maustaste zwischen dem Hauptbildschirm und dem 24-Bit-Bildschirm umgeschaltet werden. Ein Druck auf <Esc> oder die linke Maustaste, während der 24-Bit-Bildschirm dargestellt wird, bewirkt, daß dieser geschlossen wird. Die professionelleren Einstellungen (siehe "9.7" und "9.8") führen zu einer vergleichsweise niedrigeren Arbeitsgeschwindigkeit bei der Farbreduzierung und Darstellung von 24-Bit-Bildern, während ein auf nur 16 Farben begrenztes Fehlerverteilungsraster diese erheblich steigern kann.

Beim Laden eines Bildes wird dessen Farbpalette grundsätzlich mitgeladen, wobei gewähltes Format oder die Streckoption keine Rolle spielen. Wenn der eingestellte Bildschirmmodus weniger Farben unterstützt als das Bild besitzt, wird eine Farbenreduzierung durchgeführt (siehe Abschnitte "8.7" und "9.7"). Diese leistungsfähige Funktion ermöglicht das Laden und Darstellen photorealistischer Bilder auf jedem Amiga, auch wenn nur 16 Farben zur Verfügung stehen. Den verschiedenen verfügbaren Arten der Farbenreduzierung ist ein eigener Abschnitt ("9.7") gewidmet, ebenso dem Thema Fehlerverteilung ("9.8"). Mehr zu den Themen Bildschirmmodi und Farbe siehe Abschnitt "4.5". Wie globale Änderungen an der Palette eines Bildes vorgenommen werden können (z. B. Einstellung von Kontrast, Helligkeit, usw.), ist Abschnitt "8.1.4" zu entnehmen.

Wenn eine Datei Daten abhängig von einer Farbmaske enthält (siehe Schablone, Abschnitt "8.2"), werden diese ebenfalls geladen und bei der Bilddarstellung berücksichtigt. Dieser Vorgang beschränkt sich ausschließlich auf IFF-Grafiken.

Wenn das Bildformat sich vom Einzelbildformat der aktuellen Animation unterscheidet, öffnet sich ein Dialogfenster, in dem der Benutzer auswählen kann, ob der die Größe des Einzelbildes oder der Animation ändern möchte.

Für den Fall, daß vor dem Laden einer verschlüsselten Datei kein Verschlüsselungswert festgelegt wurde, erscheint ein Fenster zum Eingeben dieses Wertes. Ein falscher Wert führt zum Abbruch des Ladevorgangs. In diesem Fall ist vor einem erneuten Ladeversuch der korrekte Schlüssel einzugeben (Abschnitt "9.4").

Versionen 2.1 und höher des Amiga-Betriebssystems unterstützen - für das Anwendungsprogramm transparent - auch Disketten im MS-DOS Format. Vorausgesetzt, daß die "PC" DOSDrivers (oder vergleichbare Programme von Drittanbietern) installiert sind, kann Personal Paint auch Bilddateien von PC mit MS-DOS Betriebssystem (oder Apple Macintosh, die ebenfalls Disketten im MS-DOS Format lesen und schreiben können) verarbeiten.

4.2 Bild Speichern

Diese Funktion dient zum Speichern des angezeigten Bildes. Zum Festlegen oder Auswählen des gewünschten Dateinamens und -formates wird das Dateiauswahlfenster angezeigt.

Das Dateiauswahlfenster der Funktion "Bild speichern" verfügt über zusätzliche Symbol-Optionen zur Auswahl des gewünschten Bildformates. Bei "IFF ILBM" (von engl. "Interchange File Format - InterLeaved BitMap") handelt es sich um das Amiga-Standardformat. Das "GIF"-Format erzielt eine bessere Datenkompression (d. h. kleinere Dateien) und gilt bei Mailboxen und auf PC-kompatiblen Systemen als Standard. Einfache Malprogramme für PC und Scannersoftware bedienen sich häufig des PCX-Formates. Das verschlüsselte "Encrypted" Format kann zur Sicherung "privater" Bilder vor Ladeversuchen Dritter geschützt werden. Zur Einbindung in eigene Amigaprogramme kann auch das Format C-Quelltext angewählt werden.

Aktive Farbmasken (Abschnitt "8.2") werden beim IFF-ILBM-Format grundsätzlich mit abgespeichert.

GIF, ILBM und andere Formate verfügen möglicherweise über 24 Bit breite Farbpaletten. Um bestmögliche Qualität zu erzielen, verarbeitet Personal Paint Farben intern grundsätzlich unter Verwendung von 24 Bit ("Echtfarben"), was optimale Ergebnisse bei Bildverarbeitung, Fehlerverteilung (z. B. Floyd-Steinberg), Farbenreduzierung oder Formatkonvertierungen sicherstellt. Farben werden dabei erst dann auf die nächstmögliche Amiga-Farbtiefe gerundet (12 Bits, d. h. je 4 Bits für den Rot-, Blau- und Grünanteil bei Amigas mit dem Standard-Grafikchipsatz), wenn Sie in die Palette der aktiven Umgebung kopiert werden. Wenn ein Bild von einem Format in ein anders konvertiert werden soll, welches feinere Palettenabstufungen besitzt als die beste verfügbare Amiga-Auflösung, so sollte dies zunächst als Pinsel geladen und dann im neuen Format abgespeichert werden. In der Voreinstellung werden Paletten und Bitplanes von geladenen Pinseln nicht verändert.

Bei Personal Paint können intern verschiedene PCX-Unterformate verwendet werden, um höchstmögliche Kompatibilität mit PC-Systemen zu gewährleisten, dabei werden zweifarbige Bilder als CGA-Monochrom-Dateien gespeichert. In diesem Format werden einige Laderoutinen von PC-Programmen evtl. Farbe 0 als schwarz und Farbe 1 als weiß interpretieren. Um dies zu vermeiden, sollten diese beiden Farben in der Personal Paint-Palette vor der Farbanpassung (Abschnitt "8.1") und dem Abspeichern geändert werden. Bilder mit 4 oder 16 Farben werden als EGA/VGA Dateien mit 16 Farben abgespeichert, wobei ggf. leere Bitplanes hinzugefügt werden. Bilder mit mehr Farben werden als VGA-Dateien mit 256 Farben abgespeichert.

Verschlüsselte Bilder werden durch einen Verschlüsselungswert modifiziert und können ohne Eingabe dieses Wertes nicht mehr geladen werden. Der Verschlüsselungswert kann in dem in Abschnitt "9.4" beschriebenen Eingabefenster eingetragen werden. Dieses Fenster wird automatisch aufgerufen, sobald ein verschlüsseltes Bild geladen werden soll und noch kein Verschlüsselungswert angegeben wurde oder die Eingabe mit der Option "Abbruch" beendet wurde. Andernfalls wird der vorher eingetragene Wert als gültig angenommen.

Beim o. g. Verschlüsselungswert handelt es sich keinesfalls um ein einfaches Passwort, sondern um eine tiefgreifende Modifikation der Bilddaten. Es ist daher ausgeschlossen, das verschlüsselte Bild ohne den gültigen Schlüssel mit irgendeinem Programm sichtbar zu machen. Der geschützte Verschlüsselungscode von Cloanto (verschlüsselt komprimierte Daten) garantiert höchste Datensicherheit.

Es ist sicherlich möglich, daß eine nicht autorisierte Person den richtigen Schlüssel errät oder die wahrscheinlichsten Tastenkombinationen ausprobiert, bis die richtige gefunden ist. Auch leistungsfähige Computer können zum Ausprobieren aller möglichen Tastenkombinationen eingesetzt werden, was hunderte von Jahren, aber auch sehr viel kürzer dauern kann. Um solche Risiken zu verringern, sollten einige Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden. So sollte die verwendete Kombination niemals aufgeschrieben werden. Sinnvoll ist auch das Mischen von Buchstaben, Zahlen und anderen Tasten als Schlüssel. Namen und Datumsangaben hingegen sind ungeeignet.

Der folgende Hinweis richtet sich hauptsächlich an Programmierer. C-Quelltext Dateien enthalten eine eingebettete DrawImage()-kompatible Bildstruktur und Datenfelder mit Farbpalettendaten in Formaten, die sich sowohl für LoadRGB4() als auch für LoadRGB32() eignen. Nicht benutzte Bitplanes werden nicht als Daten ausgegeben, sondern in den entsprechenden PlanePick und PlaneOnOff Feldern gekennzeichnet. Der Datentyp des Bilddatenfeldes ist als "UWORD chip" definiert. Das "chip" Schlüsselwort wird von einigen Compilern verwendet, um sicherzustellen, daß die Daten zur Laufzeit ins Chip-RAM geladen werden. Es muß ggf. gelöscht oder in einen anderen Namen geändert werden (z. B. "__chip").

Falls Personal Paint oder das Amiga-Betriebssystem beim Abspeichern eines Bildes ein Problem registrieren, wird dies durch bestimmte Meldungen ausgedrückt, die in Anhang "A" aufgelistet sind. Der Umgang mit möglicherweise bei einem Schreibvorgang auftretenden Fehlern wird in Abschnitt "11.2" erläutert.

Mehr zum Thema Dateiauswahlfenster und Einstellung der Workbenchpiktogramme siehe Abschnitte "3.4" und "9.10".

4.3 Bild Drucken

Das bei der Anwahl dieser Menüoption erscheinende Hauptfenster erlaubt den Zugriff auf die Druckereinstellungen von Personal Paint. Das Programm kann entweder auf jeden in den Amiga-"Preferences" verfügbaren Drucker ausgeben oder im eigenen PostScriptmodus drucken. Die beiden Modi verfügen jeweils über verschiedene Gruppen von Optionen, auch das Papierformat (das im übrigen vom Bildformat abweichen kann), ist hier einzustellen.

Neben den Preferences- und PostScriptmodi unterstützt Personal Paint auch die direkte Druckausgabe über das Studio Printserverprogramm. Benutzer von Studio und CanonStudion (Version 2 und höher) haben daher die Möglichkeit, direkt aus Personal Paint heraus zu drucken.

Wenn das Modus-Blättersymbol auf die Option Studio eingestellt ist, wird jeder Druckvorgang an den Druckerspooler von Studio geschickt, wodurch sich das Warten auf das Ende der Druckausgabe erübrigt. Die Bilddaten werden vielmehr in einer temporären Datei gespeichert, die vom Programm Studio auf den Drucker ausgegeben wird. Temporäre Dateien von Personal Paint werden grundsätzlich auf dem Laufwerk zwischengelagert, auf dem noch am meisten Platz ist, wobei nur die in den Einstellungen für den virtuellen Speicher (Abschnitt "9.3.1") angegebenen zur Verfügung stehen.

