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Lösen von Problemen

Kapitel 11

11. Lösen von Problemen

Dieses Kapitel befaßt sich mit Problemen, die bei der Benutzung des Computers und seiner Peripheriegeräte auftreten können. Es finden sich sowohl Hinweise zur Behebung dieser Schwierigkeiten, als auch solche, mit denen die Probleme von vornherein vermieden werden können.

11.1 Speichermangel

Der Speicher eines Computers gehört zu denjenigen Dingen, die grundsätzlich zu knapp bemessen zu sein scheinen, und zwar gleichgültig, wie viel davon zur Verfügung steht. Wenn bei der Arbeit mit Personal Paint Speicherprobleme auftauchen, beziehen diese sich meist auf einen Mangel an Chip RAM.

Die Abschnitte "1.3.2" und "4.10.2" enthalten Informationen über Speicher im Allgemeinen und über die Speicheranzeige von Personal Paint. Wie in diesen Abschnitten erwähnt, kann die Anzeige in der Menüleiste der Workbench häufig zu Mißverständnissen führen, da sie auch fragmentierte Speicherbereiche anzeigt, als handele es sich um durchgehende Blöcke.

Eine Situation, in der die noch verfügbare Speichermenge knapp wird, kann sowohl durch eine natürlichsprachliche Meldung (z. B. "Nicht genug Speicher" oder "Zu wenig Chip RAM") angezeigt werden, als auch durch folgende Symptome: Menüs werden können nicht mehr korrekt geöffnet werden, Fenster lassen sich nicht mehr in der Größe verändern oder verschieben, der Bildschirm blitzt auf und zeigt an, daß bestimmte Prozesse nicht ausgeführt werden können, usw.

Die Menge des verfügbaren (Chip) RAM läßt folgendermaßen erhöhen:

  • Das aktuelle Bild zweimal löschen (Abschnitt "3.1.9")
  • Einen Bildschirmmodus mit weniger Auflösung oder Farben wählen (Abschnitte "1.3.2" und "4.5")
  • Die aktuelle Umgebung löschen (Abschnitt "4.8.6")
  • Pinsel löschen (Abschnitt "5.7")
  • Maske löschen (Abschnitt "8.2.7")
  • Tonausgabe abschalten (Abschnitt "9.5")
  • Workbenchbildschirm schließen (Abschnitt "9.15")
  • Beenden anderer, gleichzeitig laufender Programme
  • usw.

Durch die Eingabe von "Avail FLUSH" in einem Shell-Fenster oder durch die Auswahl des Menüpunktes "FlushLibs" im Workbenchmenü "Debug" (dies wird erst dann aktiviert, wenn die Workbench mit dem Befehl "LoadWb -DEBUG" geöffnet wird) werden alle RAM-residenten Betriebssystemresourcen gelöscht, die nicht mehr benötigt werden. Wenn in vorhergehenden Sitzungen viele große Schriften benutzt wurden oder größere, von anderen Programmen benötigte Bibliotheken nicht mehr erforderlich sind, kann dies einiges an Speicher verfügbar machen. Üblicherweise führt das System diese Funktion selbst aus, wenn der Speicher knapp wird.

Im Notfall (d. h., wenn Personal Paint den Hauptbildschirm nicht öffnen kann) führt Personal Paint die oben erwähnten Funktionen evtl. Schritt für Schritt selbst aus.

11.2 Probleme mit Datenträgern

Häufig greift das Amiga-Betriebssystem auch einige Zeit nach einem Schreibvorgang noch einmal kurz schreibend auf den Datenträger zu. Aus diesem Grunde sollte eine Disk erst einige Sekunden nach dem Erlöschen der Laufwerkskontrolleuchte aus dem Laufwerk genommen (oder der Computer ausgeschaltet) werden. Probleme können auch durch elektrische Störungen verursacht werden. Leuchten, Monitore und andere elektrische Geräte, die von der gleichen Steckdose gespeist werden wie der Computer, sollten daher niemals ein- oder ausgeschaltet werden, während der Rechner Daten auf eine Disk schreibt.