Der Server (Message Port) von Personal Paint trägt den Namen "PPaint_Studio". Dieser wird möglicherweise vom Programm Studio z. B. zum Abspeichern einer Konfiguration verlangt.

Vor dem Ausdruck eines Bildes (üblicherweise nach der Neuinstallation des Systems oder eines neuen Druckers) muß der für den verwendeten Drucker passende Druckertreiber eingestellt werden. Einige gebräuchliche Drucker/Druckertreiberkombinationen sind in Anhang "D" aufgelistet. Die Optionen "Printer" und "PrinterGFX" (Printer Graphics) des Amiga entsprechen den meisten Parametern von Personal Paint mit der gleichen Bezeichnung und Personal Paint teilt die entsprechenden Daten mit den Systemvoreinstellungen. Der PostScriptmodus des Programms erfordert nicht die System- PostScriptmodule (Versionen 2.1 und höher), sondern arbeitet korrekt mit allen Amiga-Druckertreibern zusammen.

Personal Paint liest zuerst die Druckervoreinstellungen des Systems ein, um seine internen Voreinstellungen vorzunehmen, bei Änderung der Systemvoreinstellungen werden inkompatible Werte angepaßt. Danach werden evtl. vorgenommene Änderungen nicht in die Amiga-Systemvoreinstellungen zurückkopiert. Jede der beiden Bildumgebungen von Personal Paint kann über eigene, unabhängige Druckereinstellungen verfügen.

Die drei oberen Symbole im Haupt-Druckfenster dienen zum Aufruf der Auswahlfenster für Seitenlayout, System- (Preferences) Druckereinstellungen und die PostScripteinstellungen. Das "Modus"-Symbol hat eine wichtige Funktion: Es bestimmt, ob Personal Paint zum Ausdruck die aktuellen Systemdruckertreiber (PRT:) oder das PostScriptmodul verwenden soll. Das "Kopien"-Symbol legt die Anzahl der auszudruckenden, identischen Exemplare des Bildes fest.

Farbkorrekturverfahren bei Ausgabe im PostScriptmodus werden in Abschnitt "4.3.3.11.1" näher erläutert. Das in Abschnitt "8.1.4" beschriebene Dialogfenster (Farbpalette einstellen) kann bei allen Druckern dazu verwendet werden, Parameter wie Kontrast und Helligkeit zu verändern oder Farbkorrekturen durchzuführen.

Zusätzlich zu den normalen Symbolen "Weiter" und "Abbruch" kann "Verlassen" gewählt werden, um das Auswahlfenster ohne Einleitung eines Druckvorgangs zu schließen; alle vorgenommenen Einstellungen werden dabei jedoch bestätigt. "Abbruch" führt zum Anhalten des Druckvorgangs und zur Rücknahme aller vorgenommenen Änderungen. Bei Auswahl von "Weiter" wird das Bild gedruckt.

Ein laufender Druckvorgang kann durch das Anklicken des "Stop"-Symbols abgebrochen werden. Die Wirkung tritt jedoch evtl. nicht sofort ein, da sich noch Bilddaten im Druckerspeicher befinden können. Wenn der Druckvorgang augenblicklich abgebrochen werden soll, muß der Drucker deaktiviert, d. h. auf Pause oder "Off-Line" geschaltet werden, was über das Bedienfeld des Gerätes erfolgt. Der Drucker bleibt dann so lange inaktiv, bis er wieder aktivert wird ("On-Line"). Da der Druckerspeicher aber in einem solchen Fall meist nicht geleert wird, druckt das Gerät nach der Aktivierung weiter. Einige Drucker erlauben das Löschen des Druckerspeicherinhaltes über das Bedienfeld, während bei anderen Modellen ein Ausschalten erforderlich ist.

Bei deaktiviertem Drucker erscheint nach einer Pause von einigen Sekunden ein Fenster mit einer Fehlermeldung des Systems. Durch Anklicken des rechten Symbols kann dem Rechner dann mitgeteilt werden, daß der Druckvorgang endgültig abgebrochen werden soll. Ein Mausklick auf das linke Symbol setzt den Druckvorgang fort.

Mehr zum Thema Drucker in Abschnitt "11.3" und Anhang "A".

4.3.1 Seitenlayout

Diese Optionen dienen zur Festlegung von Seitenformat, Positionierung, Größe und Größenverhältnis des Bildes auf der Seite.

4.3.1.1 Maßeinheit

Das "Maßeinheit"-Symbol wird zum Durchblättern der Maßeinheiten verwendet, in denen Personal Paint die Abstände auf einer Seite berechnet. Während die Bedeutungen von Zoll und Zentimetern wohl unmißverständlich sind, existiert keine allgemeingültige Definition für einen "Punkt". Personal Paint bedient sich des PostScript-Punktes, dessen Größe 1/72 Zoll, d. h. 0,353 mm, beträgt (zum Vergleich: 1 Pica-Punkt = 0,351 mm, 1 Didot-Punkt = 0,376 mm). 1 Zoll entspricht ca. 2,54 mm, 1 cm = 0,3937 Zoll. Intern werden Entfernungen zum Erreichen höchstmöglicher Genauigkeit in Mikrometern berechnet.

4.3.1.2 Papierformat und Seitengröße

Das "Format"-Symbol wird zum Durchblättern verschiedener, vorgegebener Papierformate verwendet. Die Option "Individuell" zeigt an, daß die vom Benutzer in den Feldern für die Papiergröße festgelegten Werte benutzt werden. Im PostScriptmodus übernimmt Personal Paint die Größenwerte des eingelegten Papiers möglicherweise direkt vom Drucker, so daß die Formateinstellungen überschrieben werden.

4.3.1.3 Automatische Zentrierung und manuell eingestellte Ränder Die zwei "Zentrieren"-Optionen ermöglichen die automatische Zentrierung des Bildes entlang der Horizontal- oder Vertikalachse, wobei das Bild zwischen symmetrisch gleichen Rändern positioniert wird. Ist diese Option ausgeschaltet, so werden die Werte für linken und oberen Rand verwendet.

4.3.1.4 Druckformat

Die manuelle Festlegung der Bildgröße kann mit Hilfe der "Größe"-Symbole entweder in der voreingestellten Maßeinheit oder in Drucker-, bzw. Videobildpunkten erfolgen. Voreingestellt ist hier die Option "Automatisch", d. h. Personal Paint versucht, beim Ausdruck die Größenverhältnisse des Bildes auf dem Monitor zu reproduzieren. Das Bild wird nur dann verkleinert, wenn es nicht zwischen die benutzerdefinierten Seitenränder paßt (aber auch hier werden die Originalproportionen beibehalten). Die Angabe für "Papier %" repräsentiert einen zur Seitengröße proportionalen Wert. "Einheiten" entsprechen den festgelegten Maßeinheiten. "Pixel" steht für die in Druckerpunkten ausgedrückten Dimensionen. Bei Auswahl von "Faktor" werden die Maße der Bildpunkte mit dem angegebenen Wert multipliziert.

Wenn einer der beiden Werte für Breite oder Höhe, einer der Prozentwerte oder einer der Multiplikatoren des Bildes auf null gesetzt wird, errechnet Personal Paint die Bildgröße mit Hilfe des jeweiligen Wertes >0 und der ursprünglichen Bildgröße. Für den Fall, daß beide Werte null betragen, wird das Bild so breit wie durch Ränder und Seitenformat möglich gedruckt; die Höhe wird so berechnet, daß die Proportionen des Bildes erhalten bleiben.

Das manuelle Einstellen beider Werte (d. h. von Höhe und Breite) kann zu einer verzerrten Bildschirmdarstellung des Bildes führen, falls die korrekten Werte für Bildschirm- und Druckerausgabe nicht bekannt sind.

4.3.1.5 Querformat

Ist diese Option aktiviert, wird das Bild um 90° gedreht.

4.3.2 Systemdrucker

Ein Großteil der hier aufgeführten Optionen stimmt mit Ihren Gegenstücken in den Amiga-"Preferences" überein, die zur Auswahl des für den benutzten Drucker passenden Treibers dienen. Die Optionen in diesem Auswahlfenster sind für die PostScriptausgabe von Personal Paint unerheblich.

4.3.2.1 Raster

So wie Bilder auf dem Bildschirm sich aus winzigen Bildpunkten zusammensetzen, besteht ein gedrucktes Bild aus kleinen Farbpunkten. Der Begriff der Schattierung (engl.: Dithering) bezeichnet ein spezielles Druckverfahren, mit dem verschiedenfarbige Punkte so angeordnet werden, daß für das Auge des Betrachters der Eindruck einer einzigen Farbe entsteht. Dies erlaubt das Erstellen von Ausdrucken, die viel mehr Farben zu haben scheinen als die drei oder vier Tintenpatronen eines Druckers üblicherweise erzeugen können.

Ein Beispiel: Ein schwarzer Punkt auf dem Bildschirm wird auch vom Drucker als schwarzer Punkt reproduziert. Geht man jedoch von einem lilafarbenen Punkt aus, so muß der Drucker diesen Punkt in vielen Fällen aus gelben, magentafarbenen und cyanfarbenen Punkten erzeugen. Im Falle von Graustufen werden vom Drucker unterschiedliche Raster aus schwarzen Punkten gedruckt, um den Eindruck unterschielicher Grautöne zu erwecken.

Personal Paint stellt Ihnen verschiedene Schattierungsmöglichkeiten zur Verfügung. Wenn die Option "Geordnet" aktiviert ist, werden Farbintensitäten durch ein regelmäßiges Punktraster wiedergegeben, das am ehesten mit dem Muster eines Schachbrettes vergleichbar ist. Dabei können die Punkte zwar unterschiedlich gefärbt sein, besitzen aber alle die gleiche Dichte und werden in geraden Linien und Spalten gedruckt. Dieses Verfahren ist auch gleichzeitig die System-Voreinstellung.

Beim sog. "Halbton"-Verfahren werden unterschiedliche Farbintensitäten durch Variationen in Größe und Form der Punkte wiedergegeben, es handelt sich hierbei um eine besonders für Zeitungs- und Zeitschriftendruck eingesetzte Technik, die erst auf Druckern mit einer Auflösung von über 150 DPI zur Geltung kommt.

Das bekannte "Floyd-Steinberg"-Verfahren basiert auf einem komplexeren Fehlerverteilungsalgorithmus als die o. g. Techniken. Dabei wird die Intensität jedes Bildpunktes auf die ihn umschließenden Bildpunkte sowie die Nachbarbildpunkte übertragen. Diese Option überschreibt die Glätten-Option (falls angewählt) und führt zu einem gegenüber den anderen Schattierungsoptionen vergleichsweise langsamen Ausdruck.

Unter Verwendung neuester Erkenntnisse in der Programmierung wurden modernste Fehlerverteilungsalgorithmen eingesetzt, um höchste Qualität beim Ausdruck mit 24-Bit zu erreichen. Voreingestellt ist geordnete Fehlerverteilung, da hier eine gute Qualität bei annehmbarer Geschwindigkeit erzielt wird (dispersed 16x16 Matrix - weitere technische Informationen dazu in Abschnitt "3.1.4.2"). Halbton-Fehlerverteilung (halftone dithering) eignet sich eher für Bilder, die hauptsächlich über stark gesättigte Farben verfügen. Die besten Ergebnisse lassen sich immer noch mit dem Floyd-Steinberg-Verfahren erzielen, allerdings auf Kosten einer erhöhten Rechenzeit.

4.3.2.2 Skalieren

Dieser Begriff bezieht sich auf die Änderung der Größenverhältnisse eines Bildes. Die Option "Bruchzahlen" ergibt eine normale Skalierung.

Die Auswahl von "Faktor" stellt sicher, daß jeder Bildpunkt auf dem Ausdruck als gerade Anzahl von Farbpunkten dargestellt wird. So kann z. B. ein Bild, welches auf dem Bildschirm Ausmaße von 320 mal 200 Bildpunkten hat, nur in einer Breite ausgedruckt werden, die ein ganzes Vielfaches von 320 beträgt (320, 640, 960, usw.) und in einer Breite, die ein ganzes Vielfaches von 200 beträgt (200, 400, 600, usw.) Diese Option erweist sich besonders beim Ausdruck dünner horizontaler oder vertikaler Linien (wie bei einem Gitter) als nützlich.

Die wirkliche Größe des Ausdrucks wird grundsätzlich durch in den Druckereinstellungen festgelegte Bildgröße bestimmt (Abschnitt "4.3.1.4"). Die Größe wird dann nach oben oder unten auf die nächstmöglichen Vielfachen von Höhe und Breite des Bildes skaliert.

Die Option "Faktor" kann in einigen Fällen die Einstellung "Querformat" (Abschnitt "4.3.1.5") überschreiben und damit zu einem leicht verzerrten Bild führen. Sie eignet sich aber gut zum Ausdruck von Bitmapschriften, da deren Qualität dann nicht (wie beim Skalieren mit Bruchzahlen) durch Verzerrung vermindert wird. Bei eingeschalteter "Faktor"-Option kann die Größe des ausgedruckten Bildes evtl. leicht von der gewünschten Größe abweichen.

4.3.2.3 Bild

Wenn bei dieser Einstellung "Positiv" gewählt wird, verbleiben die Bildeinstellungen etwa so, wie das Bild auf dem Bildschirm zu sehen ist. Erst bei Aktivierung von "Negativ" wird das Bild invertiert, d. h., was auf dem Bildschirm schwarz dargestellt wird, erscheint auf dem Ausdruck weiß, und umgekehrt. Dieser Effekt ähnelt dem eines photographischen Negativs.

4.3.2.4 Farbgebung

Mit dieser Option wird festgelegt, wie verschiedene Farben oder Graustufen ausgedruckt werden sollen. Nicht jeder Drucker unterstützt alle verfügbaren Einstellungen.

Bei "Schwarz/Weiß" werden alle Farben nur als entweder Schwarz oder Weiß wiedergegeben. Ab welcher Grenze eine Farbe schon als Schwarz oder noch als Weiß gedruckt wird, kann mit der Option "Schwellwert" bestimmt werden. Bei Auswahl von "Schwarz/Weiß" ist die Option "Schattierung" grundsätzlich ohne Funktion.

"Grauskala 1" druckt die Bildfarben als unterschiedliche Graustufen aus. "Grauskala 2" unterstützt lediglich 4 Graustufen und dient daher zum Ausdruck von Bildern, die auf dem A2024 Monitor erstellt wurden.

Die Option "Farbe" ist nur bei Verwendung eines Farbdruckers sinnvoll. Bei dieser Einstellung werden Farben im weitesten Sinne so gedruckt, wie Sie auf dem Bildschirm erscheinen.

Personal Paint ermöglicht den Ausdruck in 24-Bit (über 16 Millionen Farben) und umgeht daher die traditionelle Beschränkung von 4096 Farben und 16 Graustufen des Amiga printer.device (der PostScript-Modus von Personal Paint war schon immer 24-Bit-fähig). Die 24-Bit-Modi können im Blättersymbol für die Farbgebung unter "24-Bit-Farbe" und "8-Bit-Grau" angewählt werden.

Beim Ausdruck in 24-Bit werden besondere Fehlerverteilungsroutinen verwendet, um Zwischenfarbtöne aus der beschränkten Anzahl von Primärfarben des Druckers zu erzielen (mehr dazu in Abschnitt "4.3.2.1"). Es gibt auch einige Drucker, die in "Echtfarbe" ausgeben können, was die Erzeugung von Fehlerverteilungsrastern durch das Programm überflüssig werden läßt. So verfügt der Thermosublimationsdrucker "Fargo Primera" beispielsweise über einen eigenen 24-Bit-Druckertreiber. In einem solchen Fall kann die normale Druckvorrichtung der Systemsoftware benutzt werden.

Auch beim Ausdruck in 24-Bit muß der korrekte Amiga-Druckertreiber eingestellt werden (im Verzeichnis Prefs unter Printer). Eine Ausnahme bildet lediglich der PostScript-Modus von Personal Paint).

Weitere Einstellungen zur Verbesserung der Druckqualität können mit den Einstellern zur Gammakorrektur und im Dialogfenster für Farbkorrektur/Unbuntaufbau (siehe Abschnitt "4.3.2.8") getroffen werden, welches sich durch Anklicken der Option Farbkorrektur/Einstellungen öffnen läßt.

Die Fehlerverteilungs- und Farbkorrekturroutinen von Personal Paint wurden dazu entwickelt, den Drucker direkt anzusprechen. Einige der auf dem Markt befindlichen "24-Bit"-Druckerhilfsprogramme können dazu dienen, den normalen Druckertreiber zu ersetzen. Diese Programme können von einer Anwendung nicht auf direktem Wege 24-Bit-Daten empfangen (zumindest nicht bis Version 3.2 der Amiga-Systemsoftware) und sollten daher auch nicht zusammen mit den 24-Bit-Druckmodi von Personal Paint eingesetzt werden, solange nicht deren Optionen zur Farbkorrektur ausgeschaltet sind. Andernfalls kann es dazu kommen, daß verschiedene Fehlerverteilungsraster und Farbkorrekturverfahren sich gegenseitig stören und damit sehr schlechte Druckergebnisse erzielen.

Einige Amiga-Modelle verlieren durch DMA-Restriktionen bei der Anzeige von 256 Farben sehr stark an Geschwindigkeit. Dieser Effekt kann (auch bei der Arbeit mit Personal Paint) gemindert werden, indem z. B. eine Workbench mit nur 4 Farben in den Vordergrund geschaltet wird.

Zum Erzielen optimaler Ergebnisse im 24-Bit-Modus wird empfohlen, die höchste durch den entsprechenden Druckertreiber unterstützte Dichte einzustellen (siehe Abschnitt "4.3.2.6"). Besonders für die im Lieferumfang von Personal Paint enthaltenen Druckertreiber für den HP DeskJet gilt, daß die Fehlerverteilung (engl. dithering) auf Floyd-Steinberg eingestellt werden sollte, der Schwellwert (engl. threshold) auf 1 (schaltet die Begrenzung durch den Treiber aus) und die Dichte (engl. density) auf 7 (maximale Dichte). Diese Einstellungen verringern zwar die Druckgeschwindigkeit, sorgen aber für höchste Ausgabequalität. Bei ihrer Verwendung ist es üblicherweise nicht notwendig, noch Änderungen an den Farbkorrekturtabellen von Personal Paint vorzunehmen. Außerdem wird die Verwendung von Spezialpapier für Tintenstrahldrucker oder Farbkopierer empfohlen, um beste Ergebnisse zu erzielen.

4.3.2.5 Schwellwert

Im "Schwarz/Weiß"-Modus wird die hellste Farbe des Bildes vermutlich als Weiß, die dunkelste als Schwarz ausgegeben. Dazwischen liegende Farben liegen entweder in der schwarzen oder der weißen Hälfte, je nach Einstellung des Schwellwertes. Wenn z. B. die Einstellung für den Ausdruck "Positiv" gewählt wird und der "Schwellwert" niedrig ist (um den Wert 2), wird ausschließlich die dunkelste Farbe auf dem Bildschirm Schwarz gedruckt, alles andere Weiß. Daraus folgt, daß ein Heraufsetzen des Schwellwertes die Anzahl der schwarz gedruckten Farben erhöht. Wird jedoch die Bildeinstellung auf "Negativ" gestellt, erhält man den umgekehrten Effekt: Ein niedriger Schwellwert führt zum Ausdruck der dunkelsten Farben als weiß und umgekehrt.

4.3.2.6 Dichte

Mit dem "Dichte"-Symbol wird die Druckdichte, d. h. die Anzahl der auf einem Quadratzoll gedruckten Punkte, bestimmt. Dabei gilt: a) Je geringer die Dichte, desto schneller der Ausdruck (auf Druckern mit mehreren einstellbaren Druckdichten) und b) Je höher die Dichte, desto mehr Punkte werden zum Erzeugen des Bildes verwendet und desto schärfer wird der Ausdruck.

Nicht jeder Drucker unterstützt diese Option; weitere Informationen zu Druckertreibern siehe Anhang "D".

4.3.2.7 Glätten

Beim Drucken horizontaler Linien entsteht häufig ein unerwünschter "Treppeneffekt". Durch das Einschalten der Funktion "Glätten" versucht der Amiga, diese "Treppenbildung" durch Kantenglättung zu reduzieren und den Eindruck einer geraden Linie zu erzeugen. Die Funktion eignet sich besonders für Bilder, die geometrisch geformte Körper oder Text enthalten, allerdings nimmt die für den Ausdruck benötigte Zeit stark zu.

4.3.2.8 Farbkorrektur

"Farbkorrektur" versucht, die auf dem Bildschirm dargestellten Farben an die des Druckers anzugleichen. Sie kann auf Rot, Grün oder Blau oder auf eine Kombination dieser Farben angewendet werden, dazu sind die mit R (Rot), G (Grün) und/oder B (Blau) bezeichneten Symbole entsprechend anzuklicken.