Fehler werden grundsätzlich zuerst vom Betriebssystem des Amiga und dann vom entsprechenden Programm, das die Daten speichern zu speichern versucht, signalisiert. Die häufigsten Fehlerquellen: Disk ist schreibgeschützt, Disk ist voll, Disk ist beschädigt oder nicht formatiert (Abschnitte "1.3.4" und "1.6"). Anders als 5.25"-Disketten, sind 3.5"-Disketten dann schreibgeschützt, wenn man durch das Schreibschutzloch blicken kann.

Wenn das Amiga-Betriebssystem bei dem Versuch, Daten auf eine Diskette zu schreiben, einen Schreib-/Lesefehler ("read/write error") meldet, sollte zuerst die Diskette ausgeworfen und der Schreibschutz gesetzt werden. Wenn versucht wird, auf die Diskette zu schreiben, können wertvolle Daten verloren gehen. Ist der Schreibschutz nicht aktiviert, versucht das System evtl. auch dann auf die Diskette zu schreiben, wenn der Benutzer dies gar nicht wünscht (dies gilt besonders für beschädigte Disketten). Nachdem die Diskette nun mit gesetztem Schreibschutz wieder eingelegt worden ist, sollten alle Systemmeldungen abgebrochen werden (es sei denn, die Meldung "Software Error" erscheint). Nun zeigt das Programm, welches die Daten speichern wollte, eine eigene Fehlermeldung an. Die Daten, die ursprünglich auf der defekten Diskette gespeichert werden sollten, sind auf einen anderen Datenträger zu sichern. Auch alle anderen Daten im RAM oder auf dem Bildschirm sollten auf den anderen Datenträger gespeichert werden, falls ihre Kopie auf der defekten Diskette durch den Schreibvorgang beschädigt worden sein sollte. Schließlich ist eine Kopie der defekten Diskette anzufertigen (Abschnitt "1.6"). Falls dies mit der Kopierfunktion der Workbench nicht möglich ist, sollte ein anderes Kopierprogramm verwendet werden.

Zur Wiederherstellung der meisten Dateien kann dann ein Reparaturprogramm wie "DiskSalv" benutzt werden. Die Datei, die zu dem Zeitpunkt geschrieben wurde, als der Fehler auftrat, ist allerdings in den allermeisten Fällen verloren. Es ist zu beachten, das verschiedene Reparaturprogramm auch unterschiedliche Ergebnisse erzielen können. Die Diskette, bei der der Fehler auftrat, ist nicht weiter zu verwenden, es sei denn, daß sich ein Hardwarefehler mit Sicherheit ausschließen läßt. Besonders bei Verwendung minderwertiger oder einseitiger Disketten kann es nämlich vorkommen, daß weitere Fehler auftauchen. Das gleiche gilt, wenn die magnetische Oberfläche der Diskette verschmutzt oder verkratzt ist. Kratzer werden üblicherweise sichtbar, wenn Licht von der magnetischen Oberfläche reflektiert wird. Die Oberfläche sollte niemals berührt oder verunreinigt werden.

Wenn kleinere Fehler auftreten, kann das Amiga-Betriebssystem sie teilweise automatisch beheben; dieser Vorgang wird auch als Validierung oder engl. "Validating" bezeichnet. Sollte z. B. ein Schreibvorgang plötzlich unterbrochen werden (z. B. durch einen Stromausfall oder Auswerfen einer Diskette), ohne weitere Beschädigung des Datenträgers zu verursachen, versucht das Betriebssystem, diesen beim nächsten Einlegen (oder Anmelden, wenn es sich um eine Festplatte handelt) zu validieren. Dieser Vorgang kann von einigen Sekunden bis zu mehreren Minuten dauern, abhängig von der Größe des Datenträgers. Falls die Disk schreibgeschützt ist, muß der Validierungsvorgang bei jedem Einlegen (oder Anmelden) wiederholt werden. Erfolgt während der Validierung ein Schreibzugriff auf die Disk, wird die Fehlermeldung "Disk not validated" ausgegeben. In diesem Fall sollte nicht die "Cancel"-Option des Dialogfensters ausgewählt werden, da die Meldung nach erfolgreicher Validierung automatisch verschwindet. Von einer nicht validierten Disk können zwar Daten gelesen werden, ein Schreibzugriff ist jedoch nicht möglich. Dies ergibt sich aus der Tatsache, daß diejenigen Datenstrukturen, die die freien Bereiche der Disk kennzeichnen, nicht auf dem aktuellen Stand sind.