Eine Farbkorrektur führt immer zu einer Verringerung der zu druckenden Farben. Während bei ausgeschalteter Farbkorrektur alle Farben auf dem Bildschirm auch auf einem entsprechenden Farbdrucker ausgegeben werden können, führt bei einer Palette von 4096 Farben (wie bei Amigas mit normalem Chipset) die Korrektur jeder einzelnen Farbe zum Verlust von 308 Schattierungen dieser Farbe. Dieser Effekt kann durch zweimaliges Drucken des gleichen Bildes sichtbar gemacht werden, wobei im ersten Fall die Farbkorrektur auszuschalten ist. Wird nun der zweite Ausdruck mit eingeschalteter Farbkorrektur durchgeführt, sollten die Schattierungen des zweiten Bildes - verglichen mit dem ersten Bild - eher der Darstellung des Bildes auf dem Monitor entsprechen.

Im 24-Bit-Druckmodus kann das "Einstellen"-Symbol angeklickt werden, um die Gammakorrektur und die Einstellungen für den Unbuntaufbau zu optimieren. Mehr zum Thema "Drucken mit farbiger Tinte" finden Sie in Abschnitt "4.3.3.11" (Farbseparation), während der Abschnitt "4.3.3.11.1" (Farbkorrektur und Unbuntaufbau) das Prinzip des Unbuntaufbaus erläutert, dessen Eigenschaften beim Ausdruck in 24-Bit im wesentlichen denen bei der PostScript-Ausgabe von Personal Paint entsprechen.

Personal Paint ist in der Lage, jede Farbkomponente (d. h. Cyan, Magenta, Gelb oder Schwarz) einzeln zu korrigieren. Das Blättersymbol für die Komponente dient zum Umschalten zwischen den einzelnen Korrekturtabellen.

Durch Anklicken der Kurve läßt sich die Darstellung invertieren. In der Voreinstellung werden Werte für geringe Farbdichte in links unten angezeigt, da dies die traditionelle und von der Druckindustrie verwendete Methode ist.

Die Regler für Helligkeit und Kontrast werden in Abschnitt "8.1.4" des Handbuches ("Palette einstellen") beschrieben.

Verschmierte Tinte und sich überlappende Punkte bewirken, daß der Drucker die vom Computer empfangenen Daten nicht linear verarbeitet. Dieser Effekt kann mit Hilfe der Funktion für die Gammakorrektur korrigiert werden. Gammawerte kleiner als 1 hellen das Bild auf, solche größer als 1 führen zu einem dunkleren Ausdruck. Es ist zu beachten, daß eine sorgfältig eingestellte Gammakurve die Qualität des Ausdrucks drastisch verbessern und den Verlust von Informationen (so überhaupt vorhanden) mindern kann.

Die Programm-Voreinstellungen können so gewählt werden, daß die Bildschirmdarstellung in etwa dem späteren Druckergebnis entspricht. Um die entsprechenden Werte so einzustellen, daß sie zu einem bestimmten Bild passen, kann es nötig werden, zunächst einmal kleine, "problematische" Bildbereiche unter Verwendung der "Pinsel drucken"-Funktion auszugeben.

4.3.2.9 Seitenvorschub

Bei eingeschalteter "Seitenvorschub"-Option wird nach dem Ausdrucken eines Bildes grundsätzlich der Befehl (FF) zum Seitenvorschub an den Drucker geschickt. Bei vielen Druckern führt dies dazu, daß zunächst das Bild gedruckt und dann die Seite ausgeworfen wird. Bei anderen Druckern (z. B. bei Nadeldruckern mit vollautomatischem Einzelblatteinzug) sorgt dieser Befehl dafür, daß die aktuelle Seite ausgeworfen und ein neues Blatt vom Stapel eingezogen wird. Bei Verwendung von Endlospapier positioniert der Seitenvorschubbefehl den Druckkopf am eingestellten Anfang des folgenden Blattes (oder Formulars oder Aufklebers).

Wenn diese Option eingeschaltet ist und die Seitenlänge ("4.3.1.2") ein ganzes Vielfaches von 1/6 oder 1/8 Zoll ist (dies sind die beiden vom Amiga-"printer.device" unterstützten vertikalen Verschiebungswerte), versucht Personal Paint auch, die Formularlänge des Druckers zu programmieren. Dies dient besonders zum Ausdruck mehrerer Kopien von nicht-standardmäßigen Formularen, wie z. B. Aufklebern.

4.3.3 PostScript

Dieses Auswahlfenster enthält alle für den PostScriptdruck relevanten Einstellungen. Diese Art der Ausgabe wird bei speziellen PostScriptdruckern, Satzbelichtern oder anderen Bildverarbeitungsgeräten verwendet. Drucker ohne PostScriptfähigkeit sind nicht in der Lage, PostScriptdaten direkt zu verarbeiten. Falls Sie dennoch auf einem solchen Drucker PostScriptdaten ausgeben müssen (oder möchten), müssen diese zuerst an einen der für den Amiga erhältlichen Software-PostScriptinterpreter geschickt und von diesem verarbeitet werden.

Zum erreichen höchstmöglicher Geschwindigkeit werden bei Personal Paint Farb- und Level 2-PostScript-Extensionen verwendet. Kompatibilität besteht aber auch zu Level 1-Systemen, wobei die gleichen Funktionen emuliert werden. Optimierung und Prüfung des PostScriptcodes von Personal Paint wurde mit Hilfe eines NEC Colormate PS vorgenommen, den die Firma NEC freundlicherweise zur Verfügung stellte.

4.3.3.1 Bild

Die "Positiv/Negativ"-Einstellung entspricht vollständig der in Abschnitt "4.3.2.3" beschriebenen Systemeinstellung. Die Einstellung Spiegeln führt zu einer spiegelbildlichen Abbildung des auf dem Bildschirm dargestellten Bildes. Sie erweist sich z. B. beim Einbrennen von mit einem Laserdrucker ausgegebenen Grafiken in Teller als nützlich, da hier anstatt von Folien häufig dickere und weniger transparente Papierbögen verwendet werden.

4.3.3.2 Dots per Inch (Punkte pro Zoll), DPI

Viele Ausgabegeräte verfügen über eine programmierbare Auflösung (die Zahl der Punkte pro Zoll, engl. "Dots per Inch", DPI). So kann z. B. beim IBM LaserPrinter 4029 oder beim HP LaserJet 4 zwischen 300 und 600 DPI gewählt werden (je nach verfügbarer Speichermenge). Andere Drucker arbeiten mit 300/600 DPI, 400/800 DPI oder noch höheren Auflösungen. Sog. "Satzbelichter" sind in der Lage, Auflösungen von mehr als 1000 DPI auszugeben (z. B. 1016, 1200, 1270, 2400, 2540 oder 3048 DPI).

Durch Wahl eines DPI-Wertes von 0 wird automatisch die Voreinstellung des Druckers verwendet, was sich besonders dann als sinnvoll erweist, wenn die mögliche Auflösung des Ausgabegerätes nicht bekannt ist. Sobald der DPI-Wert auf 0 gesetzt ist, aber die Bildgröße (Seitenlayout, Abschnitt "4.3.1.4") in Bildpunkten oder ganzen Vielfachen angegeben wurde, wird von einer Voreinstellung von 300 DPI ausgegangen.

4.3.3.3 Lines per Inch (Linien pro Zoll), LPI

Diese Einstellung wird besonders dann immer sehr wichtig, wenn verschiedene Farbschattierungen unter Verwendung von Halbtönen gedruckt werden sollen (Abschnitte "4.3.2.1" und "4.3.3.4"), da Sie die Anzahl der Halbtonzellen pro Zoll festlegt. Dabei gilt: Je höher die Anzahl der Zellen pro Zoll, desto kleiner muß eine einzelne Zelle sein. Kleinere Zellen können der feineren Darstellung von Einzelheiten dienen, aber auch grobkörnige Farbübergänge verursachen. Im Gegensatz dazu produzieren größere Zellen weicher erscheinende Farbübergänge (da mehr Kombinationen von ein/aus Punkten innerhalb der Zelle möglich sind), die allerdings auf Kosten der Detaildarstellung gehen. Grundsätzlich gilt: Je höher die Auflösung (DPI), desto höher kann auch der LPI-Wert gesetzt werden, ohne große Kompromisse bezüglich der Farb- oder Graustufenanzahl eingehen zu müssen. Beispiel: Bei 300 DPI (oder beim Drucken auf grobes Zeitungspapier) könnte ein Wert von 75 LPI als angemessen gelten. Bei 600 DPI kann er auf 100 LPI angehoben werden, bei 1270 DPI auf 150 LPI. Aber selbst bei einem hohen Wert wie 1270 DPI könnte, wenn sehr weiche Farbverläufe erzielt werden müssen, ein Wert von 85 LPI sinnvoll sein. Wenn ein Druckprojekt für einen Drucker vorbereitet wird, kann die Auswahl zu hoher Werte im Extremfall die maximale Genauigkeit der Druckmaschine übersteigen (ca. 200 LPI bei Offsetdruck auf hochwertigstem Papier - hier sind 150 LPI eine angemessene Grenze). Beim Experimentieren mit verschiedenen "Spot"-Funktionen (Abschnitt "4.3.3.4") und anderen Spezialeffekten haben besonders sich Werte von 15 - 20 LPI als interessant erwiesen. Bei einem Wert von 0 werden die Voreinstellungen des Ausgabegerätes benutzt.

4.3.3.4 Spot

Bestimmte Druckverfahren wie Laserdruck, Offsetdruck und auch viele andere weisen eine gemeinsame Einschränkung auf: Sie können keine Graustufen drucken. Es gibt nur zwei Zustände: Entweder befindet sich an einem festgelegten Punkt Farbe/Tinte oder nicht. Der Eindruck einer Graufärbung wird durch die Anordnung schwarzer (oder andersfarbiger) Punkte in einem bestimmten Muster erzeugt. Dabei gilt: Je größer und dichter die Punkte, desto dunkler wirkt der entsprechende Bereich. Das Punktmuster (d. h. die Halbtonzelle) kann verschiedene Formen aufweisen: Runde Punkte, elliptische Punkte, Linien, Sterne, usw. Verschiedene Zellformen führen so zu mehr oder weniger linearen Übergängen von Hell nach Dunkel. So werden elliptische Punkte z. B. häufig zum Erzeugen hochqualitativer Mitteltöne eingesetzt.

Die allerersten PostScript-Normalpapierdrucker konnten nur einfache, runde Punkte drucken (Personal Paint OldDot), für dunklere Farben wurden entsprechend größere Punkte ausgegeben. Die nachfolgende Gerätegeneration benutzte die runde Form nur für Grauwerte bis 50%, für dunklere Farben wurden die Punkte von den Ecken her aufgebaut (Personal Paint NewDot) und nicht mehr von der Mitte her.

Mit dem "Spot"-Parameter von Personal Paint lassen sich unterschiedliche Zellformen erzeugen. Es ist unserer Ansicht nach sinnvoll, mit den unterschiedlichen Zellformen zu experimentieren, da eine eingehende Beschreibung der zahllosen Möglichkeiten kaum möglich ist. Um die Unterschiede deutlich zu machen, sollten LPI zunächst auf einen Wert um 15 gesetzt werden. Dazu ist ein Bild zu wählen, das über möglichst viele Farben oder Graustufen verfügt.

Durch Veränderung des Rasterwinkels (Abschnitt "4.3.3.11.2") können die Zellformen gedreht werden. Bei Verwendung runder Punkte führt dies nur zu unmerklichen Veränderungen, bei Anwahl eines Linienbildschirms jedoch sind starke Unterschiede sichtbar.

Auch bei Farbseparationen können verschiedene Zellformen zu verschiedenen Ergebnissen führen, da das Zusammenspiel von LPI-Wert und Rasterwinkel in direktem Zusammenhang mit unerwünschten Nebenwirkungen wie Moiré-Effekten steht.

4.3.3.5 Ausgabe

Mit Hilfe des "Ausgabe"-Parameters kann die Ausgabe an PRT:, SER:, PAR: oder DISK geleitet werden. PRT: führt zum Umlenken der Personal Paint Druckerausgabe an den in den Systemvoreinstellungen festgelegten Drucker (der z. B. an einer von mehreren seriellen Schnittstellen angeschlossen sein kann). SER und PAR stehen für die voreingestellten seriellen und parallelen Schnittstellen. Die beiden letztgenannten Schnittstellen sind zwar in vielen Fällen mit PRT funktional identisch, aber häufig sehr viel schneller, da der Druckertreiber umgangen wird. DISK zeigt an, daß die Druckausgabe in eine Datei umgeleitet wird. In diesem Fall erscheint ein Dateiauswahlfenster, in dem der Name der Druckdatei bestimmt werden kann. Wenn die erzeugte PostScriptdatei auf eine im MS-DOS Format vorliegende Diskette gespeichert wird (dazu sind Programme wie "CrossDOS", "DOS-2-DOS" oder die ab Version 2.1 im Betriebssystem implementierten "PC" DOSDrivers nötig), kann Sie direkt von den meisten Druckern und PC-Benutzern verarbeitet werden.

4.3.3.6 Encapsulated PostScript (EPS)

Beim sog. "Encapsulated PostScript" Format (EPS) handelt es sich um einen weitverbreiteten Standard zum Import von PostScriptdateien in verschiedene Anwendungen. So kann z. B. ein im EPS-Format vorliegendes Bild in eine Vielzahl von Programmen auf verschiedenen Computersystemen übernommen werden. Das Bild wird dann exakt so ausgedruckt (d. h. mit den gleichen Werten für LPI, usw.) wie mit Personal Paint. Auf einigen Ausgabegeräten muß der DPI-Wert auf null gesetzt werden (Druckervoreinstellung), bevor eine EPS-Datei ausgegeben wird.

4.3.3.7 Beschnittmarken

Beschnittmarken (sog. "Crops") sind dünne Linien, die genau den Rand des Bildes markieren und damit das Schneiden des Papierblattes erheblich vereinfachen. Bei aktivierter "Beschnittmarken"-Option oder beim Durchführen von Farbseparationen werden auch Paßmarken erzeugt, die der präsizen manuellen Ausrichtung verschieden gefärbter Farbausdrucke dienen.

4.3.3.8 Manueller Einzug

Wenn diese Option ausgewählt ist, versucht Personal Paint, den manuellen Papiereinzug des Druckers zu aktivieren. Andernfalls wird der voreingestellte Einzug verwendet.

4.3.3.9 Kompression

PostScriptdateien können eine beachtliche Größe annehmen. Das führt dazu, daß Sie häufig nicht mehr auf eine Diskette passen oder daß die serielle Übertragung an einen Drucker mehrere Minuten dauern kann. Die Komprimierungsoption von Personal Paint ist in der Lage, die Größe der PostScriptdateien um über 70% zu reduzieren, wobei die Effizienz mit der Größe der Datei (z. B. bei hochauflösenden Grafiken oder Farbseparationen) zunimmt. Wenn der Datenübertragungskanal (z. B. eine serielle Verbindung) nicht den Haupt-"Flaschenhals" darstellt, kann die Kompression der Daten zur einer Verlangsamung der Datenverarbeitung auf der Druckerseite führen. Dies gilt besonders auf Geräten mit PostScript Level 1.

4.3.3.10 Prozeß

Mit der "Prozeß"-Option wird einer der verfügbaren PostScript-Ausgabemodi ausgewählt: "Grau" (S/W Drucker), "Farbe" (Farbdrucker), "CMY" und "CMYK" (Farbseparationen). Bei "Grau" und "Farbe" wird ein Bild jeweils auf eine Seite ausgegeben, bei "CMY"- und "CMYK"-Ausgabe erscheint jede Farbkomponente auf einer separaten Seite.

4.3.3.11 Farbseparation

Die Versalien in "CMY" und "CMYK" ergeben sich aus Cyan, Magenta, Yellow und blacK (für black (=schwarz) kann nicht dessen Anfangsbuchstabe B verwendet werden, da man ihn mit Blue (=blau) verwechseln könnte). Pigmente von Cyan, Magenta und Yellow (=gelb) werden von Druckern gemischt, um daraus alle anderen Farbtöne zu erzeugen. Dieser Vorgang wird auch als subtraktive Farbmischung bezeichnet. Das Gegenstück ist die additive Farbmischung, bei der die Farbpalette durch Anteile von Rot, Grün und Blau zusammengemischt wird: Ein Farbpigment hat die Eigenschaft, Licht in seiner Komplementärfarbe vollständig zu absorbieren. So arbeiten z. B. Fernsehgeräte und Malprogramme zur Erzeugung von Farben nach dem RGB-Prinzip, Drucker verwenden CMY. CMY und CMYK Farbseparationen werden zur Herstellung von Filmen benötigt, von denen dann Druckplatten gebrannt werden. Jede Druckplatte wird dann zum Druck einer Primärfarbe benutzt. Indem diese dann präzise übereinandergedruckt werden, entsteht das fertige Bild auf dem Papier. (Die Symbole mit den Bezeichnungen C, M, Y und K dienen dazu, die Ausgabe einer oder mehrerer Primärfarben optional zu unterdrücken.)

Dieser Prozeß wirft im allegemeinen zwei Probleme auf: Das erste besteht darin, daß "echte" Farbe beim Mischen keine optimalen Ergebnisse liefert; das zweite besteht in der Notwendigkeit, die einzelnen Farbausgaben wirklich präzise übereinander auszurichten. Dies wird verlangt, ist aber in der Realität häufig nur schwierig zu erzielen.

4.3.3.11.1 Farbkorrektur und Unbuntaufbau

Theoretisch kann mit Hilfe verschiedener Kombinationen aus Cyan, Magenta und Gelb jede beliebige Farbe erzeugt werden. Die verfügbaren Farben enthalten jedoch leider Unreinheiten, die dazu führen, daß mehr als nur eine einzige Farbe absorbiert wird. So sollte z. B. ein Gemisch gleicher Anteile von Cyan, Magenta und Gelb ein Ergebnis im Bereich eines hellen Graus bis hin zu Schwarz erzielen. In Wirklichkeit wird aber oft ein bräunlicher Ton erzeugt. Dies ist einer der Gründe, aus denen oft Schwarz als vierte Farbe eingesetzt wird (z. B. bei Tintenstrahldruckern), außerdem ist schwarze Tinte kostengünstiger als andersfarbige. Ein weiterer Vorteil von schwarzer Tinte liegt im geringeren Verbrauch, da ja zur Erzeugung von Schwarz alle anderen Farben zusammengemischt werden müßten. Außerdem gilt: Je mehr Farbe aufgetragen wird, desto länger ist die Trocknungszeit und damit die Dauer bis zum Beginn des folgenden Druckdurchgangs.

Schwarze Farbe kann immer dann eingesetzt werden, wenn alle drei anderen Farben zusammen gedruckt werden sollen. So kann z. B. eine Mischung aus 25% Cyan, 30% Magenta und 45% Gelb auch aus 25% Schwarz, 5% Magenta und 15% Gelb erzeugt werden. Der "UCRK" Parameter legt die Höhe des Schwarzanteils fest, der von den Cyan-, Magenta- und Gelbanteilen abgezogen und als separate schwarze Komponente gedruckt werden soll. Beispiel: Ein Wert von 100% bedeutet, daß der Schwarzanteil dem kleinsten gemeinsamen Anteil der anderen drei Farben entspricht (genau wie die Maximal/Minimalwerte im vorherigen Beispiel). Bei der praktischen Anwendung erweist sich das vollständige Ersetzen des Schwarzanteils als wenig sinnvoll, da die Ausrichtung sehr schwierig wird (um durchgehend schwarze Bereiche erscheint häufig eine dünne weiße Linie). üblicherweise werden nur bis 50% des Schwarzanteils der übrigen Farben durch Schwarz ersetzt.

Der "GCR"-Parameter zum Ersetzen von Grauanteilen (von engl.: "Gray Component Removal") ermöglicht das Hinzufügen oder Subtrahieren von Schwarz zu/von der Menge Schwarz, die durch die "Unbuntaufbau" Funktion ersetzt wird. Ein Wert von 100% läßt die Menge unverändert; 150% fügen 50% schwarze Farbe hinzu; 0% führen dazu, daß kein "echtes" Schwarz gedruckt wird (dies entspricht der De-Aktivierung von K in der Farbenspalte).

Gelbe Druckerfarbe kommt "reinem" Gelb sehr nahe und wird daher auch als "rein" bezeichnet. Magentafarbene Farbe hingegen erscheint als durch Gelb verunreinigt, entsprechend dazu wirkt Cyan, als sei es mit Magenta und einem geringen Gelbanteil versetzt. Die Parameter "UCRM" und "UCRY" funktionieren ähnlich wie "UCRK", nur daß Magentaanteile von Cyan und Gelbanteile von Magenta entfernt werden.

Die sinnvolle Auswahl von Unbuntaufbau und Ersetzen von Grauanteilen hängt in hohem Maße von den spezifischen Eigenschaften des Ausgabegerätes und den verwendeten Materialien ab. Hersteller von Farbdruckern stellen ihre Geräte üblicherweise ab Werk sehr sorgfältig auf die passenden Werte ein.