Die schwerwiegendsten Fehler werden üblicherweise durch physikalisch beschädigte oder defekte Disks verursacht, wobei Verschmutzungen die häufigste Problemquelle bilden. Ein Schwall Kaffee über die auf dem Tisch liegenden Disketten, klebrige Limotropfen oder auch ein paar Körnchen Sand in der Disk stellen größte Gefahren dar. Aber: Wenn die magnetische Scheibe in der Diskette nicht verkratzt ist, lassen sich die Daten häufig noch retten. Die meisten Flüssigkeiten führen zwar nicht zur Beschädigung der Scheibe, müssen aber so schnell wie möglich entfernt werden. Dazu ist zunächst die magnetische Scheibe aus dem sie umgebenden Gehäuse zu entnehmen. Die beiden Gehäusehälften lassen sich meist mit einer entmagnetisierten Klinge trennen, bei einer 3.5"-Diskette ist vorher noch der Shutter (die aus Metall oder Kunststoff bestehende Abdeckung der Diskettenöffnung) mit der Hand abzunehmen. Nun kann die magnetische Scheibe der Diskette vorsichtig unter fließendem Wasser gereinigt und danach mit einem weichen, fusselfreien, nicht statischen Tuch abgetrocknet werden. Schließlich ist die Scheibe in ein neues, unbeschädigtes Gehäuse einzusetzen (der Shutter ist nicht nötig) und die Daten können auf eine neue, fehlerfreie Disk kopiert werden. Die hier beschriebene Methode führt nicht immer zum Ziel, stellt aber oft die letzte Möglichkeit dar. Falsche Handhabung kann zur Beschädigung von Disk oder Laufwerk führen.

11.3 Druckerprobleme

Nachfolgend werden einige Vorschläge zur Verbesserung der Druckausgabe sowie Lösungsansätze zu vielen Problemen, die sich beim Druckvorgang ergeben können, aufgeführt.

Zunächst einmal müssen die Druckparameter in den Amiga-"Preferences" absolut korrekt eingestellt werden. Die häufigste Fehlerquelle ist die Einstellung eines falschen Druckertreibers. Es ist darauf zu achten, daß der in den "Preferences" eingestellte Treiber auch mit dem verwendeten Drucker übereinstimmt. Außerdem müssen auch die anderen Einstellungen des "Preferences"-Programms korrekt eingestellt und auf der Workbench abgespeichert sein, da nicht alle Drucker die gleichen Codes und Steuerzeichen benutzen.

Sobald der Name des Druckertreibers im "Preferences"-Programm angegeben worden ist, können Programme, die eine Druckausgabe erzeugen, die korrekten Steuerzeichen an den Drucker schicken und der Amiga aktiviert den richtigen Treiber. Die meisten Druckerparameter lassen sich auch über die Druckereinstellungen von Personal Paint wählen, lediglich der Druckertreiber selbst kann nicht ausgewählt werden.

Die Druckertreiber befinden sich im Verzeichnis "Printers", welches seinerseits im Verzeichnis "Devs" von Workbench und Extras-Diskette zu finden ist. Dabei muß ein Treiber zunächst auf die Workbench-Diskette kopiert werden, bevor er benutzt werden kann. Dieser Vorgang wird beim Betriebssystem 1.3 problemlos von dem Programm "InstallPrinter" auf der Workbench erledigt. Bei Workbenchversionen ab 2.1 befinden sich die unbenutzten Druckertreiber im Verzeichnis "Storage/Printers", sie können von dort aus mit der Maus auf die Workbench ins Verzeichnis "Devs/Printers" kopiert werden. Einige der gebräuchlichsten Druckertreiber befinden sich bereits auf der Personal Paint-Programmdiskette. Wenn diese (oder die Kopie) als Workbench benutzt werden soll, können - falls notwendig - weitere oder aktualisierte Treiber daraufkopiert werden.