4.3.3.11.2 Der Moiré-Effekt

Die zur Ausrichtung eines Bildes zusätzlich gedruckten Beschnittmarken und Paßmarken sind in vielen Fällen ungenügend, um präzise Positionierung zu garantieren. In den meisten Fällen ist die mechanische Präzision der Maschinen und der verwendeten Materialien das schwächste Glied in der Kette des Druckprozesses.

Das Phänomen des Moiré-Effektes besteht aus einem einem mit bloßem Auge sichtbaren Störraster, welches an den Schnittpunkten von zwei (oder mehr) Linien auftritt. Dieser Effekt ist häufig z. B. im Fernsehen zu betrachten, wenn Personen dargestellt werden, die feingestreifte Kleidung mit stark kontrastierenden Farben tragen; in diesen Fällen wirkt das Streifenmuster auf der Kleidung unscharf, bzw. gestört. Bei der digitalen Typographie tritt das Problem auf, wenn ein schon im Halbtonverfahren erzeugtes Bild gescannt wird. Beim Farbdruck ist es üblicherweise auf Interferenzen zwischen den verschiedenen Halbtonebenen zurückzuführen. Da es unrealistisch erscheint, eine perfekte Übereinstimmung von übereinanderliegenden Halbtonebenenmit gleichem Rasterwinkel anzustreben, wird eine andere Lösung benutzt: Jede der Ebenen wird relativ zu den anderen in einem bestimmten Winkel rotiert, was zu einem sehr engen Moirémuster führt. Bei ausreichender Höhe der Auflösung sind die Raster aus einer gewissen Entfernung kaum sichtbar (wie es auch bei Halbtonpunkten der Fall ist).

Personal Paint erlaubt eine individuelle Einstellung der einzelnen Rasterwinkel. Beim S/W (Grau-) Ausdruck wird dabei nur der Winkel von Schwarz (K) benutzt. Dieser hat im Normalfall einen Wert von 45°, der vom menschlichen Auge als am wenigsten auffällig empfunden wird. Gelb ist die hellste und am wenigsten störende Farbe, daher beträgt ihr Winkel meist 0° oder 90°. Cyan und Magenta werden häufig in einem relativen Winkel von 30° zu Schwarz gedruckt, (der beim Druck von drei Farben größtmögliche Winkel), was zu einem relativen Winkel von nur 15° zu Gelb führt. Da es sich bei Cyan auch um eine "dunkle" Farbe handelt, wird es oft auch mit 45° gedruckt, bei einem Schwarz-Winkel von 15°. Halbtöne setzen sich üblicherweise aus einem Quadratgitter zusammen, daher stehen zur Zusammensetzung der 4 Halbtonebenen nur 90° zur Verfügung, 0° sind das gleiche wie 90°, 15° entsprechen 105°, usw.

Zur Minimierung des Moiré-Effektes sind einige Regeln zu beachten, die meisten sind allerdings so komplex, daß sie den Rahmen dieses Handbuches sprengen würden. Grundsätzlich jedoch gilt: Je geringer der erforderliche LPI-Wert oder je höher die Druckdichte (DPI), desto mehr sinnvolle Winkel stehen zur Verfügung und desto geringer ist die Gefahr, daß durch ungenaue Ausrichtung ein störender Moiré-Effekt entsteht. Außerdem sorgen höhere LPI- und DPI-Werte dafür, daß kleinere Moiré-Muster noch weniger sichtbar werden. Gleiche Werte für LPI, DPI und Rasterwinkel sind nicht immer erstrebenswert. Im Gegenteil, bessere und unkritischere Kombinationen der einzelnen Ebenen werden oft durch verschiedene Frequenzwerte für die verschiedenen Farben erzielt. Unterschiede in den Rasterwinkeln, die unter 15° liegen (oder in einigen Fällen sogar unter 20°), sind zu vermeiden, da sie zu starken, gitterförmigen Moirémustern führen.

Hier einige gebräuchliche Rasterwinkelkombinationen für C, M, Y, K: 75, 15, 0, 45; 75, 15, 90, 45; 105, 75, 90, 45; 15, 75, 0, 45; 30, 60, 0, 15. Die Qualität der Ausgabe hängt dabei auch von der Verwendung verschiedener LPI-Einstellungen ab. Mit steigendem LPI-Wert nimmt die Zahl der zur Verfügung stehenden Rasterwinkel ab und das Moiréproblem nimmt zu.

Bei Wahl eines Rasterwinkels von über 360° werden die Voreinstellungen des Druckers benutzt.

4.4 Bildschirm Laden

Mit Personal Paint können von anderen Programmen erzeugte Amiga-Bildschirme geladen und wie ein normales Bild modifiziert werden. Die Funktion "Bildschirm Laden" kopiert die ausgewählte Bildschirmgrafik in die aktuelle Umgebung. Der von dem anderen Programm benutzte Ausgangsbildschirm bleibt unverändert.

Das mit dieser Funktion aufgerufene Fenster ähnelt einem normalen Dateiauswahlfenster, das die Namen aller verfügbaren Bildschirme enthält, sofern die entsprechenden Programme ihren Bildschirmen einen eigenen Namen geben. Ist dies nicht der Fall, zeigt Personal Paint weitere Informationen zur Farbtiefe des entsprechenden Bildschirms an. Zum Laden eines Bildschirms ist dessen Name zweimal anzuklicken oder auszuwählen und dann mit "Weiter" zu bestätigen. Es gibt auch Fälle, in denen ein Bildschirm geladen werden soll, während gerade ein bestimmtes Fenster geöffnet, ein Symbol angewählt oder ein Menü angezeigt wird. Diese Funktionen können aber aus verschiedenen Gründen nicht angewählt werden, wenn gerade das "Bildschirm laden"-Dateiauswahlfenster von Personal Paint benutzt wird. Daher verfügt Personal Paint über eine Alternative zum Laden des gewünschten Bildschirms: Durch das gleichzeitige Drücken von <Ctrl>+<linke Alt> auf der linken Seite der Tastatur wird der vorderste Bildschirm "eingefroren" und geladen. Aufblitzen des Bildschirms und ein akustisches Signal bestätigen den Ladevorgang.

Im Animationsmodus besteht die Möglichkeit, mehrere Bildschirme nacheinander automatisch zu laden. Nach dem Laden eines Bildschirms (entweder mit <Ctrl>+<linke Alt> oder einen Druck auf "Weiter") fügt Personal Paint automatisch ein neues Einzelbild für die Animation an, und verbleibt im aktuellen Modus zum Laden von Bildschirmen. Dies ermöglicht es dem Benutzer, z. B. eine erklärende Animation aufzuzeichnen oder mehrere Dialogfenster oder Menüs zur Produktion eines Handbuchs zu speichern, ohne ständig zwischen den Programmen hin- und herzuschalten.

4.5 Bild- und Bildschirmformat

Personal kennt keine Begrenzung der Bildgröße, d. h. ein Bild kann so groß sein, wie der Blitter des Amiga und der verfügbare Speicher es zulassen. Ebenso ist die Anzahl der unabhängig voneinander darstellbaren Farben nur durch den Typ des Grafikchipsatzes beschränkt, mit dem der verwendete Amiga ausgerüstet ist. Der Original-Grafikchipsatz und der ECS-Chipsatz können lediglich bis zu 64 von einander unabhängige Farben darstellen (HalfBrite-Modus, bei früheren Amiga 1000-Modellen nicht verfügbar). Bei Amiga mit AA-Chipsatz ("Advanced Architecture") kann Personal Paint in den meisten Bildschirmmodi bis zu 256 Farben darstellen. Jede der beiden Umgebungen von Personal Paint kann über einen eigenen Bildschirmmodus und eine eigene Bildgröße verfügen.

Außer den normalen Amiga-Grafikchips kann Personal Paint auch auf Grafikkarten betrieben werden, sofern diese sich an die Konventionen der Amiga Display Database halten und vom Blitter angesprochen werden können. Auch hier gelten nur die oben erwähnten Einschränkungen für Größe und Farbenanzahl.

Ein mit Personal Paint bearbeitetes Bild kann größere Ausmaße besitzen als der aktuelle Bildschirm, der dann nur einen Teil des Bildes darstellt. Wie man überformatige Bilder bewegt und scrollt, wird in Abschnitt "3.2" näher erläutert. Der Bildschirmmodus beschränkt lediglich die Anzahl der Bitplanes (d. h. der gleichzeitig darstellbaren Farben). Aber: Ein Bild darf nicht über mehr Farben verfügen, als dargestellt werden können. Wie man mit solchen Bildern umgeht, ist Abschnitt "4.1" zu entnehmen. Pinsel bilden die Ausnahme dieser Regel: So kann z. B. ein Pinsel mit 256 Farben auch auf Amiga-Modellen der ersten Generation geladen werden. Dies kann zwar zu einer fehlerhaften Farbdarstellung führen, Funktionen wie Größenveränderung, Drehen, usw. sind jedoch möglich. Auch das Drucken und Speichern des Pinsels ist problemlos durchzuführen.

Das Auswahlfenster enthält die Namen aller verfügbaren Bildschirmmodi, die Personal Paint der Amiga Display Database entnehmen kann. Nun kann jeder Bildschirmmodus mit einem Mausklick ausgewählt werden.

Die meisten Bildschirmmodi sind auch in einer Interlace-Variante verfügbar, auf Amigas mit AA (=Advanced Architecture), d. h. Amigas ab Betriebssystemversion 3.0 oft auch noch in einer DoubleScan-Variante mit doppelter Zeilenzahl.

Im Interlace-Modus steht ihnen die doppelte Zahl an Bildschirmzeilen zur Verfügung. Wenn Sie nicht die Möglichkeit haben, DoubleScan einzuschalten (auf AA-Amiga wie dem A4000 oder dem A1200 sind dies die Modi, denen das Präfix "db" voransteht) oder Sie nicht über einen sog. Flickerfixer verfügen, wird die Interlace-Option zu einem verstärkten Bildschirmflimmern führen. Dies liegt daran, daß die normalen Amiga-Grafikchips die doppelte Zeilenanzahl nicht innerhalb eines Video-Refreshs darstellen können; stattdessen werden abwechselnd gerade und ungerade Zeilen dargestellt.

Flickerfixerkarten (dazu gehört auch der Display Enhancer A2320 von Commodore), der DoubleScan-Modus des AA-Chipsatzes und andere Bildschirmmodi mit hoher Bandbreite erfordern einen entsprechenden Monitor (Multiscan, Multisync, VGA, usw.), um adäquat dargestellt werden zu können, allerdings sind der Flickerfixer und der Display Enhancer bei Verwendung bestimmter Bildschirmmodi zu deaktivieren. Mehr zum Thema Bildschirmmodi in Abschnitt "4.1" (Bild Laden).

Ein Interlacebildschirm benötigt etwa doppelt soviel Grafikspeicher (Chip-RAM) wie ein normaler Bildschirm. In Abschnitt "1.3" wird beschrieben, wie die zum Öffnen eines Bildschirms benötigte Speichermenge berechnet werden kann. Höhere Bildschirmauflösungen führen allerdings nicht nur zur einer Vergrößerung der benötigten Speichermenge, sie tragen auch zu einer erheblichen Verringerung der Arbeitsgeschwindigkeit bei.

Das "Lock Display Mode"-Feld gleich rechts von dem Feld mit dem aktuellen Bildschirmmodus verhindert, daß die Bild laden-Funktion in einen anderen Modus umschaltet oder die Einstellung der Autoscroll-Funktion modifiziert.

Durch die Aktivierung dieser Funktion zusammen mit Autoscroll ist es möglich, eine Reihe von Bildern verschiedener Formate nacheinander zu laden, ohne dabei auf Probleme mit Multiscan-Monitoren zu stoßen (z. B. ein kurzes Flimmern).

Wenn alle drei der folgenden Bedingungen erfüllt sind, wird nun ein optimierter Algorithmus für die Funktion "Farben mit Größe ändern" angewendet. Durch diesen lassen sich zusätzliche, neue Farben für eine verbesserte Kantenglättung berechnen, was ingesamt zu einem optimierten Gesamteindruck des Bildes beiträgt.

  • Eingeschaltete Option "Farben mit Größe ändern"
  • Verringerung der Bildgröße
  • Erhöhung der Farbenanzahl

Falls wegen Speichermangels ein Bildschirm nicht geöffnet werden kann, versucht Personal Paint zunächst, den Bildschirm ohne Overscan zu öffnen. Sollte dies ebenfalls fehlschlagen, wird die Darstellung eines kleinen 320 mal 200 Punkte großen Bildschirms in geringer Auflösung angestrebt. Für den unwahrscheinlichen Fall, daß auch dies nicht möglich sein sollte, ist entweder beschädigter oder sehr stark fragmentierter Speicher anzunehmen. Personal Paint versucht dann, soviel Speicher für sich zu gewinnen wie möglich, indem der Workbenchbildschirm geschlossen wird, die Undo-Puffer geleert und Pinsel gelöscht werden, usw.

4.5.1 Overscan

Die meisten Bildschirmmodi lassen sich auch im sog. Overscan-Modus betreiben. Dies bedeutet, daß die Anzeige um einen Bereich erweitert wird, der normalerweise nicht sichtbar ist, den sog. Overscanbereich. Dieser Bereich ist in verschiedenen Größen verfügbar: Text, Grafik (Standard), Extrem (größter, offiziell von "Intuition" unterstützter Bereich, bei älteren Betriebssystemversionen auch Maximum genannt) und Maximum (größter von der Hardware unterstützter Bereich, früher Video). Die genauen Dimensionen des Overscanbereichs können mit dem Programm Overscan Preferences (Betriebssystemversion 2.0 und höher) eingestellt werden.

Nicht alle Monitore können den zusätzlich verfügbaren Bereich auch darstellen. Unter Betriebssystemversionen vor Version 2.0 gehört die Overscanoption nicht zum Betriebssystemumfang und kann daher unvorhergesehene Ergebnisse liefern.

Wenn die Bildschirmgröße die des Overscan-Bereiches überschreitet, ist es oft nützlich, den Bildschirmabstand fein einstellen zu können. Dazu ist die <Ctrl>-Taste zusammen mit der linken Maustaste zu drücken, damit der Bildschirm analog zur Mausbewegung verschoben werden kann.

4.5.2 Bild- und Bildschirmgröße

Breite und Höhe des Bildschirms geben den aktuellen Bildschirm- und Overscanmodus wieder, wobei die angezeigten numerischen Werte manuell ediert werden können. Die Möglichkeit, einen solchen, individuellen Bildschirm zu erstellen, bildet einen neuen Overscanmodus mit der Bezeichnung "Custom Overscan".

Die Bildgröße kann unabhängig von der aktuellen Bildschirmgröße eingestellt werden. Die beiden Pfeil-Symbole rechts von den Symbolen für Bildschirm- und Bildgröße können dazu verwendet werden, die Bildgröße der Bildschirmgröße anzupassen und umgekehrt.

Sobald ein Bildformat bestätigt wird, erscheint ein Dialogfenster mit der Frage, ob die Größe des aktuellen Bildes beibehalten oder dem neuen Format angeglichen werden soll. Ist letzteres der Fall, so kann eine Streckoption ausgewählt werden, um das Bild auf die neue Größe zu strecken oder zu stauchen (ansonsten würden Teile des Bildes abgeschnitten). Falls nötig, wird auch automatisch eine Farbenreduzierung durchgeführt.

4.5.3 Farbanzahl

Das Farbsymbol dient zur Bestimmung der Farbanzahl des ausgewählten Bildschirms, wobei zwei Farben den Minimalwert darstellen. Die maximal verfügbare Farbanzahl hängt vom Bildschirmmodus und vom verwendeten Grafikchipset ab. Original- und ECS-Chipset können auf einem LoRes-Bildschirm (320 Bildpunkte breit) bis zu 32 Farben darstellen (64 im Extra-Halfbrite-Modus), auf einem HiRes-Bildschirm (ca. 640 Bildpunkte breit) noch 16, und in den Productivity- (VGA-) Modi und im A2024-Modus noch 4 Farben. Die meisten dieser Begrenzungen wurden durch das AA(=Advanced Architecture-) Chipset auf 256 Farben angehoben.

4.5.4 Autoscroll

Die von Versionen der Amiga-Systemsoftware ab 2.0 unterstützte Autoscroll-Funktion ermöglicht ein automatisches Verschieben des Bildes auf dem Bildschirm, falls dieses das Bildschirmformat überschreitet. Der Verschiebevorgang setzt ein, sobald der Mauszeiger die Grenzen des Bildschirms erreicht. Es ist zu beachten, daß einige der für den Amiga erhältlichen Grafikkarten das Einschalten dieser Option erfordern, um einen Bildschirm einer bestimmten Größe öffnen zu können. In einigen Overscan-Modi wird die Autoscroll-Funktion evtl. nicht korrekt von der Systemsoftware unterstützt. Bei ausgeschalteter Titelleiste (siehe Abschnitt "3.3") können die Menüs angezeigt werden, wenn gleichzeitig mit dem Druck der rechten Maustaste die <Ctrl>-Taste gedrückt wird.

4.5.5 Retargetable Graphics (RTG)

Einige Grafikkarten speichern die Grafikdaten in einem Bereich des Hauptspeichers, auf den der Amiga-Blitter nicht zugreifen kann. Andere Erweiterungskarten verwenden eine interne Kopie der Bilddaten, die vom Bildschirmtreiber automatisch aktualisiert wird, sobald sie verändert werden. Veränderungen, die der Blitter am Bild vornimmt, werden leider nicht unter allen Umständen erkannt.

Personal Paint verwendet immer dann den Blitter, wenn dies auf normalen Amigas zu einer Steigerung der Leistung verhilft. Die Aktivierung der RTG-Option verhindert jedoch jede Blitterfunktion, die evtl. von der Grafikkarte unerkannt bleiben oder mit deren RAM-Allokierungsmechanismus in Konflikt geraten könnte. Im Auto-Modus ermittelt Personal Paint selbsttätig, ob RTG erforderlich ist und nimmt die entsprechenden Einstellungen vor. In Ermangelung eines einheitlichen Verfahrens besteht leider die Möglichkeit, daß dieses Prinzip nicht mit allen Grafikkarten zusammenarbeitet. Daher sollten bei Verwendung einer neuen Grafikkarte zunächst alle verfügbaren Videomodi ausprobiert werden.

4.6 Bildverarbeitung

Diese Funktion ist mit dem in Abschnitt "3.1.4" beschriebenen Bildverarbeitungswerkzeug identisch, allerdings wirkt sie sich hier auf das gesamte Bild aus.

Die Abgrenzung des zu modifizierenden Teils des sichbaren Bildschirmbereiches wird mit Hilfe der "Grafikmaske"-Option (Abschnitt "9.13.2") vorgenommen.

Ein laufender Bildbearbeitungsvorgang kann durch Drücken einer beliebigen Taste abgebrochen werden. Drücken des Undo-Symbols stellt den ursprünglichen Zustand des Bildes wieder her.

4.7 Bild kippen

Diese Funktion entspricht der Spiegelfunktion für Pinsel (Abschnitt "5.12.3"), wirkt sich aber auf das gesamte Bild aus (oder auf einen mit der "Grafikmaske"-Option, Abschnitt "9.13.2", festgelegten Bereich).

4.7.1 Horizontal

Produziert ein Spiegelbild des Originals.

4.7.2 Vertikal

Stellt das Bild auf den Kopf.

4.8 Zweiter Bildschirm

Personal Paint unterstützt zwei voneinander unabhängige Arbeitsumgebungen, die sogar über unterschiedliche Auflösungen und Bildgrößen verfügen dürfen. Eine Ziffer in der Titelleiste direkt vor dem Namen des aktuell angezeigten Bildes zeigt die Nummer der dargestellten Umgebung an (entweder 1 oder 2).

Beim Programmstart wird zunächst einmal Speicher für nur eine Umgebung reserviert. Die zweite Umgebung wird erst dann aktiviert, wenn sie zum ersten Mal in Anspruch genommen wird.

4.8.1 Wechseln zu

Mit diesem Befehl wird auf die andere Umgebung umgeschaltet. Falls diese noch nicht erstellt wurde, geschieht dies nun automatisch.

4.8.2 Diese Seite Kopieren

Mit diesem Befehl werden aktuelles Bildschirm- und Bildformat, Daten und Einstellungen in die andere Umgebung kopiert. Wenn sich in der anderen Umgebung noch ein nicht abgespeichertes Bild befindet, wird zunächst eine Sicherheitsabfrage durchgeführt. Ein Wechsel in die andere Umgebung findet nicht statt.

4.8.3 Animation kopieren

Mit diesem Befehl kann eine Animation von einer Arbeitsumgebung in die andere kopiert werden. Daraufhin erscheinen möglicherweise die bekannten Optionen für die Größenänderung sowie eine Überschreibwarnung.