Sollte für einen bestimmten Druckertyp einmal kein Treiber existieren, kann meist ein ähnlicher oder kompatibler Typ benutzt werden. Die meisten Nadeldrucker sind kompatibel einem der Standards Epson (ESC/P), Nec (Pinwriter), IBM (Proprinter) oder sogar zu mehreren von ihnen. Laserdrucker verfügen meist über den HP LaserJet und/oder PostScript-Standard. Wenn mehr als eine Möglichkeit in Frage kommt, sollte die gewählt werden, die genau mit dem "Preferences"- Druckertreiber übereinstimmt. Die Handbücher von Drucker und Amiga können darüber Aufschluß geben, welcher Druckertreiber für welches Druckermodell am besten geeignet ist. Einige Vorschläge für die gängigsten Druckertypen sind auch in Anhang "D" zu finden. Wenn trotz aller Bemühungen die Informationen in den Handbüchern nicht zu finden sind und kein Druckertreiber verfügbar ist, kann häufig der Händler oder der Hersteller des Druckers weiterhelfen.

Druckertreiber, die in Betriebssystemversionen vor 1.2 enthalten waren, sowie Versionen mit den Suffixen Alpha, Beta, Gamma oder Omega funktionieren evtl. mit den meisten Programmen nicht korrekt.

Das Programm "Prefs/Printer" wird mit der Maus von der Workbench aus gestartet. Wenn der Workbenchbildschirm geschlossen ist, kann er mit Hilfe des Workbench-Parameters (Abschnitt "9.15") wieder geöffnet werden. Falls dies nicht möglich ist, sollte das Programm beendet werden (Abschnitt "4.11"), um genug Speicher zum Öffnen der Workbench freizugeben.

Wenn anstatt des gewünschten Bildes plötzlich Buchstaben gedruckt werden oder innerhalb eines Textes unerwünschte Zeichen auftreten, ist möglicherweise der falsche Druckertreiber eingestellt. Ein Beispiel: Bei bestimmten falschen Drucker/Treiber-Kombinationen wird zu Beginn jedes Druckvorgangs das Zeichen "P" oder "K" ausgegeben, obwohl dies nicht zum Dokument gehört. Auch das Seitenformat (A4, Letter, Wide Tractor, usw.) muß in den Voreinstellungen des Systems oder in denen von Personal Paint korrekt eingestellt werden. Auch hier gilt: Falls die Werte von Personal Paint aus eingestellt werden, müssen sie nicht erneut in den Drucker-"Preferences" des Systems gesetzt werden.

In einigen Fällen läßt es sich nicht umgehen, die Werksvoreinstellung des Druckers zu modifizieren. Einige Druckermodelle besitzen Anordnungen von kleinen, sog. "DIP"-Schaltern, die sich an der Rückseite oder unter der Abdeckung des Gerätes befinden. Andere Drucker lassen eine Veränderung der im Druckerspeicher abgelegten Einstellungen über ein Bedienfeld zu. Ein häufig nicht korrekt eingestellter Parameter ist der für den automatischen Zeilenvorschub; für die meisten Druckertreiber ist dieser auszuschalten. Falsch eingestellter Zeilenvorschub äußert sich durch breite Streifen in der ausgedruckten Grafik oder einen Zeilenvorschub beim Textdruck, der doppelt so breit ist wie gewünscht. Wenn Akzente oder andere landesspezifische Sonderzeichen nicht gedruckt werden können, liegt dies möglicherweise an einer falschen Voreinstellung des Zeichensatzes (z. B. "Italic"/"Epson" gegenüber "Standard"/"IBM"), evtl. muß auch der landesspezifische Zeichensatz geändert werden. Personal Paint druckt zwar grundsätzlich im Grafikmodus, aber bestimmte Probleme beim Textdruck weisen oft auch auf grundsätzliche Fehleinstellungen hin.

Wenn beim Papiereinzug zwischen Walze und Traktor gewählt werden kann, gilt es zu bedenken, daß - besonders bei preiswerteren Druckern - der Einzug über die Walze auf kurze Distanz (wie es z. B. bei Einzelblättern der Fall ist) meist sehr viel genauere Ergebnisse liefert. Bei einigen Druckertypen kann jedoch die Verwendung von zu dünnem oder zu dickem Papier dazu führen, daß das Blatt durchrutscht, bzw. eingeklemmt wird. Dies schlägt sich in nichtlinearem, asymmetrischem und unpräzisem Papiertransport nieder.

In vielen Fällen weist ein Grafik- oder Textausdruck störende, dünne, horizontale Linien auf, die sich durch Einzug mit der Walze (statt mit dem Traktor) und das Einstellen einer geringeren Entfernung zwischen Druckkopf und Walze verringern lassen. Wenn das Farbband auf dem Papier Schmierspuren hinterläßt oder die Ränder des Blattes verschmutzt, befindet sich der Druckkopf dagegen meist zu nah an der Walze. Bei manchen Druckern läßt sich die Streifenbildung auch durch Auswahl eines anderen Papierformates und/oder der Einzelblattoption in den "Preferences" verringern. Eine weitere Problemquelle bildet oft auch das interne Netzteil von bestimmten Druckern, welches nicht genung Leistung abgibt, um alle Nadeln mit der gleichen Kraft auf das Farbband schlagen zu lassen. Einige Drucker sprechen auch nur einen Teil der im Druckkopf verfügbaren Nadeln an (üblicherweise die oberen 16 von 24), wenn einige der Parameter in den "Preferences" wie oben gesetzt sind. Diese Druckertreiber interpretieren einige "Preferences"-Parameter, die normalerweise nicht benutzt würden (wie Papierart) etwas unkonventionell (wenn auch in diesem Fall mit Sicherheit nicht unerwünscht). Auch die Einstellung für den Schwellwert (Threshold) wird in einigen Fällen zweckentfremdet (so werden z. B. beim HP DeskJet-Drucker Farbe und Helligkeit korrigiert).

So ungewöhnlich dies auch klingen mag: Grafiken werden häufig monodirektional schneller (und genauer) ausgedruckt als bidirektional. Die meisten Drucker lassen eine Einstellung dieses Wertes entweder via Software oder manuell zu. S/W-Druck erfolgt am schnellsten, während Graustufen- und Farbausdrucke grundsätzlich mehr Zeit benötigen.

Zur Verminderung der unschönen "Treppenbildung" können Parameter wie Smoothing/Glätten eingesetzt werden. Auch diese verringern jedoch üblicherweise die Druckgeschwindigkeit.

Bei einigen Farbdruckern kann (oder muß) zum Druck von schwarzem Text oder von Graustufenbildern das farbige Farbband gegen ein schwarzes getauscht werden. Dies ist auch üblicherweise preiswerter als ein farbiges.

Zu hohe Druckdichten (z. B. 300 bis 360 dpi statt 50 bis 180 dpi) können zu einem zu dunklen und verschmierten Druckbild führen, sowie zu einer Verstärkung unerwünschter, horizontaler Streifen.

Auch PostScript-Ausdrucke erscheinen oft zu dunkel und kontrastarm, wenn der LPI-Wert zu hoch gewählt wurde. Mehr dazu in Kapitel "4.3.3". Im Zweifelsfall sollten die Standardeinstellungen des Druckers angewendet werden (Personal Paint DPI und LPI auf 0, Standard-Spot und Winkel größer als 360). Der zu unerwünschten Mustern führende Moiré-Effekt wird in Abschnitt "4.3.3.11.2" behandelt.

Ein weiteres Problem mit PostScriptdruckern ergibt sich aus der seriellen Verbindung zwischen Computer und Drucker. Bei Verwendung der seriellen Schnittstelle müssen einige Kabelverbindungen gekreuzt und damit anders verbunden werden, als es bei einem normalen 1:1-Kabel der Fall ist. Zum Ermöglichen von Handshaking und interaktivem Betrieb kann die folgende Verkabelung benutzt werden: 1-1 (Ein- und Ausgabepins mit der gleichen Nummer werden direkt verbunden), 2x3 (Pin zwei wird mit Pin drei auf der anderen Seite verbunden und umgekehrt), 4x5, 7-7, 6+8x20 (Pins sechs und acht auf jeder Seite werden verbunden und mit Pin 20 der Gegenseite verbunden). Die anderen Signale werden nicht benötigt.

Schließlich noch ein warnender Hinweis für alle Besitzer eines Amiga 1000: Dieser Computer erfordert ein spezielles Druckerkabel. Der Anschluß eines normalen Amiga-Druckerkabels oder eines handelsüblichen Centronics-Kabels kann zur Beschädigung der angeschlossenen Geräte führen.