4.8.4 Im Vordergrund mischen

Mit diesem Befehl wird das Bild der jeweils anderen Umgebung über das aktuelle Bild gelegt, wobei Bildpunkte des Quellbildes in Hintergrundfarbe transparent dargestellt werden. Dies bedeutet, daß ausschließlich Bildpunkte, die nicht der Hintergrundfarbe der anderen Umgebung entsprechen, in die aktuelle Umgebung kopiert werden.

Wenn die beiden Umgebungen verschiedene Farbpaletten und/oder Größen besitzen, wird die Palette des Quellbildes neu berechnet, farbenreduziert und/oder gestreckt, bevor es über das aktuelle Bild gelegt wird.

4.8.5 Im Hintergrund mischen

Mit diesem Befehl wird ein Hintergrund hinter das aktuelle Bild gelegt. Er ähnelt der "Im Vordergrund mischen" Funktion, kopiert aber das Bild der anderen Umgebung in die aktuelle. Daher sind auch nur die Bildpunkte betroffen, die den Hintergrund des aktuellen Bildes (d. h. des Zielbildes) bilden.

4.8.6 Aktuelles Bild löschen

Mit diesem Befehl wird der von der aktuellen Umgebung benötigte Speicher gelöscht. Dies ist nur dann möglich, wenn zwei Umgebungen geöffnet sind, da sonst das Programm verlassen werden müßte.

Andere Maßnahmen zur Freigabe von Speicher: Auswahl eines anderen Bildschirmmodusses (Abschnitt "4.5"), Löschen nicht mehr benötigter Pinsel (Abschnitt "5.7"), Löschen der Schablone (Abschnitt "8.2.7") und Schließen des Workbenchbildschirms (Abschnitt "9.15").

4.9 Bild anzeigen

Mit dieser Funktion wird das aktuelle Bild vollständig angezeigt, d. h. soweit verkleinert, daß es auf den aktuellen Bildschirm paßt. Elemente wie die Titelleiste und die Werkzeugleiste werden ausgeblendet.

Durch Drücken einer Taste von Tastatur oder Maus wird wieder in den normalen Modus zurückgeschaltet.

4.10 Information

4.10.1 Projektinformation

Dieses Dialogfenster enhält Informationen über das aktuelle Bild oder die aktuelle Animationen. Außerdem ermöglicht es dem Benutzer die Eingabe eines Kommentars, der zusammen mit der entsprechenden Datei gespeichert werden kann.

Der Inhalt der Felder Autor, Copyright und Bemerkung wird normalerweise bei Verwendung der Dateitypen IFF (ILBM, ANIM, usw.), PNG und GIF innerhalb der Datei selbst gespeichert, andernfalls als Amiga-Filenote. Bleiben alle Felder leer, so werden mit der Datei keine Zusatzinformationen gespeichert. In diesem Fall wird eine bestehende Amiga-Filenote gelöscht, und es werden keine Erweiterungschunks (IFF, PNG oder GIF) mitgespeichert.

Das Feld für Bemerkungen könnte sich z. B. für die Angabe von Daten wie der Adresse des Autors, oder einer Beschreibung der bei der Bilderstellung verwendeten Techniken eignen.

4.10.2 Speicherbelegung

Diese Funktion ruft ein Fenster auf, in dem die verfügbare Speichermenge angezeigt wird.

Das Fenster enthält verschiedene Zahlen, deren Wert vor der Aktivierung der Speicherbelegungsfunktion ermittelt wird. Daraus folgt, daß die zum Öffnen des Fensters benötigte Speichermenge nicht von der dargestellten Speichermenge subtrahiert wurde. Alle Zahlen werden in Byte angegeben. Mehr zum Thema Speicher in den Abschnitten "1.3" und "4.8.6".

Der von einer Animation benötigte Speicher wird in dem betreffenden Umgebungsfeld angezeigt. Animationen benötigen zusätzlich noch Speicher für Screenpuffer, die im Puffer-Feld angezeigt werden.

Zur Freigabe von RAM, bzw. zum Löschen von dessen Inhalt in speicherkritischen Situationen stehen drei verschiedene Funktionen zur Verfügung:

Bei der Auswahl von Freigeben verschiebt Personal Paint soviele RAM-Daten wie möglich (Chip, Fast und virtuellen Speicher im RAM) auf Disk. Dies erweist sich besonders dann als sinnvoll, wenn in einer unerwartet speicherkritischen Situation noch andere Software gestartet werden soll.

Alles freigeben geht noch einen Schritt weiter und sollte daher auch nur im äußersten Fall angewendet werden: Es löscht alle noch aktiven Puffer (z. B. den für die Anzeige eines Pinsels als Bild statt als Umriß) und schließt evtl. auch die Workbench.

Undo-Puffer löschen löscht alle gerade im Undo-/Redo-Puffer gespeicherten Informationen. Dies entspricht dem Tastaturkurzbefehl <Ctrl-u> im normalen Malmodus.

4.10.2.1 Systemspeicher

Der obere Bereich des Fensters enthält 9 Werte, die in drei Zeilen und drei Spalten angeordnet sind. Die drei Zeilen sind mit "Chip", "Fast" und "Gesamt" bezeichnet, die drei Spalten mit "Belegt", "Frei" und "Größter".

"Chip" steht für das sog. Chip RAM. Dies ist derjenige Teil des Systemspeichers, auf den von den Amiga-spezifischen Spezialchips zugegriffen werden kann. Diese Chips werden z. B. für die Verarbeitung von Grafikdaten, wie den Inhalten von Bildschirmen und Fenstern, eingesetzt. Wenn nicht genügend Chip RAM vorhanden ist, können bestimmte Funktionen (wie z.B das Öffnen eines Fensters) nicht mehr durchgeführt werden. Unter Maßnahmen zum Freigeben von Chip RAM fallen z. B. das Löschen der aktuellen Umgebung (Abschnitt "4.8.6"), zweimaliges Löschen eines Bildes (Abschnitt "3.1.9"), die Auswahl eines Bildschirmmodusses mit weniger Farben und/oder Auflösung (Abschnitte "1.3" und "4.5"), das Löschen von Pinseln (Abschnitt "5.7") oder der Schablone (Abschnitt "8.2.7") und das Schließen des Workbenchbildschirms (Abschnitt "9.15").

Der übrige Speicher wird auch als "Fast RAM" bezeichnet und liegt außerhalb des von den Spezialchips adressierbaren Bereiches. Er wird deshalb als "Fast" (=schnell) bezeichnet, weil die Spezialbausteine nicht auf ihn zugreifen können und der Mikroprozessor daher nicht abwarten muß, bis ein Spezialchip seine Arbeit in einem bestimmten Speicherbereich des Chip RAM beendet hat.

Beim Speicher des Amiga wird also nur zwischen Chipoder Fast- unterschieden, so daß die Summe der beiden die maximale Speichergröße ergibt. Die Zeile mit der Bezeichnung "Gesamt" enthält die Summen der Spalten für die Chip und Fast RAM Belegung.

Für jede der drei Zeilen (Speichertypen) existiert eine eigene Spalte: "Belegt", "Frei" und "Größter". Der erste Wert in der Zeile gibt an, wieviel des jeweiligen Speichertyps bereits verbraucht ist. Der zweite Wert steht für die Menge, die dem Amiga-Betriebssystem oder Anwendungen noch zur Verfügung steht. Der dritte Wert zeigt die Größe des größten noch verfügbaren Speicherblocks an.

Das "Größter" Feld bedarf einer weiterführenden Erklärung. Der noch freie Speicher ist üblicherweise in viele unzusammenhängende Segmente aufgeteilt. So können z. B. 200 kilobyte freier Speicher aus einem zusammenhängenden Segment von 140 kilobyte, einem weiteren von 50 kilobyte und einem dritten von 10 kilobyte Größe bestehen. Wenn ein Programm nun einen zusammenhängenden Block von 200 kilobyte Größe anfordert, können die verfügbaren drei Bereiche nicht zu einem einzigen zusammengefaßt werden, da die dazwischenliegenden Bereiche bereits von anderen Programmen benutzt werden. Möglicherweise werden zukünftige Betriebssysteme für den Amiga (zur Drucklegung dieses Buches noch nicht verfügbar) in der Lage sein, die eben beschriebene Operation auszuführen. Zur Zeit jedoch ist die einzige Lösung für dieses Problem die Freigabe unbenötigter Ressourcen, wie Libraries, Devices, usw.

In einer Multitaskingumgebung wie beim Amiga ist es selbstverständlich auch möglich, daß parallel laufende Programme Speicher für sich reservieren und wieder freigeben. Die in der Tabelle angezeigten Werte können also immer nur als Momentanaufnahme gelten.

4.10.2.2 Programmspeicher

Der untere Teil des Fensters enthält Informationen im Hinblick auf die momentan von den beiden Umgebungen (Bildspeicher), den maximal neun Pinseln (und zusätzlich dem Wiederherstellungspuffer für einen Pinsel) und anderen Puffern (Undo-Funktion, Schablonenbitplane, Puffer für Linien- und Bereichsmuster) verbrauchte Speichermenge.

Die angezeigte Menge berücksichtigt nicht die vom Programm oder dessen Bildschirmen und Fenstern verbrauchte Speichermenge.

Das "Gesamt"-Feld summiert die Werte im unteren Bereich des Fensters. Diese Summe ist bei der Darstellung des System-Gesamtspeichers im oberen Bereich des Fensters bereits berücksichtigt.

4.11 Verlassen

Mit diesem Befehl kann Personal Paint beendet werden. Wenn nötig, erscheint ein Fenster mit einer Liste der noch nicht gespeicherten Daten. Der Befehl zum Verlassen des Programms kann nun durch Anklicken von "Weiter" oder "Abbruch" entweder bestätigt oder rückgängig gemacht werden. Bei Bestätigung wird das Programm verlassen, d. h. der Bildschirm wird geschlossen, und alle vom Programm beanspruchten Speicherbereiche und Systemresourcen werden wieder freigegeben.

Es gilt als gute Angewohnheit, vor dem Ausschalten des Computers oder Auslösen eines Resets mit <Ctrl>+<Amiga>+<Amiga> immer zuerst alle Programme zu schließen. Dies gilt umsomehr, wenn ein Rechner mit Programmen arbeitet, die virtuellen Speicher zur Verfügung stellen, d. h. bestimmte, nicht benötigte Speicherbereiche auf einem physikalischen Massenspeicher wie einer Fest- oder Wechselplatte auslagern. Wenn in diesem Fall nicht alle Anwendungen vor dem Ausschalten des Rechners korrekt geschlossen werden, kann dies zum Verlust wichtiger Daten oder zum unnötigen Verbleiben der Auslagerungsdatei auf der Platte führen.


zurück zum Start weiter