11.4 Probleme mit Bildschirmmodus und Monitor

Die häufigsten Symptome der hier beschriebenen Probleme sind: Schwarzer Bildschirm, flimmerndes oder instabiles Bild, unnormale Geräuschentwicklung des Monitors, Nicht-Einstellbarkeit bestimmter Bildschirmmodi oder Farben.

Versionen des Amiga-Betriebssystems ab 2.0 bieten die Möglichkeit, den verwendeten Monitor einzustellen. Dabei werden jedem Monitortyp bestimmte Bildschirm- (oder Video-) Modi zugeordnet. Dies ist notwendig, weil die verschiedenen Amiga-Modelle über unterschiedlich leistungsfähige Grafikchipsets und Monitore verfügen. Deshalb sollten alle Anzeigemodi, die von der Hardware unterstützt werden und sich als brauchbar erweisen, mit den entsprechenden Monitorpiktogrammen aktiviert werden. Dazu sind die Piktogramme in die Verzeichnisse "Wbstartup" (Version 2.0) oder "Devs/Monitors" (2.1 und 3.x) zu kopieren, da die entsprechenden Modi sonst von Personal Paint nicht benutzt werden können. Andererseits können Bildschirmmodi auch fälschlicherweise aktiviert werden. Ein Beispiel: Die Aktivierung des "Multiscan" Monitors bei einem Amiga, der nur mit einem Monitor zu Darstellung von NTSC- oder PAL-Grafik ausgerüstet ist, kann bei der Anzeige einiger Bilder zu fehlerhafter Darstellung führen. Ist dies der Fall, sind die überflüssigen Monitorpiktogramme aus dem "Wbstartup"oder "Devs/Monitors"-Verzeichnis wieder in "Monitors" (Workbench 2.0) oder "Storage/Monitors" (Version 2.1 und höher) zu kopieren.

Bilder, die auf Amigas mit AA- (Advanced Architecture-) Chipset erstellt worden sind, werden auf älteren Systemen evtl. auch dann anders dargestellt, wenn die gleiche Anzahl von Farben benutzt wird. Dies liegt daran, daß bei AA-Systemen mehr Farben für die Palette zur Verfügung stehen. Die Personal Paint-Funktionen für Palette, Farbenreduktion und Neuverteilung benutzen dann die "gröbere" Auflösung, um eine genauerer Repräsentation des Originals zu erzielen, wenn im Bootmenü des AA-Systems entweder Original- oder Advanced-Chipset eingestellt wurde.

"Double-Scan"- (dbl-) Grafikmodi und andere Modi mit höherer Bandbreite (wie sie z. B. von Flickerfixer oder dem Commodore 2320 Display Enhancer erzeugt werden, verlangen einen adäquaten Monitor (MultiSync, Multiscan, VGA, usw.), um korrekt dargestellt werden zu können. Zur Anzeige der Bildschirmmodi mit der höchsten Bandbreite müssen diese Flickerfixer oder Display Enhancer jedoch evtl. wieder ausgeschaltet werden. Andererseits besitzen die normalen Videomodi des Amiga ("normales" NTSC oder PAL) evtl. eine Bandbreite, die eine korrekte Darstellung auf bestimmten Multiscanmonitoren nicht zuläßt. Dieses Problem stellt sich besonders bei Amiga-Modellen mit Advanced Architecture-Chipset, bei denen verschiedene, völlig unterschiedliche Bildschirmmodi benutzt werden müssen (und die unteren Horizontalfrequenzen nicht durch einen Flickerfixer oder Display Enhancer korrigiert werden können). Die Firma Commodore liefert verschiedene Multiscan-Monitore, die alle Bildschirmmodi darstellen können. Andere Monitore können ebenfalls funktionieren, teilweise ist auch eine Neueinstellung des Gerätes durch einen qualifizierten Techniker möglich, damit Signale niedrigerer Frequenz verarbeitet werden können (Probleme treten typischerweise bei horizontalen Ablenkfrequenzen von unter 30 kHz und Bildwiederholfrequenzen von unter 55 Hz auf).

Mehr zum Thema Bildschirmmodi in Abschnitt "4.1" ("Bild laden").


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